19. August bis 21. Oktober 2012 64 Tagesetappen mit 4000 km

 



WRIGHTSOCK
I want to run
Gehwol
www.medizinmannshop.de
Mecomeo
I run for life

Einige Zahlen

645. Tag danach

11 Nationen
Teilnehmer:52
Männer:43
Frauen:9
  
Jüngster Mann: 1975
Ältester Mann: 1935
Jüngste Frau: 1972
Älteste Frau: 1942
  
Kürz. Etappe: 39 km
längste Etappe: 83.3 km
Ø Etappe:65.2 km
gesamt:4175.9 km

Kontakt

Ingo Schulze
Hauptstraße 52
72160 Horb - Nordstetten
Tel: 0049 (0) 7451/4615
Fax: - 624756
Mobil: 0171 / 42 51 435
ultralauf@ischulze.de

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Ingos Bücher

Cover von Ingos Buch
Das Buch über meine "Weltreise" als Passagier auf einem Frachtschiff ist fertig. Es kann bei Interesse bei mir oder beim Engelsdorfer-Verlag bestellt werden. Es kostet 18 Euro und auf 126 Seiten kann man mein 49-tägiges Seefahrtabenteuer nachvollziehen. Es ist mit über 65 Fotos bespikt, wovon 30 Bilder in Farbe sind. Es ist ein Handbuch für Nachahmer! ISBN 978-3-95488-492-6.

Cover von Ingos Buch Ingos Erfahrungen als Organisator des „TE-FR 2012. Das Buch hat 205 Seiten. ISBN 978-3-95488-207-6. Preis: 12 Euro. Alle Bücher können beim "Engelsdorfer-Verlag" bestellt werden. Gern können die Bücher auch bei Ingo direkt bestellt werden und er schreibt eine Widmung hinein. Cover von Ingos Buch Ingos Erfahrungen als Organisator des „TE-FR 2009“ Das Buch hat 191 Seiten. ISBN 978-3-86901-782-2. Preis: 12 Euro
.Cover von Ingos Buch

Ingos Erfahrungen als Organisator des „TE-FR 2003“ Das Buch hat 230 Seiten. ISBN 978-3-86703-437-1. Preis 14 Euro
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Bericht

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fr 11

Ingo zur 1. Etappe

Skagen nach Oster Vra / 19.08.2012
56 km / 56 km gesamt
34.8 mi / 34.8 mi gesamt
49 Teilnehmer am Start / 49 Teilnehmer gewertet

Tageswertung

1. 02 Stéphane Pelissier France 4:41:18
2. 01 Robert Wimmer Germany 5:03:19
3. 17 Christian Fatton Switzerland 5:17:12
 

Gesamtwertung

1. 02 Stéphane Pelissier France 4:41:18
2. 01 Robert Wimmer Germany 5:03:19
3. 17 Christian Fatton Switzerland 5:17:12

01.Etappe: Skagen nach Oster Vra am Sonntag, 19.08.02


Ab heute wird es ernst. Heute konnte man noch einigermaßen ausschlafen, denn die Zeit des Weckens ist erst um 6:00 Uhr. Ab morgen dann wird es bereits gegen 4:00 Uhr in der Halle lebhaft! Um 6:00 Uhr ist es noch leicht windig. Der Himmel schaut recht gut aus und es ist zu erwarten, dass wir beim Start Sonnenschein haben! Mal sehen wie es um 9 Uhr ausschaut?

Gestern waren alle Teilnehmer und Betreuer pünktlich zur offiziellen Eröffnung in Skagen. Für den Veranstalter ist das sehr beruhigend! Henry Wehder traf gegen 15:00 Uhr ein. Ja Henry: er ist bereits seit dem 24. Juli auf Achse. Er startete Am Nordkap und hat sich in den Kopf gesetzt, die Strecke vom Nordkap nach Gibraltar in 90 Tagen zu schaffen. Ausgerechnet hat er sich dabei 6.466 km. In der Endrechnung geht es dann wohl einige km nach oben oder unten. Gestern in Skagen eingetroffen und heute in Richtung Gibraltar!



Dänemark ist sehr schön aber auch sehr teuer. Als ich gestern die Rechnung für zwei Übernachtungen, einmal Frühstück und einmal Abendessen zahlte, da glaubte ich, dass mich der Schlag trifft und hatte daran mindestens eine Stunde zu beißen. Was mir nicht in den Kopf wollte: Für eine Übernachtung im Bett waren 14,00 Euro fällig – ok. Das ich aber auch 14,00 Euro zahlen musste, für die Leute, die in ihrem eigenen Auto auf dem Parkplatz schliefen, das gleiche zahlen musste, das ging bei mir nicht runter! Andere Länder andere Sitten oder hatte ich nur Pech mit dem Hausmeister? Handeln ging nicht, der war knallhart!



Ok, vergessen und die volle Konzentration gilt nun dem TE-FR 2012! Frühstück um 7 Uhr, Gepäckverladung, gemeinsamer Fußmarsch zum Hafen und Start bei einer tollen Hafenkulisse durch den Bürgermeister von Skagen, Herrn Lars Möller! Ich wollte wissen, was HERR auf Dänisch heißt. Ich vermutete HERRER oder so ähnlich. Ich wurde aber aufgeklärt, dass es die förmliche Anrede in Dänemark nicht gibt. Das ich ihn jetzt einfach mit Lars ansprechen sollte, kam mir etwas komisch vor. Aber nun denn: „Lars, gib den Startschuss!“

Wir konnten genau 9:01 Uhr starten. Vorher stellte ich aber fest, dass ich meine Startpistole nicht dabei hatte. Die erste Etappe ohne Startschuss geht natürlich nicht. Michael Larsen lieh mir sein Fahrrad, womit ich schnell zu meinem Fahrzeug kam. Der Start war gerettet! Michael ist auch der „Pfeilkleberentsorger“. Er fährt



Ingo, wo geht es lang? Immer gen Süden und wenn du mal auf dem falschen Weg bist, dann fragst du einfach wo es nach Gibraltar geht. Gibraltar kennt jeder und ist kurz vor Gibraltar auch ausgeschildert!



Bedanken möchte ich mich an dieser Stelle bei Frau Dorthe Brasse. Sie war mir für die ersten zwei Etappen sehr hilfreich. Vielen Dank Frau Brasse! Danke auch alle, die den TE-FR 2012 durch ihr Mitwirken möglich gemacht haben. Hilfe war von Nöten: von der Polizei, Bürgermeister, Straßenverkehrsbehörden, Presse, und……. Nun kann dann auch nichts mehr schiefgehen?



Es muss sich ab heute erst noch alles einspielen. Wichtig ist für mich heute primär die Zeitmessung. Sebastian Bentele hat ein Programm für die Zeitnahme entworfen und es hat sich in der Vergangenheit sehr bewährt. Es wurde auch immer wieder verbessert sodass ich eigentlich beruhigt sein müsste. Meine Zeitnehmer, Rüdiger Winter und der Franzose Thierry Poupard sind mehr oder weniger fit am PC. Verstärkung bekommen sie aber von Louise Scholl aus England. Sie arbeitet im IT Bereich. Sie wird uns nach 5 Tagen wieder verlassen. Hat dann anderweitig für 14 Tage zu tun und kommt dann wieder, um bis Gibraltar dabei zu sein. Sie kann auch massieren und ist daher für die Veranstaltung ein Glückstreffer.



Es sind heute 49 Läufer gestartet. Sigrid Eichner als Etappenläuferin. Sie wird etwa 10 bis 15 Tage dabei sein. Auf der Meldeliste fehlen: Carl Sommer, GB Rüdiger Dittmann, GER Pascal Peron, FRA und Julia Fatton, GER. Es sind daher 41 Männer und 8 Frauen auf der Strecke.



Als Erster lief Stèphane Pelissier ins Ziel. Er benötigte für die Strecke von 56,0 km 4:39,40, was einer Durchschnittsgeschwindigkeit von knapp 5 Minuten entspricht. Ab morgen etwas weniger Gas geben?



Am Start konnten auf der Webseite des TE-FR 2.515.000 Millionen Besucher registriert werden. Wie viele werden es nach einer Woche, nach zwei Wochen, im Start sein? Über die 3 Millionen kommen wir in jedem Falle. Wenn nicht sogar über 3,5 Millionen!



Kurz nach dem Start geht es durch eine herrliche Dünenlandschaft. Mit dem Wetter ist es doch nicht so, wie ich erhoffte. Was soll der Geiz! Es regnete nicht und es war trocken. Man kann nicht alles haben. Später kam die Sonne durch, hätte das nicht schon beim Start so sein können? Nun ja, man kann nicht alles haben!



Wie haben Vorgestern und gestern immer wieder mit der Zeitnahme gearbeitet und sind nun fit? Wird schon schiefgehen. Ansonsten steht uns Sebastian telefonisch zur Verfügung. Sicherheitshalber lasse ich noch meine alte SEIKO Zeitnahmeuhr mitlaufen. Die war vor Jahren noch der Renner eines jeden Veranstalters. Heute haben wir modernere Möglichkeiten der Zeitnahme.



In Oster Vra steht uns eine riesige Halle zur Verfügung. Die Räumlichkeiten sind insgesamt vom Feinsten. So hat man es gern. Hoffe später nur auf eine erträglichere Abrechnung als gestern. Da gehen die Augen sonst wie eine Registrierkasse!



Ingo zur 2. Etappe

Oster Vra nach Stovring / 20.08.2012
63.5 km / 119.5 km gesamt
39.5 mi / 74.3 mi gesamt
49 Teilnehmer am Start / 48 Teilnehmer gewertet

Tageswertung

1. 02 Stéphane Pelissier France 5:19:20
2. 01 Robert Wimmer Germany 5:49:06
3. 17 Christian Fatton Switzerland 6:01:41
 

Gesamtwertung

1. 02 Stéphane Pelissier France 10:00:38
2. 01 Robert Wimmer Germany 10:52:25
3. 17 Christian Fatton Switzerland 11:18:53

02. Etappe: Oster Vra nach Stovring am Montag, 20.08.02


Wir haben noch ein Probleme mit der Technik, welches wir aber die nächsten ein bis zwei Tage behoben haben. Wir haben ein wunderbares Zeitnahmeprogramm. Aber wir, als Anwender, haben wohl leicht krumme Finger. Ich denke aber, dass wir das noch hinbekommen werden!

Am Morgen war es noch etwas frisch und eine Stunde später kamen etwa 3 ½ Tropfen vom Himmel. Nun schein die Sonne und das Läuferherz kann lachen.

Wie gesagt, die Technik ist gut, aber die Anwender haben ihre Probleme. Heute beschäftigt sich Thierry Poupard aus Frankreich und Louise Scholl mit dem Programm. Der Japaner Mazakazu Kado wird sich um Fotos kümmern. Wir können die nächsten Tage sogar auf kleine Videos hoffen. Wir werden uns heute noch einmal von Sebastian einweisen lassen. Das wäre doch gelacht, wenn wir das hin hinbekommen!

Jetzt, um 11:30 Uhr haben wir mittlerweile 2.525.200 Besucher auf der Webseite des TE-FR. Peter Bartel erschien gestern nicht auf der Ergebnisliste. Das wird aber nachgeholt. 49 Läufer, Peter Bartel mit seinem Roller und Sigrid Eichner als Etappenläuferin sind heute auf der Strecke.

Stèphane Pelissier ist mit einer Zeit von 5:19,20 Std. im Ziel. Die Durchschnittsgeschwindigkeit bei 63,5 km beträgt knapp über 5 Minuten pro km.

Als nächstes kommt Robert Wimmer, dann Pause und dann geht es Schlag auf Schlag.

Ich bekomme aber auch einen Schlag, als Ilse Hofbauer mir sagt, dass ihr Richard am letzten VP ausgestiegen ist. Das kann doch nur durch einen Unfall passiert sein. Nein, er hatte so starke Krämpfe, dass es nicht mehr weiterging. Nun kann man sagen: Vom letzten VP bis zum Ziel waren es nur noch sieben km! Richard hätte noch viel Zeit gehabt und hätte langsam gehen können. Wir stecken da aber nicht drin und die Entscheidung liegt bei Richard. Richard musste beim "TransAm 1976" aussteigen, weil ihm der Betreuer fehlte. Es musste buchstäblich vor HUNGER aussteigen. Nun wäre ein Finish beim TE-FR 2012 die Krönung seiner Laufbahn gewesen. Er ist 77 Jahre alt und man hätte es ihm von ganzem Herzen gegönnt. "I feel very sorry for him!" Die Japaner und ihre Fotoapparate! Was würden sie ohne diese machen? Mir gefallen die Japaner. Sie sind freundlich und bedanken sich immer wieder. Heute haben Yorimasa Watanabe seinen 71 Geburtstag und sein Landsmann Satoshi Sonomas seinen 59 Geburtstag. Es wurde ihnen ein kleines Ständchen gebracht und jeder bekam ein TE-FR 2012 Handtuch. Meine Inge hat sie extra für Geburtstagkinder angefertigt. Sie freuten sich darüber sehr und am Abend wird ein Bierchen von ihnen spendiert. PROST, SALUTE, SKOL!!!

Ingo zur 3. Etappe

Stovring nach Bjerringbro / 21.08.2012
65.7 km / 185.2 km gesamt
40.8 mi / 115.1 mi gesamt
48 Teilnehmer am Start / 46 Teilnehmer gewertet

Tageswertung

1. 01 Robert Wimmer Germany 5:39:30
2. 02 Stéphane Pelissier France 5:39:30
3. 27 Trond Sjavik Norway 6:10:30
 

Gesamtwertung

1. 02 Stéphane Pelissier France 15:40:08
2. 01 Robert Wimmer Germany 16:31:55
3. 17 Christian Fatton Switzerland 17:48:16

03. Etappe: Stovring nach Bjerringbro am Dienstag, 21.08.02


Gestern musste Yasuo Kanai aus Japan aus dem Rennen gestrichen werden. Er kam wohl noch ins Ziel, aber er hatte die Zeit bereits um 50 Minuten überschritten. Saturo Iwata kam wohl auch später an, nämlich über 10 Minuten, aber das ist noch im Rahmen. Es soll jeder seine Chance haben, wenn er mal schlecht drauf ist. Ab 30 Minuten wird es aber kritisch.

Der Schulleiter Jens begrüßte die TE-FR 2012 Teilnehmer und zollte den Teilnehmern großen Respekt. Kurz darauf beehrte uns noch die Bürgermeisterin Anny Winter. Sie läuft auch und ist bereits dreimal Marathon gelaufen, unter anderem auch den New York Marathon. Durch Europa zu laufen, käme ihr aber nicht in den Sinn. Sie wollte wissen, woher die Leute die Zeit nehmen? Nun, man könnte auch fragen, woher die Leute die Zeit nehmen eine Weltreise zu machen? Die dauert auch keine drei oder vier Wochen!

Louise Scholl hat mich heute vor dem Herzinfarkt gerettet. Es ist schon nervig, wenn man mit der Technik nicht klarkommt. Man meint es gut, dass alles schön läuft und dann klappt es nicht! Nun haben wir die Berichte vom ersten und zweiten Tag und einige Bilder im Netz. Leider ist sie nur noch bis Mittwoch bei uns. Bis dahin will sie Thierry fitmachen. Sie kommt aber nach 14 Tagen wieder und bleibt bis Gibraltar. Nun muss nur das das Problem mit unserem Rollerfahrer, Peter Bartel gelöst werden. Er stand heute wieder nicht korrekt auf der Ergebnislisten Ich denke mal, dass wir es morgen hinbekommen – wäre ja gelacht!

In Bjerringbro werden wir von Rolf Bücking empfangen. Die riesige Halle steht uns nicht zur Verfügung. Egal, wie haben zwei Räume, die mit Teppichboden ausgelegt sind. Auch sonst steht alles zum Besten. In Dänemark wurden wir diesbezüglich sehr verwöhnt, denn auch in den letzten zwei Etappen werden wir diesen Luxus genießen können. Nun ja, nun wo alle hier sind, schaut der Platz doch ein wenig eng aus. Einige werden deshalb auf den Flurbereich ausweichen. Dieser ist ebenfalls mit Teppich ausgelegt.

Ich mache mir jetzt schon Gedanken, wie ich es den Leuten beibringe, dass wir in Eggebeck, der ersten Etappe in Deutschland, statt einer Halle, nur in einem großen Zelt schlafen werden. Sicherlich reicht das Zelt nicht aus, sodass einige ihr eigenes Zelt aufschlagen müssen! Brr, wer sagt es ihnen? Muss mich wohl dran glauben!

Die ersten km sind heute nicht so schön zu laufen. Es geht auf der Straße 541 entlang. Zum Glück ist der Verkehr aber noch erträglich und die Dänen sind keine Kamikazefahrer. Jetzt muss ich kurz unterbrechen, denn ich muss eine Mail für eine dänische Zeitung schnell noch schreiben.

So, da bin ich wieder! Veronika Möller hat heute den 3. Verpflegungsposten und meldet, dass der Japaner Yasuo Kanai nicht mehr laufen kann. Er kam gestern bereits mit 50 Minuten Verspätung ins Ziel und war eigentlich schon raus. Nun muss ich es ihm aber nicht mehr beibringen. Nun sind also Richard Hofbauer und Yasuo Kanai aus dem Rennen. Was ist mit Kanai in diesem Jahr los? 2009 hatte er durchgestanden!

Robert und Stèphane laufen um 12:40 Uhr gemeinsam ins Ziel und werden von einer Zeitung interviewt. Ich wurde vorher interviewt und bin froh, dass es kein Fernsehsender war. Das ganze spielt sich nämlich in Englisch ab. Ich schwitzte dabei wieder Blut und Wasser.

Ingo zur 4. Etappe

Bjerringbro nach Uldum / 22.08.2012
70.9 km / 256.1 km gesamt
44.1 mi / 159.1 mi gesamt
46 Teilnehmer am Start / 46 Teilnehmer gewertet

Tageswertung

1. 02 Stéphane Pelissier France 6:23:22
2. 01 Robert Wimmer Germany 6:33:34
3. 27 Trond Sjavik Norway 6:35:40
 

Gesamtwertung

1. 02 Stéphane Pelissier France 22:03:30
2. 01 Robert Wimmer Germany 23:05:29
3. 27 Trond Sjavik Norway 24:33:21

04. Etappe: Bjerringbro nach Uldum am Mittwoch, 22.08.02


Das Frühstück wird von den Betreuern heute selbst gemacht.

Pünktlich um 6:00 Uhr startet die erste Gruppe mit 38 Läufern. Die zweite Gruppe startet mit 8 Läufern um 7:00 Uhr. Der Regen hat leicht nachgelassen und die Sonne lugt schon mal hinter den Wolken hervor. Kaum freut man sich darüber, da knallt es schon wieder herunter.



Die ausgestiegenen Läufer Yasuo Kanai und Yorimasa Watanabe werden heute und auch in nächster Zeit die Etappen laufen, im Auto mitfahren, laufen, im Auto mitfahren usw. Sie haben ein eigenes Auto speziell für ausgefallene Japaner und da ist es gleich. Sie wollen einfach nur dabei sein. Zur Teilnehmerliste: Gemeldet waren 53 Läufer und Peter Bartel mit seinem Tretroller. Einige mussten kurzfristig aus gesundheitlichen oder anderen Gründen ihre Teilnahme absagen. Nämlich: Carl Sommer, GB Rüdiger Dittmann, GER Pascal Peron, FRA und Julia Fatton GER.

Ausgestiegen sind bisher: Richard Hofbauer, Yasuo Kanai und Yorimasa Watanabe.



Bis zum 2. VP laufen die Läufer noch auf einer Landstraße der reger Verkehr herrscht. Wenn ich da aber an Italien 2009 denke, dann ist das gar nichts. Später verläuft die Strecke auf ruhigen Nebenstraßen und Ingo meckert nicht einmal, wenn rechts gelaufen wird. Als Peter Bartel am 4. VP vorbei fährt gießt es aus allen Eimern. Es geht gerade so schön bergab und da kann man es laufen lassen. Dann aber die Ernüchterung – Pfeil übersehen! Mist!!!



Die Halle ist in Uldum schnell gefunden, denn es ist nur ein kleiner Ort mit etwa 7.800 Einwohnern. Die Halle ist schön groß – hm, aber nicht für uns! Zwischen 16 und 21:00 Uhr wird dort noch Sport getrieben. Wir sind in einer Nebenhalle untergebracht, die recht beengt ist. Nun denn, die Unterkunft die wir heute Morgen verließen war ja auch nicht üppig. Es heißt heute wieder: „Mit dem Ar... – vornehmer ausgedrückt – mit dem Popo zusammenrücken! Ich wurde beim TE-FR 2009 dafür gerügt, weil ich Ar… ausgeschrieben habe. Einmal darf ich aber? Dann: ARSCH!



Man möge mir nachsehen, wenn ich mal immer wieder einige Tippfehler habe. Ich schreibe aber immer mit der Zeit im Nacken und immer wieder zwischendurch. Ich muss daher immer wieder das bereits geschriebene nachlesen, um nicht doppelt zu schreiben. Wer ist aber schon perfekt? Bei der PISA Studie wäre ich dennoch einigermaßen weggekommen – oder?



Zum Abendessen müssen wir nachher 800 Meter marschieren. Es ist das Gasthaus KÖG. Das Frühstück wird morgen wieder selbst gemacht. Helmut und Inge haben schon eingekauft. Ich werde beim Abendessen die Gelegenheit beim Schopfe packen und die Mannschaft auf eine Nacht im Zelt vorbereiten. Eben telefonierte ich noch mit Eggebeck. Es wird ein großes Zelt sein, was aber nicht für alle reichen wird. Also, einige müssen das eigene Zelt aufschlagen!



In Deutschland werden immer wieder Etappenläufer zu uns stoßen, um TE-FR Luft zu schnuppern. Es ist nur zu hoffen, dass diese auch meine Nachrichten lesen. Sie müssen sich dann entscheiden: „Schlafe ich im Zelt oder doch lieber in meinem heimatlichen Himmelbett? Tja – und nu???



Es bot sich jemand an, die Wäsche der Läufer am Sonntag zu waschen. Ich hoffe, dass diese Person diesen Bericht liest, denn ich habe den Kontakt irgendwie verlegt. Daher die Frage: „Wo und wer macht es. Wie bereite ich die Läufer vor. Was sollen sie tun?“



Ach zum Schluss noch. Ich habe unseren Webmaster darum gebeten, dass er Peter Bartel mit seinem Roller unter „n. a.“ führt. Ich denke mal, dass wir Peter dann in den nächsten Tagen auf der Ergebnisliste lesen können! Es fängt schon wieder an zur regnen!



Ingo zur 5. Etappe

Uldum nach Haderslev / 23.08.2012
72.2 km / 328.3 km gesamt
44.9 mi / 204 mi gesamt
46 Teilnehmer am Start / 46 Teilnehmer gewertet

Tageswertung

1. 02 Stéphane Pelissier France 6:47:26
2. 27 Trond Sjavik Norway 6:52:37
3. 01 Robert Wimmer Germany 6:56:13
 

Gesamtwertung

1. 02 Stéphane Pelissier France 28:50:56
2. 01 Robert Wimmer Germany 30:01:42
3. 27 Trond Sjavik Norway 31:25:58

05. Etappe: 72,2 km


Christine Schröder reiste gestern noch an. Ich hoffe, dass sie nicht allzu sehr über die Platzverhältnisse erschrocken war.

05. Etappe: 72,2 km – Gesamt: 328,3 km



Christine Schröder reiste gestern noch an. Ich hoffe, dass sie nicht allzu sehr über die Platzverhältnisse erschrocken war.



Christine hat natürlich eine dumme Phase erwischt. Gestern und Vorgestern lagen wir wie die Ölsardinen in der Dose und heute haben wir riesigen Platz. Morgen dann eine Übernachtung für die Härtesten. Die Läufer verbringen die Nacht im Zelt! Es wurde gestern am Spätnachmittag noch sehr stürmisch, dass einem das Toupet wegflog. Ich trage mein Haupt offen und zeige, dass ich MIT OHNE HAARE bin. Ein schönes Gesicht ….. Nun ja, der Spruch ist alt. ALT heißt übrigens auf Dänisch GAMMEL. Nun fragte ich, ob Altersheim nun „Gammelhus“ heißt? Nee- heißt anders! Ich weiß noch nicht einmal, ob HAUS wirklich HUS heißt? Im Schwedischen liege ich aber richtig? Nun ja, ich muss nicht alles wissen!



Der TE-FR 2012 verlief bisher ziemlich unspektakulär. Fünf bis sieben Reporter und drei Bürgermeister und das war’s. Kommt vielleicht noch? Wichtig für uns ist, dass wir überall freundlich und nett aufgenommen werden. Das war bisher der Fall. Ich möchte noch kurz etwas über die Dänen aus meiner Sicht erwähnen: Die Straßen sind pikobello sauber – schöne und gepflegte Vorgärten – Disziplinierte Autofahrer – mit dem Sparen der Ressourcen scheint man es sehr ernst zu nehmen. In den Hallen und sonstigen Gebäuden findet man kaum Lichtschalter. Du kommst in einen Raum hinein, zwinkerst kurz mit den Augen und das Licht geht an. Du verlässt den Raum, schaust dich um und hinter dir ist es wieder dunkeln, wie in einem Elefantenmors! Für die Süddeutschen: Mors sagen die Hamburger zum Ar …! Genug geschweinigelt!!! Was für uns allerdings ungewohnt ist, das sind die Preise. Es fängt beim Benzin an und geht weiter über Hallenkosten, Verpflegung usw.



Mit dem Wetter haben wir heute mehr Glück. Es ist wohl etwas windig und es kommen gelegentlich drei Tropfen in sechs Reihen herunter, aber ansonsten kann man sagen: „Trocken bis heiter“! Bis auf die paar Tropfen natürlich. Heute wird durch mehrere große Orte gelaufen. Man kommt aber gut durch, denn die Strecke verläuft ziemlich gerade durch die Orte. Eine halbe bis dreiviertel Stunde nach dem zweiten Start der ersten Gruppe, setze ich mich in der Regel in Bewegung und rolle das Teilnehmerfeld von hinten auf. Ist das Wetter schön, so hängt lässig mein linker Arm aus dem linken Fenster heraus und Ingo lächelt. Ist es regnerisch, nun ja, ich will mir ja keinen Schnupfen einholen!



Stèphane Pelissier und Robert Wimmer liefern schon jetzt ein spannendes Kopf an Kopf Rennen. Stèphane liegt 1 Stunde und 2 Minuten vor Robert. Nach der 4. Etappe ist das aber gar nichts. Wetten oder Prognosen kann man erst jenseits der zweiten Hälfte des Rennens abliefern. Und auch dann kann noch viel passieren. Ich würde daher die Stunde gar nicht beachten und sagen, dass sie ziemlichen Gleichstand haben. Trond Sjavik und Christian sind den Beiden auf den Fersen. Eine Überraschung ist für mich Markus Bernhard, der ganz vorn mitmischt. Jean-Claude Le Gargasson, Jos van den Hende und Henry Wehder sind noch in Lauerstellung? Über Henry wundere ich mich eigentlich, denn er war ja bereits vor dem Start in Skagen, 26 Tage unterwegs. Er wird sein Ziel, Nordkap bis nach Gibraltar in 90 Tagen erreichen. Darin besteht keinerlei Zweifel!



Besuch bekommen wir heute vom Leiter des hiesigen Sportvereins und von einer Redakteurin der „Schleswiger Zeitung“. Gestern Abend beim Abendessen, es war übrigens sehr gut, erläuterte ich die morgige Situation. Also: Schlafen im Zelt! Nun ist nur zu hoffen, das dass Wetter mitspielt. Es wurde noch mit Humor aufgefasst und man bekam den Eindruck, dass es ihnen egal ist. Mal sehen, ich melde mich morgen an gleicher Stelle. Die hinnehmende hat mich ein wenig platt gemacht. Ich rechnete mit murren. Hätte aber auch nichts genutzt, denn es war lange vorher bekannt.



Ach ja –platt. Heute hatten einige schon einen recht platten Tag. Der Japaner Masakazu hatte mit dem Pkw einen Reifenplatten und durfte erst einmal einen Reifenwechsel machen. Die Radfahrerin Claudiane Valotaire hatte einen Platten mit ihrem Rad.







Ingo zur 6. Etappe

Haderslev nach Eggebek / 24.08.2012
78.5 km / 406.8 km gesamt
48.8 mi / 252.8 mi gesamt
46 Teilnehmer am Start / 45 Teilnehmer gewertet

Tageswertung

1. 02 Stéphane Pelissier France 7:20:42
2. 01 Robert Wimmer Germany 7:46:46
3. 18 Henry Wehder Germany 7:52:32
 

Gesamtwertung

1. 02 Stéphane Pelissier France 36:11:38
2. 01 Robert Wimmer Germany 37:48:28
3. 27 Trond Sjavik Norway 39:23:08

06. Etappe: 78,5 km Gesamt 406,8 km.


Es war schön in Dänemark. Nun kommen wir nach Deutschland

Die Halle des INDRAETSCENTERS in Haderslev haben wir schweren Herzens verlassen. Warum so Theatralisch? Zur Anlage: Sie hatte zwei große Sporthallen, Sauna, Schwimmbad, Fitnesscenter, Kiosk, mit Öffnungszeit bis 21:00 Uhr und freien Zugang ins Internet. Das ist schon eine tolle Unterkunft. Der einzige Nachteil ist, dass man beinahe so viele Kilometer zusammenlaufen musste, wie die heutige Tagesetappe. Ich bin daher froh, dass ich mein Fahrrad dabei habe.



Gestern Abend gab es ein leckeres Buffet. Allerdings, nun ja, Heike Pawzik mag keinen Reis und schaute mich aus hohlen Augen an: „He Ingo, wat nu, wat soll ick futtern?“ Ich bin ja mit allen Wassern gewaschen und eile zum Kiosk. Die haben doch Nudeln und da kaufe ich eine Portion. Mein Vordermann bestellt natürlich die letzte Portion. Konnte der nicht hinter mir stehen? Dann zurück zu Heike. Die fand aber, zur eigenen Rettung einen Berg Brot. Ich weiß, dass Heike keinen Reis isst und ich weiß dass der Läufer XY keine Erbsen mag. So könnte ich weitermachen. Mir aber Speisenpläne für 64 Tage im Voraus geben lassen? Ich weiß doch selbst nicht immer was es gibt und lasse mich auch gern überraschen! Im Ernst: ich bin schon froh, wenn die Quantität stimmt. Was nützt es, wenn die Qualität stimmt und es reicht noch nicht einmal zum rülpsen? Entschuldigung!



Die Nacht verbrachte ich etwas unruhig. Ich habe Schmerzen im linken Bein. Keine Ahnung warum. Vielleicht, weil es mir in den Beinen juckt, wenn die Leute morgens loslaufen? Egal – ich bin Indianer und der kennt keinen Schmerz. Nachdem ich meine Falten aus dem Gesicht massiert habe, begebe ich mich in die Halle. Oh Schreck – alles Dunkel. Die ersten Läufer kommen mir schon aufgeregt entgegen. Mein Spruch: „Dann schlagt euch auf die Augen, dass die Funken sprühen“. kommt nicht gut an. Mein Ansprechpartner, Jacob Hansen, schaltet um 4:20 Uhr das Licht an und die Welt scheint wieder in Ordnung. Oder fühlt sich jetzt jemand geblendet? Einen Dimmer der sachte Helligkeit in die Halle bringt, gibt es nicht – war ein Scheeerz!!!



Gestern ist niemand ausgestiegen. 30 Männer und 8 Frauen stehen um 6:00 Uhr vor dem Startbanner. Als Etappenläufer dabei: Sigrid Eichner, Christine Schröder, Dirk Hansen und die Betreuerin Kyoto Namikoshi. Yasuo Kanai und Yorimasa Watanabe laufen und fahren auch heute und bei weiteren Etappen. Die 7:00 Gruppe lasse ich seit Tagen zu Acht loslaufen.



Zu den Etappenläufern: Sie bekommen im Ziel ihre Zeit angesagt, aber erscheinen in keiner Ergebnisliste. Würde es anders laufen, so hätte ich eventuell einen weiteren Wettkampf zwischen Etappenläufern und aktiven TE-FR 2012 Läufern. Hinzu kommt auch, dass Etappenläufer oftmals nach einigen Kilometern aussteigen oder sogar irgendwo hinzustoßen. Dann habe ich im Ziel ein Problem! Meine Probleme mit der Zeitnahme sind ohnehin immer noch groß genug. Es sieht aber immer besser aus, sodass ich mich in Kürze aus der Zeitnahme ganz zurückziehen kann. Ich hatte damit noch nie etwas zu tun und bin daher zeitweise auch etwas überfordert. NEIN, es ist KEIN Gejammere – es ist ganz einfach Fakt!



Nach 55,2 km sind wir an der Deutschen Grenze. „Ade Dänemark - Hallo Deutschland!“ Am meisten wird sich Helmut Schieke freuen. Helmut verkauft Bier, mit und ohne Alkohol an die erschöpften Läufer und an die lieben netten Betreuer. Da ich die meiste Zeit nur mit dem Handy herumlaufe, bekomme ich mein Bierchen gratis. Wer nichts schafft, soll wenigstens gut versorgt sein – gell? Nun kann wieder Bier eingekauft werden und der Preis pro Flasche wird wieder etwas gedrückt – Prost! LUSTIG: Helmut kam heute mit über 10 Plastiksäcken in den Supermarkt, um die Pfandflaschen abzugeben. Das Personal war 35 Minuten nur für Helmut da!



Die Autofahrer fahren zum Teil mit den letzten Tropfen Benzin nach Deutschland. Diesel kostet in Dänemark im Schnitt 12 DKK – 1,75 EUR, Benzin-92 Super kostet 13 DKK – 1,86 EUR. Ich habe hier den Umrechnungsfaktor 7 genommen. Man berechnet mir mal den Umrechnungsfaktor 7 und dann wieder 6,5. Bei 6,5 wäre der Preis natürlich etwas günstiger. Kurz hinter der Grenze kostet der Diesel 1,56 EUR und Benzi-92 Super 1,75 EUR.



In Eggebeck angekommen begutachte ich die Unterkunft. Es steht ein Zelt bereit, wo aber maximal, mit gutem Willen, etwa 25 Leute hineinpassen. Zelten ist klar, ist abgesprochen! Nun kommt aber noch der Platzwart und eröffnet uns, dass noch ein Fußballspiel stattfindet. Hier können wir nicht hinein und dort auch nicht. Mit leichter Panik schwinge ich mich auf mein Fahrrad und fahre zum Rathaus. Der Bürgermeister, Herr Breidenbach war nicht da, aber seine Sekretärin erreicht ihn telefonisch. Er war sehr hilfsbereit und verweist mich an einen Mitarbeiter.



Der Mitarbeiter kümmert sich sehr gut um mich und versteht mein Problem. Ich bekomme schließlich eine Unterkunft in der Schule. Nicht gerade eine Halle, sondern einen breiten Gang. Hier haben wir reichlich Platz, Toiletten und Duschen. Der Hallenwart, Herr Rauhut, ist sehr kooperativ und hilfsbereit. Wie dem auch sei, wir haben eine Unterkunft und niemand muss im Zelt schlafen. Die Leute wird es freuen, wenn sie im Ziel sind. Ich bedanke mich dennoch bei Herrn Riemann, der uns das Vereinsheim zur Verfügung stellen wollte. Es ist ein wenig enttäuscht, denn er hatte viel Aufwand betrieben. Herr Riemann, es tut mir leid, aber ich musste an die Läufer denken.

Ingo zur 7. Etappe

Eggebek nach Hohenwestedt / 25.08.2012
74 km / 480.8 km gesamt
46 mi / 298.8 mi gesamt
45 Teilnehmer am Start / 43 Teilnehmer gewertet

Tageswertung

1. 02 Stéphane Pelissier France 7:11:39
2. 27 Trond Sjavik Norway 7:11:39
3. 01 Robert Wimmer Germany 7:19:19
 

Gesamtwertung

1. 02 Stéphane Pelissier France 43:23:17
2. 01 Robert Wimmer Germany 45:07:47
3. 27 Trond Sjavik Norway 46:34:47

07. Etappe: 74,0 km – Gesamt 480,8 km


Seeluft auf dem Nord-Ostseekanal

Es blieb die letzte Nacht einigermaßen trocken, das man hätte auch im Zelt schlafen können –musste aber nicht sein! Dennoch maulte jemand: "Man hätte doch …"! Nun denn: "Im Zelt hättest du das Problem nicht gehabt!" Man fragt nach der Wetterprognose. Ein Blick in den Himmel verrät mir: "Vor und nach dem Regen ist es trocken. Abend ist mit Dunkelheit zu rechnen!" Aber im Ernst, es bleibt wechselhaft. Gegen 08:00 Uhr fängt es dann doch noch an zu pieseln. Ich hinterlasse deshalb am 2. VP einige Regenumhänge. 200 Stück habe ich noch. Mit anderen Worten: Allzu oft darf es nicht regnen!

Einige Läufer haben ihre Schuhe vorsorglich schon vor dem Start zum TE-FR 2012 vorn aufgeschnitten. Für einen ULTRA gibt es KEINEN Schuh der wirklich passt. So einen Schuh hat auch Heike Pawzik. Sie verbindet sich auch immer den Zeh. Ein Teil eines Zehs ist ihr beim Arktis- Lauf mal abgefroren. Balletttänzerin kann sie daher nicht mehr werden. Will sie wohl auch nicht?

Iwata Satouro hat heute seinen 55. Geburtstag und er bekommt ein Ständchen und ein TE-FR 2012 Handtuch. 2 Minuten nach 5 kommen die Brötchen und die Leute drängeln schon. Nun denn, ab 5 Uhr sagte Ingo bei der Einweisung in Skagen! Die Nacht verbrachten die Läufer ganz gut. Blöd nur, dass in einem Nebenraum das Licht anging, sobald jemand mit den Augen zwinkerte. Der Bewegungsmelder konnte nicht deaktiviert werden. Leute die davon wussten, schliefen mit einer Augenbinde. Die würde ich manchmal auch gern tragen, denn ich muss nicht alles sehen.

Die Startnummer 44, Tamura Chizuko, ist gestern am zweiten VP ausgestiegen. Sie hatte Dünnpfiff und es ging bei ihr nichts mehr. Es sind daher noch 45 Läufer im Rennen. Bei 49 gestarteten Läufern sind noch 91,8 Läufer im Rennen. Die Frage stellt sich für mich: Werden mehr als 60% das Endziel erreichen? Gar weniger?

37 Starter setzen sich um 6:00 Uhr in Bewegung. Hinzu kommen die Etappenläufer Sigrid, Christine, Dirk und Bernd. Die 2. Gruppe besteht wieder aus 8 Personen. Die Stärke 8, werde ich wohl auch demnächst beibehalten. Um 8:30 Uhr bin ich am Fähranleger des Nord-Ostsee-Kanals. Es ist 15 Grad HEISS! Die Überfahrt dauert mit Ab- und Anlegemanöver knappe 2 Minuten. Der ankommende Läufer muss etwa 5 bis 7 Minuten mit warten und Überfahrt hinnehmen. Zwischenzeit? Ich lache mich kaputt!

JEDER VP hat das Isotonische Getränk MECOMEO parat. Es schmeckt recht gut und soll die Kraft der Läufer aufrechterhalten. Unser "Alt Bundeskanzler" Helmut Kohl ist soeben eingetroffen und wird die morgige Etappe nach Ahrensburg mitlaufen. Er schreibt über seine Etappe später einen Bericht im "100. Club" Kein guter Tag! Shoji Konoeda ausgestiegen. Also noch 89,8% im Rennen! Christian Fatton hatte heute enorme Probleme, denn 10.10 Std. ist nicht seine Zeit. Eben bringt man Barb Owen in die Halle. Ihr linkes Bein ist stark angeschwollen und sie hat schmerzen. Sie kann morgen nicht starten und wird drei Tage pausieren, um dann als Etappenläuferin weiterzumachen. Nun sind noch 87,8% im Rennen. Wenn das so weitergeht? Marianne Albert macht ihr einen Quarkverband und wir schauen, wie Barb noch helfen können. Gegebenenfalls müssen wir einen Arzt holen?

Jetzt geht es in die Heia! Wobei, es ist heute nicht so leicht mit dem Einschlafen. Hier findet heute ein Musikfest statt. Und? Richtig, genau neben uns. Jetzt um 22:00 Uhr: Böllerschüsse, Feuerwerk, Jubel, Gekreische …. Guats Nächtle!

Ingo zur 8. Etappe

Hohenwestedt nach Ahrensburg / 26.08.2012
70.3 km / 551.1 km gesamt
43.7 mi / 342.4 mi gesamt
43 Teilnehmer am Start / 42 Teilnehmer gewertet

Tageswertung

1. 02 Stéphane Pelissier France 6:27:05
2. 01 Robert Wimmer Germany 6:49:47
3. 27 Trond Sjavik Norway 6:53:56
 

Gesamtwertung

1. 02 Stéphane Pelissier France 49:50:22
2. 01 Robert Wimmer Germany 51:57:34
3. 27 Trond Sjavik Norway 53:28:43

08. Etappe: Hohenwestedt - Ahrensburg, 26.08.02


Tag: 70,3 km – Gesamt: 551,1 km

Mann, das war eine Nacht. Die feierten um 03:45 Uhr immer noch. Das ist meine Zeit zum Aufstehen. Da sind die noch nicht einmal in der Koje!



Frühzeitig wanderten die Läufer in Richtung Frühstück. Nämlich dort, wo wir gestern zu Abend gegessen hatten. Es war trocken und noch recht kühl. Was heißt das aber in diesen Tagen? Ihr hattet Hitze, als wir uns in Dänemark den Mors abfroren? Für nicht Norddeutsche: Der MORS ist das verlängerte Rückgrat. Ich wollte etwas zeitiger in Ahrensburg sein. Denn: meine Inge bleibt in dieser Region bei ihrer Schwester und Familie und wird erst wieder in Horb-Nordstetten zu uns stoßen. Bis dahin muss ich mich um einige Dinge selbst kümmern, was sie bislang tat. Die Situation hat sich für mich aber entspannt, sodass ich dass gewuppt bekomme. Muss ich „gewuppt“ auch übersetzen. Gewuppt heißt: na ja, eben gewuppt, geschafft, auf die Reihe bekommen …! Ich werde jetzt weniger „Fremdwörter“ benutzen, die euch ins Rottieren bringen. Nicht dass jemandem noch das Auge platzt oder so!



Für Leute die sich nicht so vornehm ausdrücken ist es der A …, alle Vögel sind schon da! Die Schluckspechte säumten die Strecke zum Restaurant. Sie waren friedlich, auch wenn die eine oder andere Flasche im Übermut zerdeppert wurde!



Gestartet sind heute 43 TE-FR 2012 Läufer. Als Etappenläufer waren dabei: Helmut Kohl, Bernd Kalinowski, Yarimasa Watanabe, Yasuo Kanai, Christine und Kent Röhlk. Kennt allerdings in der 7:00 Uhr Gruppe.



Ich wollte etwas Etappenziel in Ahrensburg sein. Denn: meine Inge bleibt in dieser Region bei ihrer Schwester und Familie und wird erst wieder in Horb-Nordstetten zu uns stoßen. Bis dahin muss ich mich um einige Dinge selbst kümmern, was sie bislang tat. Die Situation hat sich für mich aber entspannt, sodass ich dass gewuppt bekomme. Muss ich „gewuppt“ auch übersetzen. Gewuppt heißt: na ja, eben gewuppt, geschafft, auf die Reihe bekommen …! Ich werde jetzt weniger „Fremdwörter“ benutzen, die euch ins Rottieren bringen. Nicht dass jemandem noch das Auge platzt oder so!



Die ersten Fahrzeuge und auch ich, treffen gegen 9:00 Uhr ein. Wir möchten gern in die Halle. Geht nicht – niemand da. Ich lese meinen Hallennutzungsvertrag. Ach ja, steht mir erst ab 10:00 Uhr zu. 10:15 Uhr denke ich, sollte ich mal telefonisch nachfragen. Das war nicht ganz einfach. Man sagte mir, dass ich vorher den Schlüssel hätte holen müssen. Nach Erläuterung meiner Situation war es klar. In meinem Falle ging es nicht. Wir haben eine schöne große Halle, Platz im Überfluss!



Anruf vom AMALIE SIEVEKING Krankenhaus in Volksdorf: Die Kanadierin Barb Owen hat eine Infektion unter der Haut. Ihr rechtes Bein war gestern stark angeschwollen und sie hatte große Schmerzen. Sie musste das Rennen kurz vor dem Etappenziel aufgeben und wurde stützend in die Halle gebracht. Sie wird einige Tage im Krankenhaus bleiben müssen. Die Betreuerinnen Marianne und Brigitte bringen ihr Gepäck ins Krankenhaus. Ich wünsche Barb, im Namen des TE-FR 2012, alles Gute und baldige Besserung. Sie reiste aus Kanada an und wollte ihren Traum, Europa zu Fuß zu durchlaufen, in die Tat umsetzen. „Barb, vielleicht findet sich ein anderer Veranstalter an meiner Stelle, der dir eine zweite Chance geben kann“.



Eben kommt der Belgier Jos von der Hende zu mir. Er ist unterwegs ausgestiegen und wird uns die nächsten Tage verlassen. Ich hoffe mal, dass die „Welle der Aussteiger abebbt!“Nun sind noch 42 Teilnehmer im Rennen. Das bedeutet, dass noch 85,7% im Rennen sind. Es wird Zeit, dass ich diese Möhre zuklappe, denn gleich gibt es was zu futtern. Ich wollte beim TE-FR 2012 zwar nicht Fett werden, sondern nur überleben, aber dennoch: muss ich auf meine Figur achten. Ich habe immerhin einen BMI von 23,98!

Ingo zur 9. Etappe

Ahrensburg nach Bienenbüttel / 27.08.2012
79 km / 630.1 km gesamt
49.1 mi / 391.5 mi gesamt
42 Teilnehmer am Start / 39 Teilnehmer gewertet

Tageswertung

1. 18 Henry Wehder Germany 7:14:20
2. 02 Stéphane Pelissier France 7:16:34
3. 27 Trond Sjavik Norway 7:36:58
 

Gesamtwertung

1. 02 Stéphane Pelissier France 57:06:56
2. 01 Robert Wimmer Germany 59:44:41
3. 27 Trond Sjavik Norway 61:05:41

09. Etappe: Ahrensburg nach Bienenbüttel


Tag: 79,0 km – Gesamt: 630,1 km

Der Österreicher hat seit dem Start in Skagen eine Fahne! Na, so etwas?



Ambros Mühlbacher ist der erste und erst einmal der Letzte Läufer aus Österreich, der bei einem TE-FR mitgelaufen ist. Er steht also unter Druck. Sein Ruf ist in Gefahr! Der erste Österreicher und kommt nicht ins Ziel? Beim TE-FR 2003, 2009 und jetzt 2012 sind schon viele Nationen mitgelaufen, aber noch nie ein Österreicher. Unter uns: Der Ambros hat eine Fahne und das schon seit dem Start in Skagen. Empörend! Nein, nein, komm mal wieder runter. Nicht das was du denkst. Er hat eine richtige Fahne, nämlich die österreichische Fahne die er am Rucksack befestigt hat. Diese trägt er bis nach Gibraltar und dort wird er ankommen. Sonst wird er von mir geschoben! Meine Überschrift ist nichts für schlechte nerven! Macht nichts – der TE-FR ist etwas Besonderes und ausgefallenes und da kann auch die Überschrift mal ausgefallen sein – gelle?



Das Abendessen wurde gestern Abend vom Party-Service STREHL gebracht. Man konnte bis zum Stillstand der Augen futtern. Überhaupt, bis jetzt kann man über das Essen nicht meckern. Es gibt natürlich Ausnahmen, wie zum Beispiel, das Heike keinen Reis mag. Ich esse so ziemlich alles. Die Familie behauptet immer mal wieder: „Ingo, Papa, Opa, wenn wir dich nicht hätten, dann müssten wir uns ein Schwein halten!“ Das ist KEIN Witz – das ist FAKT. Es gibt nur wenige Ausnahmen, wo ich streike. Und das wäre? Ich esse KEINE Makkaroni. Das ist ein Kindheitserlebnis! Stinkerkäse mag ich auch nicht. Nur Käsekräcker! Nun, Ingo spielt hier keine Rolle. Daher wieder zum TE-FR 2012. Meine Meckerei und Gestöhne kann man in meinem dritten Buch lesen. Noch ein Wort: Ich habe über den TE-FR 2003 und TE-FR 2009 ein Buch geschrieben. Es sind keine Goethe und keine Schiller Werke. Es sind INGO Bücher und sind geschrieben, wie mir der Schnabel gewachsen ist. Also nichts Anspruchsvolles! Aber im Ernst: wenn sich jemand auf einen Mehrtageslauf vorbereiten will, dann würde es nichts schaden, dort hineinzuschauen!



Hineinschauen, warum? Wir sehen es jetzt wieder. Jeden Tag steigen Läufer aus. Warum? Es gibt verschiedenen Gründe und ich wage einmal die Gründe aufzuzählen: PSYCHE: Jeden Tag das Gleiche. 4 Uhr aufstehen, 5 Uhr Frühstücken, Gepäck verladen, starten, km fressen, jeden Tag die gleichen Gesichter, die gleichen Geschichten, nachts das Geschnarche und Gepuppse, enge Unterkünfte, zu wenig Toiletten oder Duschen, das alles 64 Tage? Warum tue ich mir das an? Die Frage beantworte ich lieber nicht. Nur so viel: Wenn ich 6.000 Euro locker mache, meinen Urlaub dafür hergebe, mich von der Familie trenne, und, und …, dann muss ich das in der Birne drin haben. Ich MUSS mich damit monatelang auseinandergesetzt haben und darf später nicht überrascht sein! Lassen wir die Psyche jetzt. Was gibt es sonst noch? Unfall: dafür kannst du nichts. Dann kann auch einem Rainer Koch, Robert Wimmer usw. passieren! Probleme mit den Knien, Shin splint, Hüfte, Rücken und überhaupt das Fahrgestell. Man Leute, glaubt man vielleicht, dass man 100 km die Woche trainiert und dann einen TE-FR machen kann? „Dat kannste verjessen!“



Das Frühstück machen wir heute wieder selbst. Veronika Möller ist bei der Frühstücksbereitung stets die Chefin. Ihr zur Hand gehen in der Regel Helmut Schieke, Dietrich Schiemann und Inge. Meine Inge verweilt zurzeit bei ihrer Schwester Maria in Hamburg. Der Müll, so sagte ich heute, sollte von den VP unterwegs entsorgt werden ohne dass man sich straffällig macht. Wir haben die Auflage in Ahrensburg, dass die Papierkörbe auf dem Schulhof nicht zur Müllentsorgung zur Verfügung stehen. Ist auch Verständlich, denn am Montag ist wieder Schule.



Um 6:00 Uhr setzt sich die erste Gruppe wieder in Bewegung. Als Etappenläufer heute dabei: Kyoto, Yasuo, Yarimasa, Bernd und Martin Röhlk. Die zweite Gruppe besteht heute nur aus sechs Läufern.



Da waren es nur noch 40. Marie-Jeanne Simons ist heute Morgen nicht angetreten und hat, zusammen mit ihrem Mann und Jos van den Hende, die Heimreise angetreten. Nun ist auch noch Mitsuhiro Jujii ausgeschieden. Werden Morgen 40 Läufer antreten und 40 ins Ziel kommen? Meine Prognose, von wegen 60% erreicht Gibraltar, kommt ins Wanken. Nun sind noch 81,6% im Rennen!



Die Wohnmobile müssen heute auf den angrenzen kleinen Zeltplatz neben der Halle. Es ist mit 6,00 Euro wohl für jeden Erschwinglich und niemand wird mit mir abrechnen wollen? Die Halle ist wieder sehr groß. Die Wirtin, Frau Bothe, kennt uns noch vom TE-FR 2009 und freut sich, dass sie uns wieder bei sich hat.



Morgen müssen sich die Läufer mit etwas weniger Platz begnügen. Wir kommen Morgen nach Stüde, wo der TE-FR 2009 SUPER aufgenommen wurde! Wir wurden dort sehr verwöhnt und ich hätte noch bleiben können! Die Läufer müssen sich allerdings mit einem Duschzelt begnügen, welches von der örtlichen Feuerwehr aufgestellt wird. Tja, liebe Leute. Nix für Weicheier. Aber nur soviel: Bist du erst einmal nass dann genießt du die Dusche. Die Schniedelwutz wird etwas schrumpfen, aber der wird ja vorerst nicht gebraucht. (Hoffentlich bekomme ich wegen diesem Satz nicht wieder einen Rüffel!)



Tschää, und sonst? Die Sonne scheint, etwas windig, viele sitzen draußen und lassen sich die Sonne auf dem Bäuchlein scheinen. Das Essen ist für 18:30 Uhr bestellt und nachdem die Brottrommel gefüllt ist, wird man noch ein Bierchen trinken. Dann die Augen verdrehen, auf die Matte hauen, einmal puppsen, umdrehen und abschnarchen! Wieder ein Tag rum. Morgen geht es dann wieder in die Tretmühle des TE-FR 2012! Moin!





Ingo zur 10. Etappe

Bienenbüttel nach Stüde / 28.08.2012
76.9 km / 707 km gesamt
47.8 mi / 439.3 mi gesamt
39 Teilnehmer am Start / 38 Teilnehmer gewertet

Tageswertung

1. 02 Stéphane Pelissier France 7:00:09
2. 18 Henry Wehder Germany 7:04:14
3. 27 Trond Sjavik Norway 7:07:54
 

Gesamtwertung

1. 02 Stéphane Pelissier France 64:07:05
2. 01 Robert Wimmer Germany 66:58:18
3. 27 Trond Sjavik Norway 68:13:35

10. Etappe: Bienenbüttel nach Stüde


Tag: 76,9 km – Gesamt: 707,0 km

Das 1.000 Seelennest Stüde. Bekannt, über alle Grenzen hinweg, durch den „Marathon-Verein-Stüde“.



Das Frühstück ist heute wieder gelungen und es gibt knackige frische Brötchen. Vor dem Frühstück gebe ich bekannt, dass jeder nur maximal ZWEI Brötchen bekommt. Ansonsten ist Brot da und die Brötchen müssen normal nicht sein – denke ich mal? Vergessen wir’s: Jemand mault, dass er von zwei Brötchen nicht satt wird. Die Antwort habe ich mir erspart. Helmut schneidet die Brötchen auf und legt jedem zwei auf den Teller. Einige Brötchen bleiben noch übrig. Hätte aber jeder voll hingelangt, dann hätten die letzten KEINE Brötchen. Nun denn, solche Probleme tauchen immer wieder auf und prallen inzwischen an mir ab! Leider, ja leider muss man aber immer wieder aufpassen, was mir dann immer wieder unangenehm ist. Beim TE-FR 2009 lieferte der Bäcker die Brötchen und stellte den Korb ins Foyer. Ein Läufer schnappte sich 7 Stück und verfrachtete sie in den Rucksack. Es ist blöd, wenn man durch solche negativen Anekdoten misstrauisch wird. Ich sage zwar manchmal im Scherz: „Ihr sollt überleben und nicht fett werden!“ Es soll doch aber jeder seinen Teil haben. Ich habe auch kein Verständnis für weggeworfene Speisen. Als ehemaliger Schiffsbäcker entging es mir nicht, dass nicht alle Menschen auf dieser Welt in dem Überfluss leben, wie wir!



Die Streckenbeschreibung ist vom Umfang, trotz der Länge von 76,9 km sehr kurz. Es liegt nicht daran, dass Joachim keine Lust hatte, hier weiter darauf einzugehen, sondern es ist die Einfachheit der heutigen Beschreibung. Es geht viele km am „Elbe Seitenkanal“ entlang. Diese Strecke war für die Läufer des TE-FR 2009 schon tödlich und ist heute auch nicht anders. Es geht nämlich: „Immer grod ut. Künst di nich verlopen!“ Als Veranstalter freue ich mich über solche Streckenabschnitte. Geht es doch immer auf dem Deich entlang und fernab vom gefährlichen Straßenverkehr. Joachim hat heute schon beinahe „Urlaub“. Falls man dieses Wort nutzen darf? Denn er radelt die Strecke, wie jeden Tag, mit dem Fahrrad ab. Im Etappenziel fährt er für die Markierung des nächsten Tages etwa 25 bis 20 km vor und kommt mit dem Rad wieder zurück. Auf diese Weise kommt er täglich auf rund 100 km. Er liest diesen Bericht hoffentlich nicht und daher bleibt unter uns. Er hat mit Sicherheit inzwischen einen BMI Wert über 25!



Heute Morgen sind 38 Läufer gestartet. Hinzu kommen vier Etappenläufer. Zu meiner Überraschung sind gestern noch die Teilnehmer Mitsuhiro Fujii und Eric Derivaz ausgestiegen.

Ich muss wohl beizeiten eine neue Prognose erstellen? Von 49 gestarteten Läufern sind jetzt noch 38 im Rennen! Sind also noch 77,6%. Es dürfen, um mit Prognose recht zu behalten, noch 8 ausfallen. Dann bin ich bei 30 Läufern bzw. 61,22%. Es liegen aber noch 54 Tage vor uns – ABWARTEN!!!



Es ist noch ein bisschen frisch, aber es schein ein gutes Läuferwetter zu werden. Das meint jedenfalls der Wetterbericht. Ich habe eben meinen rechten Zeigefinger aus dem Fenster gehalten und glaube, dass es stimmt und dass sogar die Sonne zum Vorschein kommen wird? „Schaun wa ma!“ Upps, ich muss mich korrigieren, soeben fallen ein paar Tropfen. Ich hoffe, dass es nicht mehr werden! Jetzt ein Ahhh ….. Es hat wieder aufgehört!



Christian Marti ruft immer mal wieder im Krankenhaus Volksdorf an und erkundigt sich nach dem Befinden von Barb Owen. Es geht ihr den Umständen gut. Sie kann aufstehen und hat eine Kanüle im Arm. Sie hat für den Lauf eine Versicherung abgeschlossen und ich werde ihr eine Bestätigung ausstellen, dass sie die Startgebühr im vollen Umfang geleistet hat. Auch mit ihrer Tochter hatte ich bereits Kontakt. Ich gab ihr die Anschrift des Krankenhauses und Telefonnummer. Es ist blöd, aber mehr kann ich nicht machen. Der Scherz passt hier nicht her. Aber: „Die Karawane zieht weiter!“



Die gleiche Bestätigung muss ich auch Rüdiger Dittmann. Der ist kurze Zeit vor dem Start von einem „Dertutnichtsderwillnurspielen", in den Oberschenkel gebissen worden. Rüdiger hatte für diese „Spielerei“ wenig Verständnis und fordert vom Hundehalter Schadenersatz. Ich werde ihm ebenfalls eine Einzahlungsbestätigung zukommen lassen. Es wurde von einigen Betreuern, im Vorfeld, der Wunsch an mich herangetragen, dass man seinen Hund mitbringt. Auch das wären lauter „Dertutnichtsderwillnurspielen" gewesen. Was aber, wenn er zuschnappt? Als Veranstalter stehe ich sicher blöd da? An dieser Stelle bitte ich die Leute, denen ich untersagt habe ihren „Dertutnichtsderwillnurspielen!" mitzubringen, um Verständnis. Man liest sicher heraus, dass ich selbst kein Hundehalter bin und vor diesen Tieren Schiss habe. Ist nun einmal so und ich werde deshalb keine Therapie machen!



Stüde ist ein lüttes Nest, wie die Norddeutschen sagen. Dieses sogenannte Nest ist aber sehr aktiv. Besonders der „Marathon-Verein-Stüde“ tut sich sehr hervor. Das Vereinsleben scheint hier sehr gut zu funktionieren, denn dass, was dieser Verein auf die Beine stellt ist bemerkenswert!



Tschääh, geduscht wird heute im Zelt. Mit kaltem Wasser natürlich. Ich hätte es vorher ankündigen sollen? Warum, wir sind nicht bei der „Tour de France“! Die haben alle Annehmlichkeiten, die man sich vorstellen kann. TE-FR Läufer dagegen sind aus einem anderen Holz. Denen macht es nichts aus. Ein Duschzelt im Freien, von der Feuerwehr aufgestellt, hat doch etwas. Die Läufer werden ihren Enkeln und Urenkeln noch erzählen können, was sie von den „Tour de France“ Fahrern unterschieden hat.



Ingos „Wanderzirkus“ kommt ins Gerede. Frage: „Na wie viele werden Gibraltar erreichen? Ich bleibe vorerst noch bei 60%. Heute ist noch Fusako Fushimi ausgestiegen. Morgen habe ich auch noch einen der eventuell aussteigt? Nur keine Panik! Nun denn, dann warens nur noch 37. Sprich 75,5%! Etwas anderes: Bein TE-FR 2003 sagte man immer wieder, dass die Etappen zu lang sind und deshalb so viele ausstiegen. Was heiß viele? Mit 50% lag der TE-FR 2003 prima im Rennen. 2009 erreichte 67% das Ziel. Siehst du Ingo, die Streckenlänge machts. Nun ist der TE-FR 2012 auf der Strecke und es ist der kürzeste TE-FR. 67% wären ein Traum. Normalerweise müssten doch über 70% das Ziel erreichen? Es sind doch im Schnitt NUR 65 km zu laufen. 2009 waren es 70 km und 2003 beinahe 80 km pro Tag. Es gibt mehrere Gründe für die Aussteigerquote.

Darauf komme ich aber zurück, wenn ich keinen Rosè Halbtrocken vor mir habe.



Hier in der Nähe gibt es ein Weingut und da liegt es nahe, dass man mal ein Gläschen Wein schlotzt (schwäbischer Ausdruck). Nun probiere ich mal den Halbtrockenen und dann den Lieblichen. Dann kauf ich von hier und da oder nur von da. Meine Inge wird sich freuen, wenn wir nach dem TE-FR 2012 ein Gläschen von dem hier oder da oder nur da trinken. Dann erinnern wir uns an den TE-FR 2012 und wie schön es doch in Stüde war!!! „Tschüss Stüde. Morgen geit es wieder GEIT ist kein Schreibfehler. Ich habe versucht etwas Platt hineinzubringen!“



Zum Schluss noch „Schreibfehler“. Nervt mich nicht schon wieder das ein Wort hätte groß oder klein geschrieben werden sollen oder das ein Komma fehlt oder zu viel war. Ich mache das hier zwischen Tür und Angel. Ich werde sogar immer mal wieder gefragt, woher ich die Zeit nehme? Siehste!!!





Ingo zur 11. Etappe

Stüde nach Gebhardshagen / 29.08.2012
71.4 km / 778.4 km gesamt
44.4 mi / 483.7 mi gesamt
38 Teilnehmer am Start / 38 Teilnehmer gewertet

Tageswertung

1. 02 Stéphane Pelissier France 6:28:20
2. 18 Henry Wehder Germany 6:33:08
3. 01 Robert Wimmer Germany 6:38:18
 

Gesamtwertung

1. 02 Stéphane Pelissier France 70:35:25
2. 01 Robert Wimmer Germany 73:36:36
3. 27 Trond Sjavik Norway 74:51:54

11. Etappe: Stüde nach Gebhardshagen


Tag: 71,4 km – Gesamt: 778,4 km

Helmut der Aufschneider. Helmut der Schöpfer



Was der Helmut nicht alles ist? Er ist der „Aufschneider“, weil er morgens die Brötchen aufschneidet. Wie schon einmal erwähnt, habe ich dadurch weniger Krümel im Speiseraum verteilt und die Gewissheit, dass ALLE ihre zwei Brötchen bekommen haben! Helmut der „Schöpfer“, auch das ist er. Wenn es Gularsch. Nein, Gulasch gibt, dann schöpft er diesen auf den Teller der Läufer! So kommt man in den Verruf ein „Aufschneider“ zu sein. Das ist er wirklich nicht, auch wenn seine Geschichten manchmal hinken! Der „Schöpfer“, nun denn – ist er doch auch?



Wieder zum Thema, zum TE-FR 2012! Heike kam gestern erst sehr spät ins Ziel. Ja, sehr spät und sie hätte eigentlich aus dem Rennen genommen werden müssen. Es soll aber jeder seine Chance haben! Später auch die zweite oder gar dritte. Heike hatte gestern extreme Probleme. Sie kam mit dem Schotterweg, aufgrund ihres halbabgefrorenen Zehs nicht klar. Sie ist heute Morgen ganz normal gestartet und versucht heute das Feld von hinten aufzurollen! Sie wird es heute wieder schaffen? Ich drücke ihr jedenfalls die Daumen!



Es gab gestern einen leckeren Fleischeintopf. Es wurde versäumt, dass noch eine Portion für Heike zurückgelegt wird. Ich vermutete die Portion im Kühlschrank. Heikes Freundin, die für 10 Tage dabei ist und Heike auf dem Fahrrad begleitet, bekam auch kein Futter. Ich rechnete damit, das Heikes Freundin, die auch Heike heißt, bereits wegen des Essens nachgefragt hat und alles in Butter ist. War es aber nicht. Ist nicht so gut gelaufen und verantwortlich war letztendlich ich dafür. Ein Betreuer erklärte sich aber bereit, auf so etwas in Zukunft entgegenzuwirken. Prima, wenn man solche Betreuer hat. Ein Wort noch zu den Betreuern: habe ich einen neuen Betreuer, so weise ich diesen kurz in den Ablauf ein und lasse ihn von den anderen Betreuern ergänzend einweisen. Ansonsten arbeiten die Betreuer soweit eigenverantwortlich. Sie kennen ihr Aufgabengebiet und lösen aufkommende Probleme selbst. Einiges bekomme ich dann gar nicht mit, weil bereits eine Lösung gefunden ist. Habe ich Betreuer, die ständig hinter mir stehen und fragen: „Was soll ich jetzt tun?“ Oder schlimmer: „Schau mal, habe ich das gut gemacht?“ Ja, hast du! Aber musst du mich damit nerven? Als Veranstalter muss ich natürlich, wieder jeder Chef, auch mal loben. Das mache ich aber auf meine Weise und verteile nicht ständig Belobigungsurkunden. Ein Schulterklopfen ein gemeinsames Bierchen, ein nettes Gespräch …… Dat is doch besser, als: Haste de jut jemacht. Wenn ick dich nich hätt, dann hätt ick jemand aners! Habe recht oder habe ich recht?



Für die Kritiker, die meinen: In den Teilnahmebedingungen steht – man sollte – und überhaupt … Der TE-FR ist ein Rennen über 64 Tage. Nicht vergleichbar mit einem 6-Tagelauf oder gar Deutschlandlauf und TranseGaule. Hier muss ich andere Maßstäbe setzen. Auch ein Robert Wimmer, Stèphane Pelissier, Trond Sjavik usw. können mal einen Scheißtag haben. Sie haben sich verlaufen - leiden unter feuchten Bäuerchen - Puppserei die sich als Rallystreifen in der Unterhose abzeichnen usw. Nehme ich diese Leute dann heraus? Dauern diese Situation länger an, so MUSS ich sie aus dem Rennen nehmen. Auch um sie vor sich selbst zu schützen! Hinzu kommt auch, dass ich als Veranstalter vielleicht auch immer wieder zu Nachsichtig und zu weich bin. Weiß ich! Ist es ein Mango? Wird es ein Nachfolger für den TE-FR, wenn er sich finden sollte, hier konsequenter sein? Vielleicht gut – oder auch nicht! Genug gejammert!



Es geht heute, kurz nach dem Start, 19 km am Kanal entlang. Wie schon einmal erwähnt: Kann tödlich sein! Ohne Ampeln, rasenden Autofahrern, Fußgängerzonen und vorbeirauschenden Lkw ist es richtig langweilig. Wo bleibt da die Action? Doofe Frage! Mit Heike sind 38 TE-FR Läufer auf der Strecke. Hinzu kommen die Etappenläufer Jürgen Kuhlmeyer, Hans (Schneggi) Drexler, Fusako Fushimi, Sylvia Frühauf und Tamura Chizuko. Desweiteren laufen noch 6 Mitglieder des „Marathon-Verein-Stüde“ unter der Führung Friedhelm Weidemann mit.



Ein besonderer Dank noch einmal an STÜDE. Hier ist sogar der Bürgermeister ein prima Kerl. Er ließ es sich nicht nehmen, mit den Läufern zu feiern. Gefreut habe ich mich auch über den Besuch von Helga Backhaus. Seitdem ich nicht mehr ganz so aktiv laufe, sieht man die alten Freunde und Bekannten der Ultraszene immer seltener. Schade, aber ich sollte mal wieder aus dem Kreuz kommen? Die 6 Läufer des „Marathon-Verein-Stüde“ stiegen gestern auf der Strecke ein und liefen eine Marathondistanz bis zum Etappenziel Stüde. Heute laufen sie bis zur Marathondistanz und lassen sich wieder nach Stüde zurückbringen.



Ich stehe gerade auf einem Parkplatz, um meine Gräten und Gelenke wieder zu ordnen. Ein Blick in den Himmel verrät meinem geschulten Auge, dass das Wetter besser wird und man bald seine, bereits eingemottete, Sonnenbrille hervorkramen kann. Es kommt so, wie ich es vorausgesagt habe. Die Sonne scheint und einigen ist es beinahe schon wieder zu warm.



In Gebhardshagen steht soweit alles. Der nächste Etappenort wird Ebergötzen sein. Hier ist etwas schiefgelaufen. Man frage mich nicht, was schiefgelaufen ist. Das Abendessen ist nicht gesichert. Werden wir aber noch hinbekommen. Ich habe die Telefonnummer einer Metzgerei und Bäckerei. In meinem Gesicht ist das große „P“ erkennbar. Dieses steht für Panik! Diese habe ich sicherlich auch zu recht. Man stelle sich vor, da komme ich mit der ganzen Mannschaft an und es ist nichts zu futtern da. Wenn schon klappen! Schon passiert. Das Restaurant „Brotmuseum“ wird morgen die Mäuler der hungrigen Läufer stopfen. Es gibt „Wiener Schnitzel“ mit Salzkartoffel und Gemüse - Gerettet!



Das habe ich auch noch nicht gesehen, aber die Idee hätte von mir stammen können. Der TE-FR 2012 verfügt über eine Eiswürfelmaschine. Schon nach wenigen Lauftagen läuft so ein Ding auf Hochtouren, dass die Gefahr eines Kolbenfressers gegeben ist. Ich schaue eben, ob ich Eiswürfel herausholen kann. Was sehen da meine entzündeten Augen? Da hat jemand eine Flasche Bier deponiert und geht unschuldig pfeifend an mir vorbei. Nun denn, solange noch Platz für die Eiswürfel ist?

Ingo zur 12. Etappe

Gebhardshagen nach Ebergötzen / 30.08.2012
76 km / 854.4 km gesamt
47.2 mi / 530.9 mi gesamt
38 Teilnehmer am Start / 37 Teilnehmer gewertet

Tageswertung

1. 18 Henry Wehder Germany 6:54:12
2. 02 Stéphane Pelissier France 6:58:26
3. 01 Robert Wimmer Germany 7:25:38
 

Gesamtwertung

1. 02 Stéphane Pelissier France 77:33:51
2. 01 Robert Wimmer Germany 81:02:14
3. 27 Trond Sjavik Norway 82:33:30

12. Etappe: Gebhardshagen nach Ebergötzen


Tagesleistung: 76,0 km – Gesamt: 854,4 km

Bei Wilhelm Busch und Max und Moritz in Ebergötzen



Trotz der Panne beim Abendessen, weil dieses nicht ausreichte, ist die Situation weiter sehr entspannt. Ich erwähne es deshalb, weil ich schon erlebte, dass bereits nach einer Woche Spannungen auftraten. Egal, ob bei den Betreuern oder den Teilnehmern. Man überlegt dann: „Wenn es jetzt schon losgeht, wie ist die Situation in ein, zwei Wochen“? So gesehen kann man sehr zufrieden sein. Wirkliche „Stinker“ haben sich noch nicht herauskristallisiert. Es wird noch zu Spannungen kommen, aber das hat noch Zeit – viel Zeit! Es kann aber auch nicht anders sein. Da rennen die Leute täglich 40, 50, 60, 70 und 80 km und sollen dann immer glücklich und euphorisch ins Ziel kommen? Das geht nicht! Die Psyche spinnt schon mal und ich werde früher oder später mein Fett abbekommen. Ich bin darauf vorbereitet! Auch wenn ich dann doch immer mal wieder etwas empört bin. Mein Fell ist wohl nicht dick genug?



Frisch geht es nach einem selbstgemachten Frühstück wieder an den Start. Frisch allein deshalb, weil das Duschwasser nicht einmal „Pippitemperatur“ hat. Nun denn, wir sind ja keine Weicheier, sondern hartgesottene Ultras. Die Presse ist beim Start dabei und man will mir den Artikel später zusenden. Das Starterfeld ist 38 Mann stark. Heike steht wieder auf der Starterliste, was man mir immer wieder hochanrechnet. Nun denn: jeder soll seine Chance haben. Wie sage ich immer mal wieder? „I do my best”! Als Etappenläufer sind heute gestartet: Kyoto, Yasumasa, Bernd, Tamura, Sylvia und Fusako.



Kurz nach dem Start müssen die Läufer auf der K22 laufen. Alle schön brav auf der linken Straßenseite. Etwa drei Läufer müssen beinahe in den Graben springen, weil so ein blöder Kleinlaster auf die Läufer zu fuhr. Das sind eben die KLEINEN. Machen sich breiter als sie sind. Sind eben Pfeifen! Kurz darauf treffe ich auf eine Polizeistreife. Sie erkundigt sich ob alles okay ist. Na klar, alles im „grünen Bereich“. Von dem Ochsen hinterm Steuer habe ich nichts gesagt. Warum auch? Der ist WECH – einfach WECH!



Ich fahre heute direkt zum 1. VP und dann zum 2. VP, anschließend fahre ich ohne Umwege nach Ebergötzen. Denn, wie schon erwähnt: ich muss mich noch um das Abendessen kümmern. Ich kann mir meine Sorgenfalten beruhigt aus dem Gesicht kämmen. Es ist alles geregelt. Die Räumlichkeiten des TSV Ebergötzen lassen es zu, dass wir das Frühstück für morgen selbst zubereiten können.



Auf meinem Weg nach Ebergötzen las ich mehrmals ein Hinweisschild nach OSTERODE. Woher kommt mir der Ort so bekannt vor? Hatte da nicht „Ekel Alfred“ immer Urlaub gemacht? Er wollte doch nicht nach Italien, weil es dort zu viele Italiener hat!



Jürgen Kuhlmey fährt heute auf dem Lkw mit. Er wollte zwar heute auch laufen, aber er hat läuferisch in absehbarer Zeit noch andere Ziele. Er erzählte den beiden Fahrern von seinen Flugabenteuern. Jürgen hat nämlich ein eigenes Flugzeug und kann darüber viel Interessantes berichten.



Inzwischen erfahre ich, dass die Startnummer 47 raus ist – schade. Das Teilnehmerfeld ist daher noch zu 77,55% unterwegs. Eine weitere Nachricht bekomme ich von Christine Schröder. Sie war bei Barb Owen im Krankenhaus. Sie hat außerdem einen Ermüdungsbruch im unteren Schienbeinbereich. Sie fliegt heute nach Hamburg, dann über London nach Kanada. Sie fliegt 1. Klasse, weil sie liegend transportiert werden soll. Ihr wurde Bettruhe verordnet und darf nur wenige Schritte laufen.

Ihre Tochter, Marie Devantier, wird sich weiterhin um Barb kümmern. Auch Christian Hottas hat Barb am Krankenbett besucht. Tut mir leid, aber ich konnte es nicht.



Wilhelm Busch lebte hier mehrere Jahre und schrieb vermutlich hier „Max und Moritz“. Es passt alles wunderbar zusammen. Die kleinen Brücken, die Bäckerei, die Mühle und sicherlich laufen hier noch einige Hühner herum.



Essen werden wir heute Abend im „Brotmuseum“. Es ist eine Bäckerei-Konditorei. Der Platz wird eventuell etwas eng sein, aber wenn das Wetter mitspielt, dann haben wir auch die Möglichkeit draußen zu sitzen. Wichtig ist heute: Wir haben das Abendessen gerettet!



Puh, eben bekam ich einen Anruf aus Japan. Sie sprach kaum ein Wort Englisch und die Worte, die sie aussprach, hörten sich Japanisch an. Ich ließ durch Masakazu zurückrufen. So genau weiß ich immer noch nicht, worum es geht. Aber die Dame will uns wohl besuchen und ich sehe mit Schmerzen der Telefonrechnung entgegen. Ah, jetzt bin ich im Bilde! Es ist die japanische Etappenläuferin, Yoshiko Kosaka. Sie wird 4 Tage bei uns sein. Ihr Startgeld hat bereits die Telefonrechnung aufgefressen?



Im Zielbereich wird jeder Läufer gebührend empfangen. Die Mitglieder des TSV-Ebergötzen bieten heiße Waffeln, Getränke und Bratwürste zu zivilen Preisen an. Helmut hat heute einen Ruhetag, denn sein Bierverkauf würde nicht so gut ankommen. Es kann allerdings nicht unbedingt verhindert werden, dass einige ihr privates Bierchen trinken. Mag ich zwar auch nicht so gern, aber dagegen bin ich machtlos. In meinem Kühlschrank habe ich auch einige Dosen Bier und könnte sie in meinem Wohnmobil ungestört trinken. Ich möchte aber die Gesellschaft und das Gespräch mit der Einwohnerschaft und trinke daher mein Bier mit ihnen. Der Verein gibt sich hier alle Mühe und hat auch kleine Flyer im Sportplatzbereich ausgehängt, wo auf die Ankunft des TE-FR 2012 hingewiesen wird. Die Einwohnerschaft ist zu diesem Event herzlich eingeladen und wir hoffen auf regen Zuspruch.



Ich wurde schon in Gebhardshagen von einem Reporter angesprochen: „Warum gerade Gebhardshagen und dann Ebergötzen“? Die Antwort ist einfach: „Wir durften bereits 2009 hier zu Gast sein und freuen uns daher auf ein Wiedersehen mit bekannten Gesichtern“.

Ingo zur 13. Etappe

Ebergötzen nach Waldkappel / 31.08.2012
68.3 km / 922.7 km gesamt
42.4 mi / 573.3 mi gesamt
37 Teilnehmer am Start / 37 Teilnehmer gewertet

Tageswertung

1. 18 Henry Wehder Germany 6:12:00
2. 02 Stéphane Pelissier France 6:16:51
3. 27 Trond Sjavik Norway 6:28:30
 

Gesamtwertung

1. 02 Stéphane Pelissier France 83:50:42
2. 01 Robert Wimmer Germany 87:49:02
3. 27 Trond Sjavik Norway 89:02:00

13. Etappe: Ebergötzen nach Waldkappel


13. Etappe: Ebergötzen nach Waldkappel

Ein Fünftel der Strecke ist geschafft. Noch 75,5% im Rennen und die Stimmung immer noch prima! Was will man mehr?



Das Bratwurstessen musste gestern Abend wegen einem heftigen Regenschauer unterbrochen werden. Schade – es wurde gerade gemütlich! Wir hatten in Ebergötzen zwei Hallen zur Verfügung. Im Erdgeschoß eine recht große Halle, in der wir alle hineingepasst hätten. Im ersten Stock hatte es noch einmal eine Gymnastikhalle. Dort hinein schickte ich die Betreuer. Die Treppe war ziemlich steil und da musste sich kein Läufer noch die Ohren brechen!



Das Essen bestellte ich im „Brotmuseum“ um 18:15 Uhr. Das Restaurant hat normal nur bis 18:00 Uhr geöffnet. Meine „Retterin“, Frau Rees, erbarmte sich meiner und die Welt war für mich wieder in Ordnung. Bevor es zum Essen ging, bot uns der Spielmannszug-Ebergötzen einen Ohrenschmaus durch flotte Musik. Es war schon bewegend, als die Läufer mit Musikbegleitung ins Ziel liefen. Mit Pauken und Trompeten ins Ziel zu laufen ist es Besonderes. Naja, Trompeten waren nicht dabei.



Zum Essen waren es schlappe 100 bis 120 Meter. Es gab ganz normale Tellergerichte. Sie waren nicht übermäßig gefüllt und ich dachte schon: „Wenn das man gut geht“! Es wurden alle satt und kaum jemand ließ sich noch eine Kartoffel oder Gemüsebeilage bringen. Füllen sich die Kameraden selbst auf, dann balancieren sie den übervollen Teller zum Platz und es ist kaum möglich, dass sie nicht eine Soßenspur hinterlassen. Was man dann nicht mehr mag, wandert der Rest in den Müll. Das ist jetzt kein Angriff auf meine Läufer, sondern Fakt. Egal, das kriegen wir auch noch hin!



Jeden Tag der gleiche Ablauf: Gegen 4:00 Uhr beginnt das Gerödel in der Halle. Es gibt inzwischen kaum einen Handyklingelton, den man nicht kennt. 5:00 Uhr Frühstück, bis 5:45 Uhr Gepäckverladung, 6:00 bzw. 7:00 Uhr Start, dann der Kampf, von VP zu VP. 18:00 Uhr Abendessen, 21:00 Uhr geht das Licht aus, … „Ganz schön aufregend – gell“?



37 Läufer sind noch in der Wertung. Heike, habe ich heute Morgen gesehen, ist auf der Homepage wieder in der Wertung. Vor Ort klappt es noch nicht und sie wird noch als „Already dropped out / Extra scoring“ geführt. Heute habe ich zum Glück Gabi Gründling von der DUV, bekannt unter „Frau Wehrwolf“ vor Ort. Sie wird sich noch einmal mit Sebastian kurzschließen und dann werden wir die letzten technischen Probleme im Griff haben. Anschließend, so hoffe ich, werden mir wieder Harre wachsen. In der Nase und in den Ohren wachsen sie kräftig. Nun müssten sie noch auf meinem flachen Gänseschädel wachsen. Aber was sind schon Haare, wenn man ein schönes Gesicht hat – Gell? Auch wenn einige behaupten, ich sei eine Naturkatastrophe – einfach nicht hinhören!



Beim Frühstück geht es heute lustig zu. Die Betreuer singen „Nachts auf der Reeperbahn“. Es singt der Eunuchen Chor „Halbe Lunge“! Helmut gibt dem Norweger, Eiolf Eivindsen, einen neuen Namen. Er heißt ab heute IVENHOE. Man kennt die Geschichten vom weißen Ritter IVENHOE noch aus den 60.iger Jahren. Helmut kann sich den Namen nicht merken. Das Freudenhausgetreide Puffreis heißt, das wusste ich auch noch nicht – aber jetzt!



Kurz nach dem Start kommen wir auf die L523. Sie ist zum Glück wenig befahren. Es ist neblig und ich grummelte vor mich hin: „Warum haben die sich keine Warnweste angezogen“? Gerade die Läufer die im „Tarnanzug“ haben keine Warnweste. Da laufen einige Dunkelblau oder Dunkelschwarz (Dunkelschwarz ist ein Witz!) Welcher Veranstalter gibt schon Warnwesten für seine Läufer und Betreuer heraus? Außerdem haben sie ein reflektierendes Schnapparmband, welches sie am Handgelenk tragen können. Tragen sie auch nicht!



Bei der Startnummernausgabe bekam jeder Teilnehmer und Betreuer ein orangefarbenes Armband mit meiner Telefonnummer. Ich bar darum, dass es ständig getragen wird. Gerade meine ausländischen Teilnehmer können in eine Situation kommen, wo sie meiner Hilfe bedürfen. Es kann aber auch sein, dass jemand im Straßengraben liegt und erst einmal die Augen verdreht hat. Ein vorbeikommender Passant könnte den augenverdrehten zuordnen indem er mich anruft. Handy haben heute doch schon Vorschulkinder. Gerade heute bekam ich einen Anruf von jemandem der einem französischen Betreuer helfen wollte. Dieser hatte sich total verfahren und bat dem Passanten, dass er mich anruft. Ich konnte ihm schnell weiterhelfen. Getragen werden die Dinger kaum. Wäre ein Bild von mir auf dem Armband, so könnte ich es verstehen, aber so?



In Waldkappel angekommen, haben die Schulkinder ihre große Pause. Da ist Stimmung! Einige Kinder reißen sich darum, dass sie den LKW mit ausladen. Kinderarbeit ist ja verboten, aber ein paar Schlafsäcke und leichte Gegenstände sind wohl kein Problem? ODER – Habe ich etwas falsch gemacht? Wir haben eine große Halle und als ob das nicht reichen würde, bekommen wir noch die Gymnastikhalle. Man kann sich also ausbreiten!



Wir haben jetzt 16:00 Uhr. Das Wetter ist trocken und die Temperatur angenehm. Die ankommenden Läufer lassen sich von den Betreuern und bereits ins Ziel gekommenen Läufern beklatschen und man sitzt im Freien. Thomas schmiergelt Bratkartoffel und Helmut hat seine Kneipe geöffnet. Der Himmel wird blauer und blauer. Wir werden bald unsere Sonnencreme herausholen können, bevor sie ranzig wird? Ganz COOL wäre natürlich die aufgesetzte Sonnenbrille!



Ingo zur 14. Etappe

Waldkappel nach Queck / 01.09.2012
64.3 km / 987 km gesamt
40 mi / 613.3 mi gesamt
37 Teilnehmer am Start / 37 Teilnehmer gewertet

Tageswertung

1. 18 Henry Wehder Germany 5:31:20
2. 02 Stéphane Pelissier France 5:42:48
3. 01 Robert Wimmer Germany 5:46:24
 

Gesamtwertung

1. 02 Stéphane Pelissier France 89:33:30
2. 01 Robert Wimmer Germany 93:35:26
3. 27 Trond Sjavik Norway 95:01:44

14. Etappe: Waldkappel nach Queck


Tagesstrecke: 64,3 km – Gesamt: 987,0 km

Wir kommen durch einen Ort, wo Weinfest ist und niemand weint. Was soll das für ein Weinfest sein? Ich weiß jetzt aber was ein Weinfest ist. Der Spruch mit dem Weinfest kommt aber nicht von mir, sondern von Helmut und passt hier sehr gut rein! Gelle?

Ich muss anfangs meiner Berichte immer wieder auf den Vortag zurückkommen, weil ich meinen Bericht bereits am späten Nachmittag dem Zeitnehmer gebe, damit er diesen bereits ins Netz stellt. Ab dann beginnt für mich auch die ruhigere Phase. Also gestern Abend: Das Futter bekamen wir im Restaurant "Kasseler Hof" bei der Familie Schran. Es war gut und reichlich. Dennoch: ich kündigte an, dass sich jeder nur die Portion auffüllen möge, die er auch wirklich essen wird. Siehe da, die Teller waren nicht mehr so überfüllt. Man holte sich noch einen kleinen Nachschlag und auch die letzten Läufer, sogar ich, bekamen ihre Portion. Das Essen ist hier sehr preiswert. Man bekommt zum Beispiel ein 3-Gängemenü ab 2,50 Euro. Bestehend aus: Würstchen, Brot und Senf!

Beim Frühstück ist es bei einigen Leuten so, dass sie sich unzählige Brote beschmieren und als "Marschverpflegung" einstecken. Das ist nicht gut, denn an jedem VP ist etwas zum beißen vorhanden. Es könnte der Eindruck entstehen, dass ich mich beschwere. NEIN, weit gefehlt. Seien wir ehrlich, wenn sich jeder noch "Marschverpflegung" einpackt, wie soll man da kalkulieren? Ich runde bei den Bestellungen ohnehin immer auf. Habe ich 75 Leute zu versorgen, dann bestelle ich für 80. Ich mich aber nicht beklagen, denn die Stimmung ist insgesamt hervorragend. Da habe ich schon anderes erlebt! Also: "Alles im grünen Bereich"!

Zu den heute gestarteten Läufern gesellen sich Jochen Thiele und Wolfgang Bernardt. Sie starten in der 7:00 Uhr Gruppe und wollen im Bereich von Robert Wimmer laufen. Bei Robert habe ich keine Bedenken, dass er sich eventuell mitziehen lässt, was er dann später bereuen würde. Der läuft unbeirrt sein Tempo!

Technische Unterstützung bekomme ich heute von Gabi Gründling. Sie, und ihr Mann Peter, werden sich täglich die Etappe teilen. Sie fährt mit dem Auto und Peter läuft. Dann wechseln sie und Peter fährt, während sie läuft. Heike wird heute die ersten 20 km vom Fernsehen begleitet. Es ist der Sender "Deutschlandradio". Man kann, so glaube ich den Bericht über www.mb-media.de empfangen. Der Reporter ist Christian.Horn@mb-media.de.

Ganz toll heute: Am 2. VP werden wir durch Frank Hermstein, bei km 21,9 unterstützt. Er hatte vom TE-FR 2012 gehört und gelesen und organisierte einen Getränke VP, neben dem TE-FR 2012 VP, der durch Brigitte Barthelmann und Marianne Albert besetzt ist. Nicht ganz so toll ist, dass ich mein Wohnmobil leicht beschädigt habe. Es ist ein Mietfahrzeug und ich muss irgendwo hängen geblieben sein. Es sind zwei Plastikteile beschädigt. Mein fluchen hört glücklicherweise niemand. Es ist schon ärgerlich. Das Fahrzeug ist zwar Vollkasko versichert, aber meine Kaution kann ich wohl vergessen. Wenn etwas von der Kaution übrigbleiben sollte, so reicht der Restbetrag vielleicht noch für das 3-Gänge Menü vom "Kasseler Hof"!

Ich arbeite in meinem Wohnmobil heute recht schwungvoll. Aber nicht, weil ich voller Elan bin, sondern weil das Fahrzeug eine starke Neigung nach links und nach vorn hat. Wenn ich vom Kühlschrank komme und in Richtung Lenkrad will, dann geschieht es mit Schwung!

Unterkunft haben wir in der "Kulturscheune" Queck. Die Duschmöglichkeit liegt in 1 km Entfernung. Dorthin werden die Läufer mit einem Shuttle Bus der Gemeinde gebracht. Zum Abendessen geht es 200 Meter. "Zur Linde". Dort bekommen wir auch Frühstück.

Die Strecke ist heute sehr wellig. Wir sind im Harz. Morgen soll es noch anspruchsvoller werden. Nach dem Start, ist nach etwa 8 km für die meisten Fahrzeuge ein Weiterkommen problematisch. Da ich schon einen Schaden am Fahrzeug habe, möchte ich mich auf kein Risiko einlassen und fahre daher lieber einen 12 km langen Umweg.

Ich werde von der Presse immer wieder gefragt, woher die Leute die Zeit nehmen? Nun denn, der Eine hat einen Traum eine Weltreise zu machen, der Andere will den Jakobsweg über etliche Wochen abmarschieren und der Andere rennt eben durch Europa! Die nächste Frage wird dann gestellt: "Ist das eigentlich gesund"? Nein ist es nicht, denn wenn ein Europalauf ins Gesundheitsprogramm passen würde, dann würde die AOK sicherlich den TE-FR sponsern. Ich kann nur die Gegenfrage stellen: "Was glauben Sie, wie gesund muss ein Läufer sein, um dieses durchzustehen"? Richtig – Schweigen im Walde! Der Läufer muss physisch und Psychisch stark sein. Die Memme, die meint, dass er wegen ein paar Bläschen, die Aua machen, auszusteigen, hätte mit dem Ar.., ich meine Hintern zu Hause bleiben sollen. Dort würde die Mutti ihm ein paar Wickel machen, damit die Pflaume anschließend wieder fit ist. Dann kann er auf Krücken, wegen seiner Aua Bläschen weitermachen. Im Ernst: Du kannst nicht durch Europa laufen, ohne dass du in schwierige Phasen gerätst. Dieses können physische, sowohl auch psychische Phasen sein. Man fragt sich bestimmt 100 Mal: "Was mache ich hier? Warum tue ich mir das an"? Das ist eine Sache, womit jeder Einzelne selbst klarkommen muss. Die Laufgemeinschaft wird den angeknacksten Läufer aufmuntern und in seinem Selbstbewusstsein stärken. "Mensch Junge, hau rein, mach weiter, du packst es!" Jetzt sind wir bei einem Thema. Aussteiger und Maximalzeit überschritten. In einem meiner Berichte habe ich mich bereits ein wenig darüber ausgelassen und zugegeben, dass ich als Veranstalter zeitweise zu weich bin. Ich werde daher auch mit einem weinenden und einem lachenden Auge den 3. TE-FR beenden. Ich kann es einfach nicht, wenn sich jemand in Ziel geschleppt hat und mich mit feuchten und fragenden Augen anschaut und fragt: "Ingo, wat nu"? Jetzt grummelt Ingo: "Out oft he race"! Tja Ingo, dass solltest du, aber kannst du es? Weichei!

Die Zeitüberschreitungen kann ich natürlich nicht über Tage oder gar Wochen hinnehmen, dann MUSS ich sagen: "Junge, das war‘s"! Das wird der Läufer bereits geahnt haben und es ist dann eventuell sogar eine Befreiung für den Läufer?! Es kommt aber auch vor, dass sich das Problem von selbst ergibt. Er hat heute überschritten und tritt morgen wieder an, mit dem Ergebnis, dass er freiwillig ausscheidet. Extrem wird es, wenn der Läufer 40, 50 und mehr Etappen gelaufen ist und nur noch auf den Brustwarzen daher kommt. Dann kann ich nur sagen: "Mach‘ weiter Junge, du schaffst es"! Für die Betreuer und dem Zeitnehmer eventuell zeitweise eine Zumutung, weil sie so lange warten müssen. Für mich aber kein Problem, dann setze/stelle ich mich dorthin. Ein Scheibe Rosinenbrot, notfalls ohne Leberwurst, reicht mir, um auf diesen Läufer zu warten. Nun denn, im Olympische Komitee oder ähnlicher Organisation dürfte ich nicht sitzen. Eben – ein Weichei!

Ingo zur 15. Etappe

Queck nach Zeitlofs / 02.09.2012
70 km / 1057 km gesamt
43.5 mi / 656.8 mi gesamt
37 Teilnehmer am Start / 37 Teilnehmer gewertet

Tageswertung

1. 02 Stéphane Pelissier France 6:08:44
2. 18 Henry Wehder Germany 6:17:04
3. 27 Trond Sjavik Norway 6:23:28
 

Gesamtwertung

1. 02 Stéphane Pelissier France 95:42:14
2. 01 Robert Wimmer Germany 99:59:14
3. 27 Trond Sjavik Norway 101:25:12

15. Etappe: Queck nach Zeitlofs


Tag: 70,7 km – Gesamt: 1.058,5 km

Nervige „Killerfliegen“ und die „Qual“ der Läufer.



Essen konnten die Leute in der „Linde“ bis zum Stillstand der Augen. Die Platten würden immer wieder nachgefüllt und es gab sogar, für Feinschmecker eine „Hochzeitssuppe“. Dennoch, ich stand am Büffet und wachte darüber, dass jeder sein Schnitzel bekam und die Teller nicht übervoll wurden. Für mich eine blöde, ja peinliche Situation. Es erweckt den Eindruck, als zählte ich den Leuten die Happen in den Mund. Ich möchte nur, dass JEDER das bekommt, was ihm zusteht. Es kann nicht sein, dass die ersten Läufer die Hälfte in den Mülleimer füllen und der letzte Läufer sitzt mit verheulten Augen am Tisch, weil er nichts zu essen bekam. Für mich die schlimmste Situation überhaupt! Es war aber soviel da, dass mindestens 25% noch ein zweites Schnitzel bekommen konnten und einige sogar noch übrig blieben. Nun denn, zu diesem Thema schreibe ich demnächst nichts mehr! Jeden Tag so eine Bewirtung und ich komme in Gibraltar an ohne anschließend einen Psychiater aufzusuchen, der mich wieder aufbaut!



Die Nacht verbrachten die Läufer etwas eng in der Halle, aber es reichte immer noch gut. Auf die Gesellschaft der reichlich vorhandenen Fliegen hätte man aber verzichten können. In Nähe der Halle befindet sich ein Misthaufen. Die Viecher sind ziemlich träge, dass man 7 auf einem Streich killen kann. Ein ganz verwegener schlief im Schlafsack vor der Halle. Die Nacht war trocken, aber ziemlich frisch. Der Wetterberichtete über schlappe 7 Grad. Also, nicht zu warm!?



Zum Frühstück geht es wieder zur „Linde“. Um 5:00 Uhr sind bereits beinahe alle Läufer im Restaurant. Die Brötchen sind noch nicht da. Die musste der rührige Wirt aus einem 30 km entfernten Ort holen. Das hätte aber nicht nötig getan, denn mit einem guten Brot ist den Läufern auch gedient. Neil Bryant fragte mit kummervoller Mine, ob es heute nur den Belag gibt? Nein, nein, die Brötchen kommen noch! Um 5.10 Uhr treffen die Brötchen ein. Es sind verschiedene Sorten. Helmut und ich gehen mit den Körben herum und verteilen. In der Regel möchte ich, dass sich jeder nur 2 Brötchen nimmt. Wenn alle ihr Brötchen haben, dann kann nachgefasst werden. Es waren heute mehr als reichlich. Jungs und Mädels: „Haut rein, vor morgen früh gibt es keine Brötchen mehr, haut rein!“



Heute packen wir, nach 12,2 km die 1.000 Km-Marke. Joachim hat diesen Punkt GROSS mit Kreide markiert. Am 2. VP, den Brigitte und Marianne besetzt, gibt es einen Negerkuss. 1.000 Km liegen hinter uns. 1.000 km haben wir WECH. W E C H, einfach WECH!!!



Es sind allerhand Etappenläufer heute unterwegs. Unter anderem: Walter Zimmermann, Carmen Hildebrand, Stefan Bichler, Mirko Leffler und Gabi Gründling. Hinzu kommen meine Japaner, von denen ich nicht immer weiß, was sie vorhaben. Sie steigen ein oder aus oder laufen auch die Etappen durch. Ich muss mich um sie auch nicht weiter kümmern, denn Masakazu, ihr japanischer Betreuer kümmert sich um sie. Wenn er massiert, haben unsere europäischen Läufer unter seinen Fingern zu leiden. Er vergisst dann, dass diese nicht so gelenkig sind wie die Asiaten. Ein Franzose begibt sich in seine Hände und bekommt feuchte Augen. Masakazu macht mit ihm eine Verrenkung die nicht so gut ankommt. Ich höre einen Aufschrei!



Der TE-Fr 2012 ist auch im Rahmenprogramm des „Fulda-Marathons“ integriert. Für den „Fulda-Marathon“ sind weit über 2.500 Läufer gemeldet. Gern hätten wir es gesehen, wenn die Läufer des TE-FR 2012 gemeinsam mit den Läufern des „Fulda-Marathons“ gelaufen wären. Hierzu wäre allerdings ein verspäteter Start des TE-FR 2012 um mindestens 1 bis 1,5 Stunden notwendig gewesen. Die TE-FR Läufer laufen eine Stadionrunde, was nicht so einfach ist, denn die Marathonläufer machen sich für ihren Start warm. Es ist daher ein ziemliches Durcheinander. Ein Schüler will mit Henry noch um die Wette laufen. Es sind überall absperrposten der Polizei und sonstiger Ordnungskräfte vor Ort, sodass es für mich nicht einfach ist, zum Ort des Geschehens zu kommen. Es war geplant, dass die TE-FR Läufer noch über den Marktplatz laufen. Das hätte noch einmal eine extra Schleife ausgemacht, die die TE-FR Läufer mit Sicherheit bemerkt hätten. Das hätte wieder böses Blut gegeben. Wir wählen daher den einfacheren Weg und ersparen uns noch 1,5 km?



Ganz stark und für mich eine kleine Überraschung ist Stèphane Pelissier, der beinahe jede Etappe gewinnt. Verwundert bin ich auch über Henry. Der hatte doch schon am Start in Skagen 26 Tage in den Beinen. Nun, die Strecke brauchte er vielleicht zum warm werden? Auch er hat bereits einige Etappenziele für sich, als 1. Verbuchen können. Milan sieht nicht gut aus. Er hat ein verquollenes Gesicht und macht einen recht leidenden Eindruck. Wird er sich wieder fangen. Er ist ein erfahrener Läufer und hat bereits einen „TransAm“ gefinisht. Spitze finde ich Wolfgang Böss. Er ist gut drauf und stets gut gelaunt. Ehrlich, ich bin freudig überrascht. Beim DL2010 machte er einen sehr unauffälligen Eindruck und ich war erschrocken, als er sich für den TE-FR 2012 einschreiben ließ. Ja, mein Ambros. Es ist der Mann mit der Fahne, der Österreichischen Fahne. Absolut gut drauf. So gut drauf, dass es schon einmal nervt – Spitze!



Morgen schreibe ich über die Japaner und sonstige ausländischen Läufer. Es ist nicht immer einfach ein Thema zu finden, denn 64 Tage sind lang und meiner Phantasie sind Grenzen gesetzt. Die letzten Tage ließ ich mich über das Essen aus. Ich werde dieses Thema immer wieder aufgreifen und wenn es nur ein Absatz ist. Die Ernährung ist das A und O. Schreibe ich einmal über üble Laune in der Mannschaft, so ist oft das Essen schuld, also MUSS dieses Thema immer wieder aufgegriffen werden!



Es wäre schön, wenn auch andere Schreiben würden. Wir hätten dann eine positive Berichterstattung und man müsste nicht jeden Tag über die Freuden und Leiden eines Ingo Schulze lesen. Man sei jedoch versichert: Ich werde nicht ständig über glücklich Läufer, Vogelgezwitscher, grasenden Kühen usw. schreiben wollen. Ich möchte und das mache ich auch, über folgendes schreiben: FUTTER – OK, nicht OK, Qualität und Quantität. STIMMUNG DER LÄUFER UND BETREUER – sie sind lustig, schlecht drauf, sie maulen, sie sind unzufrieden, sie verfluchen mich UNTERBRINGUNG – Gut, Spitze, unter aller Sau, Zumutung, klein, groß, sauber, dreckig INGO – warum sollte ich nicht auch über mich schreiben? Auch mir geht es mal schlecht und fühle mich krank. Es gibt immer mal wieder Leute die jammern. Ingo soll 64 Tage immer gut drauf sein? Das glaubt mir doch keiner. STRECKE – Streckenprofil, Landschaft, Streckenmarkierung VERHALTEN DER MANNSCHAFT – damit meine ich Läufer und Betreuer, wie hinterlassen sie die Halle? Ich bitte stets um Sauberkeit! Verlassen der Toiletten und Duschen. Es gibt noch so einige Punkte, die man hier aufführen könnte.



Was will ich mit diesem unsinnigen Geschreibe zum Ausdruck bringen? Ich möchte ein abgerundetes Bild über diesen Lauf erstellen. Ihr daheim sollt mit uns leiden. Ihr sollt euch mit uns freuen! Ihr sollt mit uns weinen! Die ersten Kritiken über meine Schreiberei habe ich bereits bekommen. Sie waren beinahe alle positiv und ich bedanke mich für die Anerkennung! Das Negative ist nicht unbedingt negativ, sondern eher kritisch gemeint. Es fragte jemand, warum ich soviel über das Essen schreibe. Wenn er den heutigen Bericht liest, dann hat er seine Antwort. Ich bedanke mich aber ausdrücklich für die Kritik, die ich als eine berechtigte Kritik aufgefasst habe. Um diese Thema nun zu beenden, noch etwas: „Ich bin kein Schriftsteller, kein Goethe, kein Schiller. Ich tauge noch nicht einmal dazu mich besonders schriftlich auszudrücken. Meine Wortwahl ist nicht immer geschickt und ich schreibe das, was mir gerade durch den Kopf geht. Wenn ich mein drittes Buch fertig habe, lasse ich es von jemandem korrigieren, der besser schreiben kann. Man wird dennoch den Schalk von Ingo im Buch erkennen. Ich war 34 Jahre Ultramarathonläufer und laufe heute nur noch ein paarmal um den Häuserblock“.



In Queck sind wir in einer großen Halle prima untergekommen und hier stimmt alles. Meinen herzlichen Dank an die Gemeinde Queck. Herr Bürgermeister, Wilhelm Friedrich, hat uns persönlich willkommen heißen und wir haben uns für heute Abend zu einem kleinen Schnäpsle verabredet.





Ingo zur 16. Etappe

Zeitlofs nach Dettelbach / 03.09.2012
81.6 km / 1138.6 km gesamt
50.7 mi / 707.5 mi gesamt
37 Teilnehmer am Start / 36 Teilnehmer gewertet

Tageswertung

1. 18 Henry Wehder Germany 7:12:41
2. 02 Stéphane Pelissier France 7:22:19
3. 27 Trond Sjavik Norway 7:36:05
 

Gesamtwertung

1. 02 Stéphane Pelissier France 103:04:33
2. 01 Robert Wimmer Germany 107:53:47
3. 27 Trond Sjavik Norway 109:01:17

16. Etappe: Zeitlofs nach Dettelbach


Tag: 81,6 km – Gesamt: 1.138,6 km

Ein großes Schnitzel und dann einen Holunderschnaps mit dem Bürgermeister



Die Ehrenrunde im Stadion beim „Fuldamarathon“ kam nicht bei jedem gut an. Es ist verständlich, aber auch schade. Schade deshalb, weil diese Ehrenrunde beim „Fulda-Marathon“ ein kleines „high light“ sein sollte. Verständlich aber auch, weil es auch auf die körperliche Verfassung, des Einzelnen Läufers, ankommt. Heike fand es gar nicht lustig, denn sie hatte zwei Tage zuvor enorme Probleme und rappelt sich gerade wieder auf. Nun wird ihr noch gesagt: „Zeige dich und laufe mal eine Ehrenrunde“! Einigen Läufern ist, ist aufgrund ihrer Erschöpfung, jeder Meter zu viel. Sie wollen möglichst im Zeitlimit bleiben und da stört jeder zusätzlicher Meter. Die weitere „Ehrenrunde“ über den Marktplatz blieb ihnen aber dafür erspart. Die Streckenlänge hat sich dadurch nicht verändert. Wolfgang Böss fand es, durch die vielen Läufer die sich warmliefenn, etwas nervig und andere Läufer genossen die Ehrenrunde. Alles in allem aber – tolle Sache. Ich danke dem „Fulda-Marathon-Lauf“ für die Kooperation und dass man es uns möglich gemacht hat, bei diesem tollen Event ein Teil der Veranstaltung zu sein! Ich danke auch besonders Thomas Herget, mit dem ich immer wieder in Verbindung stand.



Vom Vorabend haben wir noch Schnitzel und Leberkäs übrig gehabt. Im Zielbereich werden daher Brote mit Schnitzel und Leberkäs vorbereitet. Zum Frühstück geht es im Dunkeln zum Frühstück. Was macht denn Kazuko da? Etwa 12 oder 15 Zuckerwürfel füllt sie in ein kleines Gefäß. Erst denke ich, dass sie eine Pferdenärrin ist, aber dann werde ich doch neugierig. Die trinkt den Kaffee mit weit über 10 Zuckerwürfeln. Das ist doch schon eher Sirup? Nun denn!



Mein Kühlschrank im Wohnmobil will nicht. Mal sehen, was die Gebrauchsanleitung hergibt. Wenn ich Glück habe, dann komme ich an einem Wohnmobilhändler vorbei. Wäre schon gut! Das Problem hat sich in Dettelbach erledigt. Wiese läuft die „Gurke“ wieder? BINGO!

Frèdèric Borel hat Probleme mit einem Zahn. In Dettelbach werde ich Frèdèric, mit Hilfe von Rainer Koch, zum Zahnarzt schicken. Rainer ist inzwischen bekannt, wie ein „Bunter Hund“. Er war Sieger beim „TE-FR 2009“. Er siegte auch bei einem meiner „Spreeläufe“ und „Deutschlandläufe“. Seine Erfolgsserie ist inzwischen Ellenlang!



Jetzt, wo ich Gabi Gründling vor Ort habe, werde ich versuchen, dass meine letzten kleinen Probleme in Sachen Zeitnahme behoben werden. Die Zeitnahme sieht zwar schon recht gut aus, aber ist noch Verbesserungswürdig. Carmen Hildebrand ist einige Tage als Etappenläuferin dabei. Sie spricht sehr gut Französisch und hat sich ebenfalls zur Verfügung gestellt, wenn ich ihre Sprachkenntnisse benötige. Die Kommunikation mit dem Webmaster ist leider nicht sehr gut, da ich oftmals umsonst versuche anzurufen. Er ist oftmals unterwegs und hat sein Handy nicht dabei. Dadurch komme ich immer mal wieder ins Schwitzen. Ich denke aber, dass in Deutschland alle Probleme behoben sind, sodass ich dann ohne ihn auskomme - Während des Rennens natürlich! Heute knacken wir die 2.700.000 Marke. Noch schlappe 300.000 und wir haben 3.000.000 Besucher auf der Webseite des TE-FR.



Milan sieht nach wie vor nicht sehr gut aus und er ist sehr schweigsam. Wie lange macht er es noch? Seine Augen sehen aus, als hätte er als Verlierer 10 Runden im Boxkampf durchgestanden. Wird er sich noch erholen? Er kam gestern mit Philippe ins Ziel. Die Beiden werden sich gegenseitig anfeuern? Ich hoffe, dass sie es nach Gibraltar schaffen und dass sie sich irgendwie erholen!



Heike scheint wieder in den Tritt zu kommen und macht einen optimistischen Eindruck. Wir drücken die Daumen! Nach dem Start geht es vor Roßbach ordentlich bergauf. Peter muss seinen Roller schieben. Würde er in normal treten, um vorwärts zu kommen und vergisst das Treten einmal, dann roll er zurück!



Nach dem Start haben die Läufer noch bis 9:00 Uhr mit Nebel zu kämpfen, aber die Straßen sind zum Glück wenig befahren. Nach dem 2. VP geht es in Serpentinen flott bergab. Mein Auto lasse ich spritsparend rollen und bremse nur ab und zu. Nicht so komisch für die Läufer. Es mag zwar toll sein, wenn man es bergab nur so „laufen“ lassen kann. Nicht aber, wenn du schon hunderte oder gar tausend Kilometer hinter dir hast. Die Füße sind empfindlich und jeder Amstupser bereitet dem Läufer schmerzen. Nun rennen sie oder besser, bewegen sie sich bergab und stupsen bei jeden Schritt mit den Zehen vorn am Schuh an. Einige haben ihre Schuhe bereits im vorderen Bereich aufgeschnitten. Es gibt Läufer, so einer war ich auch, der einen nagelneuen Schuh erst einmal mit dem Tapetenmesser bearbeitet.



Der TE-FR 2012 ist bisher überall gut angekommen und wird gelobt. Die 100% an Belobigen erhalten wir aber nicht. Ein Etappenziel beschwerte sich heute, dass neben dem Schulhofmülleimer ein Müllsack vom TE-FR 2012 abgestellt wurde. In einem Papierkorb befand sich ein ausgetretenes paar Läuferschuhe. Oder, wie sich der Beschwerdeführer ausdrückte: „Ein paar stinkende Latschen“! Nun, ich nehme es erst einmal hin und werde im weiteren Verlauf darauf achten, dass sich so etwas nicht widerholt. Man muss sich in den Etappenziele aber auch darüber im Klaren sein, das insgesamt runde 70 bis 75 Personen vor Ort sind. Ganz ohne Spuren geht es nun einmal nicht. Sollte der Beschwerdeführer diese Nachricht lesen, so bitte ich an dieser Stelle, vielmals um Entschuldigung!



In Dettelbach unterhalte ich mich mit Rainer Koch und der Vergleich TE-FR und LA-NY waren ein unausweichliches Thema. Man kann beide Veranstaltungen aber nicht miteinander vergleichen. Ich stehe jeden Tag beim TE-FR 2012 etwa 75 Leuten gegenüber. Beim TE-FR 2009 waren es sogar an einigen Tagen bis zu 110! Das Startgeld kann ich nur durch die Masse von 50 Läufern halten. In Amerika kamen die Läufer auf etwa 125% Mehrkosten. Die Teilnehmerzahl ist dadurch um einiges geringer. Beim TE-FR muss der Läufer nur: LAUFEN – ESSEN –SCHLAFEN. Beim TransAm, TransAustralia und LANY sieht es anders aus. Da muss jeder Läufer seinen eigenen Betreuer und Fahrzeug haben. Der Betreuer sorgt sich individuell um seinen Läufer. Sorgt für Unterkunft, Verpflegung usw. Wie gesagt: Ein Vergleich ist schlecht zu machen.



Wir haben die „MAINTAL-Halle“. Sie ist riesengroß. Platz –SATT! Schon bemerkt? Heute beenden die Läufer die 16. Etappe. Nun muss ich meinen Taschenrechner heraus kramen. Also: 64 durch 16 macht 4. Gegenrechnung: 4 mal 16 macht 64. Man kommt zum Schluss, dass heute 25% oder ¼ der Etappen hinter uns liegen. Ich verspüre jetzt leichten Hunger und futtere mein Schnitzel, was ich mir vor drei oder vier Tagen in den Kühlschrank legte. Es ist noch frisch. Daran erkennbar, weil es sich bewegt – Hupppsss, das war ein trockenes Bäuerchen!

Ingo zur 17. Etappe

Dettelbach nach Assamstadt / 04.09.2012
73 km / 1211.6 km gesamt
45.4 mi / 752.9 mi gesamt
36 Teilnehmer am Start / 36 Teilnehmer gewertet

Tageswertung

1. 02 Stéphane Pelissier France 6:17:12
2. 27 Trond Sjavik Norway 6:24:08
3. 18 Henry Wehder Germany 6:30:21
 

Gesamtwertung

1. 02 Stéphane Pelissier France 109:21:45
2. 01 Robert Wimmer Germany 114:25:32
3. 27 Trond Sjavik Norway 115:25:25

17. Etappe: Dettelbach nach Assamstadt


Tag: 73,0 km – Gesamt: 1.211,6 km

Ehemalige Kirche und heute ein Gemeindezentrum St. Kilian in Assamstadt



Das Frühstück wird heute wieder selbst zubereitet. Den restlichen Kuchen, der uns gestern von Brigitte Koch gebracht wurde, haben wir so nebenbei noch verputzt. Vielen Dank Brigitte Koch! Milan liegt erschöpft auf seiner Matte und man sieht ihm an, dass es ihm, alles andere, als gut geht. Er kam gestern erst in der Dunkelheit ins Ziel und drehte noch eine Extrarunde, weil er die Pfeile nicht mehr sah. Ich spreche mit ihm und gebe zu bedenken, dass er nicht mehr starten sollte. Ich bin etwas in der Zwickmühle, denn ich gab auch anderen, nach deutlichem Überschreiten des Zeitlimits, eine Chance. Nur ist Milan ein anderer Fall. Sein Gesicht ist verquollen und er kann kaum noch aus den Augen schauen. Hat er ein Problem mit den Nieren? Am Frühstückstisch werden Mutmaßungen laut, die mir Angst machen. Ich schaue mir seine Beine an und sie sind vergleichbar, mit denen eines Elefanten. Auch andere Betreuer und Läufer reden auf Milan ein – es hilft nichts!



Mit einem Magengrummeln lasse ich die 6:00 Uhr Läufer starten. Nein, mir ist wirklich nicht gut! Hätte ich nicht den Läuferbeirat einschalten sollen, um mir deren Einstellung anzuhören? Sie sind vielleicht froh, dass ich es nicht tat? Thierry startet sonst die zweite Gruppe um 7:00 Uhr. Ich bin, entgegen meiner Gewohnheit, aber noch da. Thierry meint daher, dass ich dann auch den 7:00 Uhr Start machen könnte. Gerade rufe ich: „Noch eine Minute“! Da bimmelt mein Telefon. Mir wird gemeldet, dass Milan am 1. VP raus ist. Mir tut jeder ausgeschiedene Läufer leid und versuche die Läufer von ihrem Entschluss abzuhalten. Im Fall Milan fiel mir aber ein Stein vom Herzen. Milan, entschuldige bitte, aber ich bin froh, dass du raus bist – Entschuldigung! Dein Zustand der letzten Tage hat mich aber sehr beschäftigt. Das Teilnehmerfeld ist nun 36 Mann stark. Daher: 36 x 100 durch 49 macht 73,47%



Das Streckenprofil ist heute wieder vom Feinsten. Bei einigen Steigungen stößt man mit der Nase auf dem Asphalt und wenn es dann wieder bergab geht, dann muss man auf seinen Hinterkopf aufpassen. Nebenbei bin ich auch Postbote. In der Hallenmitte steht stets ein Briefkasten der für Beschwerden und Postsendungen genutzt werden kann. Die Japaner sind fleißige Schreiber. In Deutschland steht an jedem dicken Baum ein Briefkasten. Die Karten und Briefe werde ich daher immer sehr schnell los. Wenn ich da noch an 2009 in Schweden, Finnland und Norwegen denke!



Ich überhole vorsichtig die Läufer, als mich ein Fahrzeug überholt. Das kann doch nicht war sein! Der hat doch wohl nicht alle Tassen im Schrank! Entschuldigung, aber ich muss mal wieder ausfallend werden und ich suche nach den richtigen Worten und habe die passenden gefunden: „Der ist als Mensch zu dumm und als Schwein hat er zu kleine Ohren“! Bestimmt so ein Typ, der kaum über den Tisch gucken kann und kaum hat er einen fahrbaren Untersatz, da ist er der Größte! War schon beeindruckend, wie er sich zwischen mir und den Läufern durchschlängelte. „Hast jut jemacht. Kannst schön brumm brumm machen. Wir sind echt beeindruckt wa“? OK –abhaken!



Jürgen steht heute am 1. VP und wurde von einem Radioreporter interviewt. Kurz darauf ist seine ruhige Stimme im Radio zu hören. Man weiß, dass der TE-FR 2012 heute die Gegend wieder unsicher macht! Im Ziel treffe ich auf Frau Zeitler. Die Asmund-Halle, so wurde mir bereits im weiten Vorfeld mitgeteilt, können wir in diesem Jahr nicht bekommen. Wir werden stattdessen, wenige hundert Meter von der gewohnten geräumigen Asmund-Halle, im Gemeindezentrum untergebracht. Es war einmal eine Kirche. Der Platz ist nicht sehr üppig und es sind auch keine Duschen vorhanden. Man hat aber eine Lösung für uns gefunden. Die Läufer werden etwa einen km zum Duschen ins Sportlerheim kutschiert. Prima von Assamstadt gelöst. Ich kann mich nur im Namen des TE-FR 2012 bedanken.



Alles in allem werden wir wieder sehr nett aufgenommen. Ich habe mal durchgerechnet. Ich war mit meinen Läufen 1098, 2005, 2006, 2007, 2008 und 2010 mit den DL da. Im letzten Jahr mit den Horb-Berlin-Lauf und nun mit dem TE-FR 2012. Es ist daher der ACHTE Besuch in Assamstadt! Im Foyer ist eine Kuchentheke aufgebaut. Für den Kuchen sollte etwa 1,00 Euro in die Schatulle geworfen werden. Das ist aber einen Selbstverständlichkeit. Man hat es sehr gut mit uns gemeint und es wurden Gymnastikmatten zur Verfügung gestellt. Leider ZU GUT gemeint. Ich bin davon nicht so begeistert, denn sie sind breit und nehmen Platz weg. Ich muss immer mal wieder Matten zusammenschieben, damit Platz frei wird. Wenn dann noch jemand links und rechts der Matte sein Gepäck abstellt, dann wird es mit dem Platz noch kritischer. Egal, ich schiebe das Zeug beiseite.



Peter wollte einen Orthopäden in Assamstadt aufsuchen, aber den hat man hier nicht. Wir werden es in Malmsheim versuchen. Milan sollte besser noch einen Arzt aufsuchen. Auf jeden Fall setzt er erst einmal für Tage aus, wie es dann weitergeht, wird man sehen!



So schön und Gastfreundlich Assamstadt ist, es hat nur einen Mangel – die Internetverbindung! Dafür kann Assamstadt natürlich nichts und war eher Spaßig gemeint. Thierry fliegt jedes Mal aus der Verbindung. In meinem Wohnmobil geht es einigermaßen. Man muss manchmal nur einen Schritt nach recht oder links gehen. Dennoch, wir werden heute alles ins Netz stellen können!





Ingo zur 18. Etappe

Assamstadt nach Frankenbach / 05.09.2012
65.2 km / 1276.8 km gesamt
40.5 mi / 793.4 mi gesamt
36 Teilnehmer am Start / 36 Teilnehmer gewertet

Tageswertung

1. 02 Stéphane Pelissier France 5:44:19
2. 27 Trond Sjavik Norway 5:51:46
3. 18 Henry Wehder Germany 5:56:31
 

Gesamtwertung

1. 02 Stéphane Pelissier France 115:06:04
2. 01 Robert Wimmer Germany 120:35:37
3. 27 Trond Sjavik Norway 121:17:11

18. Etappe: Assamstadt nach Frankenbach


Tag: 65,2 km – Gesamt: 1.276,8 km

Vor dem Abendessen fanden sich noch Ruth und Adam Jäger ein. Die Beiden kenne ich schon sehr lange und man freut sich nach einem langen Wiedersehen. Den leckeren Streuselkuchen, den sie mitbrachten, haben wir schnell verputzt. Mit Kuchen halten sich die Läufer nicht lange auf. Ich übrigens auch nicht. Dumm nur, dass ich heute Morgen 5 Mohrenköpfe ins Gefrierfach legte und die Dinger nun lutschen darf. Dumm gelaufen! Den „Erfrischungsstäbchen“ machte es nichts. Die schmecken besonders lecker, wenn sie einige Zeit im Gefrierfach lagen. Da kenne ich mich aus!



Vor dem Abendessen begrüßte Frau Zeitler, vom hiesigen Sportverein, offiziell die Teilnehmer und Betreuer des TE-FR 2012. Anschließend richtete Bürgermeister Herr Döffinger einen Willkommensgruß in Deutsch und Englisch. Noch ein Foto vor dem Zieleinlaufbanner und dann ran an die Töpfe. Man ließ es sich schmecken und Ingo war zufrieden, denn es reichte dicke!



Das Frühstück ist ebenso reichhaltig. Aber: Katastrophe: Eines der beiden Käsesorten geht zu Ende. „Ja, wat machn wi dann nur“? Helmut holte noch einen Käse aus seinen Beständen. Im Ernst: Sind das Probleme? Wieder bin ich beim leidigen Thema ESSEN. Es IST EIN PROBLEM. Daran sind schon einige Veranstalter verzweifelt. Die Amis und Australier waren da mit ihren Kontinentalläufen etwas schlauer als ich. Da hatte jeder seinen EIGENEN Betreuer und Fahrzeug. Der Veranstalter zeigte wo es langging und die Betreuer hatten ihren Athleten nahezu zu 100% zu versorgen. Sprich Unterkunft, Tanken, Streckenverpflegung, Abendessen, Frühstück … Für den Betreuer ein 25 Stunden Tag. 25 Stunden deshalb, weil er oftmals die Mittagspause durchgearbeitet hat.



In Australien waren 5 Läufer am Start und man mietete sich ein Wohnmobil. 5 Läufer und ein Betreuer in diesem Kasten? Da schlief man, soweit es, vor und unter dem Wohnmobil. Etwa 12 -18 Liter Wasser verbrauchte jeder Läufer in der Wüste, was dann einen Vorrat von mindestens 60 Litern und mehr ausmachte. Das soll erst einmal gebunkert werden!



Nun denn, wir sind beim TE-FR 2012. Die ersten 15 km genießen wir Natur pur. Die Läufer können in Ruhe ihres Weges ziehen, wenn nicht gerade Ingo von hinten herannaht. „Ah, tut mir leid, dass du beinahe in den Graben hüpfen musstest. Kommt nicht wieder vor.“ Dennoch: „Schwund ist einkalkuliert“ War ein Witz, war ein Witz“! Egal, schon passiert. Nein, echt: War ein Witz und hätte ich nicht schreiben sollen. Ich habe aber keine Ahnung, wie ich TIPPEX auf einem Laptop anwende! Es gab aber schon Leute die auf einem Laptop gekackt haben, weil sie aufgefordert wurden, den Code einzugeben. Ausgesprochen hört es sich an wie Kot. Dass kann man dann auch missverstehen! Hätte ich auch nicht schreiben sollen. Wenn ich wirklich mein drittes Buch schreiben sollte, dann lasse ich solche Unmöglichkeiten WECH. Jetzt sind wir ja unter uns!



Es geht heute über die JAGST und später in Richtung Berlichingen. Herr Götz von Berlichingen sagte einmal: „Sage ihm, er möge mich am Arsche lecken“! Oder so ähnlich? Heute ist dieser Satz nicht mehr wegzudenken und gehört zu unserem Sprachschatz. Nur sagen wir heute nur noch ganz schlicht: „Leck mich am Ärmel“! Oder so? Nun denn: „Dat is nu ma so“!



Wir sind in einer Dreifeldsporthalle untergebracht. Diese ist so groß, dass man seinem Matratzennachbarn lauf zurufen kann. KÖNNTE, aber man schläft beinahe so dicht nebeneinander wie in einer kleinen beengten Halle. Das Mittelfeld der Halle bleibt ungenutzt. So gesehen gibt es kaum eine Halle die für uns groß genug ist. Im Ernst: Es kam mal 2009 jemand in die Halle und war am fluchen. Auf die Frage, was denn los sei, empörte er sich, dass die besten Plätze weg seien. Beste Plätze? Die Halle ist doch riesig! Ja, aber er wollte einen Schlafplatz unter der Sprossenwand, damit er seine Kleidung zum Ausdünsten aufhängen kann! Kein Witz, aber solche Probleme gibt es auch! Heute schon gelacht?



Gegessen wird zu Abend in der Pizzeria „Mare e Monte“ bei Emilio Romano. Die Pizzeria ist gleich neben der Sporthalle. Das Angebot ist sehr günstig und wir haben 2011 beim „Horb-Berlin-Lauf“ hier auch gegessen. Herr Romano meint es Super und hat eine richtige Speisekarte erstellt. Sie könnte aber auch verwirren. Es gibt drei Angebote Salat, zwei Angebote Pasta und ein Pizza Angebot. Man kann daher aus acht Angeboten wählen.



Die Familie von Milan macht sich Sorgen. Ich kann sie mit einer Mail beruhigen, dass alles im „grünen Bereich ist“! Peter hat Probleme und will einen Arzt. Beim Rollerfahren geht es ihm einigermaßen. Steigt er ab und geht in die Halle, dann plagen ihm Hüftschmerzen. Said Kahla ist heute zu uns gestoßen und wird drei Tage bleiben. Er schaut nach Peter. Er kann sicherlich helfen. Wenn nicht, dann müsste Peter einen Orthopäden aufsuchen?





Ingo zur 19. Etappe

Frankenbach nach Malmsheim / 06.09.2012
62.5 km / 1339.3 km gesamt
38.8 mi / 832.2 mi gesamt
36 Teilnehmer am Start / 35 Teilnehmer gewertet

Tageswertung

1. 02 Stéphane Pelissier France 5:14:54
2. 18 Henry Wehder Germany 5:26:48
3. 27 Trond Sjavik Norway 5:37:54
 

Gesamtwertung

1. 02 Stéphane Pelissier France 120:20:58
2. 01 Robert Wimmer Germany 126:36:10
3. 27 Trond Sjavik Norway 126:55:05

19. Etappe: Frankenbach nach Malmsheim


Tag: 62,5 km – Gesamt: 1.340,8 km

GESTERN: Gutes Essen im Freien und einem Glas Wein beim Italiener HEUTE: Alles OK Druck bekam ich heute vom Hausmeister, weil beinahe alle Fahrzeuge im Hallenbereich standen. Sie hätten, weiter weg, im Schulgelände stehen müssen. Dumm gelaufen und er hatte ja recht. Andererseits wäre es für das ganze Unternehmen blöd gewesen. Ich werde mich in einer späteren Mail bei der Stadt entschuldigen. Ich bin hier aber auch Egoist und meine: Hauptsache es läuft alles, alle sind zufrieden, ich habe meine Ruhe und schone meine Nerven. Ich muss leider zugeben, dass meine Nerven immer wieder sehr strapaziert sind. Nach einigem Nachdenken stelle ich dann fest, dass ich die Nerven umsonst strapaziert habe. Das ist allerdings mein persönliches Problem und damit muss ich selbst fertig werden. Ich hatte gestern so einen Tag. "Wat solls, musste durch" Das Essen war OK und wir hatten reichliche Auswahl. Mit dem Wirt war abgemacht: wenn noch jemand Hunger hat, dann bekommt er noch einmal eine halbe Portion. Das kam nicht so richtig rüber, weshalb einige Leute ein zweites Mal auf eigene Kosten bestellt. Aber auch hier: "Wat solls, daran werdet ihr sicherlich nicht untergehen"!

Peter wurde von Said Kahla nach ins Krankenhaus gefahren. Seine Schmerzen wurden immer schlimmer. Sehr viel konnte man dort auch nicht tun, aber es geht ihm etwa besser. Hoffen wir, dass sich das alles wieder gibt und er sein Ziel in Gibraltar erreichen wird. Er wäre dann der Einzige weltweit, der drei Transkontinentalläufe mit dem Tretroller bestritten hat. Nämlich den TE-FR 2009, den LA-NY 2011 und nun den TE-FR 2012. Sie kamen erst spät wieder, als das Essen des TE-FR 2012 beendet war. Wir waren ja im Restaurant und daher war es kein Problem.

Ich bin froh, dass die Engländerin Louise Scholl wieder da ist. Ich habe dann wieder Unterstützung bei der Zeitnahme. Das beherrscht Thierry zwar sehr gut und kann es allein machen, aber wenn spezielle Probleme auftauchen, dann fühle ich mich schon sicherer, wenn ich sie in meiner Nähe habe. Sie war 14 Tage weg und bleibt jetzt bin Gibraltar. In der Zwischenzeit hatte sie einen Unfall und das Knie (rechts oder links?) musste genäht werden. Die Fäden sollten Morgen gezogen werden. Wie der Zufall es will, wir haben ja Said für drei Tage dabei. Said ist Arzt – was will man mehr?

Julia Fatton ist zu uns gestoßen und bleibt einige Tage. Julia war ja mit der Startnummer 53 für den TE-FR 2012 gemeldet. Aus gesundheitlichen Gründen musste sie den Start absagen. Zum Glück hörte sie auf mich und hat sich versichert. Denn 6.000 Euro Startgeld ist ja auch kein Pappenstiel! 6.000 Euro Startgeld ist gut, wenn bloß nicht das Finanzamt jedesmal 19% kassieren würde!

Milan Milanovic fährt heute nach Hause. Er bedankte sich noch sich noch einmal bei den Betreuern und Teilnehmern. Schade, denn er hätte es unter normalen Umständen gut schaffen können. Immerhin hat er 1993 den TransAmerika, von Los Angeles nach New York gefinisht. Aber es kann mal so und mal so laufen. Nun soll er sich erstmal wieder sammeln!

Meine Situationsberichte finden immer wieder Anerkennung, so auch heute vor dem Start, als einige Angehörige der Läufer auf mich zukamen. Kritik erhalte ich natürlich auch, aber ich muss denen immer wieder mitteilen, dass er kein nachkomme von Goethe, Schiller, Max Schmeling- auch NEIN, dass war ja kein Schriftsteller, aber die Erstgenannten. Nun ist es aber geschrieben und ich weiß immer noch nicht, wie ich TIPPEX auf einem Laptop anwende!

36 Läufer noch im Rennen, also noch 73,47%. Bei den Etappenläufern unter anderem heute dabei: Jürgen Baumann, Lionhardt Bittel, Said Kahla, Bernd Kalinowski und Carmen Hildebrand. Gabi Gründling läuft heute die ersten 30 km. Peter hat heute keine Lust. Normal teilen sie sich ja immer eine Etappe. Peter hat heute Ruhetag. Gabi fotografiert und schreibt einen Bericht. Mal sehen, wie ich da wegkomme. Die Bilder ab der 14. Etappe sind ALLE von Gabi!

Philippe Grizard schleppt sich weitab vom vorletzten Läufer dahin. Er ist ein ruhiger und BESONDERS freundlicher Mensch. Ich wünsche ihm, dass er sich wieder fängt und ich ihm in Gibraltar zu seinem Erfolg gratulieren kann. Er macht das schon! Im Ziel die Enttäuschung. Wer kommt auf mich zu? Philippe, ich habe es geahnt, aber den Gedanken verdrängt! Es hat nicht sollen sein? Nun sind noch 35 im Rennen und daher 71,43%. Es tut mir in der Seele quietschen, aber es ist nun einmal so. Der Nächste der aussteigt wird "Kielgeholt"! Der Ausdruck ist nicht bekannt? Die nächste Sendung mit Kapitän Blaubär und Hein Blöd nicht versäumen. Das sind noch echte Seebären!

Wir kommen in MEINE Heimat. Ich lebe seit 27 Jahren in Horb-Nordstetten und warte auf meine Einbürgerung. Das ist als Hamburger Jung nicht so einfach. Es wurden von mir zwar soweit alle Voraussetzungen erfüllt und das Schwabenalter, wo man gescheit wird, habe ich seit 24 Jahren überschritten, aber ich muss noch an meiner Aussprache arbeiten. Statt VERSTEHEN muss ich VERSDOSCHT sagen. Daran muss ich noch arbeiten. Aber das ich deshalb Schwabe werde? Ich bleibe daher ein "Reingeschmeckter"! Ich denke aber, dass die Schwaben mich mögen – oder nicht? Ich will gar nichts hören!

Zwischen dem 2. Und 3. VP hat jemand einen zusätzlichen VP aufgebaut. Vielen Dank – Spitze! Am 3. VP bei Veronika haben Angehörige von Ewald Komar ein Transparent installiert, mit der Aufschrift: "Luck for your way to Gibraltar"! Wenn ich solche Initiativen mitbekomme, dann kann ich mich vor Begeisterung kaum beruhigen und kann nur sagen: "Spitze, Spitze, Spitze, …"! Jetzt muss ich mit SPITZE aufhören, sonst wird der Bericht zu lang und das Essen brennt an! Einmal noch: SPITZE!

Werner Sonntag ist bei uns, dass ist mir eine besondere Freude. Er schrieb etliche Laufbücher. Sein bekanntestes Buch ist wohl "Irgendwann musst du nach Biel". Er war früher Redakteur bei den "Stuttgarter Nachrichten". Klaus Schumacher ist ebenso eingetroffen. Er übernimmt morgen das Fahrzeug vom Ehepaar Fender, die nach Nordstetten laufen wollen, dann fahren sie mit ihrem Fahrzeug wieder nach Malmsheim. Klaus fährt ab Nordstetten meinen "Opel-Combo", wodurch wir dann einen weiteren VP besetzen oder verstärken können.

In Renningen-Malmsheim sind wir in der Turnhalle des "TSV Malmsheim e.V." untergekommen. Es ist eine Einfeldturnhalle und bietet genug Platz. Einige werden früher oder später von einer KLEINEN Halle berichten. Dem möchte ich vorbeugen, denn in der Regel sind nur solche Hallen verfügbar. Eine Zweifeld- oder gar Dreifeldhalle zu bekommen, ist immer wieder ein Glücksfall. Man sieht, dass man sehr schnell verwöhnt wird. Hört man Berichte vom TransAm oder TransAustralia, dann stehen einem die Nackenhaare zu Berge. Meine unumstößliche Behauptung daher: Wir sind bisher stets BESTENS untergebracht gewesen. Auch wenn es mal hieß, dass man mit dem Achterteil (Achtern ist hinten. Backbord ist links und Steuerbord ist rechts. Nicht so wichtig!) zusammenrücken muss. Da dürfen kein Koffer rechts und die Sporttasche links des Schlaflagers stehen. Alles Andere ist unkameradschaftlich. Bis demnächst!!!

Ingo zur 20. Etappe

Malmsheim nach Nordstetten / 07.09.2012
58 km / 1397.3 km gesamt
36 mi / 868.2 mi gesamt
35 Teilnehmer am Start / 35 Teilnehmer gewertet

Tageswertung

1. 02 Stéphane Pelissier France 5:00:24
2. 27 Trond Sjavik Norway 5:04:01
3. 18 Henry Wehder Germany 5:07:40
 

Gesamtwertung

1. 02 Stéphane Pelissier France 125:21:22
2. 27 Trond Sjavik Norway 131:59:06
3. 01 Robert Wimmer Germany 132:00:57

20. Etappe: Malmsheim nach Nordstetten


Tag: 58,0 km – Gesamt: 1.397,3 km Ingos home town. It’s calls Horb-Nordstetten

Das Abendessen wurde im Vereinsrestaurant des „TSV Malmsheim e.V.“ eingenommen. Es gab Nudeln, Gulasch und Vegetarisches. Als die Portionen zur Neige gingen, reagierte der Wirt schnell und es wurde nachgebrutzelt. Es wurde jeder satt und es reichte für ein sattes Bäuerchen! Zum Essen schmeckt ein schönes kühles Bier. Ich muss immer wieder einige darauf aufmerksam machen, dass die eigene Bierflasche, auch wenn sie bei Helmut preisgünstiger ist, nicht ins Restaurant gebracht wird. Bis Gibraltar hat es jeder begriffen – gell? Gehen die Kameraden sonst nicht ins Restaurant oder haben die Kameraden einen toleranten Wirt in ihrem Stammlokal? Bis zum Sonnenuntergang saß man noch vor der dem Vereinshaus und ließ den Tag ausklingen.



Am gestrigen Tag kam jemand vom Amt-Heilbronn oder woher! „Nein, hier dürfen sie nicht stehen“! Der Grund war zwar nicht ersichtlich, aber der VP zeigte sich einsichtig und bat um die Abräumzeit von 10 Minuten. Das war genau die Zeit, in der der letzte Läufer seinen VP passierte. Nun waren alle glücklich und zufrieden – was will man mehr. Tja Heilbronn, da habe ich immer so meine Probleme, aber vergessen wir es!



Heute kommen wir nach Horb-Nordstetten. Es ist für mich ein besonderer Tag der viel zu schnell zu Ende geht. Ich werde schon von meinen Nordstetter Enkelkindern erwartet Jessica ist mit 11 Jahren die älteste. Dann kommt Sandra, Anna und Sören. Sören ist mit 1 ½ Jahren das jüngste Enkelkind. Ich habe noch zwei Enkelkinder in Tiengen. Es sind Antonia mit 2 ½ und Jakob mit 1 ¼ Jahren. So gesehen habe ich 6 Enkelkinder. Ein Leben ohne meine Enkelkinder? Geht gar nicht!



Heute als Etappenläufer dabei: Carmen Hildebrand, Said Kahla, Jürgen Baumann, Birgit Fender, Norbert Fender, Reinhard Schulze (Papas Sohn) und einige andere Läufer. Ich bin heute etwas im Stress und fasse mich daher etwas kürzer.



Mein Heimatort Horb-Nordstetten zeigt sich von der absolut sonnigsten Seite. Die Sonne scheint, mehr als für die Läufer gut ist. Im Etappenziel kann man es aber genießen, denn ein gemütliches Beisammensein im Freien hat doch etwas – oder doch? Martin Schneiderhan, einer der rührigsten Nordstetter organisierte auf privater Basis einen Stand, an dem er Würstchen, Getränke, Kuchen und Kaffee verkaufte. Der Erlös geht an den städtischen Kindergarten-Nordstetten. Die haben im Moment ein paar Euro nötig. Ich lud einige auf ein Würstchen, Kuchen oder Kaffee ein. Zwei Würstchen habe ich selbst verputzt. Meine Abrechnung habe ich aufgerundet. Ich werde aber etwas für den Kindergarten nachschieben!



So, nun schließe ich, denn ich muss schauen, ob ich etwa 10 Teilnehmer und Betreuer zusammenbekomme. Um 18:00 Uhr ist die Eröffnung vom „Horber-Neckarblühen“ und da sind wir ein Programmpunkt. Mehr darüber im morgigen Bericht!





Ingo zur 21. Etappe

Nordstetten nach St.Georgen / 08.09.2012
58 km / 1455.3 km gesamt
36 mi / 904.3 mi gesamt
35 Teilnehmer am Start / 35 Teilnehmer gewertet

Tageswertung

1. 02 Stéphane Pelissier France 5:05:19
2. 18 Henry Wehder Germany 5:10:48
3. 27 Trond Sjavik Norway 5:25:09
 

Gesamtwertung

1. 02 Stéphane Pelissier France 130:26:41
2. 27 Trond Sjavik Norway 137:24:15
3. 01 Robert Wimmer Germany 137:41:35

21. Etappe: Nordstetten nach St. Georgen


Tag: 58,0 km – Gesamt: 1.455,3 km Festauftritt des TE-FR beim „Horber-Neckarblühen“

Leider Müssen wir Horb wieder verlassen. Aber noch kurz eine Rückschau auf den gestrigen Tag.

Martin Schneiderhan hatte nicht zu viel versprochen. Die ankommenden Läufer wurden vor dem neugestalteten Festplatz vor dem Nordstetter Schloss mit Beifall empfangen. Der Großteil der Läufer hielt sich dort auf und ließ sich Bratwurst, Kuchen und Getränke schmecken.



Ein Teil der Läufer und Betreuer erklärten sich bereit, mit mir, zur Eröffnung des „Horber-Neckarblühen“, auf den „Horber Flößerwasen“, zu gehen. Wir waren hier als Programmpunkt und Ehrengäste angesagt. Oberbürgermeister Rosenberger begrüßte die Festgäste um im Besonderen die Abordnung des TE-FR 2012. Auch ich durfte kurz das Wort ergreifen und versicherte der Bevölkerung, dass es den Läufer sehr gut gefällt und es uns eine Ehre ist, als besondere Gäste empfangen zu werden. Toll war auch, dass wir Uwe Schütz trafen. Er war Chef der Wissenschaftler beim TE-FR 2009. Kaum bekam ich mein Geschenk vom OB, in Form eines Fresskorbes, da rumorte es in meiner Abordnung. Denn: „Wir wurden genug geehrt, nun zum Futter fassen im chinesischen Restaurant der Familie Lin in Nordstetten. Das Buffet wurde immer wieder nachgefüllt und die Mannschaft konnte futtern bis zum Stillstand der Augen.



Schön war es für mich, dass ich nach vier Wochen meine Familie wiedersehen konnte. Mein Sohn Reinhard lebt mit seiner Frau Elke und den vier Kindern, Jessica, Sandra, Anna und Sören, etwa 450 Meter von meinem Haus. Heute werde ich meinen Sohn Thomas mit seiner Frau Solveig und den Kindern Antonia und Jakob. Der Abschied aus Nordstetten fiel mir sehr schwer. Nun denn: in einigen Wochen sieht die Welt wieder anders aus.



Bevor ich mich dem heutigen Tag zuwende, noch eine Anmerkung zu gestern: Ich lasse ich immer in zwei Gruppen starten. Gestern kam es das erste Mal vor, dass Läufer der 1. Gruppe im Ziel eintrafen. Der eigentliche Tagessieger kam als 4. Oder 5ter ins Ziel, das war nicht gut. Wie sagte noch Julius Cäsar? „Ehre, wem Ehre gebührt“! Ich hoffe, dass ich die heutige Einteilung etwas besser hinbekommen habe. Aber siehe da, es wurde heute Morgen schon wieder gefeilscht, wie auf einem türkischen Bazar! Eventuell muss ich auch Morgen wieder meine Einteilung überdenken?



So, JETZT sind wir bei HEUTE. Meine Enkelin Sandra machte mich darauf aufmerksam, dass einem Läufer das einnähte Firmenetikett aus der Hose hängt. Man kennt diese Etiketten. Sie beinhalten den Hinweis: nicht bügeln, nur bis 60 Grad waschen usw. Nun, was sollte der Hinweis, ist doch egal. Jessica erklärte mir warum sie das lustig findet. Denn: „Wer so herumläuft, hat ein ARSCHFAX“! Jetzt sind wir wieder beim AR…!



Bei sonnigem Wetter laufen die Läufer in St. Georgen ein. Bürgermeister Rieger und Frau Weißer vom Ordnungsamt beklatschen die Läufer. Annette Bolisch unterstützt mich seit den Deutschlandläufen 2005. Gefuttert wird heute wieder bei einem Chinesen.





Ingo zur 22. Etappe

St.Georgen nach Bad Krozingen / 09.09.2012
74.5 km / 1529.8 km gesamt
46.3 mi / 950.6 mi gesamt
35 Teilnehmer am Start / 34 Teilnehmer gewertet

Tageswertung

1. 02 Stéphane Pelissier France 6:22:37
2. 18 Henry Wehder Germany 6:34:58
3. 27 Trond Sjavik Norway 6:52:40
 

Gesamtwertung

1. 02 Stéphane Pelissier France 136:49:18
2. 27 Trond Sjavik Norway 144:16:55
3. 01 Robert Wimmer Germany 144:42:44

22. Etappe: St. Georgen nach Bad Krozingen Tag: 74,5 km – Gesamt: 1.529,8 km


Der TE-FR 2012 kreuzt den „Mountainbike Marathon“ mit 1.000 Teilnehmer in Furtwangen

Das Frühstück wurde in der „Robert-Gerwig-Schule“ eingenommen. Hier kennen wir uns bestens aus und wir können das Frühstück wieder im Klassenzimmer 22 herrichten. Es ist sehr kühl, um nicht zu sagen: „Es ist nicht besonders warm“! Die frische des Morgens bekommt Joachim Barthelmann als erstes zu spüren, denn er macht den allergrößten Teil der Streckenmarkierung auf dem Rad. Fröstelnd stehen die Läufer an der Startlinie und warten auf das Signal zur 22. Etappe. Es ist ein schönes Gefühl zu wissen, dass dieses die 22. Etappe ist, denn nun haben wir ein Drittel hinter uns. Das ist doch schon etwas?



Frèdèric Gallais schläft überwiegend in seinem eigenen Zelt und es ist dabei egal, ob wir eine große oder kleine Halle haben. Nun denn: jeder, wie er es mag! Er sieht übrigens zurzeit nicht gut aus. Als ich an ihm vorbeifahre, habe ich eine Ahnung, dass er heute sehr spät im Etappenziel eintreffen wird. Aber noch ist der Tag ja nicht zu Ende. Sorge auch um Heike Pawzik. Wo will sie ihre Kraft hernehmen? Sie füllte sich gestern beim Abendessen den Teller mit allerlei leckeren Sachen auf und verhungerte beinahe vor vollem Teller. Sie konnte nicht essen, weshalb ich ihre Portion einpacken ließ. Sie rannte die ganze Nacht auf die Toilette um zu spucken. Wie wird ihr Tag heute enden?



Etwas Ärgerlich erscheint mir heute, dass wieder so einige Schnarcher auf der Straße laufen, obwohl es einen Fußweg gibt. Durch mein schimpfen, laufen sie auf dem Fußweg. Wie lange? Keine Ahnung! Ich bin aber auch kein Kindermädchen und kann nicht über 4.178 km Schülerlotsen abstellen.



Vor Furtwangen, bei km 13 ist ein Trassierband gespannt. Davor steht ein offener Geländewagen. Ich frage den Fahrer, was hier los sei? Es findet heute ein „Mountainbike-Rennen“ statt. Mit dem Streckenposten des Rennens habe ich einen weiteren Streckenposten für den TE-FR 2012 gewonnen. Er achtet an dieser Stelle darauf, dass die Läufer richtig nach rechts abbiegen.



Gabi ruft um 8:10 an und meldet, dass sich einige verlaufen haben. Irgendwie sind die auf die Strecke der Mountainbiker, oder weiß der Henker, gekommen. Nun denn, sie müssen den Weg zur Strecke wiederfinden. Die Polizei Furtwangen ruft an, dass es im Bereich Buchenbach, etwa bei km 42 eine Baustelle gibt. Vor und hinter der Baustelle ist die Straße recht schmal und es herrscht verstärktes Verkehrsaufkommen. Dummerweise laufen wieder so einige – ja, ich sage es, PFEIFEN nebeneinander. Das darf doch wohl nicht wahr sein? Nun denn: Puls fühlen, durchatmen, konzentriert durch die Zahnlücken ausatmen, dass es nur so pfeift, noch einmal Puls messen – alles klar. Ich bin wieder auf der Spur. Der Polizeibeamte war sehr nett. Er wollte noch wissen, ob der TE-FR 2012 eine genehmigte Veranstaltung ist. JO, ich habe eine „Verkehrsrechtliche Anordnung“ nach §28, Abs. 2 der StVO. Ich gab ihm noch das Aktenzeichen und der Fisch war erst einmal geputzt. Doch, mit solchen Polizeibeamten kann man reden. Ich möchte niemandem Honig ums Maul schmieren, aber Fakt ist Fakt! Wäre es eine Knalltüte gewesen, so hätte ich mich jetzt in Schweigen gehüllt!



An der Halle in Bad Krozingen angekommen, ist diese noch dicht. Was soll der Geiz, es ist doch erst 9:30 Uhr. Dennoch schwant mir böses. Ein Anruf hier, ein Anruf da – hm, ist nicht. Jemand nennt uns die Telefonnummer des Hausmeisters, der ist schnell vor Ort. Er weiß von nichts. Normal bekommt er eine Kopie des Nutzungsvertrages. Den habe ich aber auch nicht, obwohl er mir angekündigt wurde. Nun kann es sein, dass der mir ins Haus flatterte, als ich schon auf Tour war. Nun denn, die Halle wird mir übergeben und sie Welt von Ingo ist wieder gerichtet. Nun noch das Futter. Der „Fallerhof“ wollte nur noch die Anzahl meiner Hungerkünstler. Kein Problem – schon gemeldet. Die Welt von Ingo ist nun noch GERICHTETER – ist ein Witz!



Der TE-FR 2012 stand in dieser Region einige Male in der Zeitung. In Bad Krozingen hatten wir noch nie so viele fremde Zuschauer. Es sind wohl in erster Linie Kurgäste. Nun die Nachricht die ich seit dem frühen Morgen befürchtet habe. Heike ist raus. Der Etappenläufer Bernd fährt mit ihr ins Krankenhaus, um sich durchchecken zulassen. Ich denke mal, sie bekommt eine Infusion, um wieder zu Kräften zu kommen? So wie gemunkelt wird, fährt sie dann Morgen mit Bernd nach Hause?



Ingo zur 23. Etappe

Bad Krozingen nach Valdoie / 10.09.2012
82.6 km / 1612.4 km gesamt
51.3 mi / 1001.9 mi gesamt
34 Teilnehmer am Start / 33 Teilnehmer gewertet

Tageswertung

1. 18 Henry Wehder Germany 7:30:43
2. 27 Trond Sjavik Norway 7:39:50
3. 02 Stéphane Pelissier France 7:48:06
 

Gesamtwertung

1. 02 Stéphane Pelissier France 144:37:24
2. 27 Trond Sjavik Norway 151:56:45
3. 01 Robert Wimmer Germany 152:53:56

23. Etappe: Bad Krozingen nach Valdoie


Tag: 82,6 km – Gesamt: 1.612,4 km

Bekommen in Bad Krozingen die falsche Halle. Hurra! Die richtige Halle wäre nicht so gut gewesen!



Heike, so habe ich weiterhin erfahren, wird noch einen oder zwei Tage im Krankenhaus bleiben müssen. Sie hat soweit nichts Ernstes, aber sie ist total geschwächt und muss aufgepäppelt werden. Bad Krozingen ist ein Kurort und hat mehr als ein Krankenhaus. Die Abteilungen sind vermutlich auch im Ort verstreut. Ein Einheimischer, der aus verschiedener Weise seine Hilfe anbot, die ich auch gern annahm, hat Heike im Krankenhaus besucht. Ich konnte es leider nicht, denn mir hat es nicht gereicht. Es ist so, wie es ist: „Die Karawane zieht weiter …“!



Reinhard Roßmeier hat Jürgen Sestak, in St. Georgen abgelöst. Sie fahren das Fahrzeug von Ewald Komar, vom Start nach St. Georgen bzw.von St. Georgen nach Gibraltar. An den VP versorgen sie Ewald und im Etappenziel kann er sich dann in seine „Kajüte“ zurückziehen. Beim Aufräumen des Autos ließ Reinhard die Heckklappe ganz geöffnet. Das hat Helmut Rosieka bei Rückwärtsfahren leider übersehen. Die Heckklappe hat Totalschaden und musste heute in die Werkstatt. Für heute und Dienstag steht Reinhard nicht zur Verfügung. Auch auf Helmut müssen wir heute als VP Besetzer verzichten. Morgen aber, wird er wieder eines der letzten VP übernehmen können – so Gott will!



Heute Morgen kommt jemand vom Reinigungsdienst und will die Halle säubern. Er ist etwas verwirrt, weil die Halle vom TE-FR 2012 besetzt ist. Er zeigt mir den Hallenbelegungsplan. Tja, Herr Schulze: „Sie haben die FALSCHE Halle“!!! Nun denn: „Für mich ist sie gerade RICHTIG“!!! Die wir belegen ist riesengroß und haben die beste Möglichkeit für das Abendessen gehabt, so auch jetzt zum Frühstück. Solche Halle jeden Tag? BINGO!!! Schon jetzt an dieser Stelle: Wir werden noch ähnliche Hallen bekommen. Größer werden sie nicht mehr, aber schöner und vom Allerfeinsten. Dann kommen wir aber auch wieder in Sardinenbüchsenartigen Hallen, was sage ich? Hällchen“!!!



Die Temperatur ist heute Morgen sehr mild. Sind wir schon im Süden? „Tscho, noch nich, aber schon een bischen südlicher scho, wat“? „Jo, jo, aber bis wir südliches flär haben, duert es noch nen bischen“! Nicht lesen, nur überfliegen. Ich habe zeitweise meine alberne Phase – sollte mehr bei der Sache bleiben – ich weiß!



Bis zur Grenze sind es noch 12,3 km. Die heutige Tagesetappe ist mit 82,6 km zu bewältigen. Also schon die zweite Etappe mit über 80 km. Hinzu kommt heute, dass es sehr warm ist. Mein T-Shirt ist leicht durchgeschwitzt. Ich werde es gleich wechseln, dann verschwinden auch die Fliegen!



Ab Frankreich habe ich DRINGEND empfohlen, dass die Sicherheitswesten getragen werden. Frankreich hat nicht das ausgebaute Rad- und Fußgängernetz, wie in Deutschland. Wenn die Läufer wenigstens, wenn sie schon nicht die Weste tragen, dann doch etwas farbenfroher angezogen wären. Sie trabe aber im Tarnanzug los. Sprich: Morgendämmerung, dunkle Kleidung, dunkle Schuhe und schwarze Füße. Es ist also eine Volltarnung!



Frèdèric Gallais läuft seit Tagen humpelnd und es wird immer schlimmer. Er wird sich aber wieder fangen, denn er ist im Ziel doch immer sehr gut drauf. Ewald läuft sehr schräg nach links neigend. Er hat zu kämpfen! Nicht wenige Läufer haben sich einen Tippelschritt angeeignet. Insgesamt sieht das Teilnehmerfeld aber recht ordentlich aus und es werden 60% Gibraltar erreichen!? Die Stimmung ist nach wie vor gut und das freut mich am meisten. Denn nichts ist belastender, wenn es überall knirscht. Natürlich habe ich immer wieder so kleine Kacker, die zum Beispiel folgende Sprüche ablassen: „Du Ingo, die Leute wollen ….. Das sagen alle“! „Ok, und wer ist alle“? „Äh, das ist Tobias und, äh – ich“! Aha, Kamerad Schnürschuh hat ein Problem und hat gehört, dass ein anderer ähnlicher Meinung ist. Schon haben wir ALLE! Mann, ihr seid doch Kerle! Wenn etwas, aus eurer Sicht, nicht in Ordnung ist, dann reiß doch den Rüssel auf! Nur: Es gibt Dinge, die kann ich ändern – Es gibt Dinge die kann ich nicht ändern – und es gibt Dinge, die will ich nicht ändern – und es gibt so beknackte Dinge, dass ich nur die Augen verdrehe. Wir haben auch einen Athletenrat. Wenn also mal etwas sein sollte, was ich nicht unbedingt allein entscheiden sollte, dann tritt der Athletenrat zusammen! Verbiegt mir allerdings jemand die Nase, dann brauche ich mit Gewissheit keinen Athletenrat!



Da Helmut noch bei seinem Auto in Bad Krozingen ist, kann er seinen VP nicht besetzen. Den übernehmen daher Marianne und Brigitte. Es muss allerdings noch Verpflegung gebracht werden, denn sie hatten ja bereits ihren VP und die Verpflegung wurde dort verbraucht. Dietrich und Veronika laden Getränke ein, um den 7. VP genügend aufzufüllen.



Oh nein, Klaus Schumacher ruft an und meldet, dass Eiolf einen Unfall hat. Passiert ist der Unfall etwa 5 km vor dem letzten und 8. VP. Ich lasse mir den Hergang beschreiben und will schon mein Stromkabel vom Wohnmobil trennen, da meldet sich Klaus noch einmal und meldet das Eiolf ihm entgegenkommt. Eiolf trägt einen Schulterverband. Ich mache jetzt eine Schreibpause und fahre Eiolf mit dem Fahrrad entgegen. Bis gleich!



Eiolf treffe ich 6 km vor dem Ziel. Er hat leichte schmerzen aber er läuft noch sehr flott. Sein einziger Kommentar: „Shit happens“! Das kann man wohl laut sagen. Er hat eine Schürfwunde an der rechten Schulter und eine Platzwunde am Kopf. Alles in allem ist der Tag so zu beschreiben: Schönes Wetter (beinahe zu schön), schöne Landschaft und schöne Städtchen. Es hätte alles wunderbar sein können, aber hier die negativ Meldungen: Heike liegt noch ein, zwei Tage im Krankenhaus, Helmut in der Werkstatt und fällt heute als VP aus, Reinhard in der Werkstatt und fällt für einen VP ebenso aus. Mein Rückspiegel wurde in einer engen Straße unfreiwillig eingeklappt (ohne Schaden geblieben). Marianne hatte ebenfalls ein kleines Zusammentreffen mit einem Fahrzeug, was eine kleine Schramme am Außenspiegel hinterließ. Stèphane Pelissier muss nach dem Zieleinlauf, auf dem Weg in die Halle, gestützt werden. Er hat einen Hexenschuss. Gèrard Denis fährt Eiolf und Stèphane zum Doktor. Eiolfs Wunden werden dort versorgt und Stèphane bekommt vermutlich eine Arnikaspritze?

Möge der morgige Tag mit weniger negativen Ereignissen verlaufen. Drückt mir die Daumen – aber nicht schummeln!





Ingo zur 24. Etappe

Valdoie nach Noidans-le-Ferroux / 11.09.2012
79.5 km / 1691.9 km gesamt
49.4 mi / 1051.3 mi gesamt
33 Teilnehmer am Start / 33 Teilnehmer gewertet

Tageswertung

1. 18 Henry Wehder Germany 7:06:58
2. 27 Trond Sjavik Norway 7:09:04
3. 01 Robert Wimmer Germany 7:44:22
 

Gesamtwertung

1. 02 Stéphane Pelissier France 154:00:34
2. 27 Trond Sjavik Norway 159:05:49
3. 01 Robert Wimmer Germany 160:38:18

24. Etappe: Valdoie Noidans-le-Ferroux


Tag: 79,5 km – Gesamt: 1.691,9 km Eine Nacht in einem richtigen Bett schlafen!

Gestern Abend gab es „kalte Platten“. Sie waren nicht nur lecker, sondern auch ein Augenschmaus. Ruhig mal einen Blick auf die gestrigen Bilder auf der Webseite des TE-FR 2012 schauen! Das Futter kam erst nach 19:00 Uhr angerollt. Da das Wetter schön war und es sich alle vor der Halle gemütlich machten, konnte die Zeit gut überbrückt werden. Einige liefen aber schon mit ihrem Teller auf und ab und schauten mich vorwurfsvoll an. Es war aber nun einmal so und schießen darf ich nicht. Es war auch keiner dem Hungertod nahe. Die Läufer, die schon sehr früh im Ziel sind, haben auch die Möglichkeit sich etwas bei Thomas in die Pfanne hauen zu lassen. Es wurde wohl auch schon moniert, weshalb es kein Mittagessen gibt und womöglich auch noch Kaffee und Kuchen am Nachmittag? Aber – nun ja!



Eiolf (Eivenhoe) läuft heute mit einem Verband auf der Schulter und einem Pflaster an der Schläfe. Ich habe genug Verbandstoff, um die Wunden weiterhin zu versorgen. Stèphane schaut etwas zerknittert, aber er steht an der Startlinie. Ich denke mal, wenn die Muskulatur wieder warm ist, dass er sich weiterhin wacker halten wird – er macht das schon! Ewald, ja Ewald. Er kam gestern sehr spät ins Ziel, nämlich nach 16:36 Stunden. Die Zeit war weit überschritten, aber dennoch – wie in der Vergangenheit: Jeder hat seine Chance! Er erschien daher gestern nicht in der Wertung und sollte heute nachgeholt werden. Er will es sich heute noch einmal antun. Dann dass, was zu erwarten war. Er steigt am 2. VP aus. Nicole und Gèrard Denis können ihn nicht mitnehmen. Sie haben heute auch zwei VP und müssen sich, nachdem Ewald ihren VP passiert hat, schändlich beeilen, dass sie ihren 2. VP besetzen. Daniel kann ich auch nicht nehmen, um Ewald ins Ziel zu fahren. Denn Daniel ist bereits auf dem Weg zum VP 7, den er ebenfalls besetzen muss. Diesen VP sollte normal Helmut besetzen, aber der ist noch in der Werkstatt. Marianne und Brigitte, das ist die Lösung! Aber nein, die hängen noch ewig fest und haben absolut keine Platz in ihrem kleinen Fahrzeug. Thomas und Susann geht ebenfalls nicht. Klaus wäre eventuell eine Lösung. Er kann es aber eventuell nicht schaffen, dass er anschließend seinen 8. VP besetzt.



Was tun sprach Zeus? „Die Götter sind besoffen“! Nun denn, ich löse das Kabel von meinem Wohnmobil und klappe den Laptop zusammen, um Ewald entgegen zufahren. Etwas zerknirscht bin ich schon, denn es sind für mich 56 km zurück und die Zeit würde ich lieber mit meiner Arbeit im Zielbereich verbringen. Mir schwebt auch immer noch vor, dass ich meine Arbeit mal früher abschließen kann, um mal wieder tief durchzuatmen. Das sollte man allerdings nicht so schreiben, denn es erweckt einen Eindruck, des Selbstmitleids. Daher vergessen. Denn so wie es die Läufer wollte, dass sie durch Europa laufen, so habe ich gewusst, was auf mich zukommt. Froh bin ich, dass meine Frau Inge wieder an Bord ist. Sie erledigt viele kleine Dinge die mich entlasten. Das nur nebenbei. Ich werde in einem späteren Bericht mal auf die Betreuer näher eingehen! Ich bin Doris Becker sehr Dankbar dafür, dass sie Ewald ins Ziel bringt. Ich kann daher nach 15 km wieder umkehren und meinen täglichen Bericht schreiben. Ewalds Betreuer ist leider noch in Bad Krozingen und wartet bei VW auf die neue Tür, sonst wäre es kein Problem gewesen. Ewald hat im Ziel, da sein Betreuer Reinhard nicht vor Ort ist, nichts zum Anziehen. Inge kramt ihm etwas zusammen aus meinen Beständen. Sie gibt es Ewald mit dem Hinweis: „Alles mit LENOR gewaschen“! Ach, kennt ihr den? „Der weiße Riese hat eins auf die Mütze bekommen, weil er zu Meister Propper Dreckspatz sagte“! Oder den: „Meister Propper sitzt im Kohlenkeller und weint, weil er die Kohlen nicht Strahlendweiß bekommt“!

Bescheuert – gell?



Das Frühstück wird von den Betreuern wieder selbst hergerichtet. Während des Frühstücks frage ich, ob JEDER eine Warnweste hat. Ich habe genug und gebe noch einige aus. Die Japaner sind hier vorbildlich. Sie tragen beinahe alle die Weste. Andere haben auffällige Kleidung und wieder andere laufen im „Tarnanzug“. Gerade DIESEN Läufern drücke ich eine Weste in die Hand und gebe zu bedenken, dass es Ihre Gesundheit oder gar Leben ist! Lassen wir das Thema vorerst. Dennoch: ich habe diese Dinger jeden Morgen in der Hand. Selbst Etappenläufer bekommen die Weste in die Hand gedrückt!



Meine Inge ist heute die Quartiermeisterin. Wir übernachten in einer Ferienanlage und die Meute schläft in Betten. Es sind in der Regel 1 bis 4 Bettzimmer. Inge verteilt die Betten und wacht darüber, dass alle Zimmer voll belegt sind. Er mault schon und meint, das machen wir untereinander. Da ist er bei meiner Inge falsch. Man kann natürlich Wünsche äußern und Inge macht was möglich ist. Die Bemerkung: „Das machen wir unter uns“! Mit dem Unterton „Nun mach dich mal vom Acker“! Da hat er Pech! Hä, hä, hä, ich bin mit der Dame seit 41 Jahren verheiratet und bin inzwischen abgehärtet, hä, hä, …!



Mit den Betreuern habe ich seit Bad Kreuznach etwas Pech, denn wenn gleich zwei ausfallen, dann muss hin- und hergeschoben werden. Für das „Schieben“ habe ich aber Joachim und bin ihm sehr dankbar dafür, dass er täglich die VP besetzen kann. Wir haben seit Horb-Nordstetten auch noch Klaus Schumacher. Daher ist der Ausfall von zwei Betreuern einigermaßen aufzufangen. Ich bot Joachim auch schon an, wenn es mal absolut mit der VP Besetzung eng wird, dann kann auch ich am 1. oder 2. VP eingesetzt werden. Man sagt zwar, dass ich vor Ort wichtig bin, aber so wichtig nun auch wieder nicht, dass ich mal für zwei Stunden einen VP besetzen kann.



Eine kleine Beschwerde muss ich heute entgegen nehmen. Ein Läufer lobte mich vor einer Woche für die gute Organisation. Er moniert heute, dass der gestrige 8. VP nicht ausreichend mit Verpflegung ausgestattet war. Es ist nicht unbedingt ein Drama, aber es beschäftigt einem doch. Es stellt sich dann aber heraus, dass es ein absoluter Einzelfall ist. Nun denn – ich will nicht erleichtert aufatmen. Es wäre einfach lächerlich, davon auszugehen, dass alles 100%tig klappt.



Wenn dem so wäre, wäre ich „Ingo der Göttliche“ oder hätte den falschen Beruf. Was heißt aber falscher Beruf? ICH BIN JETZT RENTNER.



Als Etappenläufer heute dabei: Michael Schmüser (er hat schon allerhand Werbung für den TE-FR 2012 gemacht – danke dir) und Matthias Becker. Eben fielen ein paar Regentropfen und nun strahlt die Sonne. Sie strahlt wie Ingo. Alles in Butter, auch wenn ich manchmal den Rüssel hängenlasse. Nun denn: „Außen glimmerts, innen wimmerts“!



Es ist 16:00 Uhr und es tröpfelt leicht. Man kann nicht jeden Tag Urlaubsonne haben!





Ingo zur 25. Etappe

Noidans-le-Ferroux nach Saint-Seine-sur-Vingeanne / 12.09.2012
48.3 km / 1740.2 km gesamt
30 mi / 1081.3 mi gesamt
33 Teilnehmer am Start / 33 Teilnehmer gewertet

Tageswertung

1. 01 Robert Wimmer Germany 3:57:52
2. 27 Trond Sjavik Norway 4:16:54
3. 18 Henry Wehder Germany 4:16:54
 

Gesamtwertung

1. 02 Stéphane Pelissier France 158:31:38
2. 27 Trond Sjavik Norway 163:22:43
3. 01 Robert Wimmer Germany 164:36:10

25. Etappe über 79,5 km in Frankreich


Hallen sind unterschiedlich groß, da muss man schon einmal mit dem Popo zusammenrücken

Das Essen wurde uns gestern in die Unterkunft gebracht. Es war sehr beengt, aber es musste irgendwie gehen. Ich hoffe nur, dass ich den Preis, der mir hier aufs Auge gedrückt wurde, nicht überall zahlen muss. Dann sehe ich für die Zielankunft in Gibraltar schwarz. Ich sage es nicht gern, aber hier fühle ich mich abgezockt. Für Essen und Unterkunft habe ich nicht einmal in Dänemark soviel bezahlt. Nun kommt man mir noch mit Kurtaxe und Anzahl der Fahrzeuge. Meine Augen gehen wie eine Registrierkasse!



Es sind noch 33 plus Peter Bartel im Rennen. Das sind 67,35% verbleibende Teilnehmer. Nun denn: „Die Karawane zieht weiter“! Man freute sich, dass man wieder einmal in einem richtigen Bett schlafen kann. Wie wird es in Kürze aussehen?



Hier ein kleiner Vorgeschmack: Heute eine kleine Halle in die etwa 40 Personen hineinpassen. Die Duschen sind 200 Meter entfernt. Es besteht aber auch die Möglichkeit zum Campen. In einigen Etappen ist kaltes Buffet angesagt, womit ich kein Problem hätte. Man ist es aber inzwischen gewohnt, dass es abends warme Speisen gibt. Man muss spätestens in Frankreich Abstriche machen. Am 17. September ist uns eine Halle für eine geringe Miete zugesichert worden. Nun stellt sich heraus, dass die Halle renoviert werden muss und wir deshalb in einer Jugendherberge untergebracht werden. Ich will nicht schon wieder jammern, aber: Kosten für Bett, Kosten für Fahrzeuge, …! In einigen Etappen bekommen wir wohl unser Essen, aber es muss geholt werden. Ich habe nur ganz wenige Leute, die uneingeschränkt zur Verfügung stehen. Wie lange kann ich auf sie zurückgreifen? Es kommt eine Etappe auf uns zu, da gibt es nur zwei Toiletten und KEINE Dusche. Wenn dann jemand duschen will, dann muss er einige hundert Meter laufen.



Ich will hier nichts anprangern. Ganz im Gegenteil. Nun sage ich mal etwas: Man stelle sich vor, der TE-FR 2012 findet auf herrlichen und unbefahrenen Straßen statt. Schöne Landschaften, riesige Turnhallen, immer reichlich essen, immer warme Duschen und reichlich Toiletten. Beim Essen muss man nicht anstehen usw. da kann man nur sagen: PERFEKT! Nach diesem Lauf würde man abermals sagen: PERFEKT! Nun soll eine Frage beantwortet werden: „Was habt ihr erlebt? Was habt ihr durchgemacht? Mit was für Problemen wurdet ihr konfrontiert? Die Antwort? „Hm ja, na ja, es war eben perfekt“! Da kann man doch nur sagen: „Laaannngweillliiig“! Ist es nicht so? Jetzt der Veranstalter der sich hier für seine „schlechte Organisation“ rechtfertigen will – tut er aber nicht, denn jetzt kommen Fakten! Wir habe in einer Kirche geschlafen – wir haben beengte Unterkünfte –wir haben riesige Unterkünfte – Wir habe Unterkünfte mit wenig Toiletten oder wenige Duschen – wir laufen bei Sturm und Regen – wir laufen auf Strecken, dass es einem graut – wir laufen auf Untergründe das man sich die Haxen brechen kann –wir laufen mit schmerzendem Shin Splint, auf dicken Knöcheln und Knien – wir ertragen Ingos blöde Sprüche usw. Die Liste ließe sich bis ins Unendliche Fortsetzen. DAS SIND DIE ABENTEUER UND BEGEBENHEIT WOVON SPÄTER GESPROCHEN WIRD! ALLES ANDERE IST KINDERKACKE! Wer will denn etwas von Perfektion wissen. Perfektion ist ohne Pepp! Nun sollte ich aufhören, denn auf diesen Absatz bekomme ich mit Sicherheit kritische Antworten. Macht nichts. Es ist Ingos letzter TE-FR 2012 und ein Anderer kann sich versuchen!



Aber ein Ding habe ich noch. Ich bitte um Aufmerksamkeit: 1998 beim ersten Deutschlandlauf schlug mir die Polizei eine Streckenänderung vor. Wunderschön, es ging durch Mutters Natur. Dann auf einmal, die Welt war mit Brettern vernagelt. Sprich: es ging nicht mehr weiter. Dann, ein aufmerksamer Läufer (war wohl mal ein Pfadfinder bei der FDJ) sichtete ein schmalen Pfad. Gerettet und hinein. Oh Scheibenkleister, der Pfad war zu Ende und es öffnete sich vor uns ein steiler Abstieg. Es hatte die ganze Nacht geregnet und da runter zu marschieren wäre unmöglich gewesen. Sie rutschten daher alle mit dem Hintern herunter (das andere Wort ist ja verpönt) und man fluchte und schimpfte. “Ingo, du Pfeife“! war das harmloseste und hätte mir ein breites Grinsen entlockt. Es wurden schlimme Wörter ausgesprochen, wie zum Beispiel A …loch“! Nun denn, es hat mich damals getroffen und es tat mir unendlich leid. Wie wird aber heute vom DL´1998 gesprochen? „Mann, da waren wir noch Kerle“! Spricht man vom „TE-FR 2009“, so spricht man in der Regel nur von den letzten zwei Tagen. Was war da so Besonderes? Here you are: Regen, Hagel, Schneeschauer, Sturm vom Feinsten. Es ging in Serpentinen gen Nordkap. Der Sturm war unser größter Feind. Oben angekommen sprach kein Mensch mehr davon. Heute aber: da spricht man davon! Es sind die Besonderheiten, auf die wir vor Ort schimpfen und später dann als wahre Heldentaten schildern!



Es gibt schon mal Ärger und man muss oftmals eine dicke Haut haben. Muss man aber zum Kaffeetrinken mit dem Lkw ins nächste Dorf fahren. Als ich aus der Haut fuhr, meinte man nur: „Das muss man locker sehen“! Das erinnert mich an den Witz, als ein Spediteur seinen Lkw Fahrer anwies, dass er noch einen MAGGI Würfel ausfahren soll. Ich sollte auf diesen Ärger einen Schnaps trinken? Ich fasse es nicht! Zumal es bereits in Deutschland schon Ärger gab, weil man mit dem Lkw ein Postamt suchen wollte. Das Schlimme ist, dass man wirklich ruhig bleiben MUSS. Die Betreuer sind keine bezahlten Kräfte. Wenn ich die ein paarmal anmaule, dann sagen die: „Tschüss Ingo“! Es sind nicht die Benzinkosten, die ich wegen ein paar Briefmarken zahlen muss, sondern die Gefahr eines Fahrzeugausfalles die durch unsinnig gefahrene Kilometer entstehen. Ich sage immer wieder, dass von A nach B gefahren und dann bleibt die Kiste stehen!



Im Ziel angekommen, empfinde ich die Unterkunft doch nicht so schlimm, wie erwartet. Es ist klein, wenig Duschen, wenig Toiletten und die Möglichkeit das Essen einzunehmen ist vom Platz her sehr begrenzt. Dennoch: Es wird gehen! Wenn wir Glück haben, dann scheint zum Abendessen die Sonne und wir können im Freien essen. Das Frühstück, nun denn – eben stehend freihändig!



Der Bürgermeister hat den TE-FR 2012 um 16:30 Uhr zum Empfang eingeladen. Der Himmel ist bewölkt und ich bin mir nicht sicher, ob ein Abendessen im Freien möglich ist – ich denke aber eher nicht. Kazuko hat Beschwerden mit einem Fuß. Da der Bürgermeister vor Ort ist, frage ich noch, ob er sich Kazuko annehmen kann. Er ist sehr hilfsbereit.



Nachwievor kann ich mich über die Stimmung beim TE-FR 2012 nicht beklagen. Ich bekomme heute aber schon einen Vorgeschmack auf die Etappe in Spanien, die ich schon einmal erwähnte. Die japanischen Etappenläufer beklagen sich, weil Inge ihnen einen Platz im Umkleideraum zugewiesen hat. Ein anderer Etappenläufer findet die Übernachtung eine Zumutung. Einige andere Teilnehmer wollen sich nicht damit abfinden, dass an ihrer Schlafstelle nicht links und rechts ein Koffer stehen darf. Nun denn, es herrscht Unruhe. Die Einen nehmen es gelassen und Andere lassen den Rüssel hängen, dass sie beinahe drauftreten. Ich habe Inge darum gebeten, dass sie keine Einteilung der Schlafstellen mehr vornimmt. Gestern hatte sie eine Auseinandersetzung wegen der Bettenbelegung und heute, weil sie möglichst alle unterbringen will. Vielleicht sollten wir uns heraushalten und jeder sucht seine Ecke?



Morgen sollen wir wieder eine große Halle bekommen und die nächsten Tage sind uns weiterhin große Hallen versprochen worden. Schauen wir mal! Ob wir es nun wollen oder nicht, wir müssen uns auch mit unzureichenden Dingen abfinden! Den Kommentar eines Läufers, dann muss man halt weniger zulassen, kann nicht gelten lassen. Nehmen wir nur den LA-NY 2011: es waren nur 14 Leute am Start. Warum nur 14? Es war für den einzelnen Läufer einfach zu teuer. Ich kann nur „all inklusive“ für 6.000 Euro bieten, wenn ich genug Teilnehmer habe. Mit 14 oder gar 20 Teilnehmer wäre dieser Lauf gar nicht möglich gewesen. Abgesehen davon, dass ich an das Finanzamt 19% MwSt. abführen muss, kommen die Kosten für Streckenerkundung, Fahrzeuge, Steuerberater und vieles mehr hinzu. Sollte ich einen vierten TE-FR machen, was sicherlich nicht der Fall sein wird, dann mache ich es wie die Amerikaner und Australier. Nämlich: Jeder hat seinen eigenen Betreuer, eigenes Fahrzeug, Betreuer kümmern sich um Versorgung, Übernachtung und wohl seines Läufers. Allein die Vergabe der Verpflegung an die Betreuer wäre eine Riesenentlastung. Die Zufriedenstellung der Teilnehmer durch die Versorgung ist das Hauptproblem. Es ist eine Zitterpartie die an die Nieren geht. Der Kapitän auf der „Cap Domingo“ sagte immer wieder: „Ist die Verpflegung ok, dann habe ich eine prima Mannschaft ist der Koch eine Pfeife, dann kann ich die Mannschaft vergessen. Dann hilft auch kein Tritt ins Achterteil“! ACHTERN ist hinten!



Ingo zur 26. Etappe

Saint-Seine-sur-Vingeanne nach Saint-Seine-l Abbaye / 13.09.2012
55.4 km / 1795.6 km gesamt
34.4 mi / 1115.7 mi gesamt
33 Teilnehmer am Start / 33 Teilnehmer gewertet

Tageswertung

1. 01 Robert Wimmer Germany 4:55:50
2. 18 Henry Wehder Germany 5:15:25
3. 07 Jean-Claude Le Gargasson France 5:18:30
 

Gesamtwertung

1. 02 Stéphane Pelissier France 164:29:39
2. 27 Trond Sjavik Norway 168:45:08
3. 01 Robert Wimmer Germany 169:32:00

26. Etappe: St-Seine-sur-Vingeanne nach Saint-Seine-I Abbaye 55,4 km Gesamt: 1.797,1 km


...

Winzige Halle, mittelgroße Halle, große Halle, riesengroße Halle, in Betten schlafen, in einer Garage übernachten oder auch im Zelt. Man kann es sich nicht immer aussuchen



Um 16:30 Uhr lud uns gestern der Bürgermeister ein. Es gab reichlich Kuchen und etwas aus Eiern, Oliven und … hergestellt. Es sah gut aus und es schmeckte auch gut. Es wurde ordentlich hingelangt und ich überlegte schon, ob ich mir das Abendessen sparen kann? Bevor der Start zum Empfangsessen geblasen wurde, gab es noch einige Erinnerungsmedaillen der Stadt. Sie wurden vergeben an den Tagessieger, Tagessiegerin, Gesamtsieger und ich bekam auch eine Medaille. Was mich in diesem Ort besonders freute: Es war ein kleiner Ort und man behandelte die Läufer wie Helden, denn Zeltaufbauen und die viele Zeit die der Bürgermeister vor Ort war, ist keine Selbstverständlichkeit. Beim Empfang waren alle prominenten Bürger der Stadt anwesend und wurden uns einzeln vorgestellt. Ich verstand zwar nicht viel, aber so ganz doof ist man ja auch nicht – gell?



Das Abendessen wollten wir in der Halle einnehmen, aber es hätte ein Chaos gegeben. Es hätte aber dennoch gehen müssen! Der Bürgermeister war ein sehr zuvorkommender Mann. Die Feuerwehr rückte an und stellt drei Partyzelte auf. Das Wetter blieb trocken und wir konnten ein herrliches kaltes Buffet genießen. Die Stimmung war wieder gut und man frotzelte über alles Mögliche. Mehrmals fragte ich, ob alles OK ist. „Klar Ingo, heute rücken wir mit den Är.., nee Popo, zusammen. Vereinzelte, na klar: „Menschenunwürdige Unterbringung, …..“! Lassen wir das. Daheim ist er sicher Mamas Liebling und beim Bund war er auch nicht und Seefahrer erst recht nicht – Weichei! Wohl an, die Karawane zieht weiter!



Es wurde von einem Betreuer eine Betreuerbesprechung einberufen, zu der ich aber nicht eingeladen wurde. Es ist auch OK. Denn wenn etwas nicht so ganz stimmt, dann sollen es die Betreuer unter sich ausmachen. Ist dies nicht möglich, dann kann ich immer noch dazukommen. Ich war auch nur kurz anwesend und äußerte mich einige Mal. Man ging, so hatte ich den Eindruck, dann zufrieden auseinander. So etwas muss einfach sein. Man kommt zusammen, lässt kurz die Fetzen fliegen und der Fisch ist geputzt.



Ewald und Reinhard waren gestern noch einmal in Bad Krozingen, um das Auto aus der Werkstatt zu holen. Sie besuchten Heike im Krankenhaus. Ja, sie wird dort noch einige Tage bleiben müssen. Man hat den Verdacht, dass eine Herzklappe nicht ganz in Ordnung ist. Sie lag auch kurz auf der Intensivstation. Sie hat noch einige Schwellungen, aber ansonsten geht es ihr wieder recht gut. Wünschen wir ihr weiterhin gute Besserung!



Ab heute lasse ich 15 Minuten später starten, wobei die übrigen Zeiten weiterhin eingehalten werden. Sprich: Wecken, Frühstück und Gepäckverladung. Es wird erst gegen sieben wirklich hell und da wäre es gut, wenn ich noch später starten ließe. Hätten wir nur noch kurze Etappen, dann wäre das OK. Was aber machen wir, wenn die langen Etappen gelaufen werden? Nehmen wir eine Etappe über 84 km. Der Läufer, der um 7:00 Uhr gestartet ist, wäre dann gegen 21:00 Uhr im Ziel, plus Ingos Toleranzzeit. Gerade an solchen Tagen muss ich Tolerant sein! Soll ich an solchen Tagen dann sagen: „Heute mal wieder um 6:00 Uhr und Morgen dann um 6:30 Uhr oder vielleicht auch wieder 7:00 Uhr“?

Die Läufer haben genug mit sich selbst zu tun und haben keine Lust, sich nun jeden Tag nach einer Änderung zu erkundigen. Änderungen mache ich so wenig, wie es nur geht!



Heute sind als Etappenläufer dabei: Sechs ausgestiegene Japaner und Michael Schmüser, der gestern auch einen Bericht verfasst hat. Danke, mal etwas anderes, als immer Ingos Geschwätz! Michael ist heute beim 3.VP ausgestiegen. Er blutet beim Wasserlassen. Das Ding ist also so nicht mehr zu gebrauchen! Der Wetterbericht hat vor einigen Tagen gelogen. Gestern sollte es hier und da regnen. Hat es auch. Zumindest hier und da. Heute: „Watn loos, is dat Sonne oder muss ich meene Augen mal wieder justieren, oder gar auswuchten lassn? Da pinkelt dat uff meene Brille un mir wird jesacht, de Sonne schient. Un dat solln 22 Grad sein? Mann, als der Kachelmann dat noch machte, wa dat anners. Ach, im Knast spricht man nich mehr von Fliesenlegern, sondern von Kachelmännern – is doch doof?“



Ich hoffe, dass wir die nächsten Tage wieder bessere Netzverbindungen haben. Wenn Thierry und Louise Bilder, Berichte und Resultate ins Netz stellen wollen, kommt es nicht selten vor, dass die Verbindung unterbrochen wird.

Wir sind jetzt in der Halle. Sie wurde als groß beschrieben. Nun ja, es geht. Sie muffelt allerdings sehr stark und ich mache mich gleich auf die Suche nach einer toten Ratte oder ähnlichem. Toiletten und Duschen sind gewöhnungsbedürftig, aber ein richtiger Ultra nimmt das gelassen hin. Das Restaurant, in welchem wir heute speisen werden, ist schlappe 200 Meter entfernt. Das Frühstück machen wir morgen früh wieder selbst. Das wird auch beinahe in allen französischen Etappen der Fall sein. Man schläft hier etwas länger. Der ganze Tagesablauf ist hier auch anders. Ich höre gerade die Kirchenglocken bimmeln. Die Halle ist direkt neben der Kirche. Hoffentlich bimmelt die nicht nachts alle 15 Minuten?



Heute gönne ich mir auf der Strecke mal ein Stück Kuchen und eine Tasse Kaffee. Jemand, mit einer „Burgundernase“ fragt, nachdem er mich als Deutscher identifizierte, ob ich einen Euro für ihn habe, weil er Hunger hat. Ich spendierte ihm ein belegtes Brötchen, aber den Euro konnte er vergessen. Er ist auch der Meinung, dass zu viel Laufen ungesund ist. Im Prinzip hat er ja auch recht, denn es in der Tat kein wirklicher Gesundheitssport. Ansonsten würde die AOK das unterstützen. Im Gegensatz zu ihm belasten wir die AOK bzw. Gesundheitskasse wohl weniger.



Ein Läufer fragt, ob ich die Kaltverpflegung am Abend nicht wieder abschaffen könnte? Als Begründung meint er, dass sich der Magen an warme Verpflegung gewöhnt hat und nun wieder auf kalt umstellen muss. Zu Empfehlen wäre Pasta usw. Nun ja, eigentlich ist man froh, dass es mal einige Tage keine Pasta gibt. Die Beschaffung der Verpflegung ist nicht immer einfach. Gestern wurde das Abendessen über 18 km herangekarrt. Morgen und Übermorgen muss ich das Futter selbst holen und das Geschirr wieder zurückbringen. Es kann auch schon einmal vorkommen, dass ich gar kein Futter bekomme, weil irgendjemand gepennt hat. Dann bin ich auf dem Rathaus oder sonstwo. Wenn ich dort nicht weiterkomme, dann such ich Restaurants oder wurschtel mich solange durch, bis ich etwas habe. Bis jetzt bin ich aber noch gut weggekommen.

Ingo zur 27. Etappe

Saint-Seine-l Abbaye nach Avallon / 14.09.2012
83 km / 1878.6 km gesamt
51.6 mi / 1167.3 mi gesamt
33 Teilnehmer am Start / 33 Teilnehmer gewertet

Tageswertung

1. 01 Robert Wimmer Germany 7:54:43
2. 18 Henry Wehder Germany 8:03:59
3. 07 Jean-Claude Le Gargasson France 8:18:29
 

Gesamtwertung

1. 02 Stéphane Pelissier France 173:08:20
2. 01 Robert Wimmer Germany 177:26:43
3. 27 Trond Sjavik Norway 178:24:58

27. Etappe: Saint-Seine-I-Abbaye nach Avallon am Freitag, 14.09.02 Tagesstrecke: 85,5 km – Gesamtstr


Heute ist das große Augenreiben angesagt

Das Abendessen nahmen wir gestern Abend im Restaurant ein. Es waren nur 200 Meter von der Halle zu laufen. In Frankreich zahle ich 30 – 40 % mehr als in Deutschland. Das Essen war bisher aber soweit in Ordnung. Da es oftmals Wein inklusive zum Essen gibt, fragte ich gestern vorsichtshalber nach. Denn einige füllten sich bereits aus den 0,75 Liter. Karaffen ein. Nö – der ist nicht inklusive, der kostet 10,00 Euro pro Karaffe extra. Nun denn, ich zahle das Essen und ihr zahlt euren Stoff selbst.

Das Essen war prima und reichlich. Mein Läufer, der läufergerechteres Essen haben wollte, kam auf seine Kosten. Er konnte Reis und Nudeln bis zum Umfallen Essen, was er auch tat. Er bemängelte aber auch, dass die Zeit zwischen Vorspeise, Hauptspeise und Nachtisch zu lang ist. Das hätte man doch anders organisieren können? Nun denn – alles auf einen Teller, rein schaufeln und dann ab auf die Matte? Geht natürlich schneller. Wir sind aber in einem Restaurant und in Frankreich und hier nimmt man sich etwas mehr Zeit. Das ganze Essen dauerte für die Meisten etwa 1,5 Stunden. Es war absolute Spitze, was auch mein Nörgler fand. Aber die Zeit? Freue dich mal auf einen Eintopf, das geht dann schneller!



Der Start erfolgt wieder um 06:15 und 07:15 Uhr. Kaum aus dem Ort heraus ist es sehr nebelig. Er hält sich bis nach 09:00 Uhr. Zum Glück haben wir nur schwachen Verkehr. Dennoch, etwas mulmig ist es einem schon. Ich bin froh, dass beinahe alle von der Warnweste Gebrauch machen. Was mir im Moment wurm, ist die Tatsache, dass die Strecke heute drei bis vier km länger sein wird. Bei km 61 hat man eine Brücke abgerissen, womit man sich hätte Zeit nehmen können, bis wir durch sind. Da kann man nichts machen. Es tut einem aber schon weh, wenn man daran denkt, dass die Läufer heute ohnehin 83 km zu laufen haben und nun werden noch welche drauf gepackt – Mist!

Leichte Entwarnung. Peter Bartel hat 85,5 km gemessen, Fabrice 85,3 und Christian Fatton 85,6. Wir halten daher die Streckenlänge mit 85.5 km fest!



Avallon ist wieder eine größere Stadt und zählt 7.400 Einwohner. Es gibt viele enge Gassen, die ich mit meinem Wohnmobil umfahre. Mein Navi meldete daher mehrere Male „Route wird neuberechnet“. Schließlich erreiche ich die Halle ohne einen neuen Kratzer. Es ist eine sehr große Halle, wo auch reichlich Platz ist, um Tische und Stühle für das morgige Frühstück aufzubauen. Die Halle ist ein alter Schuppen und erinnert an alte Zeiten Ostdeutschlands. Es wird uns vorgeschlagen, dass wir das Abendessen 400 Meter weiter einnehmen können. 83 plus 4 km plus 400 Meter, muss das sein? Mit meiner Inge schaue ich mir die Örtlichkeit an, wo zu Abend gegessen werden soll. Was soll denn der Blödsinn? 400 Meter Marschieren, dann ein nackter Raum der erst bestuhlt werden muss und dann auf den Catering-Service warten. Der kann doch dann gleich in die Halle liefern! Louise spricht auch fließend Französisch und soll denen das mal verklickern. Was mich jetzt aber umhaut. Ist es richtig, dass man das Geschirr, welches man vom Catering-Service bekommt, abgewaschen zurückgeben muss? Ich zahle heute 50 Cent mehr für kalte Platten, als gestern, wo es ein Dreigänge Menü gab. Heute müssen die Läufer auch ihr eigenes Geschirr mitbringen. Nun denn, ich verstehe so manches nicht, aber es muss irgendwie laufen. Man darf sich aber wundern und die Augen reiben?



Auf dem Wege zum Etappenziel fahre ich noch Tanken. In Deutschland zahlte ich noch 1,57 Euro für den Liter Diesel. In Frankreich zahle ich zwischen 1,37 und 1,48 Euro. Das wundert mich, denn Benzin war doch in Frankreich schon immer teurer als in Deutschland? Mache ich mir auch keine Gedanken drum. Sprit einfüllen, Rechnung zahlen und freuen, dass man um die 20 Cent pro Liter gespart hat! Heute geht es durch viele kleine Ortschaften und Dörfer. Es gibt Dörfer, die liebevoll gepflegt aussehen und in anderen Dörfern fühlt man sich ins Mittelalter zurückversetzt. Sie würden auch eine authentische Kulisse für entsprechende Filme abgeben. Darauf sind aber sicher schon etliche Regisseure gekommen.



Das Gepäck wird täglich von Thierry, Rüdiger und Louise abgeladen. Zurzeit sind es etwa 1,5 bis 1,8 Tonnen? Da beim TE-FR 2012 etwa acht Fahrzeuge dabei sind, die ihr Gepäck selbst transportieren, kann die Berechnung des Gepäcks daher so aussehen: 66 Leute vor Ort. 15 Leute transportieren ihr Gepäck selbst. Bleibt für die Gepäckverladung noch das Gepäck für etwa 50 Leute mal erlaubter 30 kg, plus Toleranzgepäck, gleich die errechneten 1,5 bis 1,8 Tonnen. Beim Ausladen bin ich aber auch immer mal wieder vor Ort, auch wenn es mir nicht immer gelingt. Es sind aber auch immer wieder Helfer dabei, die mit ihrem VP bereits fertig sind. Das Einladen ist morgens einfacher. Die Leute stellen das Gepäck vor dem Lkw oder direkt auf die Laderampe. Da helfen dann immer noch einmal Gèrard Denis, Helmut Rosika, Dietrich Schiemann usw. Da kann ich mich heraushalten, denn ich stehe dann ohnehin im Weg und kann mich für den Start vorbereiten.



Ich schweife immer mal wieder vom eigentlichen Lauf und dem Geschehen ab und erlaube mir immer mal wieder etwas einzubringen, was nicht DIREKT mit dem TE-FR 2012 zu tun hat. Es kann ein bisschen Hintergrundwissen nicht schaden. Bei einem normalen Volkslauf MÜSSEN die Läufer an den VP ein isotonisches Getränk haben, andernfalls BRECHEN sie zusammen. Ebenfalls geht es nicht ohne Bananen. Hier immer wieder die Aussage: „Wenn die Bananen nicht mehr angeboten werden können, dann muss ich aussteigen“! Ob die Osteuropäer, bei ihren Höchstleistungen, auch immer Bananen bekommen? Ich habe ein hochwertiges isotonisches Getränk und das müsste man mir buchstäblich aus den Händen reißen. Macht man aber nicht! Ich werde immer wieder auf Läufergerechte Nahrung und Getränke angesprochen, was aber passiert vor Ort? Es gibt nichts anderes, als Coca-Cola. Schmeckt natürlich, aber kaum den VP verlassen, könnte man abermals trinken. Wenn man wenigstens halb Wasser und halb Cola trinken würde? Aber nein, es muss alles wirklich gut schmecken. Ich sollte vielleicht, damit die Läufer ihre verlorenen Mineralstoffe zurückbekommen, das isotonische Pulver in die Cola oder den Eistee rühren? Lassen wir das, aber soviel zu: „Läufergerechte Versorgung“.



Stèphane Pelissier kommt als erstes durchs Ziel. Ich beglückwünsche ihn, wobei er sagt, dass er ja schon um 06:15 Uhr gestartet ist. Aua, stimmt. Nun dann muss Stèphane Morgen wieder um 07:15 Uhr starten. Gestern war er NUR 10ter. Den Strich für die Einteilung machte ich hinter dem 6 im Zieleinlauf. Es starteten daher, Robert Wimmer, Henry Wehder, Jean-Claude Le Gargasson, Trond Sjavik, Christian Fatton und Markus Bernhard. Den ersten Platz belegt heute Robert Wimmer, der unglücklicherweise erst als zweiter einläuft, weil er ja in der 2. Gruppe startete. Es ist unglücklich, wenn jemand aus der 1. Gruppe ins Ziel einläuft, denn: „Ehre, wem Ehre gebührt“!



Ingo zur 28. Etappe

Avallon nach Guerigny / 15.09.2012
83.3 km / 1961.9 km gesamt
51.8 mi / 1219.1 mi gesamt
33 Teilnehmer am Start / 33 Teilnehmer gewertet

Tageswertung

1. 18 Henry Wehder Germany 7:26:01
2. 01 Robert Wimmer Germany 7:35:58
3. 02 Stéphane Pelissier France 8:12:31
 

Gesamtwertung

1. 02 Stéphane Pelissier France 181:20:51
2. 01 Robert Wimmer Germany 185:02:41
3. 18 Henry Wehder Germany 186:31:42

28. Etappe: Avallon nach Guerigny


Tag: 83,3 km – Gesamt: 1.964,4 km

Das Abendessen wurde uns gestern durch einen Party-Service gebracht. Es war genug für alle da und ich musste mir keine Sorgen machen, dass die Spätankömmlinge in die Röhre schauten.

Es war immerhin eine Etappe über 83,0 bzw. 85,5 km. Das ausgerechnet bei solchen Etappen noch Zusatzetappen sein müssen? Aber es kommt, wie es kommen muss und da kann man nichts machen, selbst wenn mir die Läufer noch so leid tun! Der Morgen ist nicht ganz so erfreulich. Das Frühstück wird von uns wieder selbst gemacht und wird in Frankreich auch die Regel sein und ist soweit ok. Nicht ok ist für mich, dass wir mit den primitivsten Mitteln das Geschirr vom Party-Service abwaschen müssen. Dazu sollen alle Tische und Stühle, unter den strengen Augen des Hausmeisters, wieder aufgeräumt werden. Und zu guter letzt soll das Geschirr zum Party-Service, der es am Abend zuvor brachte, zurückgebracht werden. Natürlich nicht sofort, als wir damit fertig sind. Oh nein, die Betreuer müssen bis 7:30 Uhr warten bis man es ihnen abnimmt. Danke an die Betreuer und auch ganz besonders an die Läufer, die hier mitgeholfen haben. Den Läufern deshalb einen besonderen Dank, weil sie auch heute, wieder eine Etappe über 80, genauer gesagt 83,3 km vor sich haben.

Wenn es nach mir gegangen wäre, dann hätte ich das Geschirr einfach in der Halle stehen lassen. Abwaschen, nun ja, wenn es nicht anders geht. Aber dann auch hinbringen? Wir beugen uns dem Wunsch des Party-Service. Allein schon aus dem Grund, weil wir unsere französischen Betreuer nicht verärgern wollen. Denn die halten dafür den Kopf hin. Bin ich störrisch, dann sagen die nach wenigen Tagen: "Dann mache deinen Kram selbst. Wir bekommen deinetwegen immer wieder eines auf die Mütze, also …!" Ein Party-Service ist normalerweise ein Dienstleistungsbetrieb? Ich zahle mehr als in einem schönen Restaurant und dann das. Es hat mir die Laune verhagelt, aber das ist mein Problem. Das Problem ist ohnehin immer wieder das Essen. Reicht es für alle? Stimmen die Kosten? Kommt es pünktlich? Ist es einigermaßen Läufergerecht? Allein diese Sorgen reichen schon beinahe aus, um mich auf den Ausstieg aus dem TE-FR zu verabschieden. Die Nerven liegen zu oft blank. Schon gut – mein Problem. Hat mich aber gefreut, mich dazu mal zu äußern! Sollte es einen Nachfolger geben, so sollte er hier besonders sensibel sein.

So, der Ärger ist wieder verraucht und ich könnte die ganze Welt umarmen, nur die Leute vom Party-Service nicht! Inge stellt heute Morgen fest, dass meine Haut und besonders die Glatze trocken sind. Sie gibt mir irgend so ein Schmiermittel. Unterwegs fiel mir ein: "Ach ja, Glatze polieren!" Während ich in einem Feldweg am Polieren bin, da hupt doch jemand. Kann der nicht warten, bis ich mit dem Polieren fertig bin? Frèdèric Gallais humpelt weiterhin sehr stark, aber er hat einen starken Willen und schafft es immer wieder einigermaßen ins Etappenziel zu gelangen. Ambros Mühlbacher schnauft heute wie eine Österreichische Bergbahn und klebt an Jean-Benoit Jaouen, genannt JB. Ich denke mal, dass er das Tempo drosseln soll und teile ihm das auch mit. So richtig reagiert er aber nicht.

Julia Fatton ist wieder einige Tage bei uns und wird ihren Christian wieder aufmöbeln. Er hat zurzeit Probleme mit einer Muskelzerrung und wollte heute in der 6:15 Uhr Gruppe starten, ob wohl ich ihn für die 7:00 Uhr Gruppe vorgesehen habe. Mal sehen wie es ihm heute geht. Michael Schmüser hatte gestern den VP von Klaus Schumacher unterstützt und ist heute abgereist.

Mit der Mülltrennung nimmt man es hier nicht so genau. Es wandert alles in eine Tonne. Nur an wenigen Orten hat man Müllsammelstellen. Helmut braucht hier nicht nach Pfandflaschen zu suchen, denn die haben kein Pfand. Ab in die Tonne! Ich stehe jetzt vor der Halle und versuche ein schlaues Gesicht zu machen, was mir aber nicht gelingt, denn ich stehe ganz schön blöd da. Die Halle ist groß und entspricht haargenau unseren Anforderungen. Es soll aber heute ein Sportturnier stattfinden, was heißt, dass wir erst ab 19:00 Uhr hineinkönnen. Wir können hier allerdings duschen. Unterbringen will man uns 500 Meter weiter. Auch die Halle wäre zur Not noch ok, aber: sie hat nur EINE Toiletten für Männlein UND Weiblein und KEINE Duschen. Was tun? Wir warten bis 12:30 Uhr, dann soll jemand kommen, der uns sagt was Sache ist.

Joachim wurde eben angerufen, dass er mit der Streckenmarkierung etwa 500 Meter vor dem geplanten Ziel aufhört. Noch ist Zeit zu entscheiden was zu machen ist. Wenn nun alle Stricke reißen, dann bringe ich sie in der Alternativhalle unter und muss sie dann, so leid es mir tut, zur 500 Meter entfernten Halle schicken, um dort zu duschen!

Es ist gleich 12:00 Uhr und lege eine Pause ein. Ich berichte dann weiter, wenn ich mehr weiß. Bis gleich! So, da bin ich wieder. Es hat sich alles aufgeklärt. Ich habe ein Schreiben vom Bürgermeister, indem er mir die Halle, im November 2010 zugesichert hat. Das konnte ich vorzeigen. Nun die große Hektik. Der Hausmeister oder wer es auch ist, springt ins Auto und lässt die Reifen durchdrehen. Es folgt ein Gespräch mit Nicole, Gèrard, Louise und dem Hausmeister. Ich mache mich vom Acker, denn ich verstehe ohnehin nur Bahnhof. Die wissen Bescheid um was es geht und sollen mir das Ergebnis mitteilen. BINGO, ab in die Halle. Inge und Helmut überlegen noch, wo sie das Frühstück vorbereiten sollen. Das ist nun die herrlichste Nebensache der Welt, denn wir haben alles.

Man stelle sich mal vor. Die Läufer haben die Alternativhalle, gehen nicht nur 500 Meter zum Duschen, sondern auch, wenn sie pullu-pullu oder kack-kack machen wollen. Andererseits, wenn es nicht anders ginge? Teilnehmer des TE-FR 2003 haben da in Russland ganz andere Dinge erlebt und überlebt. In einem Ort, wie Guerigny mit 2.600 Einwohnern findet sich aber eine Lösung. Ich kann wieder einen Gang herunterfahren und eine längst überfällige Pulsmessung vornehmen.

Zu guter Letzt: Heike wird heute aus dem Krankenhaus entlassen. Es geht ihr inzwischen recht gut! Peter kommt mit seinem roller wieder besser zurecht. Renkt sich alles ein! Trond holt sich alle zwei Tage von mir frisches Verbandszeug. Ist eben ein Vikinger! Christian läuft, trotz Oberschenkelzerrung, flott weiter! Stèphane rafft sich wieder auf! Frèderic hat arg zu kämpfen. Hält aber durch! Kazuko ist stets gut drauf. She is my girlfriend Ambros trägt weiterhin tapfer die Fahne. Hat aber keine Fahne!!!

Ingo zur 29. Etappe

Guerigny nach Charenton-Du-Cher / 16.09.2012
73 km / 2034.9 km gesamt
45.4 mi / 1264.4 mi gesamt
33 Teilnehmer am Start / 32 Teilnehmer gewertet

Tageswertung

1. 18 Henry Wehder Germany 6:13:08
2. 01 Robert Wimmer Germany 6:19:36
3. 27 Trond Sjavik Norway 6:37:56
 

Gesamtwertung

1. 02 Stéphane Pelissier France 188:59:51
2. 01 Robert Wimmer Germany 191:22:17
3. 18 Henry Wehder Germany 192:44:50

29. Etappe: Guerigny nach Charenton-Du-Cher


Tag: 73,0 km – Gesamt: 2.037,4 km

Den Start habe ich heute um circa 10 Sekunden verpasst. Es war noch sehr dunkel und bat daher Klaus, dass er mit der Taschenlampe 50 Meter vorausgeht, um den Läufern den Weg nach Links zu zeigen. Dumm gelaufen, denn ich zählte heute nicht mehr ab 10 rückwärts, sondern sagte nur 3,2,1 Start! Etwas überrascht setzte sich die erste Gruppe in Bewegung. Die Anlage, die wir verließen, ist sicher ein ehemaliger Standort einer französischen Militäreinheit. Die Stallungen sind noch deutlich auszumachen. Hier wurde gestern noch bis spät in die Nacht hinein eine Hochzeit gefeiert.



Die Strecke ist heute wieder sehr wellig, aber abseits von jedem starken Fahrzeugverkehr. Es kommt noch dazu, dass heute Sonntag ist. Die 2.000 Km-Marke wird bei km 36,6 in der Nähe von Thomas, am 4. VP, überschritten. Thomas Stand ist bei Km 41,5 bzw. 2.004,9 aufgebaut. Ein von mir gefertigtes Schild zeigt den Läufern bei Thomas an, dass sie die 2.000 Km-Marke überschritten haben. Joachim malt bei exakt 2.000 Km die 2.000 auf dem Asphalt. Es geht ab heute stets in Richtung Süden. Die Westachse haben wir somit hinter uns. Es wird nun jeden Tag etwas wärmer? Heute Morgen hatten wir einen Sternenklaren Himmel und es verspricht ein schöner Tag zu werden.



Masakazu Kado ist der japanische Betreuer. Ich muss mich um die ausgestiegenen Japaner, die immer wieder als Etappenläufer dabei sind, nicht zu kümmern. Die sammelt Masakazu ein. Es versteht sich auf dem Gebiet der Physiotherapie und behandelt jeden Abend und Morgen seine Landsleute. Aber auch die anderen Läufer kommen immer wieder gern zu ihm. Heute Morgen behandelt er Markus Bernhard. Markus macht einen zerknirschten Eindruck und lasse ihn daher zufrieden. Anschließend erkundigte ich mich aber nach seinem Befinden. Er hat Probleme mit der linken Leiste. Scheinbar hat er auch eine leichte Schwellung. Das fehlt ihm gerade noch, dass er wegen eines Leistungsbruches aussteigen muss. Vielleicht sind es nur vorübergehende Beschwerden? Andererseits hat er schon seit zwei, drei Tagen damit zu tun! Junge laufe vorsichtig und wenn es nicht geht, dann melde dich!



Nicole und Gèrard Denis besetzen in Frankreich vornehmlich den 1,2 oder 3 VP, denn ich brauche sie stets im Etappenziel. Außer „guten Tag“, Auf Wiedersehen“ und einige wenige Brocken mehr, kann ich kein Französisch. Ich benötige sie also als Sprachrohr. Gestern hat alles noch irgendwie geklappt, obwohl ich sehr unruhig war. Wird es heute auch reibungslos klappen? Das Essen bekommen wir heute vom Supermarkt LECLERC in Saint Amand Montrond. Der Ort liegt etwa acht Km entfernt. Das Essen muss geholt werden, was Nicole und Gèrard besorgen. Es wird wieder ein kaltes Buffet sein. Mit dieser Art der Verpflegung müssen wir uns noch einige Male mit abfinden. Es ist nun einmal nicht zu ändern. Bis jetzt sagt noch niemand etwas, aber wenn man später deshalb den Rüssel hängen lässt, dann stellt sich die Frage, wie man es anders machen sollte? Ich bin für jeden Tag froh, an dem ich etwas zu Essen auftreiben kann.



Uns steht heute eine Judo Halle zur Verfügung. Man könnte hier auch Essen, aber es wurde uns untersagt auf den Matten zu speisen. Außerdem heißt es: „Schuhe ausziehen“! Ich bringe einen entsprechenden Hinweis in Deutsch und Englisch an. Im Englischen Text habe ich bestimmt einen Fehler drin? Nicole schrieb den Text in Französisch. Nun, wo Essen? Das ließe sich auch noch hinbiegen, denn man hat ja Phantasie! Besser ist aber eine zweite Halle, etwa 600 Meter weiter. Hier haben wir alles, was wir brauchen. Wieder einen Tag gerettet!



Heute sind sechs japanische Etappenläufer dabei. Das Feld der TE-FR 2012 Läufer ist nach wie vor 33 Mann stark. Also keine weiteren Ausfälle. Stèphane scheint sich allmählich wieder zu erholen und wird den Vorsprung zu Robert Wimmer wieder vergrößern wollen? An der Spitze ist einiges los. Stèphane hat nur noch 3:40 Std Vorsprung zu Robert Wimmer. Der Vorsprung betrug schon einmal über 6 Stunden. Henry Wehder ist Robert mit 1:30 aber auch schon dicht auf den Fersen. Nur 23 Minuten dahinter ist Trond. Markus hatte bisher den fünften Platz. Nun ja, es ist eben Schade. Ich kenne Markus noch vom TE-FR 2009 und war mir einer der liebsten Läufer. Kein Meckern und immer gut drauf. Das Einzige, nun ja, ich sage es ruhig. Das ist sein gewaltiges Gepäckstück. Es fehlen ihm eigentlich nur noch das Bügelbrett und der Kronleuchter. Sonst ist alles dabei, was man auch am Gewicht merkt. Nun denn, so bitter es auch klingt: „Die Karawane zieht weiter“! Nun sind noch 3 Läuferinnen und 29 Läufer im Rennen, also 65,3%. Ich habe Markus eben vom Bügelbrett erzählt. Er bat darum, dass ich nicht weiterrede, denn beim Lachen hat er schmerzen! Ich habe mich zurückgezogen und futtere jetzt eine Tüte Chips.



Es ist nun das eingetreten, woran ich nicht glauben wollte, aber auch befürchtete. Markus Bernhard ist am 2. VP heute ausgestiegen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass man mit einem Leistungsbruch noch ewig lange laufen kann und es zwickt immer nur mal wieder. Werden die Schmerzen aber wirklich groß und ist eine Schwellung bereits sichtbar, dann UNBEDINGT aufhören! Wäre er heute weitergelaufen, so hätte ich mir die Schwellung heute Abend noch einmal angesehen und DRINGEND darum gebeten, dass er aufhört. Markus hat seine Entscheidung getroffen und die war richtig. Eine andere Entscheidung gibt es nicht! Markus fährt morgen mit Julia Fatton in die Schweiz zurück. Julia hat ihren Mann, Christian, für einige Tage in Frankreich begleitet. Nun heißt es wieder: „Brötchen verdienen“!



Die Sonne scheint kräftig und man lässt es sich auf der Rasenfläche vor der Judohalle gutgehen. Charenton du Cher ist ein Ort mit 3.900 Einwohnern und es gibt hier sicherlich einiges zu sehen. Einige Betreuer und sogar Läufer sind unterwegs. Ich schließe für heute und schaue mal, wo ich ein leckeres Eis am Stiel finde. Tschüss!



Ingo zur 30. Etappe

Charenton-Du-Cher nach La Chatre / 17.09.2012
61 km / 2095.9 km gesamt
37.9 mi / 1302.3 mi gesamt
32 Teilnehmer am Start / 31 Teilnehmer gewertet

Tageswertung

1. 27 Trond Sjavik Norway 5:11:17
2. 18 Henry Wehder Germany 5:11:17
3. 01 Robert Wimmer Germany 5:24:31
 

Gesamtwertung

1. 02 Stéphane Pelissier France 195:28:57
2. 01 Robert Wimmer Germany 196:46:48
3. 18 Henry Wehder Germany 197:56:07

30. Etappe: Charenton-Du-Cher nach La Chatre Tag: 61,0 km – Gesamt: 2.098,4 km


Das Frühstück wird wieder von uns selbst gemacht. Einigen ist die Strecke zum Frühstück, über 600 Meter zu weit, weshalb sie sich mit einigen Vorräten begnügen. Iwata Satoru hat sich heute aus der offiziellen Starterliste abgemeldet. Es war Voraussehbar, denn wer ihn gestern gesehen hat, der hätte ihn am liebsten vor Mitleid in die Arme genommen. Ihm fehlte sogar die Kraft, um die 600 Meter zum Abendessen zurückzulegen. Seine Kameraden haben es ihm gebracht. Er entschuldigt sich praktisch bei mir, weil er ausgestiegen ist. Auch wenn ich Läufern mit Aufgabeabsicht immer wieder versuche weiterzumachen, aber bei Iwata ließ ich es bleiben. Er versuchte seine Tränen zu unterdrücken. Ja, es ist schwer. Ich spreche aus eigener Erfahrung! Nun sind noch 31 TE-FR 2012 Läufer auf der Strecke, also 63,27%!

Markus hat sich heute schweren Herzens verabschiedet. Er fährt mit Julia in die Schweiz. Gefreut habe ich mich über die Einladung in die Schweiz, von Markus. Ich bekomme von ihm noch die Visitenkarte, die ich sofort gut verstaut habe. Wie sieht es weiterhin mit Stèphane aus? Ich ahne Böses, aber hoffe, dass er weiterhin durchhält! Wäre wirklich schade!



Ich musste mit Masakazu Kado, dem japanischen Betreuer sprechen. Es ist schlecht, wenn die aktiven Läufer an den VP durch sind und die Betreuer warten auf die ausgestiegenen Etappenläufer. Nun kommt sicherlich ein Aufschrei, aber diesen möchte ich entgegenwirken! Bei den Japanischen Läufern ist es so: Es starten morgens zum Beispiel 6 Etappenläufer. Im Ziel kommen dann 4 oder gar 8 an. Sie sollen laufen und ich freue mich auch für sie, aber so habe ich keine Kontrolle. Es sollte so aussehen, dass Etappenläufer im Ziel ankommen und nicht an den VP in die Begleitfahrzeuge einsteigen. Überhaupt: Jeder der morgens startet, MUSS die Etappe zu ende laufen. Die VP können einen aussteigenden Läufer nur bedingt mitnehmen. Ein Läufer der mir morgens schon eröffnet: „Mal sehen, wie weit ich komme“! Fordere ich auf, dass er gar nicht erst startet. Mitnahme nur in Ausnahmefällen: Sie Barb Owen, Heike Pawzik oder wie gestern, Markus Bernhard!



Dem heutigen Tag stand ich schon gestern skeptisch gegenüber. Nun stehe ich vor der angegebenen Adresse und kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass ich richtig bin. Mal sehen! Nun denn. Nach zwei Stunden komme ich ins Grübeln, wobei es keine verlorene Zeit war die ich hier stand. Ich habe meine tägliche Arbeit gemacht und meine Glatze für 30 Minuten in die Sonne gehalten. Inge kam und lotste mich nur wenigen Hundertmeter ins Etappenziel. Meine anfängliche Skepsis stellt sich als Unbegründet heraus. Wir sind in der „Auberge de Jeunesse“ in der Rue du Moulin Borgnon Nr. 8 untergebracht. Die „Auberge“ ist ein altes zweistöckiges Gemäuer und verfügt über gut 60 Betten. Also mehr Betten, als wir benötigen. Uns steht auch ein Raum zum Speisen zur Verfügung. Um in die Zimmer zu kommen, muss man eine recht steile Treppe hinauf. Es ist mir klar, dass man mir dafür kein Freudenfeuerwerk entzündet. Es sind aber die Umstände denen wir uns immer wieder anpassen müssen. Ein Läufer macht sich vorgesehenen Speiseraum breit. Meine Inge schreitet ein und bittet darum, dass der Läufer eine Treppe weiter hoch geht. Sie bekommt ein promptes NEIN zur Antwort. Habe ich leider gehööört und bestehe ebenfalls darauf. Er hat es zwar nicht eingesehen, aber was soll’s!



Schwierig ist das Parken. Der Lkw, mein Wohnmobil, Helmuts Auto und weitere 3 Pkw haben noch Platz, wenn auch beengt. Nun kommt Thomas noch mit seiner Imbissbude und da mache ich mich aus dem Staub. Es ist ein mittleres Chaos angesagt. Eine Nachbarin kommt schon heraus und kündigt an, dass die Einfahrt zu ihrem Hof freizuhalten ist. So richtig kommt es aber nicht an. Man beschwert sich bei mir und ich bin NATÜRLICH SEHR ERBOST! Ziehe mich dann aber schmunzelnd zurück. Mann Leute noch 15 Stunden: „dann sind wa WECH“! Unser einarmige französische Betreuer, Daniel Dalphin spricht mit einer weiteren Nachbarin und schwupp die schwupp steht uns eine Rasenfläche für fünf Wohnmobile zur Verfügung. Ich werde mich gleich mal zeigen und einige Präsente verteilen!



Das Abendessen müssen wir heute wieder selbst abholen. Ein Supermarkt ist nicht weit von uns, daher kein besonderes Problem. Es gibt wieder kalte Platten, das auch die Vegetarier zu ihrem Futter kommen. Wir haben an der Zahl vier Vegetarier. Hier etwas über Vegetarier: In den USA gibt es weniger als 3% Vegetarier, wogegen es in Deutschland etwa 15% gibt die kein Fleisch oder Wurst zu sich nehmen. Weitere 9% essen kein Fleisch. Etwa 7 bis 8% sind strenge Vegetarier. Die Motive für die fleischlose Ernährung können von religiösen, ethischen oder gesundheitlichen Überlegungen bis hin zum Tier- und Umweltschutz reichen.



Für Veranstalter von Mehrtagesläufen ist es nicht immer einfach, bei der Versorgung der Teilnehmer, auch den Vegetariern gerecht zu werden. Beschränkt sich die vegetarische Ernährung nur auf die fleischlose Kost, dann ist es noch relativ einfach. Der Teilnehmer muss dann notfalls mit Kartoffeln und Gemüse vorlieb nehmen. Durch den Verzicht von Fleisch bekommt der Vegetarier eventuell nicht genug Proteine. Das Protein ist wichtig, um bei der enormen Dauerbelastung die winzigen entstehenden Verletzungen in Form von winzigen Rissen der Muskelfasern zu reparieren. Durch den Verzehr von tierischen Fetten, die in Eiern, Käse, Wurst usw. enthalten sind ist Ottonormalverbraucher gut gerüstet. Der Vegetarier muss hier vermehrt Sojaprodukte, Bohnen, Nüsse, Gemüse und Vollkornerzeugnisse zu sich nehmen.



Noch etwas zum Kalorienverbrauch:

Energieverbrauch je 15 Minuten in Kalorien (im Durchschnitt)

Quelle: „RUNNERS WORLD April 2006“ Seite 34 von Urs Weber



Körpergewicht 55 kg 65 kg 75 kg 85 kg 95 kg 105 kg

85 % der HFmax. flotter Lauf 165 210 240 270 300 333

70 % der HFmax. langsamer Lauf 113 132 150 165 195 220

Flottes Gehen 80 95 110 125 138 150

Langsames Gehen 62 72 84 96 107 119

Faustformel: 1 kcal pro Körpergewicht mal km

Beispiel Ingo

Er ist 77 kg schwer und will 30 km Laufen. Wie viel kcal hat er verbraucht? (77 kg mal 30 km ergibt: 2.310 kcal)







Ingo zur 31. Etappe

La Chatre nach St-Sulpice-les-Feuilles / 18.09.2012
67.5 km / 2163.4 km gesamt
41.9 mi / 1344.3 mi gesamt
31 Teilnehmer am Start / 30 Teilnehmer gewertet

Tageswertung

1. 18 Henry Wehder Germany 5:51:52
2. 27 Trond Sjavik Norway 5:59:39
3. 01 Robert Wimmer Germany 6:28:05
 

Gesamtwertung

1. 01 Robert Wimmer Germany 203:14:53
2. 18 Henry Wehder Germany 203:47:59
3. 27 Trond Sjavik Norway 204:43:52

31. Etappe: La Chatre nach St-Sulpice-les-Feuilles Tag: 67,5 km – Gesamt: 2.165,9 km


Das Abendessen war soweit in Ordnung. Ich muss aber mit den Bestellungen herunterfahren. Es sind noch knapp 60 Leute zu versorgen. Hinzu kommen vier Vegetarier die bei Thomas und Susann essen. Es war wieder so viel zu essen das, dann man es gar nicht alles essen konnte. Nicole und Gérard bestellen für die nächsten Tage etwas weniger. Das Frühstück findet etwas beengt statt, ist aber in Ordnung.

Stèphane hat einige Sorgenfalten im Gesicht. Er war gestern auf Platz acht und der Zeitunterschied zum Zweitplatzierten wird jeden Tag weniger. Ambros und Eivenhoe (Eiolf) wollten unbedingt in der 1. Gruppe starten, obwohl es ihre Zeit zuließ, dass sie in der zweiten Gruppe starten. Ich lasse mich herumkriegen: „Aber wehe, wenn sie vor dem eigentlichen Tagessieger im Ziel seid – ihr werdet dann notgeschlachtet“! Frèdèric humpelt immer noch, aber es scheint allmählich besser zu laufen? Christian Fatton hat immer noch mit seiner Zerrung im Oberschenkel zu tun. Er ist ein „Kami Kaze“ Läufer. Er läuft stets bis zum Anschlag. Werden die Schmerzen größer, dann bremst er wohl etwas ab, aber wehe es geht ihm dann wieder besser, dann ist wieder VOLLGAS angesagt! Peter Bartel habe ich noch nicht gesprochen, aber es scheint mit ihm aufwärts zugehen. Ah Ambros ist im Ziel und kommt mit den Worten auf mich: „Ingo, wie lange soll ich warten, bis ich ins Ziel laufen kann“? Er ist schon eine ehrliche Seele. Er ist bereits vor Ort und will nicht ins Ziel laufen, weil der Erstplatzierte noch nicht da ist. „Ach Ambros, du alte Pfeife, laufe durchs Ziel. Es ist schon in Ordnung“! Ich erfahre aber, dass er doch nach dem Tagessieger, Henry Wehder, ins Ziel lief.



Es wird immer später hell und ich sollte den Start noch einmal um eine Viertelstunde verschieben? Ich scheue mich noch davor. Die Starts wären dann um 06:30 und 07:30 Uhr. Das Frühstück müsste dann endgültig verschoben werden. Also um 05:15 oder gar 05:30 Uhr. Die Wartezeit wäre sonst zu lang. Es ist in jedem Falle blöd, denn die Leute werden, so denke ich, weiterhin ab 04:00 Uhr mobil. Hätten wir jetzt nur noch kurze Etappen, so wäre es weniger ein Problem. Aber bei einer Etappe um die achtzig Kilometer benötigen die letzten Läufer bis zu 14 Stunden und sind dann erst um 20:30 oder später im Ziel.



Der Himmel ist Wolkenverhangen und ich bin skeptisch. Kommt die Sonne noch hervor? Bis 14:00 Uhr hielt sich dieser Zustand und es tröpfelte sogar. Ein Läufer kritisierte, dass es gestern kein BERGFEST gab. Ich dachte schon daran, aber wir hatten erst kurz zuvor die 2.000der Marke. Nun noch einmal Bergfest? Nun denn – hätte man aufnehmen können! Nun kommt aber noch jemand und meint, man könnte auch noch „Schnapszahlen“ feiern. Wäre wohl ganz witzig, aber kommen da noch mehr Ideen?



Die Vegetation ist NOCH ähnlich wie in Deutschland. Helmut und Thomas kommen mir entgegen gelaufen. Sie stehen mit ihren Fahrzeugen an Thomas VP. Helmut übernimmt zu gegebener Zeit den 5. VP. Im Briefkasten ist beinahe jeden Tag Post drin. Die Karten, meistens von den Japanern geschrieben. Ich stecke die Post jeden Tag in einen Briefkasten.



Die Halle ist groß und hat einen Steinfußboden. Ist dann nicht ganz so gemütlich, aber nicht zu ändern und ich bin froh, dass ich so eine große Halle habe. Die Duschen befinden sich außerhalb der Halle. Ebenso die Toiletten. Es sind noch die alten Toiletten, wo man in ein Loch zielen muss. Wie bei vielen dieser Toiletten, hat man nach dem Spülen noch ein Fußbad. Gerade landet ein Hubschrauber auf dem Fußballrasen und wird von der Feuerwehr erwartet. Ist sicherlich eine Übung? Einige Abgeordnete der Stadt und die Presse sind vor Ort. JB hat versäumt, der Stadt mitzuteilen, dass wir das Ziel direkt vor der Halle haben. Man erwartete uns, wie beim «TransGaule» auf dem Marktplatz. Man muss hier erwähnen, dass das heutige Etappenziel, eines der Etappenziele vom «TranseGaule» ist. Die Stadt sponserte Obst, Kekse und Getränke. Feine Sache und nehne ich gern an!



Oh nein, Meldungen dieser Art kann ich nicht gebrauchen und liebe ich auch nicht: Stèphane ist raus! Jetzt sind noch 30 im Rennen, also 61,22%! Peter habe ich eben gesprochen. Sein Zustand ist konstant. Daher: nicht besser, aber auch nicht schlimmer. Ein Trost ist aber, dass es dem behandelnden Arzt jetzt besser geht, denn der hat 40 Euro kassiert.



Hä, gut ist heute der Start. Die Läufer biegen nach 50 Metern scharf nach links und laufen jeweils vier Stufen, dann acht Schritte bei ständiger Steigung. Dann wieder vier Stufen, acht Schritte, ….. Zum Schluss sind es 6 bzw. acht Stufen. Es läppern sich 58 Stufen zusammen. Wer da hoch rennt, braucht ober erst einmal eine Pause oder muss die Batterie vom Herzschrittmacher auswechseln! Aber nur weiter, denn Gibraltar ist unser Ziel. Oder wie Helmut immer sagt: Dschiebraltaar“!



Ich wollte eine objektive Berichterstattung machen und will daher nicht verheimlichen, dass ich gestern schlecht drauf war. Ich war stinkig und wusste nicht warum. Eine Entschuldigung gibt es auch nicht, denn es lief alles Wunderbar und zu meiner vollsten Zufriedenheit. Die einzige Erklärung – nicht Entschuldigung – ist wohl, dass mir zu viel durch den Kopf geht und ich die Birne nicht freibekomme. Ich regte mich über etwas auf, was es gar nicht wert war. Man wollte von mir lediglich eine Versicherungsbestätigung. So etwas habe ich noch nie vorlegen müssen. Bestenfalls musste ich unterschreiben, dass ich für Schäden aufkomme. Nun denn, ich bin wieder auf der richtigen Schiene! Kommt mal vor.



Noch einmal zu meiner Berichterstattung: Meine Berichte sollen primär dazu dienen, dass sich die Läufer, Betreuer, Freunde des TE-FR 2012 usw. an die Etappen erinnern. Ich versuche daher über die Läufer und deren Befinden zu schreiben. Über die täglichen Ausfälle, die Hallen, Begebenheiten und kleine Anekdoten. Man möge mir verzeihen, wenn ab und dann noch ein Flacher Ingo Witz mit hineinrutscht, aber warum eigentlich nicht? Dann das Thema Essen. Wie oft hat man mich schon deshalb kritisiert? „Ingo, was geht uns Lesern das Essen an? Schreibe doch lieber über …“! Leute, meine Schreiberei ist kein Wunschkonzert. Ich kann es nicht jedem recht machen. Ich schreibe, was mir gerade in den Sinn kommt. Ich bin kein Sportberichterstatter. Im Grunde genommen noch nicht einmal ein schreiben, ob wohl ich mir bereits das Recht herausnahm, zwei Bücher zu schreiben. Ich werde auch über den TE-FR 2012 ein Buch schreiben!



Fragt hier einmal, wo wir vorgestern gewesen sind? Nein, fragt nach dem gestrigen Tag! Grübel, da war, ach nein, dass ist ja schon zwei Tage her. Ach jetzt, ich hab‘s, ach nein doch nicht! Leute, die wenigsten kennen das heutige Datum! 64 Tage plus Zeit vorher und nachher, ergeben runde 70 Tage, also 10 Wochen!!! Unsere Zeit vergeht wie im Fluge. Wir sind ständig auf Achse. Meine Berichte sollen dazu dienen, dann wir uns alle an den TE-FR 2012 wieder erinnern. Deshalb auch meine manchmal überflüssigen Punkte der Berichterstattung, die niemandem jucken. Sie helfen uns aber, dass wir uns erinnern. Wenn ich das dritte Buch schreibe, so werde ich vieles herausnehmen bzw. hinzufügen. Da werden diese Berichte mir das Schreiben und Erinnern vereinfachen! Ich denke mal, dass ich jetzt einiges zum Verständnis beigetragen habe? Daher, ich schreibe diese Dinge auch für mich auf!





Ingo zur 32. Etappe

St-Sulpice-les-Feuilles nach Bourganeuf / 19.09.2012
62.1 km / 2225.5 km gesamt
38.6 mi / 1382.9 mi gesamt
30 Teilnehmer am Start / 30 Teilnehmer gewertet

Tageswertung

1. 18 Henry Wehder Germany 5:20:38
2. 01 Robert Wimmer Germany 5:49:57
3. 27 Trond Sjavik Norway 6:06:47
 

Gesamtwertung

1. 01 Robert Wimmer Germany 209:04:50
2. 18 Henry Wehder Germany 209:08:37
3. 27 Trond Sjavik Norway 210:50:39

32. Etappe: St-Sulpice-les-Feuilles nach Bourganeuf


Tag: 62,1 km – Gesamt: 2.227,0 km

Bei einem schönen Ambiente nahmen wir unser Abendessen im Restaurant „Le Combiere“ ein. Das Restaurant war etwa 700 Meter von der Unterkunft entfernt und wir machten einen kleinen „Abendspaziergang“. Es ist natürlich schön und entspannend in einem schönen Restaurant zu essen. Jemand der täglich runde 65 km rennt, hätte es vielleicht lieber in einem Topf, in Nähe der Schlafstelle. Am gestrigen Tag waren es 67,5 km und somit eine kleiner Etappe. Geschmeckt hatte es allen und man konnte gut gesättigt den Rückweg antreten.



Frühstück wurde wieder selbst gemacht. Die Stadt stellte uns gestern einige Biertischgarnituren zur Verfügung, die wir in einem Teil der Halle aufstellten. Um 04:00 Uhr wieder der blöde Wecker! Der Himmel ist sternenklar und man kann sich auf einen angenehmen Tag freuen. Überhaupt, mit dem Wetter hatten wir bisher Glück. Natürlich hatten wir auch Regentage, aber 64 Tage Sonnenschein? Ein Läufer kommt leicht verärgert aus einem der zwei Toiletten. Er hat ein „Fußbad“ genommen. Den Bogen habe ich aber bereits raus. Erst das „Geschäft“ erledigt, das WC verlassen und von außen die Spülung betätigt. Dann bleiben die Füße trocken!



Meine Inge legt mir einen neuen Verband an, denn ich bin gestern Abend, auf dem Weg zum Restaurant, über meinem Lenkrad abgestiegen. Das brachte mir einige Schürfwunden ein. Es ist aber nicht so schlimm, dass ich ein neues Passbild brauche. Ach Gesundheit. Markus Mutter teilt mir in einer Mail mit, dass Markus am Leistenbruch operiert wurde und noch einige Tage im Krankenhaus bleiben muss. Wie Markus selbst berichtet, wäre er am liebsten in den Tiefschlaf gefallen. Die Schmerzen hinderten ihn aber daran. Nun kann man ihm nur noch alles wünschen. Ich selbst bedaure seinen Ausstieg sehr, denn er ist ein äußerst angenehmer Mensch. Hier stieg aber keiner aus, der etwas aua hatte, sondern es war schon ein Notfall. Ein Leistenbruch ist heute keine große Sache mehr. Wenn er aber akut wird, dann kann es Lebensgefährlich werden. Also Markus: „Im Namen ALLER – alles Gute“!



Yasuhiro Asai fiel unglücklicherweise gestern aus der Ergebnisliste heraus. Tut mir leid, weiß der Henker wie das passiert ist. Er ist nun wieder drin. Nach dem Ausstieg von Stèphane Pelissier, rückt Robert Wimmer an 1. Stelle. Ihm ist dicht auf den Fersen Henry Wehder und die Luft für Robert wird dünn. Wehder kommt heute wieder als erster ins Ziel. Es kann noch ein spannender Kampf werden. Aber auch Trond ist in Lauerstellung. In wenigen Tagen kann sich auf der oberen Hälfte der Ergebnisliste noch viel tun. Dennoch: Es sind noch 32 Etappen nach Gibraltar!



Stèphane fährt heute heim. Da Daniel Dalphin nicht nur einen VP besetzte, sondern auch Stèphane betreute, fahren sie gemeinsam. Nun haben wir einen Betreuer mit Fahrzeug weniger. Joachim, der die Einteilungen vornimmt, meint aber, dass wir das noch alles hinkriegen. Ich habe mich angeboten, dass ich den 1. VP besetzen könnte. Das wird aber vorerst nicht nötig sein.



Die Halle in Bourganeuf ist sehr groß. Es ist eine sogenannte Dreifeldhalle. Alle Drittel sind mit Vorhängen abgetrennt und in jedem Drittel machen die Schüler Sport. Wir können die Halle erst ab 16:00 Uhr nutzen. Es gibt aber für die ankommenden Läufer die Möglichkeit, dass sie sich im 1. Stock, wo morgen früh das Frühstück gemacht wird, erst einmal hinlegen können. Das Restaurant „Auberge de L‘ Atre“ befindet sich nur 250 Meter von der Halle. Es ist ein ähnliches Ambiente wie gestern.



Mit Abschluss der heutigen Etappe haben wir die Hälfte der Zeit hinter uns. Nun folgen noch einmal 32 Tage und 1.950 km. Die zweite Hälfte scheint also weniger Anstrengend zu sein? Wie gesagt: Scheinbar! Es sind einige hart am Kämpfen und Läufer die vor einiger Zeit noch lustig und fidel waren, werden immer ruhiger. Dennoch kann man sich über die allgemeine Stimmung nicht beklagen. Probleme scheint inzwischen auch Neil Bryant zu haben. Seit Tagen bemerke ich, dass er sein Knie getapt hat. Heute ist er überwiegend am Wandern. Seine Freundin, Louise Scholl sorgt sich sehr um ihn. Hoffen wir das Beste. Louise macht mit Thierry die Zeitmessung. Sie ist sehr geschickt am Computer, denn sie arbeitet im IT Bereich und kann mit Systemproblemen sehr gut umgehen.



Bourganeuf hat knapp 3.000 Einwohner und ist ein nettes kleines Städtchen. Das schöne Wetter nutzen einige Betreuer und auch Teilnehmer, ein bisschen im Städtchen zu flanieren. Es gibt kleine Straßen Cafés und viele Einkaufsmöglichkeiten. Meine Inge überlegt noch, ob sie zum Friseur geht. Dieses Problem habe ich schon lange nicht mehr und kenne noch nicht einmal die Preise für einen Herrenschnitt.



Toll: Am Ortseingang befindet sich eine Leuchtreklameanzeige. Man weißt hier auf Aktuelles hin. Unter anderem auch auf den TE-FR 2012. Klaus hat es fotografiert. Das stellen wir heute natürlich auch au die Seite des TE-FR 2012.

So, es ist jetzt gleich 16:00 Uhr und da schauen wir mal, ob wir endlich in die Halle können!







Ingo zur 33. Etappe

Bourganeuf nach Meymac / 20.09.2012
72.6 km / 2298.1 km gesamt
45.1 mi / 1428 mi gesamt
30 Teilnehmer am Start / 30 Teilnehmer gewertet

Tageswertung

1. 18 Henry Wehder Germany 6:31:01
2. 01 Robert Wimmer Germany 7:03:17
3. 27 Trond Sjavik Norway 7:09:58
 

Gesamtwertung

1. 18 Henry Wehder Germany 215:39:38
2. 01 Robert Wimmer Germany 216:08:07
3. 27 Trond Sjavik Norway 218:00:37

33. Etappe: Bourganeuf nach Meymac am Donnerstag Tag: 72,6 km – Gesamt: 2.300,6 km


Das Abendessen als solches war ganz ok, aber einig Dinge haben doch gestört. Da kommt der Koch aus der Kombüse und hat eine Kippe zwischen den Kiemen. Das Brot stellt er auf einem Tisch, wobei ihm erst einmal ein Stück Brot herunterfällt. Dieses legt er ungeniert wieder auf den Teller. An einem Tisch sitzt jemand mit einem kleinen Hund auf dem Arm. Dieser wird ständig gestreichelt und geknutscht. Dabei legt der Hund noch den Rüssel auf den Tisch. Dann schleicht ein Boxer Hund um die Tische. Ich glaube, es war ein Polizeihund, denn er hatte eine Revolvertasche zwischen den Beinen. Nun denn, ich habe ohnehin nicht viel gegessen.

Der Wein musste dieses Mal wieder extra bezahlt werden und es war verwunderlich, dass nur so wenige Weinflaschen auf dem Tisch standen. Dabei waren es absolut zivile Preise: ¼ Liter Wein= 1,80 EUR, Kaffee 1,65 EUR und sonstige Getränke, wie Bier usw. 2,50 EUR. Es war nur eine Bedienung für knapp 60 Leute zuständig. Die etwas stabile Dame machte ihre Arbeit recht flott und die heutige Etappe hat sie beinahe auch hinter sich gebracht. Vielleicht nicht ganz 72,6 km, aber so genau will man das auch gar nicht wissen – gell? Was wird es zum Nachtisch geben? Auf dem Tisch lag noch ein Suppenlöffel. Es musste also etwas größeres sein? Denkste –ein kleines Stückchen Apfelkuchen den man sich auch so in den Mund schieben konnte. Alle waren satt und zufrieden und das war die Hauptsache



Vor Tagen berichtete ich noch, wie ruhig und harmonisch noch alles ist. Was erwarte ich? Wir haben Halbzeit und da wird es allmählich Zeit, dass es etwas unruhiger wird. Die Halle konnte von uns erst ab 16:00 Uhr belegt werden. In der Zwischenzeit durften wir uns im 1. Stock aufhalten. Hier wurde am Abend auch das Frühstück für den nächsten Tag vorbereitet. Ab 16:00 Uhr bat ich dann darum, dass man in riesige Dreifeldhalle umzieht. Für einige war es wohl eine Zumutung?

Die Halle schien nicht groß genug zu sein. Einen Teilnehmer forderte ich mindestens dreimal auf, dass er seinen Platz räumt. Als Antwort bekam ich unter anderem: „Spiel dich nicht so auf. Was glaubst du denn, wer du bist“? Ich sprach ihm eine Verwarnung aus, ungehindert seiner Leistung und Platzierung. Er räumte daraufhin seinen Platz, aber nicht ohne, dass er in der Halle herumlief, um die Mannschaft für sein Verhalten zu gewinnen. Nun denn: Solche Leute machen mir meinen beabsichtigten Ausstieg als Veranstalter immer leichter. Später stellte ich fest, dass weiterhin einige Leute dort ihren Schlafsack hatten, wo ich den Ärger mit der betreffenden Person hatte. Ich gab auf, denn meine Nerven sollen wenigsten bis Gibraltar halten. Als hätte ich es nicht gewusst, beim Frühstück heute Morgen, war genau dieser Punkt ein Thema. Warum durfte der eine und der andere nicht! Nun denn, solange es nicht dicker kommt?



Man erinnere sich: „Nicht nur schön schreiben, über romantische Sonnenaufgänge, die Vöglein zwitschern und alle sind glücklich“! Das ist ein Schmarren! Man stelle sich vor: 64 Tage Romantik – wer soll das denn glauben? Also gehört so etwas auch hinein. Ob ich sauer bin? Quark! Etwas enttäuscht und nur leicht ärgerlich. Also –abhaken!!!



Es wird mit jedem Tag dunkler. Beim Start ist es beinahe so dunkel, wie in einem Rinderpopo. Bei 2 Grad plus startet die 1.Gruppe. auf den Feldern liegt Raureif und ich lasse meine Seitenscheibe lieber hoch. Die ersten Kilometer geht es stetig aufwärts, aber so unauffällig, dass man es kaum merkt. Gegen Ender der Etappe haben wir über 900 Meter erreicht. Meymac ist ein kleiner Ort mit 2.600 Einwohnern und hat sogar einen großen Supermarkt mit Tankstelle. Der Diesel kostet hier 1,41 EUR und ist daher recht günstig. Ich habe ihn schon für 1,37 aber auch schon für 1,57 EUR gesehen.



Ich hatte es gestern Abend schon angekündigt, dass wir in Meymac keine Duschen haben. Gesagt wurde nichts, aber ich bin heute mal auf die Reaktionen gespannt (Ich melde mich dann noch einmal). Zur Dusche sind es etwa 1.200 Meter. Ich habe dem japanischen Betreuer Masakazu gebeten, dass er einige Touren fährt. Wenn Klaus vor Ort ist, dann kann er auch noch einige Touren übernehmen. Die Halle ist groß genug und sehr sauber. Ich werde darauf achten müssen, dass wir sie auch so wieder verlassen. Es ist nicht immer ganz leicht, weil wir, wie morgen auch, in der Halle Frühstücken und manchmal, wenn wir von einem Partyservice bewirtet werden, auch unser Abendessen einnehmen. Es gibt auch Hallen, wo das Essen generell verboten ist. Aber, was sage ich …? Später darf man klebrige Coca Cola und Brotkrümmel aufwischen!



Im Eingangsbereich steht täglich eine Eiswürfelmaschine. Hier darf sich jeder die Würfel herausnehmen, die er für die Kühlung seiner geschundenen Glieder benötigt. Das hinter meinem Rücken auch das Bier damit gekühlt wird, ist sicher ein Lüge. Tja, man merkt es – gell? Die Stimmung ist nicht mehr ganz so heiter. Schauen wir mal die nächsten Tage, wenn das Wetter schön ist, vor der Halle ein schöner Rasen.



Die Sonne kommt hervor und es wird angenehm warm. Schüler würden zwar noch kein Hitzefrei bekommen, aber uns reicht es. Zu Besuch haben wir heute Marie-Jeanne und ihren Mann Jean-Louis Simons. Eine Überraschung ist aber auch Martine und Robert Bertin, die beim „Horb-Berlin-Lauf“ 2011 dabei waren. Mit der Duscherei klappt es ganz gut und jeder kommt zu seiner „shower“! Nun denn, man macht sich manchmal zu viel Sorgen. Aber wer kann schon in die Zukunft schauen. Ich lasse das Duschen heute ausfallen und verschiebe es auf Morgen, denn es schwirren noch keine Fliegen um mich herum, was ein sicheres Zeichen ist!







Ingo zur 34. Etappe

Meymac nach Mauriac / 21.09.2012
52.8 km / 2350.9 km gesamt
32.8 mi / 1460.8 mi gesamt
30 Teilnehmer am Start / 30 Teilnehmer gewertet

Tageswertung

1. 18 Henry Wehder Germany 4:19:35
2. 01 Robert Wimmer Germany 4:35:37
3. 27 Trond Sjavik Norway 5:09:25
 

Gesamtwertung

1. 18 Henry Wehder Germany 219:59:13
2. 01 Robert Wimmer Germany 220:43:44
3. 27 Trond Sjavik Norway 223:10:02

34. Etappe: Meymac nach Mauriac Tag: 52,8 km – Gesamt: 2.350,9 km


Das Abendessen war gestern wieder ok. Mir hätte schon beinahe die Vorspeise und ein Stück Baguette gereicht. Anschließend gab es Hühnerbrust und Nudeln. Zum Nachtisch ein Stück Kuchen. Der Wein war wieder im Preis inbegriffen. Für die Abendmalzeit zahle ich in der Regel zwischen 11,50 und 13.00 Euro. Erstaunlich ist, dass ich für einen Catering-Service das Gleiche zahle, wo ich das Geschirr noch abwaschen muss und auch zurückbringe, mehr oder zumindest das Gleiche zahle, wie in einem netten Restaurant, wo auch noch der Wein im Preis inbegriffen ist. Nun denn, wird schon richtig sein –Gell?

Im Briefkasten ist beinahe jeden Tag Post drin, die ich dann in den nächsten Briefkasten einwerfe. Manchmal fehlt die Briefmarke, die ich dann noch in der Post hole. Die meisten Karten schreiben die Japaner. Die Eismaschine schalte ich gegen 9:00 Uhr ab, damit man das Geklötere der Eiswürfel nicht in der ganzen Halle hört. Ab heute starten wir um 06:30 und 07:30 Uhr. Man muss sich ja nicht jeden Tag auf die Augen hauen bis die Funken sprühen, nur damit man etwas sehen kann. Die ersten 15 Minuten kann man sich noch auf die Augen hauen, aber muss das sein? Wir leben im Zeitalter der Taschenlampe. Also, schaltet man das Ding ein und die Augen werden es einem danken!



Als Etappenläuferin ist heute Marie-Jeanne Simons dabei. Sie ist leider sehr frühzeitig, beim TE-FR 2012, ausgestiegen und wird die nächsten zwei Tage als Etappenläuferin dabei sein. Ihr Mann, Jean-Louis betreut sie. Alle ausgestiegenen Japaner sind heute um 06:30 Uhr gestartet. Es ist eine KLEINE Etappe über NUR 71,7 km. Das Medieninteresse ist nach wie vor sehr gering. Das war aber auch schon 2003 und 2009 der Fall, obwohl ich hier starke Unterstützung hatte. Ohne diese Unterstützung habe ich, wie gesagt das gleiche Interesse zu verzeichnen. Das war in Amerika aber auch nicht anders. Bei den Deutschlandläufen ging es noch einigermaßen. Also Ingo, da hättest du … Äh, äh, ist nicht. Wir sind Läufer, besser gesagt Ultralangstreckenläufer und keine Boxer, Tennisspieler, Motorsportler oder sonst etwas, sondern NUR depperte Ultras! Damit müssen wir uns abfinden!



Es steht uns heute wieder ein große Halle zur Verfügung. Sie ist scheinbar schon sehr alt und wenn Ludwig der IV. schon Sporthallen gebaut hätte, dann würde ich auf die Erbauung dieser Zeit tippen? Dennoch: Wichtig ist, dass wir Platz haben und bin daher für die Halle sehr dankbar. Das Parken der Fahrzeuge ist heute nicht ganz so einfach. Der Lkw, Helmuts Einkaufswagen und mein Bock haben noch Platz, aber dann ist Tutti! Weitere Fahrzeuge müssen auf dem gegenüberliegenden Parkplatz ihren Platz suchen. Damit sich niemand mehr hinein quetscht, hat die Stadt oder ist es die Schule, einen Poller gesetzt. Nun ist nur zu hoffen, dass dieser wieder rechtzeitig entfernt wird. Aber darum kümmern sich Nicole und Gèrard.



Gegenüber der Halle ist ein Sportplatz auf dem die Schulkinder noch Sportunterricht haben. Es geht dort sehr lautstark zu und ich muss dabei an meine sechs Enkelkinder denken. Au ja, Enkelkinder! Meine Sandra wird heute zehn und da muss ich gleich noch anrufen- so viel Zeit muss sein. Für meine Enkelkinder sowieso! Nun müssen wir gleich einmal schauen, wo wir das Frühstück am nächsten Tag machen können. Inder Halle oder bietet sich noch eine andere Möglichkeit? Meine „Frühstücksmannschaft“ macht das schon!



Ach ja – Mannschaft! Hast du keine geeignete Mannschaft, dann bis du im Mors (Ar…) gekniffen. Joachim Bartelmann klebt jeden Tag die orangefarbenen Pfeile, damit die Läufer ihren Weg finden. Außerdem malt er immer wieder Pfeile auf die Straße. Für den Ernstfall haben die Läufer noch eine Streckenbeschreibung bei sich. Veronika, Dietrich und Helmut machen das Frühstück. Meine Inge und Helmut fahren jeden Tag zum Einkaufen und sorgen für den richtigen Vorrat für die Streckenverpflegung und Frühstück. Helmut ist LIDL Spezialist und kennt nahezu jeden LIDL in Europa. Thierry und Louise machen die Zeitmessung. Thomas und Susann sorgen für ein kleines Entgelt für die Zwischenmalzeit im Ziel. Veronika, Dietrich, Helmut Rosieka (wir haben ZWEI Helmuts), Brigitte, Thomas, Susann, Nicole, Gérard, Klaus und Marianne. Stehen an den Verpflegungsposten. Der letzte und vorletzte VP muss immer recht lange ausharren.



Joachim hat für die Einteilung der VP sein System und dieses ist so einleuchtend und überlegt, dass man daran kaum rütteln kann. Den ersten oder zweiten VP müssen zurzeit immer noch Nicole und Gèrard besetzen. Die Beiden benötige ich rechtzeitig im Ziel, denn sie sind mein Sprachrohr. Woher soll ich Französisch können? Daniel, Jürgen und Reinhard sind bereits daheim. Die Pflicht ruft und deren Urlaub ist nicht unbegrenzt. Da haben wir Rentner es doch einfacher? Dennoch: den 1. TE-FR 2003 habe ich gemacht, als ich noch berufstätig war. Es war ein harter Kampf, mal eben 10 Wochen frei zu bekommen. 2009 habe ich den Großteil meiner Vorbereitungen während der Berufstätigkeit gemacht. Dann war ich Rentner und konnte mich austoben.



Die Strecke ist heute wieder sehr WELLIG und Anspruchsvoll. Wir kommen immer mal wieder auf über 700 Meter. Im Zielbereich sind wir auf 680 Meter. Um die Mittagszeit kommen ein paar Tropfen herunter, aber ansonsten haben wir gutes Läuferwetter. Wir warten noch auf „Betreuerwetter“. Ich meine: Sonnenbrille und Strohhut auf, Haut mit Sonnencreme Faktor 50 eingeschmiert, ein Bierchen und dann so richtig entspannen und vor sich hinstinken. Die armen Läufer, die das ENTSPANNEN viel nötiger haben, bekommen „M“ Gedanken. „M“ steht für Mord – war ein Witz! Man sagt von den französischen Autofahrern, dass es recht rasante Fahrer sind. Sie sind auch nicht besser oder schlimmer als deutsche Autofahrer. Einer oder auch mehrere haben dieses Vorurteil der „rasanten Autofahrer“ heute genährt. Da überholt mich doch so ein Blödmann, obwohl mir ein anderes Fahrzeug entgegenkommt. Ich lege die Ohren an und bange um mein Leihfahrzeug. Ich sage es nicht gern, aber: „Der Kehr ist als Mensch zu blöd und als Schwein hat er zu kleine Ohren“! Das war kein Witz, sondern eine nüchterne Beurteilung eines rücksichtslosen Zeitgenossen.



Zum Schluss noch. Die Stimmung ist wieder recht entspannt, auch wenn mich nicht mehr alle lieb haben. Heute Morgen sagte ich jemandem, dass ich nur einen Job mache. Es ist nicht immer einfach, dass man es allen recht macht. Das wir seit heute später starten, ist einem Teilnehmer zuzuschreiben. Er fragte mit recht, ob wir wegen der fortschreitenden morgendlichen Dunkelheit nicht später starten können? Ich wollte diesen Entschluss noch etwas hinauszögern, aber ich denke mal, dass und nun allen geholfen ist!







Ingo zur 35. Etappe

Mauriac nach Jussac / 22.09.2012
62.8 km / 2413.7 km gesamt
39 mi / 1499.8 mi gesamt
30 Teilnehmer am Start / 30 Teilnehmer gewertet

Tageswertung

1. 18 Henry Wehder Germany 5:34:35
2. 01 Robert Wimmer Germany 5:43:42
3. 07 Jean-Claude Le Gargasson France 6:06:56
 

Gesamtwertung

1. 18 Henry Wehder Germany 225:33:48
2. 01 Robert Wimmer Germany 226:27:26
3. 27 Trond Sjavik Norway 229:25:27

35. Etappe: Mauriac nach Jussac Tag: 62,8 km – Gesamt: 2.413,7 km


Das Abendessen war wieder Spitzenmäßig. Es ist klar, dass wir in Frankreich immer mal wieder Besuch und Gäste haben. Wir freuen uns über jedes NEUE Gesicht. Wir hatten wieder Vorspeise, Hauptspeise, Dessert, inklusive Wein und Kaffee. So kann man es aushalten.

Für zwei Tage begleiten uns Martine und Robert Bertin. Robert war erfolgreicher Teilnehmer beim "Horb-Berlin-Lauf" 2011. Rüdiger Winter verlässt den TE-FR 2012 aus persönlichen Gründen. Er war bisher primär für die Verladung und Entladung des Gepäcks zuständig und half immer mal wieder bei der Zeitmessung. Diese Arbeit werde ich, so gut es geht, mit übernehmen.

In den frühen Morgenstunden regnete es leicht. Zum Start haben wir einen Wolkenverhangenen Himmel. Aber es ist relativ trocken. Wir erreichen heute den höchsten Punkt in Frankreich. Nämlich 1.231 Meter. Wir befinden uns immer noch auf der "TransGaule" Strecke. Nicole und Gèrard kommen jeden Morgen mit 40 Baguettes vom Bäcker. Das haut prima hin – vielen Dank an die Beiden! Eivenhoe (Eiolf) hätte gemäß seiner gestern gelaufenen Zeit, um 07:30 Uhr starten sollen. Der alte Gauner hat mich wieder rumgekriegt und ich lasse Eiolf daher um 06:30 starten. Wehe, wenn er wieder zu stark aufdreht! Peter Bartel scheint es immer noch nicht so gut zu gehen. Er verließ das Abendessen noch vor dem Nachtisch, weil es ihm nicht gut ging. Christian Marti ist äußerst ruhig und schaut ein wenig verkniffen und skeptisch drein. Er hat einen Shin Splint, der ihm gerade in der Nacht zu schaffen macht. Auf meine unqualifizierte Äußerung, dann laufe doch in der Nacht, konnte er gar nicht lachen. Hätte ich mir auch verkneifen können. Wenn einer schon Beschwerden hat, dann soll man mit solchen Sprüchen vorsichtig sein. Ich hätte sicherlich genauso abweisend reagiert. Man möge mir diese Unüberlegtheit verzeihen! Christian Fattons Oberschenkel scheint sich zu erholen? Nach meiner Beobachtung scheint sich Patrick Gallais wieder zu erholen? Ich werde heute einmal nachfragen! Und was ist mit Ingo?

Darf ich mich äußern? Mir geht es soweit gut. Die anfänglichen Stressattacken haben sich gelegt. Es gibt wohl ein oder zwei Leute über die ich mich immer mal wieder ärgere, aber nicht so, dass ich in die Luft gehen möchte. Nach meinem Unfall mit dem Rad, ich bin nach vorn abgestiegen, habe ich immer noch Beschwerden im linken Arm und hoffe, dass ich keine Entzündung bekomme. Was macht das aber einem Indianer aus? Ich habe ja noch den rechten Arm!

In der Spitzengruppe wird "geknüppelt". Henry Wehder hat die Führung übernommen und hat sich mit 16 Minuten vor Robert Wimmer gesetzt. Trond Sjavik ist mit 34 Min Minuten hinter Wimmer ein gefährlicher Gegner. Wie es ausschaut, sind Jean Claude Le Gargasson, Fabrice Viaud, Jean-Benoit Jaouen und Eivenhoe (Eiolf) Eivindsen in Lauerstellung? Neil Bryant ist trotz einiger Probleme noch gut im Rennen. Gestern war er immerhin auf dem 13. Platz. Er wird sich wieder erholen? Überraschend für mich, ist Wolfgang Böss. Es ist immer gut drauf und für Scherze, auch im Etappenziel, zu haben. Aber auch der, mit der täglichen Fahne, ich meine den österreichischen Fahnenträger, unseren Ambros, er ist immer gut drauf. Er ist ein Unikum!

Wir sieht es im Frauenfeld aus? Es sind noch drei Frauen im Rennen. Ria Buiten führt ganz klar und ist mit 42 Minuten vor Kazuko kaum noch zu schlagen. Saeko ist die Dritte im Bunde. Sie ist in der Regel das Schlusslicht im Feld und schafft es immer wieder, dass sie sich noch vor Zielschluss ins Ziel "rettet"!

Wir haben heute wieder ein optimales Etappenziel. Nämlich: viel Parkplatz, große Halle, Raum für das Frühstück, Stühle und Tische sind vorhanden, viele Steckdosen usw. Jeden Tag so eine Unterkunft – das wäre BINGO! Im Zielbereich stehen zahlreiche Leute, die den ankommenden Läufern ihre Anerkennung durch Händeklatschen zollen. Einige sind wohl auch Angehörige und Freunde der französischen Läufer.

Ich erwähne immer die Stimmung, wobei man sich bisher darüber nicht beklagen darf. Sie ist insgesamt gut bis sogar sehr gut. Man darf meine Schilderung aber auch nicht immer überbewerten. Warum, übertreibe ich, lasse ich meinen Emotionen freien Lauf? Nichts dergleichen. Ich möchte es einmal so erklären: Nehmen wir den Tag "X" – wir haben schlechtes Wetter – man hätte die richtige Bekleidung mitführen sollen, hat man aber nicht – verlaufen; Mist wieder zurück und das heute! – die Koffer nun auch noch in die 1. Etage schleppen – kleine Halle, kaum noch Platz – die Dusche ist natürlich eiskalt – endlich etwas zu Essen – das Restaurant ist 800 Meter entfernt, toll, ich bin ja noch nicht genug gelatscht – Schnauze voll, ich habe noch einen angebissenen Zwieback und ein paar Erdnüsse – die ganze Welt, einschließlich Ingo, können mich heute mal –nun kommt da noch so ein Schnarcher und fragt, wie es mir geht – Toll Junge, ganz toll, mach‘ dich bloß vom Acker. Wenn mich heute noch einer an quakt, dann …!

Wissen Sie jetzt was ich meine? Die Stimmung ist in der Regel eine Momentaufnahme. Es ist nur dann übel, wenn sie sich über Tage hält. Dann muss der Veranstalter reagieren. Dann muss der Haufen zusammengetrommelt werden. Es wird dann abgefragt: Was gefällt euch nicht? – kaum eine Antwort! Wie ist das Frühstück? – das ist in Ordnung! Wie ist die Streckenverpflegung? – Spitze! Wie ist das Abendessen? –Soweit ok, aber könnte mal wieder …. Geben! (nun denn, da kann man wenig machen. Es scheint aber nicht der Punkt zu sein) Nun denn. Habe ICH euch etwas getan? – A wa Ingo, du bist doch ok! Nun wurde alles soweit abgeklopft und die letzte Frage wird gestellt: "Wie kann ich euch weiterhelfen, damit wir wieder auf die Schiene kommen"! Grummel, grummel …! Ja nun Leute: Heraus damit! Die Hirnzellen laufen auf Hochtouren und brennen beinahe durch oder bekommen einen Kolbenfresser. Fazit: Es ist gar nichts, absolut gar nichts! Es ist zwar alles Scheibenkleister, aber was ist Scheibenkleister? Ich komme auch immer in eine Situation, wo ich absolut unzufrieden bin. Warum bin ich aber unzufrieden? Grübel, grübel. Zum Schluss ist man sauer, weil man sauer ist ohne zu wissen, warum man sauer ist.

Lasst mich weiterhin über die tägliche Stimmung usw. berichten. Es sind oftmals, wie schon erwähnt, nur Momentaufnahmen. Aber auch die Momentaufnahmen verdienen es, dass man sie erwähnt. Es ist auch oftmals so, dass man sich nur an Äußerungen und Verhaltensweisen einiger wenige festhält und vielleicht dummerweise erwähnt.

Ingo zur 36. Etappe

Jussac nach St.Cyprien sur Dourdou / 23.09.2012
68.8 km / 2482.5 km gesamt
42.8 mi / 1542.6 mi gesamt
30 Teilnehmer am Start / 30 Teilnehmer gewertet

Tageswertung

1. 18 Henry Wehder Germany 5:56:20
2. 01 Robert Wimmer Germany 6:22:18
3. 27 Trond Sjavik Norway 6:30:30
 

Gesamtwertung

1. 18 Henry Wehder Germany 231:30:08
2. 01 Robert Wimmer Germany 232:49:44
3. 27 Trond Sjavik Norway 235:55:57

36. Etappe: Jussac nach St. Cyprien sur Dourdou Tag: 68,8 km – Gesamt: 2.482,5 km


Zum Abendessen waren es gestern exakt 585 Meter. Die Läufer waren alle rechtzeitig im Ziel, sodass es den Läufern leicht fiel, noch etwas „Auszulaufen“! Lediglich Tamura Cizuko quälte sich zum Restaurant. Sie ist schon eine Weile ausgestiegen und hat die eine oder andere Etappe noch einmal in Angriff genommen. Zurzeit kühlt sie ständig mit Eiswürfeln, in der Hoffnung, dass sie noch einige Etappen mitlaufen kann.

Das Frühstück haben wir heute wieder selbst gemacht. Der erste Start erfolgt nun weiterhin um 06:30 Uhr und der zweite genau eine Stunde später. Dennoch: ich habe das Gefühl, als wenn es weiterhin jeden Tag später hell wird. Irgendwann noch einmal eine Viertelstunde später starten? Mag ich nicht so gern! Aber wenn es später nicht anders geht? Sicherheit geht nun einmal vor! Beim Start hatten wir einen sternenklaren Himmel. Später bedeckte sich der Himmel und es wurde etwas windig, aber weiterhin trocken. Die Nachmittagstemperatur betrug gestern Nachmittag 21 Grad und ähnlich wird es heute auch sein.



Wir befinden uns etwa auf der Höhe von Genua. Am Sonntag, 30.09.12 haben wir bei km 2.868 die Pyrenäen, auf der Höhe von 1.250 Meter, erreicht und somit die Grenze nach Spanien. Es liegt also noch eine recht „wellige“ Strecke vor uns. Die Strecke ist heute wunderschön. Es geht durch Schluchten und vor uns türmen sich immer wieder Berge majestätisch auf. Einer, wie ich, der die Berge liebt, ist es ein wundervolles Gefühl. Für meine Frau sind die Berge oftmals beängstigend und unheimlich. Die Strecke ist immer wieder sehr kurvenreich, aber zum Glück verkehrsarm. Ich stelle mir immer mal wieder vor, wenn ich da mal irgendwie in eine Schlucht stürze? Das darf ich meiner Inge bloß nicht sagen! Aber wenn, dann nützt mir auch ein neues Passbild nichts mehr. Dann nützt gar nichts mehr und wenn doch, dann eben ein neues Passbild, was dann an jemanden weitergereicht werden kann, der Aufnahmen von Naturkatastrophen sammelt!



Gestern Abend habe ich eine Marion erwartet. Sie wollte einige Etappen mitlaufen. In der Halle standen zwei Männer, die ich zunächst ignorierte, denn ich war der Meinung, dass es irgendwelche Angehörige sind. Als die dann aber ihre Isomatte ausbreiteten, fragte ich, ob sie neue Etappenläufer seien? Einer der Beiden nannte mir, mit italienischem Akzent, seinen Vor- und Nachnamen. Grummel, grummel … Marion war sein Nachname! Von wegen, Ingo erwartet eine Frau! Der andere Mann war sein Begleiter für einen Tag. Gianpietro Marion hat die Etappe heute nicht zu Ende gelaufen und hat sich von seinem Begleiter ins Ziel fahren lassen.



Jussac nach St. Cyprien sur Dourdou ist ein kleiner Ort mit knapp 1.000 Einwohnern. Es ist aber ein hübscher Ort, mit kleinen Geschäften, zwei Cafés und sogar ein Schwimmbad. Im Schwimmbad ist auch die Möglichkeit zum Duschen. Die Läufer müssen 450 Meter zum Duschen gehen. Dafür ersparen sie sich heute den Gang ins Restaurant, denn wir werden von einem Catering-Service beliefert.

Die Turnhalle trifft genau unseren Geschmack. Sie ist groß, hat eine Küche und wir haben die Möglichkeit Stühle und Tische aufzustellen, die ebenfalls in der Halle zur Verfügung stehen. Es entsteht ohnehin der Eindruck, dass je kleiner ein Ort ist, je besser sind die Hallen. Außerdem werden wir in den kleinen Orten eher wahrgenommen.



Zum Thema „wahrgenommen“: Hier muss Klartext geredet werden. Es ist zu beobachten, dass sich die Läufer oftmals unfreundlich gegenüber den Medienvertretern verhalten. Ja, das ist Fakt! Natürlich, der Läufer kommt ins Ziel und soll gleich Fragen beantworten. Das wäre auch nicht mein Fall! Man könnte dem Medienvertreter aber darum bitten, dass man erst einmal Luft holen darf. Es ist doch so, wir laufen ohnehin recht unauffällig durch Europa. Es ist eigentlich eine Schande, dass wir kaum wahrgenommen werden. Wenn aber jemand kommt und sei es nur von der Dachdeckerzeitung, so sollten wir uns ihm gegenüber öffnen. Wie sieht es denn später aus, wenn der Lauf vorbei ist? Will der Läufer denn später nicht sagen können: „ICH bin durch Europa gelaufen und habe auch Interviews gegeben“! Das ist für die meisten Menschen nichts Alltägliches. Hier haben sie die Gelegenheit! Ähnlich verhält es sich, wenn Schulklassen oder Musikvereine etwas vortragen wollen. Es ist in der Vergangenheit schon vorgekommen, dass ich allein klatschen musste, weil niemand aus der Halle heraustrat. Wie aber auch, wenn dann auch nicht einmal die Betreuer sich heraus bemühen? Für mich immer eine Zitterpartie, wenn so etwas angekündigt wird. Heute kommt der Bürgermeister um 16:30 Uhr. Werden die Leute dann lieber einen Besichtigungsbummel durch den Ort machen? Wahrscheinlich aber nicht, weil der Bürgermeister direkt in die Halle kommt und anschließend zu Abend gegessen wird. Bis jetzt hatten wir aber kaum „Aufmärsche“ von Musikgruppen etc., denn wie gesagt: Wir bewegen uns unauffällig durch Europa. Nun höre ich wieder: Man hätte…! „Bull shit“! In Amerika und Australien war es ähnlich!



Um 16:30 Uhr sollen wir uns für den Bürgermeister bereithalten. Er kommt in die Halle, um die Mannschaft zu begrüßen. Wenn es noch etwas Aufregendes geben sollte, dann melde ich mich morgen wieder! Die Sonne scheint und ich will noch ein paar Sonnenstrahlen einheimsen. Die Sonne schein mir auf dem Bauch, das soll sie auch“! Gell?







Ingo zur 37. Etappe

St.Cyprien sur Dourdou nach Cassagnes-Begonhes / 24.09.2012
57.8 km / 2540.3 km gesamt
35.9 mi / 1578.5 mi gesamt
30 Teilnehmer am Start / 30 Teilnehmer gewertet

Tageswertung

1. 18 Henry Wehder Germany 5:10:02
2. 01 Robert Wimmer Germany 5:26:48
3. 07 Jean-Claude Le Gargasson France 5:46:38
 

Gesamtwertung

1. 18 Henry Wehder Germany 236:40:10
2. 01 Robert Wimmer Germany 238:16:32
3. 27 Trond Sjavik Norway 241:47:32

37. Etappe: St. Cyprien sur Dourdou nach Cassagnes-Bergonhes


Tag: 54,8 km – Gesamt: 2.540,3 km

Das war gestern wieder sehr schön für den TE-FR 2012. Der Bürgermeister lud zu einem kleinen Umtrunk ein und es gab einige Spezialitäten, die wie uns gern schmecken ließen. Einige glaubten wohl schon, es sei das Abendessen und langten kräftig hin, aber es war genug da. Die 3. Bürgermeisterin, ein Herr und eine Dame sprachen Deutsch. Die Letztgenannte sogar perfekt. Es war auch kein Wunder, denn sie kam aus Hamburg-Eppendorf und lebt seit über 20. Jahren in Frankreich. Für den Tagessieger und der Tagessiegerin gab es vom Bürgermeister noch ein T-Shirt. Für mich war auch eins vorgesehen, aber das ging irgendwie in die Binsen!



Das Abendessen verzögerte sich etwas, aber das war nicht weiter schlimm. Die Sonne schien und es war ein einigermaßen lauer Abend. Wenn meine Inge keine Jacke anzieht, dann kann es auch nicht kalt sein. Ich bin da eher ein Naturforscher. Einige besuchten noch das nahegelegene Bistro und ließen sich noch einen Wein oder ähnliches schmecken. Der Partyservice wollte noch mit mir abrechnen, aber er kam und kam gestern Abend nicht. Heute Morgen war auch nichts. Nun denn, dann soll er mir die Rechnung nachschicken. Bis auf eine Rechnung in Dänemark ist alles bezahlt. Ich denke daher, dass der TE-FR 2012 noch in diesem Jahr endgültig abgeschlossen werden kann. Der TE-FR 2009 ist LEIDER immer noch nicht abgeschlossen, aber das ist eine andere Sache und ein großes Problem! Aha, eben kommt Nicole und gibt mir die bezahlte Quittung. Nun ist nur noch die eine Etappe aus Dänemark weiterhin offen.



Bis vor dem Start haben wir immer mal wieder Regen. Die Starts konnten dann bei trockenem Wetter gestartet werden. Man soll sich nicht zu früh freuen. Später pieselte es immer mal wieder. Es wird zurzeit erst ab 7:15 Uhr so allmählich hell. Es taucht daher mal wieder die Frage auf, ob man die Starts nicht noch später machen kann? Zumindest bei den kürzeren Etappen? Nun ergibt sich aus meiner Sicht folgendes Problem: heute ist NUR eine 57,8 km Etappe vorgesehen. Morgen 54,8 km und Übermorgen dann wieder 72,4 km. Tags darauf dann wieder 50,1 km. Erkennt man das Problem? Nämlich: Einen Tag lasse ich zum Beispiel um 7 und um 8:00 Uhr starten. Dann wieder um 6:30 bzw. 7:30 Uhr. Die Leute schlafen trotzdem nicht länger und es entsteht eine Wartezeit die Unruhe verbreitet. Man will anderseits aber auch zeitig im Ziel sein, um noch etwas vom Tag zu haben. Nun denn, ich werde noch über eine weitere Verschiebung von 15 Minuten nachdenken!



Bis zum 1. VP ist die Strecke sehr kurvenreich und es herrscht Montagsverkehr. Der Verkehr ist nicht gerade sehr stark, aber dennoch ist Vorsicht geboten. Zum Glück tragen nahezu alle die Warnweste und sind mit einer Taschenlampe ausgestattet. Iwata Saroru ist sehr weit hinter dem vorletzten Läufer und er krabbelt mehr, als das er läuft. Ich treffe Masakazu am 1. VP und bitte ihm, dass er Satoru herausnimmt. Er hatte aber bereits den gleichen Gedanken. Was mich sehr freut, dass sich Frèdèric scheinbar mit jedem Tag mehr und mehr erholt. Sein Humpeln wird weiniger und er ist längst nicht mehr so weit hinten. Also Junge: “Schwinge die Keulen“! Und was ich noch sagen will: „Kopf hoch, auch wenn der Hals dreckig ist“!



Im Etappenziel muss ich erst einmal schauen, wo ich hin muss. Ha, da soll noch einer sagen, dass die Unterkünfte beim TE-FR 2012 nicht abwechslungsreich und abenteuerlich sind! Wir haben eine große Lagerhalle. Es steht noch ein Lieferwagen in der Halle. Aber auch der Lkw ist reingefahren und kann im Trockenen entladen werde. Es ist reichlich Platz vorhanden und daher steht auch mein Wohnmobil und Helmuts Einkaufswagen und Kneipe in der Halle. Ich will jetzt noch nichts sagen, aber ich bin gespannt wer sich noch mit dem Fahrzeug später in die Halle drängt. Es gibt hier nur zwei Toiletten und daher heißt es später: „Schlange stehen“! Nun muss noch erkundet werden, wo die Leute duschen können. Es sind 870 Meter zum Stadion. Gèrard zeigt Masakazu den Weg zu den Duschen im Stadion. Wir haben hier schlechte Internetverbindung



Zum Restaurant sind es 250 Meter zu laufen. Der Bürgermeister hat sich für 16:30 Uhr angekündigt und es wird wahrscheinlich ebenso ablaufen, wie gestern. Man muss es immer wieder sagen: je kleiner der Ort, desto mehr die Aufmerksamkeit. Vor dem zweiten Europalauf empfahl man mir dringend, dass die Strecke durch Köln verläuft: „Wat globste, wat dann in Kölle los is. Da kannst dich auf wat jefasst mache – Kölle alaaf“! Nee, nee, och Kölle wäre dat ejal jewesen. So Lebensfroh die Köllner auch sind, aber das wäre genauso unauffällig verlaufen wir in jedem größeren Ort und erst Recht in einer Großstadt. Das ist nun einmal Fakt! –äh, habe ich alaaf richtig geschrieben? Ich glaube nicht, die Köllner mögen mir verzeihen oder berichtigen!



Ingo zur 38. Etappe

Cassagnes-Begonhes nach St-Sernin-sur-Rance / 25.09.2012
54.8 km / 2595.1 km gesamt
34.1 mi / 1612.5 mi gesamt
30 Teilnehmer am Start / 30 Teilnehmer gewertet

Tageswertung

1. 18 Henry Wehder Germany 4:44:26
2. 01 Robert Wimmer Germany 4:52:52
3. 27 Trond Sjavik Norway 5:10:32
 

Gesamtwertung

1. 18 Henry Wehder Germany 241:24:36
2. 01 Robert Wimmer Germany 243:09:24
3. 27 Trond Sjavik Norway 246:58:04

37. Etappe: St. Cyprien sur Dourdou nach Cassagnes-Bergonhes


Tag: 54,8 km – Gesamt: 2.540,3 km

Das war gestern wieder sehr schön für den TE-FR 2012. Der Bürgermeister lud zu einem kleinen Umtrunk ein und es gab einige Spezialitäten, die wie uns gern schmecken ließen. Einige glaubten wohl schon, es sei das Abendessen und langten kräftig hin, aber es war genug da. Die 3. Bürgermeisterin, ein Herr und eine Dame sprachen Deutsch. Die Letztgenannte sogar perfekt. Es war auch kein Wunder, denn sie kam aus Hamburg-Eppendorf und lebt seit über 20. Jahren in Frankreich. Für den Tagessieger und der Tagessiegerin gab es vom Bürgermeister noch ein T-Shirt. Für mich war auch eins vorgesehen, aber das ging irgendwie in die Binsen!

Das Abendessen verzögerte sich etwas, aber das war nicht weiter schlimm. Die Sonne schien und es war ein einigermaßen lauer Abend. Wenn meine Inge keine Jacke anzieht, dann kann es auch nicht kalt sein. Ich bin da eher ein Naturforscher. Einige besuchten noch das nahegelegene Bistro und ließen sich noch einen Wein oder ähnliches schmecken. Der Partyservice wollte noch mit mir abrechnen, aber er kam und kam gestern Abend nicht. Heute Morgen war auch nichts. Nun denn, dann soll er mir die Rechnung nachschicken. Bis auf eine Rechnung in Dänemark ist alles bezahlt. Ich denke daher, dass der TE-FR 2012 noch in diesem Jahr endgültig abgeschlossen werden kann. Der TE-FR 2009 ist LEIDER immer noch nicht abgeschlossen, aber das ist eine andere Sache und ein großes Problem! Aha, eben kommt Nicole und gibt mir die bezahlte Quittung. Nun ist nur noch die eine Etappe aus Dänemark weiterhin offen.

Bis vor dem Start haben wir immer mal wieder Regen. Die Starts konnten dann bei trockenem Wetter gestartet werden. Man soll sich nicht zu früh freuen. Später pieselte es immer mal wieder. Es wird zurzeit erst ab 7:15 Uhr so allmählich hell. Es taucht daher mal wieder die Frage auf, ob man die Starts nicht noch später machen kann? Zumindest bei den kürzeren Etappen? Nun ergibt sich aus meiner Sicht folgendes Problem: heute ist NUR eine 57,8 km Etappe vorgesehen. Morgen 54,8 km und Übermorgen dann wieder 72,4 km. Tags darauf dann wieder 50,1 km. Erkennt man das Problem? Nämlich: Einen Tag lasse ich zum Beispiel um 7 und um 8:00 Uhr starten. Dann wieder um 6:30 bzw. 7:30 Uhr. Die Leute schlafen trotzdem nicht länger und es entsteht eine Wartezeit die Unruhe verbreitet. Man will anderseits aber auch zeitig im Ziel sein, um noch etwas vom Tag zu haben. Nun denn, ich werde noch über eine weitere Verschiebung von 15 Minuten nachdenken!

Bis zum 1. VP ist die Strecke sehr kurvenreich und es herrscht Montagsverkehr. Der Verkehr ist nicht gerade sehr stark, aber dennoch ist Vorsicht geboten. Zum Glück tragen nahezu alle die Warnweste und sind mit einer Taschenlampe ausgestattet. Iwata Saroru ist sehr weit hinter dem vorletzten Läufer und er krabbelt mehr, als das er läuft. Ich treffe Masakazu am 1. VP und bitte ihm, dass er Satoru herausnimmt. Er hatte aber bereits den gleichen Gedanken. Was mich sehr freut, dass sich Frèdèric scheinbar mit jedem Tag mehr und mehr erholt. Sein Humpeln wird weiniger und er ist längst nicht mehr so weit hinten. Also Junge: "Schwinge die Keulen"! Und was ich noch sagen will: "Kopf hoch, auch wenn der Hals dreckig ist"!

Im Etappenziel muss ich erst einmal schauen, wo ich hin muss. Ha, da soll noch einer sagen, dass die Unterkünfte beim TE-FR 2012 nicht abwechslungsreich und abenteuerlich sind! Wir haben eine große Lagerhalle. Es steht noch ein Lieferwagen in der Halle. Aber auch der Lkw ist reingefahren und kann im Trockenen entladen werde. Es ist reichlich Platz vorhanden und daher steht auch mein Wohnmobil und Helmuts Einkaufswagen und Kneipe in der Halle. Ich will jetzt noch nichts sagen, aber ich bin gespannt wer sich noch mit dem Fahrzeug später in die Halle drängt. Es gibt hier nur zwei Toiletten und daher heißt es später: "Schlange stehen"! Nun muss noch erkundet werden, wo die Leute duschen können. Es sind 870 Meter zum Stadion. Gèrard zeigt Masakazu den Weg zu den Duschen im Stadion. Wir haben hier schlechte Internetverbindung Zum Restaurant sind es 250 Meter zu laufen. Der Bürgermeister hat sich für 16:30 Uhr angekündigt und es wird wahrscheinlich ebenso ablaufen, wie gestern. Man muss es immer wieder sagen: je kleiner der Ort, desto mehr die Aufmerksamkeit. Vor dem zweiten Europalauf empfahl man mir dringend, dass die Strecke durch Köln verläuft: "Wat globste, wat dann in Kölle los is. Da kannst dich auf wat jefasst mache – Kölle alaaf"! Nee, nee, och Kölle wäre dat ejal jewesen. So Lebensfroh die Köllner auch sind, aber das wäre genauso unauffällig verlaufen wir in jedem größeren Ort und erst Recht in einer Großstadt. Das ist nun einmal Fakt! –äh, habe ich alaaf richtig geschrieben? Ich glaube nicht, die Köllner mögen mir verzeihen oder berichtigen!

Ingo zur 38. Etappe

Cassagnes-Begonhes nach St-Sernin-sur-Rance / 25.09.2012
54.8 km / 2595.1 km gesamt
34.1 mi / 1612.5 mi gesamt
30 Teilnehmer am Start / 30 Teilnehmer gewertet

Tageswertung

1. 18 Henry Wehder Germany 4:44:26
2. 01 Robert Wimmer Germany 4:52:52
3. 27 Trond Sjavik Norway 5:10:32
 

Gesamtwertung

1. 18 Henry Wehder Germany 241:24:36
2. 01 Robert Wimmer Germany 243:09:24
3. 27 Trond Sjavik Norway 246:58:04

38. Etappe: Cassagnes-Bergonhes nach St-Sernin-sur-Rance Tag: 72,4 km – Gesamt: 2.667,5 km


Das Abendessen war gestern Abend sehr gut und einige saßen noch eine Weile beisammen, um sich auszutauschen. Die Restaurantbesuche erachte ich als äußerst wichtig. Die Leute sitzen doch anders zusammen, als in der Halle. Das Ambiente macht die Stimmung aus, um länger beieinander zu sitzen. Was mich aber immer wieder stört, ist die Tatsache, dass ich für einen Catering-Service den gleichen Betrag zahle, als im Restaurant. Es ist doch auch Verständlich? Stellen Sie sich folgendes vor: Der Catering-Service bringt Ihnen das Essen mit Plastikgeschirr. Wenn es hoch kommt, dann bekommen Sie noch eine Flasche Mineralwasser. Es Essen nehmen sie oft auf dem Schoß ein. +++ Nun gehen Sie aber in ein Restaurant: Saubere Tischdecken, schöne Beleuchtung, saubere Toiletten, schönes Ambiente, die Kellnerin nimmt Ihre Getränkebestellung auf, Sie bekommen eine Vorspeise, die Hauptmahlzeit und dann den Nachtisch. Der Wein ist in Frankreich und Spanien oftmals im Preis inbegriffen. Sie werden noch nach einem Kaffee gefragt und lassen es sich in dieser gemütlichen Atmosphäre gut gehen. Nun zum Bezahlen: SIE ZAHLEN DEN SELBEN BETRAG, WIE AM VORABEND FÜR DEN CATERING-SERVICE! Einmal musste ich das Geschirr sogar noch abwaschen Kassen und wartete bis 9.00 Uhr bis er ausgepennt hatte. Wenn ich dann höre: "Tja, dat is nu mal so"! Dann fliegt mir der Draht aus der Mütze. "Wat solls, jehört so"!

Nun denn, habe mir mal wieder was von der Seel geredet. Halb so schlimm und juckt mich auch nicht weiter. Ich glaube dennoch, dass man auch so etwas Mal erwähnen sollte? Heute läuft der Franzose Gèrard Vigvier eine Etappe mit. Der Italiener mit dem weiblichen Nachnamen hat den TE-FR 2012 heute wieder verlassen. Irgendwie hat er sich das doch anders vorgestellt? Es kommt aber noch hinzu, dass er gerade eine Erkältung auskuriert hat. Das sitzt ihm sicherlich auch noch in den Knochen! Die Stimmung ist nachwievor gut, was gerade mich besonders freut. Ich habe schon so einiges erlebt und bin froh, dass ich vor gewissen Ausartungen dieses Mal verschont bleibe. Klar, einige kleine Problemchen habe ich immer mal wieder, aber es wäre Lächerlich, wenn ich darüber schreiben würde. Irgendeinen Knallkopf habe ich immer wieder dabei! Ich wollte es nicht erwähnen, aber nun doch: Hinter der Halle hat einer hingeschissen. Nein, ein Hund war es nicht, denn der wischt seinen Mors nicht mit Toilettenpapier ab. SCHWEINEREI!

Die Luft ist heute Morgen sehr mild und es ist draußen wärmer, als in der Halle. Die erste Gruppe läuft wieder die erste halbe Stunde in der Dunkelheit. Wie viele Tage kann ich eine weitere Startverzögerung hinausschieben? Bis zum 1. VP ist wenig Verkehrsaufkommen und auch später nimmt der Verkehr nicht wirklich zu. Später geht es über eine langgezogene Serpentine 9 km stetig bergauf. Dann wieder etliche km herunter. Wir befinden uns ganz in der Nähe, südöstlich, von Toulouse.

Im Etappenziel sind wir wieder sehr gut untergebracht. Wir haben eine große Halle und haben viele EINZELDUSCHKABINEN. Diese sind allerdings etwa 60 Meter entfernt. Kein Problem? Hallo, es geht zu den Duschen so arg bergan, wie die ganze heutige Etappe nicht! Meine Inge ist am keuchen! Das Abendessen kann in gleicher Entfernung, nur etwas in linker Richtung, eingenommen werden. Saeko ist seit langer Zeit das Schlusslicht, aber sie schafft es immer wieder. Man kann auch sagen: Wenn Saeko drin ist, dann können wir die Ergebnisliste drucken.

Ingo zur 39. Etappe

St-Sernin-sur-Rance nach St-Pons-de-Thomieres / 26.09.2012
72.4 km / 2667.5 km gesamt
45 mi / 1657.5 mi gesamt
30 Teilnehmer am Start / 30 Teilnehmer gewertet

Tageswertung

1. 18 Henry Wehder Germany 6:16:33
2. 01 Robert Wimmer Germany 6:25:01
3. 27 Trond Sjavik Norway 6:45:13
 

Gesamtwertung

1. 18 Henry Wehder Germany 247:41:09
2. 01 Robert Wimmer Germany 249:34:25
3. 27 Trond Sjavik Norway 253:43:17

39. Etappe: St-Sernin-sur-Rance nach St-Pons-de-Thormieres Tag: 50,8 km – Gesamt: 2.718,3 km


Das Abendessen wurde gestern in der Schulkantine eingenommen. Es gab eine kleine Vorspeise, Bratwurst oder Fisch, Gemüse und einen kleinen Nachtisch. Es hat für alle gut gereicht und war soweit in Ordnung. Es gab gestern Abend leider eine kleine Auseinandersetzung zwischen zwei Läufern. So ganz bekam ich es nicht mit, aber es kam kurz Unruhe in der Kantine auf. Leider gab es bereits eine Auseinandersetzung zwischen den Beiden bereits 24 Stunden vorher. Ich werde mit den Kontrahenten einmal ein Einzelgespräch halten. Dieses gehört zu meinen unangenehmsten Aufgaben! Natürlich kommen meine Oberschlauen schon jetzt mit Ratschlägen: "Ingo, da musst du …."! Was muss ich? Weil zwei sich ein Wortgefecht liefern, muss ich sofort aufspringen? Wenn die beiden ein Problem miteinander haben, dann sollen sie es erst einmal selbst lösen! Erst wenn sie sich auf die Augen hauen oder sich beleidigen, was unter der Gürtellinie ist, dann kann ich einschreiten. Dieses Einschreiten KANN eventuell für einen oder gar beiden das AUS bedeuten, Dazu DARF es aber nicht kommen!

Frühstück ist ab Punkt 5:30 Uhr. Da nützt es auch nichts, dass mindestens zehn Läufer schon wieder vor der Tür stehen. Das Kantinenpersonal ist da knallhart und ich habe damit GAR NICHTS zu tun! Es gibt das typische französische Frühstück: Baguette, Marmelade, Kaffee, Tee, Müsli, Milch und Butter – Feierabend. Sollte ich auch machen, aber die Kameraden sind verwöhnt und merken es nicht einmal. Wenn einmal der Käse von zwei oder drei Sorten ausgeht, dann ernte ich schon einen empörenden Blick. Was soll der Geiz, ich gönne es ihnen ja – aber wehe, wenn …! Dann drohe ich mit einem Frühstück im Restaurant.

Der Himmel ist beim Start sehr bedeckt, aber trocken. Es ist auch relativ mild. Um 09:00 Uhr konnte ich auf einer Anzeige vor einer Apotheke 14 Grad plus ablesen. Gestern Abend saßen wir noch bis 20:30 Uhr im Freien. Mir reichte sogar das T-Shirt. Andere brauchten eine dünne Jacke oder Pulli. Mir war zwar nicht sonderlich warm, aber bevor ich mir etwas wärmeres hole …? In Deutschland gab es bereits die ersten Nachtfröste? Haltet mich mal auf dem Laufenden!!!

Ivenhoe (Eiolf) hat es geschafft, dass ich wieder weich werde. Ja, er soll in der ersten Gruppe starten. Wehe, wenn er vor dem Erstplatzierten im Ziel ist. Ich habe ihm das Schrecklichste angedroht. Er meint aber, dass es reicht, wenn ich ihm den linken Arm abhacke. Der Gauner, damit kommt er noch gut weg. Ich habe richtig geguckt: Frèderic Gallais humpelt zwar noch leicht, aber er hält sich im vorderen Feld der ersten Gruppe auf. Wolfgang Böss und Ria Buiten sind nur wenige Schritte vor ihm. Wenn das mal gut geht? Das Geheimnis weshalb Frèderic und auch Claudiane Valotaire, bis auf wenige Ausnahmen, im eigenen Zelt schlafen ist gelüftet: Die Zweibeiden sind Raucher! Aha, nun wissen wir es!

Der 1. VP ist auf der Höhe von 630 Metern. Der 2. VP bereits auf 880 Meter. Wir kommen noch auf annähernd 1.000 Meter. Bei 900 Metern haben wir Leichten bis dichteren Nebel. Bis zum 1. VP geht es unaufhörlich bergauf. Peter, der in der Zweiten Gruppe mit seinem Roller startet, hat hier Probleme. Er muss sein Gefährt schieben und bleibt weit hinter den Läufern zurück. Bei Bergabfahrten muss er später gelegentlich die Bremsgummis wechseln. Es wird erst kurz nach 7:00 Uhr hell und ich versuche einen weiteren späteren Start noch hinauszuschieben. Das geht zurzeit auch noch, weil wir nach dem Start wenig Verkehr haben. Sollte es aber morgens mal regnen oder dichterer Nebel herrschen, dann komme ich wohl nicht drum herum. Ich habe eher den Eindruck, dass die Leute es noch gar nicht unbedingt wollen. Denn sie haben nach dem Zieleinlauf noch etwas vom Tag. Nehmen wir dien Zeit, als noch um 6 und 7:00 Uhr gestartet wurde. Da war bereits schon vor 4:00 Uhr Bewegung in der Halle. Nun starten sie eine GANZE halbe Stunde später – und? Man rödelt weiterhin ab 4:00 Uhr in der Halle, obwohl man nun einen halbe Stunde länger schlafen könnte. Schon jetzt merkt man, dass ihnen die Wartezeit auf den Wecker geht. Ja, ich weiß, es gibt Ausnahmen! Ich genieße diese halbe Stunde.

So, wir sind im Ziel. Lage: Die Halle ist sehr groß, großer Parkplatz, reichlich Toiletten (muss niemand hinter der Halle kacken), reichlich Duschen, und mein "Küchenpersonal" –Veronika, Dietrich und Helmut- haben Platz für die Frühstücksvorbereitung. Dem Ort scheint es sehr gut zu gehen oder der Marmor ist zu einem Spottpreis zu haben. Sogar die Bürgersteige sind aus Marmor!

Das Medieninteresse ist nach wie vor, wie man so schön sagt: MAU. Es kreuzt immer mal wieder, wie auch die letzten Tage jemand auf, aber es ist nicht gerade Atemberaubend. Ich habe mal etwas über dieses Thema zusammengeschrieben: Öffentlichkeitsarbeit (Public Relations, kurz PR). Öffentlichkeitsarbeit heißt: Bereitstellung von Information eines Events für die Presse, die dann der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird. Durch eine gute Pressearbeit erhöht sich die Chance, dass die Organisationsarbeit ein breites Interesse in der Öffentlichkeit findet. Durch die enorme Informationsflut, welche in unseren Tagen stattfindet, ist es nicht leicht, den Nerv des Interesses zu finden. Wie erweckt man das Interesse bei den Redaktionen? Die Möglichkeiten sind breit gefächert! Macht man die Öffentlichkeit als Veranstalter selbst oder setzt man eine Medienfirma ein, die diese Arbeit übernimmt? Man muss sich aber im Klaren sein: Was will ich wirksam an die Öffentlichkeit bringen? Ein Ultralauf hat es hier schwer. Anders ist es bei einem Autorennen, Boxkampf, Tennisspiel etc. Hier ist das öffentliche Interesse riesengroß. Man müsste denken, dass bei Millionen von Laufbegeisterten, dass Interesse an einer breiten Berichterstattung groß ist. Wenn man aber ehrlich ist: Wer hat schon Lust einem Läufer zuzusehen, wenn er an einem vorbeiläuft oder wenn er bei einem 24-Stundenlauf Runde um Runde dreht? Bei einem 5000-Meterlauf mag es wieder anders sein. Die 12 ½ Runden sind nach weniger als 20 Minuten vorüber!

Nun sind wir wieder beim Ultralangstreckenlauf, wie verkauft man so etwas? Hier ist primär der Ultralangstreckenlauf über mehrere Tage gemeint. Man steht ständig in der Kritik: "Warum wurde hier nicht mehr geleistet?" Da wird die Spitze gefilmt und interviewt und nachfolgende Läufer bekommen es nicht mit. Es kann aber auch sein, dass das Mittelfeld der Läufer gefilmt und interviewt wird, dann ist die Frage dann wieder bei der Spitze, nach der Presse. Das hintere Feld ist ohnehin sauer, denn: "Immer die da vorn!" Leider ist es auch so, dass ein Event erst dann große Beachtung findet, wenn ein Unfall oder gar Todesfall eingetreten ist. Es seien auch Großveranstaltungen, wie der Hamburg-, Köln- oder Berlinmarathon genannt. Berichterstattung auf allen Kanälen? Man fragt sich: "10 Tausende Teilnehmer und keine Berichterstattung!" Früher hatte man es mit 2 oder 3 Fernsehprogrammen noch einfach. Heute, wo man X Programme empfangen kann, verliert sich jede Information. Das hat zur Folge, dass man sich am nächsten Morgen nicht mehr wie früher über das Vorabendprogramm unterhalten kann. Ist ein Todesfall, wie beim Hamburg-Marathon eingetreten, dann berichtet sogar die Tagesschau darüber.

Wieder zum TE-FR 2012. An der Spitze wird weiter gekeult. Mit Stand vom gestrigen Tag sieht es so aus: Henry Wehder lief wieder als 1. ins Ziel und hat mit 241:24 Stunden einen Vorsprung gegenüber Robert Wimmer von 1:45 Stunden. Wehder ist auch in der 39. Etappe wieder als erster ins Ziel eingelaufen und baut somit kontinuierlich seinen Vorsprung aus. Es sind allerdings immer noch 25 Etappen zu laufen und da kann noch viel geschehen. Trond ist mit 3:49 Stunden hinter Wimmer. Liegen die Positionen der erste Drei schon fest? Warten wir es ab! Morgen berichte ich über das Mittel- und hintere Feld. Es sind immer noch 30 Läufer im Feld – also 61,22 %

Ingo zur 40. Etappe

St-Pons-de-Thomieres nach Lezignan-Corbieres / 27.09.2012
50.8 km / 2718.3 km gesamt
31.6 mi / 1689.1 mi gesamt
30 Teilnehmer am Start / 30 Teilnehmer gewertet

Tageswertung

1. 18 Henry Wehder Germany 4:05:28
2. 01 Robert Wimmer Germany 4:23:05
3. 27 Trond Sjavik Norway 4:30:13
 

Gesamtwertung

1. 18 Henry Wehder Germany 251:46:37
2. 01 Robert Wimmer Germany 253:57:30
3. 27 Trond Sjavik Norway 258:13:30

40. Etappe: St-Pons-de-Thormieres nach Lezignan-Corbieres


Tag: 66,1 km Gesamt: 2.784,1 km

Wenn Saeko ins Ziel kommt, dann kann der PC in der Regel heruntergefahren werden. Sie hatte gestern eine Zeit von 11:47,01 Stunden und war damit immer noch in der Zeit. Henry Wehder erreichte das Ziel in 06:16,33 Stunden. Man sieht, dass es hier eine Zeitspanne von etwa 5 ½ Stunden gibt. Der letzte VP muss daher sehr lange ausharren. Im Schnitt lief Saeko 9:16 Minuten. Henry kam auf 5:12 Minuten.

Ab 16:00 Uhr fing es am Abend zu regnen an. Es wurde auch merklich kühler, weshalb ein Sitzen im Freien nicht so einladend war. Sogar ich streifte mir einen Pulli über und zog mir, zur Freude von Inge, endlich einmal Socken an. Es sollte im nahegelegenen Restaurant "Les Bergeries de Ponderach" gegessen werden. In Anbetracht der Enge im Restaurant, hätte man auch draußen essen können. Dazu war es aber zu "Schattig" und das Essen wurde in die Halle gebracht. Den Läufern im Schlussfeld kam das sehr entgegen. Ich gehe aber nicht davon aus, dass sich auch die Erstplatzierten und das Mittelfeld um einen Fußmarsch über 500 Metern gerissen hätten? Das Essen war wieder ausreichend, auch wenn es nicht unbedingt meinen Geschmack traf.

Der Himmel ist heute Morgen sehr bedeckt und irgendwie ist die Luft auch feucht. Stellenweise haben wir auch Nebel, aber die Straßen sind wenig befahren. Es wird weiterhin von 95% der Läufer die Sicherheitsweste getragen. Die übrigen 5% laufen wenigstens nicht mehr in "Tarnkleidung" herum. Ich lasse mich aber gern belehren, wie: "Och Ingo, dat Tieschört is doch so schön hell"! Ich denke dann: "Ja, aber du bist doch auch Autofahrer. Was würdest du denken, wenn dir einer, wie du mit so einem "Tieschört" entgegenkommt! Du hast einen Führerschein- gell? Nun denn, ist schon OK! Jean-Bonoit, Organisator des "TranseGaule", genannt JB, macht darauf aufmerksam, dass wir heute durch einen wunderschönen Ort laufen werden. Er heißt Minerve und liegt in der Nähe des 3. VP. Es ist eine mittelalterliche Stadt und wird gern von Touristen besucht.

Der Zielbereich ist für mich heute nicht sehr berauschend. Der Name der Stadt, nämlich: St-Pons-de-Thormieres nach Lezignan-Corbieres, ist länger als die heutige Etappe. Knapp 10.000 Einwohner leben hier und ich habe, Entschuldigung, schon schönere Städte gesehen. Nun denn, vielleicht habe ich die Schokoladenseite nicht erwischt. Die Halle "Salle Lèo Lagrange" steht seit einiger Zeit und der Zahn der Zeit hat deutliche Spuren hinterlassen. Aber was soll der Geiz? Sie ist groß und verfügt über Duschen und Toiletten. Es gibt Toiletten der neueren Zeit, auf der man die Zeitung durchblättern kann und Toiletten, wo man wieder zielen muss. Das Fußbad ist eine Einrichtung der besonderen Art. Schwierig gestaltet sich das Ausladen des Lkw. Irgendwie hat Thierry den Kasten vor der Halle hinein gequetscht. Das Ausladen muss zügig gehen, denn einige Autofahrer sind schon am maulen. Mit der französischen Gelassenheit winkte ich leicht ab.

Wie sich die Fahrzeuge heute hinstellen sollen, dass weiß ich auch nicht. Jeder muss sich seine Nische suchen. Da nützt es auch nichts, dass mir jemand vorwurfsvoll sagt, dass ich mal schauen sollte, wo geparkt werden kann. "Mann, ich bin hier nicht der Stadtsheriff"! Ich habe noch einen Parkplatz neben der Halle erwischt, aber mit Strom anzapfen ist heute erst einmal nichts. Erst einmal, aber meine Inge ist schon wieder auf der Suche nach einer Steckdose. Das wäre ja nicht das Problem. Mein Problem besteht darin, dass ich auf einem Gehweg kein Kabel legen will. Ist schon gut – ihr habt mich überredet! Wir sind jetzt wieder auf 60 Meter ü.d.M. herunter. Um 10:30 Uhr kommt die Sonne heraus und ich kann meinen Socken wieder ausziehen. Wir haben um 14:00 Uhr 22 Grad und das sollte reichen.

Gewisse Dinge regeln sich von selbst. Ich habe gestern mit den "Streithähnen" gesprochen. Sie mögen sich nicht und mit Händchen geben ist auch nichts. Also gehen sie sich aus dem Weg und nichts kann passieren. Wir sind derzeit 54 Leute vor Ort und ob ich sie nun wirklich ALLE lieb habe? Sie sind aber insgesamt sehr verträglich und es verspricht der schönste TE-FR zu werden. Für mich ein schönes Abschiedsgeschenk vom TE-FR! Heute bekomme ich eine nette Mail von einer noch netteren Dame. Sie freut sich jeden Abend über meine Berichte und ich freue mich, dass sie gelesen werden. Nun ja Frau … (Name bleibt geheim), Sie haben recht. Meine Berichte dienen als Grundlage für mein drittes Buch. Für mich ein blödes Gefühl, von meinen Büchern zu sprechen. Noch einmal klargestellt: Ich bin wohl Autor meiner Bücher, aber kein Schriftsteller. Wer ein anspruchsvolles Buch erwartet, der soll sich sein Geld für schönere Dinge sparen! Ich habe niemanden, der für mich schreibt. Ich schreibe wie mir der Schnabel gewachsen ist. Korrigiere anschließend gewissenhaft, jage noch einmal alles durch ein Rechtschreibprogramm und gebe das Geschriebene und von mir Korrigierte, an jemandem weiter, der es besser kann als ich. Meine Berichte die ich JETZT schreibe, sind nur oberflächlich korrigiert. Ich mache es nebenbei und habe eigentlich wenig Zeit zum Schreiben.

In Hallennähe befindet sich ein Waschsalon. Da werden einige Läufer das strahlende Maurergrau ihrer T-Shirts in Meister Propper-Weiß umwandeln können. Wir haben insgesamt noch fünf längere Etappen vor uns: 45. Etappe mit 74,4 km, 47. Etappe mit 83,0 km, 51. Etappe mit 77,3 km, 52. Etappe mit 76,0 km und die 60. Etappe mit 71,3 km. Alles andere sind Mittelstrecken oder Sprintetappen!? Ich komme gerade von einem Stadtbummel zurück und habe unterwegs einen Kaffee getrunken. Der französische Kaffee macht wieder hellwach. Er ist ziemlich stark geröstet und hat daher einen eigenwilligen Nachgeschmack. An einem öffentlichen Gebäude kann man die Schlagwörter der Französischen Revolution lesen: Liberte – Egalite – Fraternite.

Ingo zur 41. Etappe

Lezignan-Corbieres nach Estagel / 28.09.2012
65 km / 2783.3 km gesamt
40.4 mi / 1729.5 mi gesamt
30 Teilnehmer am Start / 30 Teilnehmer gewertet

Tageswertung

1. 27 Trond Sjavik Norway 5:28:21
2. 18 Henry Wehder Germany 5:28:48
3. 01 Robert Wimmer Germany 5:34:30
 

Gesamtwertung

1. 18 Henry Wehder Germany 257:15:25
2. 01 Robert Wimmer Germany 259:32:00
3. 27 Trond Sjavik Norway 263:41:51

41. Etappe: Lezignan-Corbieres nach Estagel Tag: 65,0 km – Gesamt: 2.783,3 km


Gestern stieg das Thermometer bis 15:00 Uhr noch auf satte 25 Grad. Um 20:30 Saßen wir immer noch im T-Shirt vor einem Straßencafé bei 21Grad. So kann man es gut aushalten. Heute Morgen starteten die Läufer bei 14 Grad, wobei in der Regel „kurz“ gelaufen wurde. Das Abendessen war mit einigen Hindernissen verbunden. Es waren nur wenige Schritte zum Abendessen zu laufen und ich umkreiste diesen Bereich X-Mal. Erst um 15:15 Uhr erfuhr ich definitiv, wohin ich die Leute führen durfte. Einige waren schon ungeduldig, weil sie um 16:00 Uhr noch keine Information hatten. Ich nahm es etwas übel. Es ist bei mir noch niemand verhungert und wenn sie mal etwas später informiert werden, wo es Futter gibt, dann kann es nicht so schlimm sein? Die Gesichtszüge entgleisten mir, als ich im Voraus zahlen sollte. Die Zahlung ist kein Problem, aber im Voraus? Es war eine Art Schulküche und man konnte gut satt werden.

Wenn man sich die Gegend genauer betrachtete, dann konnte man es im Nachhinein verstehen, dass Vorauskasse verlangt wurde. Sogar die Polizei riet uns, dass wir alles, aber auch alles in Sicherheit bringen sollten. Hätte ich hervorgebracht, das hier geklaut wird, dann hätte man mir sicherlich Vorurteile vorgeworfen. Wir waren nicht gerade in der vornehmsten Gegend und das konnte man deutlich sehen und spüren. Die Halle musste DRINGEND abgeschlossen werden, als wir zum Essen gingen. Ich war gestern ohnehin leicht stinkig, denn es türmte sich mal wieder alles über mich zusammen. Ob nun zu recht stinkig oder nicht, ich war es eben! Bis ich die Halle leer hatte, war mein Appetit im Keller. Der eine musste noch seine Fußnägel schneiden, der andere hatte noch eine „Sitzung“, der andere kam zurück, weil er noch etwas holen wollte. Dann schloss ich die Halle ab und wieder kam einer, der noch einmal schnell hineinwollte. In der Nähe war eine Pizzeria und das war ok für mich. Ich trank noch einen Wein und die Welt war wieder in Ordnung!



Schön fand ich gestern Abend auch die Gesangseinlage von Yoshiko Kosaka. Sie ist ab heute für vier Etappen dabei. Sie macht eher einen schüchternen und zurückgezogenen Eindruck und ich traute ihr diese Gesangseinlage gar nicht zu. Sie sang: „My Bonny is over the ocean …“. Als sie ins Stocken kam, sangen alle mit. Es ist ein einfacher Text, dass ich sogar mitsingen konnte. Ein Läufer sagte mir anschließend: „Mensch Ingo, da war eine Stimme dabei, dass hörte sich an, als wenn eine Ziege auf die Trommel kackt“! Ich verhielt mich still, denn diese „außerordentliche“ Stimme gehörte mir.



Es ist heute eines der schönsten Strecken, die bisher gelaufen wurden. Tiefe Schluchten, kleine Dörfer und Weinberge. Gern wäre ich manchmal etwas langsamer gefahren, aber auf der Kurvenreichenstraße wollte ich nichts riskieren. Ab und an kommt mir auch mal ein Lastwagen entgegen. Ich bremse dann immer ab und lege die Ohren an. Die Lkw Fahrer sind da aber aus einem anderen Holz! Wenn sich die Felsen vor einem auftürmen, dann kann es einem schon einmal unheimlich werden. Als Liebhaber der Berge empfinde ich Freude und Ehrfurcht vor der Schönheit der Natur. Felsige Gegenden sollen langweilig und öde sein? Man schaue mal genauer hin! Als Naturliebhaber finde ich sogar die Sahara schön und abwechslungsreich. Beim „Marathon des Sables“ konnte ich es 1997 genießen.



Im Ziel haben wir eine große Halle. Sie ist nicht mehr die neueste Halle, aber das ist für den TE-FR auch nicht so wichtig. Wir wollen Platz! Leider hat sich mein spezieller Freund heute mit einem weiteren Läufer angelegt. Es ist schade, dass man sich so wenig achtet. Ich habe gern „heile Welt“, daher habe ich auch einen gewissen Musikgeschmack der oftmals belächelt wird. Ist es aber nicht schön, wenn die Welt heil ist? Warum sollte ich um mich herum Chaos aufbauen? Ich habe Frau, Kinder, Enkelkinder und eine halbwegs verträgliche Verwandtschaft. Es ist eine „heile Welt“ die ab und zu einen Kratzer bekommt, der aber schnell repariert werden kann! Chaos – warum?



Tut mir leid, ich schweife manchmal ab. Estagel liegt auf etwa 60 Meter ü.d.M. und ist etwa 300 km nördlich von Lissabon entfernt. Die nächste größere Stadt dürfte Perpignan sein. Estagel hat etwa 1.900 Einwohner. Es gibt Geschäfte, Restaurants, eine Bank und eigentlich alles, was so ein kleiner Ort braucht. Wir kamen schon durch größere Ortschaften, wo man nicht einmal tot über dem Zaun hängen wollte! Wir haben den Fuß der Pyrenäen erreicht.



Was gibt es sonst noch? Mit Wolfgang Böss möchte ich mal reden. Man sagte mir, dass er leichte Beschwerden mit dem Fahrgestell hat. Nun ja, ich glaube, dass er zeitweise überzogen hat. Ich werde ihm einmal eine andere Gangart empfehlen! Er liegt im guten Mittelfeld und soll achtgeben. Ich habe gerade mit ihm gesprochen. Er verträgt das VOLTAREN nicht und hat an der Stelle, wo er das Zeug auftrug lauter Bläschen die zum Teil sogar eiterten. Nun behandelt er mit einer Wund- und Heilsalbe. Was aber wichtig ist, es hat nichts mit seiner Laufqualität zu tun! Wir haben immer noch 23 Etappen vor uns! Ambros kommt mit einer Fahne ins Ziel. Sie erinnern sich? Die FAHNE, die er stets hat im zweifachen Sinne!!! Er trägt die Fahne Österreichs nach GIBRALTAR! Frèdèric Gallais sollte man manchmal einfach in den Schwitzkasten nehmen. Warum läuft er nicht gleichmäßiger? Da tobt er morgens los, um im Ziel der Vorletzte zu sein!







Ingo zur 42. Etappe

Estagel nach Arles-Sur-Tech / 29.09.2012
54.3 km / 2837.6 km gesamt
33.7 mi / 1763.2 mi gesamt
30 Teilnehmer am Start / 30 Teilnehmer gewertet

Tageswertung

1. 18 Henry Wehder Germany 4:30:25
2. 01 Robert Wimmer Germany 4:41:08
3. 07 Jean-Claude Le Gargasson France 5:13:19
 

Gesamtwertung

1. 18 Henry Wehder Germany 261:45:50
2. 01 Robert Wimmer Germany 264:13:08
3. 27 Trond Sjavik Norway 269:12:01

42. Etappe: Estagel nach Arles-Sur-Tech Tag: 54,3 km – Gesamt: 2.837,6 km


Das Essen war im Restaurant "Plein Sud" ok und ausreichend. Überhaupt: Wir hatten jeden Tag gut und reichlich, außer einer kleinen Ausnahme. Aber auch die letzten beiden mussten nicht hungern. Fazit: Was das Essen anbelangt, kann man sich nichts nachsagen lassen. Über Geschmack und Qualität kann man streiten oder es sein lassen. Bei der Bundeswehr gab es auch nur Fraß, aber die meisten verließen die Bundeswehr mit ein paar Kilo mehr. Essen ist überall DASS Thema überhaupt! Die Japaner haben mit einer Stärke von 10 Mann gestern zwei oder drei japanische Lieder im Restaurant gesungen. Auch unsere Etappenläuferin, Yoshiko Kosaka, kam noch einmal mit einem japanischen Lied. So etwas ist doch nett? Darüber kann man sich nur freuen! Sogar meine Muffelköpfe klatschten Beifall!

Ach Muffelkopf, es gab zwischen mir und einem Teilnehmer noch eine lautstarke Auseinandersetzung. Es ging darum: Seit Tagen hängt ab 17:00 Uhr ein Zettel an der Tafel mit folgendem Inhalt: DINNER- when, where, own dishes yes or not? Breakfast – when, where, own dishes yes or not? Was soll diese Provokation? Ich befragte den Schreiber und er erklärte mir, dass er diesen Zettel solange aufhängt, bis die Läufer rechtzeitig informiert sind! Das Abendessen gibt es in der Regel um 18 oder 18:30 Uhr. In den meisten Fällen führe ich die Leute in ein nahegelegenes Restaurant und ein Restaurantbesuch dürfte keine Selbstverständlichkeit sein. Mehr kann man wohl von einem Veranstalter nicht verlangen. Ich bin der französischen Sprache nicht mächtig und bin daher auf einige Personen vor Ort angewiesen. Wenn die noch im Dunkeln tappen, was soll ich dann machen. Die Gründe, des im Dunkeln tappen, sind mir eigentlich wurscht. Für mich ist wichtig, dass ich die Leute versorgt bekomme. Es kann daher sein, dass ich diese Information erst nach 17:00 Uhr bekannt geben kann. Nun ist ein weiterer Läufer auf mich sauer. Es gibt sich wohl, wenn wir uns Gibraltar nähern?

Das Wetter war gestern, trotz vieler Wolken, doch ganz schön. Die Leute saßen vor den Cafés im T-Shirt. Und heute? Es war um 05:00 Uhr sehr mild und nur wenige Tropfen fielen vom Himmel. Seit meiner Ankunft in Arles-sur Tech regnet es nahezu ohne Pause. Wir haben jetzt 12:30 Uhr und nun fängt es auch noch an zu donnern. Es sind erst eine Handvoll Läufer im Ziel. Die anderen klappern sich auf der Strecke einen ab. Dabei hatten wir in einem Dorf nach 10 gelaufenen Kilometern schon 18 Grad und ich hoffte auf eine Steigerung. Das wird heute wohl nichts?

Nicht nur die Landschaft hat sich in starkem Maße verändert, sondern auch die Flora. Man sieht inzwischen Palmen, Olivenbäume, Agaven usw. Wir sind jetzt in den Pyrenäen. Wenn man aus der Halle kommt, dann rennt man, so möchte man meinen, gegen eine riesige Felsformation. Es wäre ein herrlicher Anblick, wenn dieser blöde Regen nicht wäre! Morgen soll es warm werden? Hätte nichts dagegen – Warten wir mal ab! Täte mir auch gut, denn ich habe mich erkältet und schone meine Stimme. Das ganze Jahr nicht erkältet, gerade jetzt muss das sein. Es ist inzwischen 14:00 Uhr und es regnet seit dem Vormittag unaufhörlich. Das Donnern hat nachgelassen und die Regenmassen zugenommen. Da werden sich bestimmt noch einige erkälten!

Wer meinen gestrigen Bericht aufmerksam gelesen hat, der ist darüber gestolpert, dass ich behauptete, Lissabon ist 300 km von uns entfernt. Ich meinte natürlich Barcelona. Danke lieber Leser meiner Berichte! Heute befinden wir uns, genauer gesagt, 187 km von Barcelona. Morgen kommen wir nach Spanien und haben NUR NOCH 22 Etappen vor uns!

JB hatte uns eine schöne Halle versprochen und es ist eine schöne Halle. Sie ist groß, hat genug Duschen und Toiletten und das Essen kann uns im Hallengebäude zubereitet werden. Das lässt man sich gefallen. Wenn bloß der blöde Regen nicht wäre. Es würde sich heute anbieten, schön draußen zu sitzen. Es ist eine kurze Etappe und alle sind zeitig im Ziel. Aber was machen wir heute? Wir sitzen in einer schönen Halle und haben nicht die beste Laune. Die Laune steigt und fällt mit dem Wetter. Das ist Fakt. Selbst bei langen Etappen ist die Stimmung noch gut. Was macht man bei Schietwetter? Ich mache meine Buchführung die ich seit einigen Tagen vernachlässigt habe. Sonst bin ich auf dem neuesten Stand und kann mit Ablauf der letzten Etappe, meinem Steuerberater eine fertige Arbeit übergeben. Ansonsten liegen noch weitere Arbeiten an, die bei schönem Wetter gern liegenbleiben.

Ingo zur 43. Etappe

Arles-Sur-Tech nach St-Joan-de-Les-Abadesses / 30.09.2012
65.1 km / 2902.7 km gesamt
40.5 mi / 1803.7 mi gesamt
30 Teilnehmer am Start / 30 Teilnehmer gewertet

Tageswertung

1. 18 Henry Wehder Germany 5:38:35
2. 27 Trond Sjavik Norway 5:42:39
3. 01 Robert Wimmer Germany 5:56:07
 

Gesamtwertung

1. 18 Henry Wehder Germany 267:24:25
2. 01 Robert Wimmer Germany 270:09:15
3. 27 Trond Sjavik Norway 274:54:40

43. Etappe: Arles-Sur-Tech nach St-Joan-de-Les-Abadesses


Tag: 65,1 km – Gesamt: 2.902,7 km

Bei Tageskilometer 34,0 bzw. Gesamtstrecke 2.872,4 km, haben wir die Grenze nach Spanien überschritten. Doch Vorsicht, wir sind nicht wirklich in Spanien, sondern in Katalonien. Es ist ähnlich wie Südtirol, die keine Italiener sein wollen. Den Grenzübergang haben wir nicht bemerkt. Die Bezeichnungen klangen nur anders. Der 3. VP liegt kurz vor der Höhe 1.513 Meter ü.d.M. und ist gleichzeitig Grenze. Nach St-Joan-de-les-Abadesses liegen noch 31 km vor uns. Der Zielort liegt auf der Höhe 775 Meter. Der Ort zählt etwa 3.600 Einwohner.

Es hat in der Nacht noch zeitweise geregnet, aber ab 5:00 Uhr hat der Regen dann endgültig aufgehört. Das Frühstück bekamen wir, wie am Abend zuvor, im 1. Stock des Gebäudes serviert. Der Start erfolgt nicht, wo das Etappenziel endete. Die Läufer hätten durch Matsch laufen müssen und es wäre außerdem ein unnötiger Bogen zu laufen. Einer sagte sogar, dass es eine gute Idee ist. Na bitte, werde ich auch mal gelobt! Zum Start zähle ich immer laut, ab 10, rückwärts. Da ist heute nichts zu machen und ich bitte Christian Marti darum, dass er für mich die Zählerei übernimmt. Ich bin seit gestern Nachmittag so erkältet, dass ich kaum noch einen Ton herausbringe. Zur Freude einiger hat das zur Folge, dass ich weniger rede und ggf. schimpfe. Bei 55 Leuten vor Ort bleibt das nicht aus.

Ein Läufer bringt mich zum Schimpfen, als er in absoluter Dunkelheit in Tarnkleidung auf der kurvenreiche Straße auf der rechten Seite läuft. Meine Stimmbänder mussten sich erst einmal wieder beruhigen und neu eingestimmt werden. Einige Leutchen fallen mir allmählich auf den Wecker. Da habe ich zwei Spezies die jeden Morgen mit mir das handeln anfangen, als wären wir auf einem orientalischen Bazar. Ich kann doch keinen Läufer in der ersten Gruppe starten lassen, wenn er gestern zwei Minuten vor den Tagessieger ins Ziel kam? Jetzt habe ich immer wieder so sozialeingestellte, die der Meinung sind: "Lass ihn doch starten, wie er will"! Also, erst einmal bin ich kein Sozialarbeiter und andererseits kann ich mir die Einteilung sparen. Warum denn überhaupt die Einteilung? Joachim dankt es mir, wenn ich in zwei Gruppen starten lasse. Man schaue sich mal den Unterschied beim Start an. Die erste Gruppe setzt sich langsam, bis sehr langsam, in Bewegung. Die zweite Gruppe fängt gleich das Knüppeln an. Joachim müsste daher am Abend zuvor noch weiter im Voraus markieren oder man würde ihn überholen und nach dem Weg fragen. Der muss sich manchmal selbst erst einmal orientieren. Da könnte es dann sein, dass er die Meute in eine falsche Richtung schickt, um dann hinterher zu rufen: "Nee, ich meine …"! Die Einteilung hat daher seinen Grund und wenn jemand startet, wie es ihm gefällt, dann bekommt er die "gelbe Karte", dann die "rote Karte" und dann … Was soll ich tun?

Die Halle habe ich mir etwas anders vorgestellt. Das hatte ich im Vorfeld immer wieder Mail Kontakt, dass man mir hilft und das alles in Ordnung ist und nun bin ich hier und was ist? Erst einmal muss ich telefonieren. Nicht nur das mein Spanisch sehr dürftig ist, es kommt noch dazu, dass ich nicht in der Lage bin, einen längeren Satz zu sprechen ohne das ich, wie ein Kettenraucher, husten muss. Der am anderen Ende sprach auch Englisch, weshalb ich Helmut Schieke das Telefon übergab, damit er das Gespräch zu Ende bringt. Ich hoffe, dass noch jemand kommt, der mir gestattet, dass wir die große Halle belegen dürfen. Wir bekommen lediglich eine kleine Gymnastikhalle, wo nachher 45 Leute schlafen sollen. Wenn es keine größere Unterkunft gäbe, nun dann. Aber da ist doch die große Halle! Die darf aber nur zum Abendessen genutzt werden. Das ist doch behämmert. Am nächsten Morgen um 8:00 Uhr soll da Sport gemacht werden und daher soll die Halle sauber sein. Ich denke mal, dass wir mit dem Essen mehr Schmutz bereiten, als wenn wir dort schlafen! Ich stehe hier auch wieder am Pranger und kann den Leuten nur das sagen, was mir gesagt wurde!

Ingo zur 44. Etappe

St-Joan-de-Les-Abadesses nach Berga / 01.10.2012
55.6 km / 2958.3 km gesamt
34.5 mi / 1838.2 mi gesamt
30 Teilnehmer am Start / 30 Teilnehmer gewertet

Tageswertung

1. 18 Henry Wehder Germany 4:46:22
2. 01 Robert Wimmer Germany 4:57:53
3. 27 Trond Sjavik Norway 5:11:35
 

Gesamtwertung

1. 18 Henry Wehder Germany 272:10:47
2. 01 Robert Wimmer Germany 275:07:08
3. 27 Trond Sjavik Norway 280:06:15

44. Etappe: St-Joan-de-Les-Abadesses nach Berga Tag: 55,6 km – Gesamt: 2.958,3 km


Heute haben wir wieder eine sehr schöne Strecke. Sie führt uns allerdings bis auf 1.000 Meter hinauf. Diese Mühe wird mit herrlichen Ausblicken belohnt. Berga befindet sich auf 670 Meter. Es ist nicht sonderlich warm, aber die Leute rennen hier alle noch im T-Shirt herum und ich habe nicht einmal Socken an. Dies zum Ärgernis meiner ehemaligen Verlobten. Mir geht es gerade wieder etwas besser und meine ehemalige Verlobte, meine Inge schimpft, ob ich mir noch einmal etwas aufsacken möchte? Immer diese Meckerei! Joachim hat mich abgelöst, nun rennt er mit tropfendem Riecher umher. Wir beide sind aber Urgesteine und schütteln so etwas nach drei Tagen ab!

Das Abendessen war gestern gut und mal wieder sehr reichlich. Ich habe meinen Teller nicht ganz leergegessen und man prophezeite mir daher, dass er heute schlechtes Wetter gibt. Da lag man falsch. Das Wetter ist gut und man kann es aushalten. Ich habe immer noch keine Socken an und meine Inge wird mich wohl noch zur Minna machen! Wegen der Halle, in der wir nicht schlafen, aber essen durften, werde ich heute Morgen noch einmal angesprochen. Es ist natürlich nicht nur ärgerlich, sondern auch nicht nachvollziehbar. Da ist da eine schöne große Halle und wir müssen uns in allen möglichen Ecken hinein quetschen. Einige haben sich sogar ein Hotelzimmer gesucht.

Berga ist ein Ort mit etwa 16.500 Einwohnern und vielen Geschäften in Nähe unserer Unterkunft. Die Halle ist sehr groß. Es gibt hier zwei nebeneinanderliegende Hallen und ein Schwimmbad. Señor Alberich Miro Josep ist mein Ansprechpartner. Er half sogar bei der Gepäckentladung. Das Abendessen und Frühstück wird von einem Catering-Service übernommen. Die Tische und Stühle werden gerade aufgestellt. Ich habe Alberich, nach meiner Ankunft, anrufen müssen. Nun ja, mein Spanisch ist nicht gerade das Beste. Ich kann mich wohl einigermaßen Verständlich machen, aber wenn man dann näheres von mir möchte, dann hapert es oftmals. Ich schlage mich aber durch.

Es ist seit ewiger Zeit niemand mehr ausgestiegen. Es sind weiterhin 30 Läufer im Rennen. Frèdèric Gallais habe ich schon sehr frühzeitig keine Chance mehr gegeben. Es ist aber immer noch dabei und sein humpeln wird weniger. Etwas in eigener Sache: Man wird sich manchmal fragen, weshalb ich nur aus MEINER Sicht schreibe? Ich kann nur schreiben, was ich sehe und empfinde. Ich frage immer wieder bei den VP nach, ob sie etwas erlebt haben, was ich in meine Berichte mit einbeziehen könnte. Es kommt aber nichts, außer das der oder die oder doch der, ein Knallkopf ist. Meine Berichte sollen aber nicht mit einer Klatschspalte gleichgestellt werden. Es ist ein Erlebnisbericht. Wenn das Rennen vorbei ist, dann wird man oftmals überlegen müssen: Wo war das noch? Wie war da die Halle usw. Meine Berichte werden ihm auf die Sprünge helfen. Es ist doch so: fragt man jemanden nach dem Datum, dann kennt man es nicht, auch nicht den Wochentag. Nicht einmal, wo wir vorgestern waren. Selbst beim gestrigen Tag muss man überlegen, um anschließend festzustellen: Ach das war doch vorgestern oder gar noch einen Tag früher?

Wir haben jetzt 15:00 Uhr und es fehlen noch vier Läufer. Die Sonne scheint und die Menschen sitzen draußen in den Straßencafés. Einige Läufer kommen mit nacktem Oberkörper ins Ziel. Die sollten aber vorsichtig sein, denn es weht ein leichter kühler Wind. Wir sind immerhin noch auf 670 Meter! Die bereits eingetroffenen Läufer und Betreuer sitzen vor der Halle bei einem Bierchen. Da möchte ich mich doch dazusetzen. Prost!

Ingo zur 45. Etappe

Berga nach Guissona / 02.10.2012
75.5 km / 3033.8 km gesamt
46.9 mi / 1885.1 mi gesamt
30 Teilnehmer am Start / 30 Teilnehmer gewertet

Tageswertung

1. 18 Henry Wehder Germany 6:16:26
2. 01 Robert Wimmer Germany 6:21:08
3. 27 Trond Sjavik Norway 6:24:16
 

Gesamtwertung

1. 18 Henry Wehder Germany 278:27:13
2. 01 Robert Wimmer Germany 281:28:16
3. 27 Trond Sjavik Norway 286:30:31

45. Etappe: Berga nach Guissona Tag: 75,5 km – Gesamt: 3.033,8 km


Das Abendessen war gestern ein Abenteuer. Bestellt habe ich es um 18:00 Uhr. Geliefert wurde es dann um 18:50 Uhr. Das Frühstück wurde gleich mitgeliefert, aber reden wir nicht davon. Das Abendessen war, na ja, soweit ok und ausreichend. Ich war auf den Pizza-Service stinkig und gab es auch zum Ausdruck. Es stellte sich dann heraus, dass der arme Kerl gar nicht dafür konnte. Man sagte ihm mal 20:00 Uhr, dann 19:00 Uhr und zum Schluss wusste er gar nichts mehr und war stark verunsichert. Schwamm drüber – ist ja noch einmal gutgegangen! Mit meiner Inge habe ich noch ein Restaurant gesucht, aber das war Fehlanzeige. Beim Bäcker haben wir uns noch ein Stück Kuchen gekauft und im Wohnmobil eine Flasche Wein geköpft – Prost!

Ab heute findet alles eine weitere Viertelsunde später statt. Wecken daher um 4:45 Uhr. Frühstück um 5:45 Uhr und der erste Start um 6:45 Uhr, Das muss am frühen Morgen sein? Ich rufe die 1.Gruppe auf, dass sie sich zum Start fertig macht. Da steht jemand vor mir und sagt in bestimmender Weise: „Ich starte um 6:45 Uhr“! Moment, sind wir nicht bei „wünsch dir was“! Ich habe die Gruppen gestern Abend festgelegt und danach wird gestartet. Das Gespräch, was schon beinahe in einer Auseinandersetzung ausartete, war für jedermann zu hören und das sollte es auch. Es kann nicht sein, dass man sich darüber hinwegsetzt, wie ich die Gruppen einteile. Mein Ziel ist, dass die Erstplatzierten der Gesamtwertung entsprechend im Ziel einlaufen. Ausgerechnet an Tagen, wo wir Presse vor Ort haben, passiert es immer wieder, das jemand aus der ersten Gruppe ins Ziel einläuft. Das erkläre mal dem Pressemenschen. Der hat sein Bild vom ERSTEN im Ziel und damit hat es sich! Ich habe dem Teilnehmer eine Verwarnung aussprechen müssen!



Heute Morgen haben wir 13 Grad und Sonnenschein. Die Spanier, ach nein, Katalanen, meinen, dass es kalt ist. Ich laufe wieder im T-Shirt herum. Den Kindern scheint es aber auch nicht zu frieren, denn die laufen alle in kurzer Kleidung herum. Es ist jetzt 15:00 Uhr und die Temperaturanzeige zeigt 22,5 Grad. In GUISSONA angekommen, werde ich von „Tscholle“ angehalten und werde zur Halle geführt. Man nennt ihn „Tschollo“. Wir er richtig heißt, weiß kein Mensch und er nennt seinen richtigen Namen auch nicht. Er ist eben - Tschollo! Die Stadt mit etwa 7.000 Einwohnern spendet dem TE-FR 2012 Obst und Fruchtsäfte in größerer Menge. Ein weiterer Einwohner will uns morgen Früh 80 Croissants und Kaffee liefern. Ich werde kurz vom Lkw entladen abgehalten weil sich eine Gruppe der Stadtverwaltung vorstellt. Nach einigen „Buenos Dias“ mache ich weiter, denn es findet ein endloses Gespräch statt, wovon ich ohnehin nur einen Bruchteil verstehe.



Nun haben wir es. Das „Katalane Television“ ist vor Ort und will mich und anschließend den Erstplatzierten, Henry Wehder, Filmen und interviewen. Sie haben den Zieleinlauf verpasst. Wären sie aber rechtzeitig vor Ort gewesen, dann hätten sie eventuell jemanden aus der 1. Gruppe gefilmt. Vom Zweiten nimmt man, wie auch hier, kaum Notiz. Ich hoffe, dass mein Kamerad von heute Morgen, mich nun versteht? Der Erste hat das Recht gefeiert zu werden. Wie sagte noch ein großer Eroberer? Es war Cäsar? „Ehre, wem Ehre gebührt“!



Marc wird für uns abgestellt und soll sich um uns kümmern. Das Abendessen ist im Restaurant „El Cassoli“ vorgesehen. Ein schönes Restaurant. Aber – es ist 1.250 Meter entfernt. Das ausgerechnet heute, wo 74,4 km zu laufen sind!



Ingo zur 46. Etappe

Guissona nach Lleida - La Bordeta / 03.10.2012
66.7 km / 3100.5 km gesamt
41.4 mi / 1926.6 mi gesamt
30 Teilnehmer am Start / 30 Teilnehmer gewertet

Tageswertung

1. 18 Henry Wehder Germany 5:29:18
2. 01 Robert Wimmer Germany 5:40:11
3. 07 Jean-Claude Le Gargasson France 6:11:50
 

Gesamtwertung

1. 18 Henry Wehder Germany 283:56:31
2. 01 Robert Wimmer Germany 287:08:27
3. 27 Trond Sjavik Norway 293:11:08

46. Etappe: Guissona nach Lleida-La-Bordeta Tag: 66,7 km – Gesamt: 3.100,5 km


Zum Restaurant waren es gestern, wie schon erwähnt, genau 1.250 Meter. Diese Strecke musste noch laufender bzw. gehender Weise bewältigt werden. Irgendwie war ich auf Protest eingestellt, aber man nahm den Fußmarsch, wie selbstverständlich, hin. Was hätte ich auch tun sollen. Für die Spätankömmlinge sorgte Masakazu mit seinem VW-Bus. Das Essen war übrigens wieder sehr gut und auch reichlich. Als Vorspeise Spaghetti? Meinetwegen, nur sie hätten heißer serviert werden können. Ich kenne es aber noch von Griechenland. Die essen dort alles lauwarm und ist in Spanien ähnlich? Ich werde noch Zeit haben, hier weitere Informationen zu sammeln.

Man bringt uns zum Frühstück die versprochenen Croissants, aber das sollen 80 Stück sein? Ich habe eher den Eindruck, dann man eine ganze Bäckerei leergeräumt hat. Trotzdem, jeder soll erst einmal eins bekommen. Es wurde dann reichlich nachgefasst und ich konnte gerade noch zwei Stück für mich retten! Frisch gestärkt geht es auf die heutige Etappe über 67,4 km. Schon jetzt überlege ich, ob ich bei den etappenstrecken über 70 km in drei Gruppen starten lasse? Ich denke mal, das ist das Beste?



Die Halle in Lleida-la-Bordeta ist schnell gefunden. Ich bin nicht von der Laufstrecke her angefahren und musste dadurch nicht durch die Stadt. Die Fahrerei war mir von meiner Erkundung im Mai des Jahres noch ein Albtraum. Der Lkw kommt drei Minuten nach mir. In die Halle zu kommen ist nicht einfach. Erst Kontakt mit der Reinemachefrau und dann mit weiteren Personen. Viel Palaver und Diskussionen. Zum Großteil verstand ich nur „Bahnhof“. Nach zweieinhalb Stunden der große Augenblick. Wir können in die Halle. Dann die Überraschungen! Ich muss aber schon jetzt anmerken: „Liebe Spanier oder Katalanen. Was macht ihr bloß? Im Mai habe ich mir die Halle angeschaut – Bueno! Laufender E-Mail Kontakt in der Folgezeit – Bueno! Vor wenigen Tagen kam von euch eine Nachfrage, ob sich etwas geändert hat – Bueno! In der letzten Woche habe ich ZWEO E-Mails geschrieben, in denen ich einen Zeitplan ohne großen Text eingereicht habe. Dann kam eure Bestätigung – Bueno! Nun bin ich hier und ihr wollt bis 22:00 Uhr Fußball spielen? NO BUENO! Nun soll ich eine Lösung parat haben? Der Haumeister läuft gerade Amok und macht mir irgendwelche Vorschläge, die arg hinken. Mal sehen, was noch kommt?



Der Nächste kommt und das Palaver geht von neuem los. Man steht zu viert beisammen und ich mache mich aus dem Staub. Dann der Ruf: INGO. Man erklärt mir, dass es mit dem Essen klappen wird. Aber die Halle: Wenn ich es richtig verstehe, dann können wir sie ab 22:00 Uhr nutzen. Toll – das bringe mal den Läufern bei. Die Sonne scheint gerade so schön und der Himmel ist wolkenfrei. Gern würde ich das schöne Wetter auskosten und spazieren gehen, aber das Palaver nimmt kein Ende und allmählich bekomme ich Kopfschmerzen. Da habe ich es ja in Russland einfacher gehabt!



Henry kommt wieder als erster ins Ziel und wird vom Fernsehen gefilmt. Das passt wirklich gut. Fernsehen vor Ort und keine sichere Unterkunft. Es ist mittlerweile 14:15 Uhr und mir ereilt, nein ich kann es nicht glauben, wirklich die Nachricht, dass die Halle für den TE-FR 2012 endlich, uneingeschränkt genutzt werden kann. Man wollte kurz zuvor eine gemeinsame Lösung und die sollte so aussehen: Die Läufer dürfen bis 18:00 Uhr in der Halle bleiben. Sie sollten aber möglichst nicht schlafen. Dann muss die Halle, wegen des Fußballspiels bis 22:00 Uhr geräumt werden. Ab 22:00 Uhr dann also … Aus meine Frage, was ich mit den Läufern die vier Stunden machen soll, wurde mir, mit Blick in den Himmel, verständlich gemacht, dass wir ja schönes Wetter haben. Ich hätte es den Leuten nur richtig schmackhaft machen sollen?



Mein Schädel brummt und ich gehe mit Inge erst einmal eine Stunde spazieren. Wieder an der Halle angekommen, will man mich schon wieder nerven. Eine Anwohnerin beschwert sich über die lange Wäscheleine, an der die Kleidungsstücke der Läufer baumeln. „No Korrekto! Si noch Korrekto – hast ja Recht! Aber nun rutsche mir den Buckel runter. Nach den Problemen die ich heute hatte, gehen mir solche Probleme am Allerwertesten vorbei.

Ich könnte euch in Deutschland ja neidisch machen, aber wir haben heute über 27 Grad und sogar meiner Inge ist es zu warm!

Ingo zur 47. Etappe

Lleida - La Bordeta nach Caspe / 04.10.2012
82.1 km / 3182.6 km gesamt
51 mi / 1977.6 mi gesamt
30 Teilnehmer am Start / 29 Teilnehmer gewertet

Tageswertung

1. 18 Henry Wehder Germany 7:34:36
2. 01 Robert Wimmer Germany 7:48:35
3. 07 Jean-Claude Le Gargasson France 7:55:37
 

Gesamtwertung

1. 18 Henry Wehder Germany 291:31:07
2. 01 Robert Wimmer Germany 294:57:02
3. 27 Trond Sjavik Norway 301:37:04

47. Etappe: Lleida-La-Bordeta nach Caspe Tag: 82,1 km – Gesamt: 3.182,6 km


Wir bekamen gestern noch Besuch von der Polizei. Erst waren es zwei Beamte, dann kam ein Dritter und dann der Chef der örtlichen Polizei. Eigentlich kein großes Problem, aber eine Anwohnerin hatte sich über die etwa 12 meterlange Wäscheleine beschwert. Daher das große Polizeiaufgebot! Aber auch wieder: Ein endloses Palaver! Es reicht doch, wenn man mir sagt: „Geht nicht, die Leine muss weg“! Aber nun denn. Nach einem etwa 30 Minütigen WICHTIGEM Gespräch, hatte man nun beschlossen: „Die Leine muss weg“! Na also: das ist doch eine eindeutige Aussage. In fünf Minuten war der Fisch geputzt. Ein Lob übrigens an die spanische Polizei. Sie waren sehr höflich und sie boten sich an: Sollte es Probleme irgendwelcher Art geben, so darf ich mich jederzeit an sie wenden! Vielen Dank!!!

Das Abendessen bestand aus einer Vorspeise mit kalten Nudeln, was nicht unbedingt mein Ding ist. Dann gab es eine große schmackhafte, vor Ort gegrillte Bratwurst. Dazu, ich wollte es nicht glauben, Kartoffelchips aus der Tüte! Ich meine es nicht negativ, denn ich glaube, dass ich so etwas schon einmal gesehen habe? Ist in Spanien üblich? Dann gab es viel Obst und einige Flaschen Wein. Es herrschte eine lustige und angenehme Atmosphäre! Das Etappenziel lleida war bislang das nervigste Etappenziel und ich hoffe, dass ich nicht noch schlimmeres erlebe. Gedanken eines Betreuers: Ich könnte am Tag ZUVOR hinfahren, alles abklären und dann zurückkommen, ist zwar gut, aber nicht zu gebrauchen. Aber für mich auch nicht umsetzbar!

Wie sieht mein Tagesablauf aus? Egal wie, aber mein Tag hat auch nur 24 Stunden. Selbst wenn ich die Mittagspause hinzu nehme! Wir überschritten gestern die 3.000 KM-Marke und das habe ich leider verpennt. Allerdings – Entschuldigung, hätten mich auch die Betreuer darauf aufmerksam machen können. Der Abend war einfach zu schön, um sich zeitig ins Nest zu begeben. Inge und ich genossen es, vor einer naheliegenden Bar ein Glas Wein zu trinken. Es waren immer noch über 20 Grad und nicht einmal Inge hatte sich etwas übergezogen.



Der Himmel ist heute Morgen arg bedeckt, aber es ist eine sehr milde Luft. Aufgrund der heutigen langen Distanz über 83,0 km, starteten heute DREI Gruppen. Nämlich um 06:00, 06:30 und 07:00 Uhr. Da es erst einmal etwa vier km durch Lleida geht, habe ich deshalb keine Bedenken. Die Bedenken gründen sich primär aus der langanhaltenden Dunkelheit. Nach Verlassen der Stadt ist es nicht sonderlich schön, denn wir befinden uns auf einer vielbefahrenden Straße. Dann setzt auch noch Nebel ein, der zeitweise sehr stark ist.



In meinen Berichten will ich alles, was ich erlebe, sehe und höre hineingeben. Es SOLL nicht Positives, sondern auch Negatives erwähnt werden! Ein E-Mail Schreiber lass daraus einen, inzwischen eingetretenen „Lagerkoller“ heraus. Nein, soweit ist es noch nicht – ehrlich! Ich mache ja nun schon den DRITTEN TE-FR und weiß daher, wie ein Lagerkoller aussieht. Man fällt dann gegenseitig auf einen her. Egal ob Läufer oder Betreuer. Es geht dann nur um das „Hau druff“ Prinzip! Das war man derzeit hier erlebt sind einzelne Auseinandersetzungen. Auseinandersetzungen die auch schon am ersten Tag auftreten können. Natürlich kann man mir den Vorwurf machen, dass ich ja nicht alles mitbekomme. Schon richtig, aber ich erlebe die Leute ja im Ziel, in der Halle, beim Essen und auch teilweise auf der Strecke. Ich darf mir daher das Recht herausnehmen, ebenso darüber zu urteilen. Wenn einer erschöpft ist, dann wird er schon einmal auf Ingo schimpfen. Ihm dann zu sagen: „Das hast du doch alles vorher gewusst“, ist unsinnig. Wenn man kaputt ist das ist man schon einmal und das darf man auch ungerecht. Was soll‘s?



Die Wolkendecke reißt auf und es ist ab 12:00 Uhr schon wieder sehr warm. Ich möchte jetzt niemandem neidisch machen, aber mir wird es im Wohnmobil zu warm. Ich schwinge mich jetzt aufs Fahrrad und lassen mich von Fahrtwind abkühlen! Die Strecke zum Essen wurde von mir markiert. Leider muss heute noch einmal ein Fußmarsch von 750 Metern hingenommen werden. Ich kann da leider nichts machen! Das ist schade: Frèdèric Gallais ist heute ausgestiegen. Ich will nicht witzeln, aber hätte er die letzten 1.000 km nicht noch laufen können. Es hört sich seltsam an, aber immerhin hat er schon über 3.000 km hinter sich.



Einige Aufgaben mache ich überhaupt nicht gern. Heute zum Beispiel soll ich einige Läufer dazu bewegen, dass sie sich für ein Pressefoto unter das Zielbanner stellen. Nun bringe mal Läufer wieder auf die Beine, die heute 83 km gelaufen sind. Er will noch mehr Läufer haben, aber die liegen bereits auf der Matte und es sind auch erst 13 im Ziel. Nee Junge, da reiße ich mir kein Bein aus. Ich war selbst 34 Jahre Ultra und weiß wie schwer es ist, wieder auf die Beine zu kommen. Andererseits, nun ja, man ist ein wenig eitel, sieht man sich auch gern in der Zeitung – gell? Die Luft im Wohnmobil wird stickig und mir läuft die Brühe herunter und die blöden Fliegen nerven, daher ……! Bis Morgen!!!



Ingo zur 48. Etappe

Caspe nach Calanda / 05.10.2012
44.4 km / 3227 km gesamt
27.6 mi / 2005.2 mi gesamt
29 Teilnehmer am Start / 29 Teilnehmer gewertet

Tageswertung

1. 18 Henry Wehder Germany 3:40:24
2. 01 Robert Wimmer Germany 3:58:53
3. 07 Jean-Claude Le Gargasson France 4:15:49
 

Gesamtwertung

1. 18 Henry Wehder Germany 295:11:31
2. 01 Robert Wimmer Germany 298:55:55
3. 27 Trond Sjavik Norway 306:29:18

48. Etappe: Caspe nach Calanda Tag: 44,4 km – Gesamt: 3.227,0 km


Der Fußmarsch, zum Abendessen, wurde von den Läufern hingenommen. Für die letzten Läufer wurde die Zeit des Abendessens ein wenig knapp, weshalb sich Inge für etwa 10 Personen das Futter einpacken ließ. Das Essen bestand aus einer Paella, Spaghetti, Schnitzel, Pommes, Kroketten und einem Speiseeis. Die Küchenbesatzung pries immer wieder den Nachschlag an, aber wenn die Wampe voll ist, dann ist sie voll!

Auf dem Heimweg zeigte das Thermometer immer noch 24 Grad an. Für uns ist der Sommer zurückgekehrt!

Eine Zirpe machte den Läufern in der Nacht etwas zu schaffen. Peter Bartel übte sich im Kopfrechnen und stellte fest, dass der erste Läufer sich ganz schön beeilen muss, um wirklich als Erster ins Ziel zu kommen.

Peter ist Mathematiker und machte mich schon gestern Abend darauf aufmerksam, dass bei einer Etappe von NUR 44,4 km anders gestartet werden muss. Recht hat er. Ich hätte die Gruppen nun anders einteilen können, oder, was wohl besser erscheint, den Start der 1. Gruppe um 15 Minuten vorzuverlegen. Es kommt der Gruppe auch zugute, denn sie läuft heute 15 Minuten weniger in der Dunkelheit! Es wird immer später hell und ich hoffe, dass ich den Start nicht noch einmal um 15 Minuten verlegen muss. Das hieße dann für die letzten Etappen; 07:00 Uhr und 08:00 Uhr Start. Bei 13 Grad, noch etwas kühl, setzt sich die 1. Gruppe in Bewegung. Gelaufen wird heute beinahe ausschließlich auf der N211, was ich nicht für sehr gemütlich befinde, aber die Läufer sind anderer Meinung. Nun denn, die Läufer haben eine andere Sichtweite.

Im Moment haben wir 10:00 Uhr und es wird immer wärmer. Es ist wolkenloser Himmel und wird wahrscheinlich der wärmste Tag, den wir bisher hatten. Vermutlich über 30 Grad? Ich nutze die Zeit, bevor mir die Brühe wieder herunterläuft. Aufgrund der kurzen Etappe beeile ich mich ins Ziel zu kommen. Ich soll Isabell anrufen, wenn ich vor Ort bin. Was sie mir jetzt sagt hört sich gar nicht gut an, aber ich fange an spanisch zu denken, was mir aber nicht gelingt. Sie erklärt mir, dass die Läufer nach ihrer Ankunft wohl duschen können, sich dann aber draußen aufhalten müssen. Klar, es ist ja schönes Wetter und man kann es sich gemütlich machen – klar doch! Ich versuche ihr zu erklären, dass die Läufer kommen, duschen und sich dann hinlegen wollen, um eventuell auch zu schlafen. Grund ist: Mehrere Schulklassen haben bis 15:00 Uhr Sport. Es folgt, wie soll es auch sein? Eine endlose Debatte und Telefonate. Ich mache mich vom Acker und musste an den Vorfall vor zwei Tagen denken. Es war der Vorfall mit der Polizei: Palaver, Palaver und dann der Entschluss. Ich will nicht meckern, aber dazu hätte man nur eine bis zwei Minuten benötigt!

Ich mache mich erst einmal vom Acker, das ist nichts für meine Nerven. Nach 1 ½ Stunden, siehe da – BINGO INGO – nada problemas! Man wusste doch, dass wir heute kommen. Im Mai war ich vor Ort und habe alles klären können. Es folgten E-Mails. Mehrmals wollte man von mir den Zeitablauf, aus welcher Richtung kommen wir, wie viele Personen sind zu versorgen. Vor zwei Tagen schrieb man mir noch, dass man sich auf uns freut. Bist du dann vor Ort …? Nun denn!

Die Turnhalle befindet sich neben einer Schule und ist mit einem Zaun abgetrennt. Lautes Geschrei: "Aqui, aqui"! Robert Wimmer verteilt seine Autogrammkarten. Für mich eine Gelegenheit, mich von einigen Beach Ball Schlägern zu trennen. Diese sind mit dem Logo des TE-FR 2012 versehen und gehen weg, wie heiße Semmel. Nun werde ich sauer und die Verteilung wird eingestellt. Helmut hat seine Kartons für die VP in der des Zaunes abgestellt. In den Kartons befinden sich auch Bonbons und Kekse. Was ich jetzt von mir geben möchte ist leicht zu erraten? Vornehmlich Jungs, natürlich, greifen durch den Zaun und wollen die Kartons leeren!

So, die 30 Grad sind überschritten. Das Thermometer zeigt 34 Grad an! Mit dem Ausfall von Frederic, sind noch 29 Läufer im Rennen, also noch 59,18%. Wir befinden uns immer noch im Normalbereich. Es sind jetzt soweit alle im Ziel und morgen werden wir etwas länger laufen müssen, nämlich 60,5 km und dann wieder langsam aufwärts. Nächsten Mittwoch dann der HÖHEPUNKT der Strecke – 39,0 km. Mal sehen, ob sich dann jemand beschwert, dass er in 64 Tagen keine 64 Marathons zusammenbringt! "Hasta manjana"!

Ingo zur 49. Etappe

Calanda nach Escucha / 06.10.2012
60.5 km / 3287.5 km gesamt
37.6 mi / 2042.8 mi gesamt
29 Teilnehmer am Start / 29 Teilnehmer gewertet

Tageswertung

1. 18 Henry Wehder Germany 5:21:51
2. 07 Jean-Claude Le Gargasson France 5:28:06
3. 01 Robert Wimmer Germany 5:51:45
 

Gesamtwertung

1. 18 Henry Wehder Germany 300:33:22
2. 01 Robert Wimmer Germany 304:47:40
3. 27 Trond Sjavik Norway 312:45:25

49. Etappe: Calanda nach Escucha Tag: 60,5 km – Gesamt: 3.287,5 km


Zwei Regionale Fernsehsender und etwa drei Zeitungsleute haben uns gestern Nachmittag noch besucht. Das Englisch der Interviewerinnen war zum Glück auch nicht besser als meins. Wir haben uns daher auch prächtig verstanden, weil wir mit einem recht schmalen Wortschatz miteinander kommunizieren konnten. Dennoch will ich bemerken, dass ich die ganze englische Kommunikation im Vorfeld allein gemacht habe. Nachdem ich den letzten Satz gesprochen hatte, stürzte man sich auf Christian Marti. Anschließend, so stellte es sich heraus, sammelten die Damen Bilder von Ruinen, denn wir wurden beide fotografiert! Soviel Medieninteressen hatten wir ja überhaupt noch nicht!

Das Abendessen war klasse. Es fand im Freien statt und wurde uns vom örtlichen Fußballverein zubereitet. Etwas sorgen machte ich mich um den stets laufenden Bierhahn. Leute, ist das gut? Beim TE-FR 2012 muss auch ich stutzen. Es wird, eigentlich will ich es gar nicht erwähnen, allerhand Bier und Wein konsumiert. In dieser Form habe ich es bei KEINEM meiner Läufe erlebt. Vorneweg meine kleinen Japaner. Die knallen sich abends Wein und Bier hinein und laufen tags darauf wie die bekloppten. Nun denn, wenn es ihnen schmeckt und auch abkönnen, dann habe ich damit nichts zu tun. Aber erstaunt bin ich schon! Es war ein schöner milder Abend und es fiel mir schwer, schon um 21:00 Uhr in die Heia zu gehen.



Die Stimmung der Mannschaft ist weiterhin ok. Wie schon einmal erwähnt, gibt es immer mal wieder Streit. Von einem „Lagerkoller“ sind wir aber meilenweit entfernt! Vielen Dank an die E-Mail Schreiber, die mich ermuntern, dass ich dass Ding weiterhin unbeirrt durchziehen soll. Schreiben dieser Art ermutigen mich – vielen herzlichen Dank! Ach ja Mannschaft. Hier ein mal einen Blick in das Renngeschehen aus meiner Sicht. Henry Wehder baut seine Führung tagtäglich aus und ist bereits beinahe vier Stunden vor Robert Wimmer. Trond Sjavik ist weiterhin auf dem dritten Platz. In dieser Reihenfolge wird sich wohl nichts ändern? Aber auch in der weiteren Platzierung bis zum 29. Platz wird sich nichts, wenn überhaupt, etwas ändern? Es sind aber noch 15 Etappen bis Gibraltar und da kann der eine oder andere doch noch einige schlechte Tage haben?



Ja, schlechte Tage. Beim 1. Und 2. TE-FR gab es solche Tage zuhauf, weil husten und auch Durchfall im Umlauf waren. Dieses ist beim 3. TE-FR kaum der Fall. Joachim hat seine Erkältung weggesteckt, aber ich hüstel immer noch etwas und die Tempotaschentücher sind in ständiger Reichweite. Mit dem Frühstück ist es oftmals so eine Sache. Es bringt nichts, wenn wir einen Partyservice oder Sportverein beauftragen. Die stellen mir das Zeug hin und nun sieh zu! Was soll ich mit Instantkaffee? Wo immer es möglich ist, werde ich das Frühstück in der Folgezeit abbestellen. Es ist einfacher ist es, wenn wir das Zeug selbst kaufen und das Frühstück in Eigenregie machen. Das kommt auch den Läufern entgegen. Klar, andere Länder, andere Sitten. Die Läufer haben sich aber inzwischen auf das Frühstück mit verschiedenen Marmeladesorten, mehrere Sorten Wurst und Käse usw. eingestellt. Französisches und Spanisches Frühstück ist da um einiges Spartaner!



Aufgrund der gestrigen SUPERKURZEN Etappe, müssen heute mindestens zwei Läufer in der zweiten Gruppe starten, die oftmals in der ersten Gruppe liefen. Wegen der Einteilung gab es vor einigen Tagen eine kräftige Auseinandersetzung und daher stellte ich mich darauf ein, dass man wieder auf mich zukommt. Ich wollte dann dieses Mal nicht reagieren, denn es ist eingeteilt und da ist selten etwas zu ändern. Es blieb aber ruhig und kein Mensch wollte mich heute aufregen. Die heutige Etappe ist 60,5 km lang und immer noch relativ kurz. Morgen sieht es mit 69,6 km schon wieder etwas anders aus. Dann geht es für weitere zwei Tage noch etwas aufwärts und am 10.10. kommt eine Lachnummer. Nämlich schlappe 39,0 km. Diese Strecke kann auch im Bademantel und Badelatschen bewältigt werden. Da lohnt sich das Umziehen kaum!



Bei sternenklarem Himmel und 14 Grad startet die erste Gruppe. Es geht heute noch einmal auf beinahe 1.200 Meter hoch. Escucha liegt auf etwa 1.050 Meter. Es wird daher heute nicht so warm werden? Diese Frage stelle ich um 11:30 Uhr. Gegebenenfalls melde ich mich in dieser Sache noch einmal. Überhaupt: Escucha war gestern noch mein Sorgenkind. Im Mai wies man mir eine kleine Gymnastikhalle im 1. Stock eines Gebäudes der Stadt. 100 Meter weiter ist ein kleines Schwimmhallenrestaurant, aber keine Chance dort etwas zum Essen zu bekommen. Das nächste größere Restaurant ist 1.200 Meter entfernt. Das Restaurant beherbergt auch ein Bergwerkmuseum. Nun bin ich vor Ort und stelle mich auf eine Arbeit ein, die bis zum Nachmittag andauern wird. Sorgen, Sorgen! Es ist doch verrückt, da wo man die meisten Probleme erwartet, da flutscht es!



Ich komme in Escucha an und telefoniere erst einmal mit Ana Morales. Mein Spanisch – aua. Ich verstehe aber, nach einem Rückruf ihrerseits, dass die nächsten fünf Minuten jemand kommt. Da ich von Spanischen fünf Minuten ausgehe, schalte ich schon einmal meinen Laptop an. Hätte ich gar nicht machen müssen. Es sind wirklich nur fünf Minuten. Ich bekomme die Halle im 1. Stock gar nicht, sondern eine GRANDE Halle gleich nebenan. Es ist zwar eine Halle wo ein feuchtes Wischtuch keinen Schaden anrichten würde, aber sehr groß – Bingo! Dann bin ich von den Socken: Das Futter gibt es gleich nebenan! Sind es 20 Meter? Meinetwegen 25 Meter, aber KEINE 1.200 Meter! Das Schöne ist, der palavert noch nicht einmal Stundenlang. Um 09:10 Uhr war ich vor Ort und um 09:35 Uhr ist der Fisch geputzt. Was sollte heute noch schieflaufen? Wolkenloser Himmel und Ingo macht einen kleinen Spaziergang. Die 30 Grad sind wieder erreicht!!!



Ingo zur 50. Etappe

Escucha nach Teruel / 07.10.2012
69.6 km / 3357.1 km gesamt
43.2 mi / 2086 mi gesamt
29 Teilnehmer am Start / 29 Teilnehmer gewertet

Tageswertung

1. 18 Henry Wehder Germany 5:58:17
2. 01 Robert Wimmer Germany 6:23:35
3. 07 Jean-Claude Le Gargasson France 6:34:31
 

Gesamtwertung

1. 18 Henry Wehder Germany 306:31:39
2. 01 Robert Wimmer Germany 311:11:15
3. 27 Trond Sjavik Norway 320:04:42

50. Etappe: Escucha nach Teruel am Sonntag, 07.10. Tagesstrecke: 69,6 km – Gesamtstrecke: 3.357,1 km


Das Abendessen hat mir gefallen. Es lief nämlich so ab: Es wurde etwas hingestellt, was lecker aussah und sicherlich die Vorspeise war. Dann kam noch mal etwas und noch einmal etwas und das sollte alles Vorspeise sein? Man wollte nicht anfangen, bevor keine Teller auf dem Tisch stehen! Ich fragte den Wird, ob wir anfangen können. Fassungslos schaut er mich an und sagt: „Sie klaro, tu tengo problemas“? Nun ja, die Teller! Teller, wenn du willst! Es stellte sich dann später heraus, dass man uns ein typisches Abendessen bereitet hat. Die Platten werden auf den Tisch gestellt und jeder langt zu. Das soll man aber erst einmal wissen! Das hat allen gefallen, denn es war einmal etwas GANZ ANDERES! An Bier und Wein fehlte es auch nicht.

Nun war ich mal auf den Preis gespannt, denn wie gestern schon erwähnt, konnten wir uns den 1,2 km langen Fußmarsch ersparen und aßen nun hier, im Schwimmbadrestaurant. Was hören da meine empfindlichen Ohren, die normal nicht alles hören wollen? Das Futter wurde vom Bürgermeister gesponsert!!! Den Küchenfrauen hinterlegte ich zur Freude ein kleines Scheinchen. Die sollten sich mit mir freuen. Es war das erste Mal, dass uns bei dieser Tour etwas gesponsert wurde. „Muchas Gracias Señor Alkalde“!



Der Wirt war so nett und ließ uns die Tische und Stühle für das Frühstück stehen. Sogar das Licht schaltete er rechtzeitig an. Zum Frühstück sind es mal gerade 13 Grad und daher nahmen nur vier Leute dieses Angebot, im Freien zu Frühstücken, wahr. Beim Start empfinde ich die 13 Grad als sehr angenehm und sage es Dummerweise meiner Inge. Die friert aber immer. Ich habe weiterhin mit meiner Erkältung zu kämpfen und bin ständig am Keuchen. Sie verpasst mir daher eine Jacke. Nun denn, bevor ich mich streite ziehe ich das blöde Ding an. Ich kann es ja gleich wieder ausziehen! Die Streckenführung ist heute sehr einfach, denn es geht, gleich nach Escucha, immer auf der N420. So ein schöner Morgen und ich muss mich kurz ärgern. Da läuft so ein Schnarcher, mit dem ich vor wenigen Tagen eine fürchterliche Auseinandersetzung hatte, auf der rechten Straßenseite. Mein Hupen war nicht sehr beeindruckend. Erst das Dauerhupen brachte den lieben Läufer dazu, dass er sein Hinterteil zur linken Straßenseite bewegt. Ich will nicht unken, aber ich bekomme heute noch eine Erklärung. Was aber, will man da erklären?



Ich werde immer wieder gefragt, weshalb ich keine oder kaum Sponsoren habe. Sponsoren im eigentlichen Sinne habe ich auch nicht. Ich bekomme hier etwas und da mal etwas. Aber keinerlei finanzielle Zuwendungen. Ich muss also mit dem Budget arbeiten, was ich durch die Startgelder erhalten habe. Ich hatte in der Vergangenheit mehrere Personen, die das Sponsoring in die Hände nehmen wollten. Mein letzten TE-FR 2009 kam mir das teuer zu stehen. Nun denn: Ein potentieller Sponsor fragt „Was bietest du“? Ich biete ihm einen Logoeintrag auf der Startseite, die immerhin von über 10.000 Besuchern täglich geöffnet wird. Ich nehme sein Logo auf den Startnummern auf dem Start- und Zielbanner usw. Nun werde ich gefragt, wie es mit den Medien aussieht. Die kommen kurz vor 12! Ich kann hierüber nur selten Auskunft geben. Selbst wenn ein Fernsehsender im langen Vorfeld seine Zusage gibt, so ist es nicht sicher. Es tritt ein Ereignis ein, was für das Fernsehen und die Einschaltquoten mehr bringt und schon bin ich wieder raus. Man kann noch etwas über den TE-FR 2012 über www.bajoaragondigital.co erfahren?



Zwischen dem 4. Und 5. VP haben wir nach 41,1 Tageskilometern 3.333 km seit dem Start hinter uns! Wie schrieb ich gestern so schön? Da komm ich in einen Ort, wie gestern und erwarte Probleme, die dann gar nicht auftauchen. Man freut sich dann, dass die Sorge um sonst war. Heute aber komme ich nach Teruel, wo ich glaubte, dass alles geklärt ist. Also absolute KEINE Probleme zu erwarten und …? Denkste! Aber der Reihe nach: Ich umkreise die Halle und ein Mann mit gleicher Frisur wie ich, aber etwas rundlicher, fragt, ob ich zu den Läufern gehöre? Bingo, ich werde also erwartet. Er zeigt mir alles, gibt mir ein Schlüsselbund und nervt noch mit ellenlangen Erklärungen die ich ohnehin nicht verstehe. Dennoch: nach 15 Minuten ist alles geklärt! Nun muss ich NUR noch ins Restaurant gehen und sagen: „Hallo, wir sind da“! Mache ich auch, aber eine Antwort, wie ich sie mir wünsche, kommt nicht zurück! Ja, was ist denn nun los? Er fuchtelt mit den Händen und faselt etwas von vier Monaten und telefonieren … Um seinen Redeschwall zu unterbrechen, frage ich nur: Possible o no possible“? Nun lässt er mich einfach stehen und macht seine Arbeit. Tut mir leid, aber ich kann mir keinen Vers daraus machen und werde wohl nie erfahren, was schiefgelaufen ist!



Es nützt alles nichts, wir müssen etwas zum Futtern haben. Wenn die Läufer sich mal um einige km verlaufen, dann schimpft kein Mensch. Lasse zum Frühstück aber mal den Kaffee ausfallen oder wie jetzt, es gibt kein Abendessen! Wir fragen in einem Café, ob er einen brandheißen Tipp für uns hat. Hat er, aber nicht heiß genug. Einige Meter weiter vom Restaurant ist wohl ein chinesisches Lokal, aber ist noch geschlossen. Es muss doch in der Nähe ein Restaurant geben, was 55 Leute versorgt? Auf dem Rückweg ist das chinesische Lokal geöffnet. Na also, wer sagt es denn? Gerettet!



Es wird wieder sehr warm heute und die 25 Grad werden ohne Probleme erreicht. Wir befinden uns immer noch auf etwa 900 ü.d.M. Die Halle ist eine Squash-Halle. Ich war noch nie in so einem Ding drin und stelle jetzt fest, dass wir in Spanien jetzt mindestens in drei solchen Hallen waren. Allerdings wurden mir die Hallen bisher etwas anders beschrieben. Sieht eine spanische Squash-Halle anders aus? Keine Ahnung!



Inge und ich machen noch einen kleinen Stadtbummel und lassen es uns in einem Straßen Café gutgehen. Ein Anruf stört die Idylle. Marianne ruft an, dass ich sofort zur Halle kommen soll, weil die Polizei vor Ort ist. Ich kann mir schon denken weshalb und ich sollte rechtbehalten. Thomas „Pommes Bude“ steht mitten auf dem Bürgersteig und hat sein Zelt aufgeschlagen. Der Ärger war vorprogrammiert, aber ich lasse solche Dinge inzwischen auf mich zukommen. Es kann nicht sein, dass ich ständig der Platzwart bin. Thema anrufen ist bei diesem TE-FR leider ein kleines Ärgernis. Wir leben doch in einer Zeit, wo selbst 10 Jährige und Jünger schon ein Handy haben. Beim TE-FR versagen angeblich die Karten oder die Handys sind geschrottet. Es ist für mich ärgerlich, denn wenn etwas ist, wie erreiche ich die Leute? Es fängt doch schon damit an, wenn ein Teilnehmer aussteigt, dann wartet ein VP auf einen Läufer, der gar nicht mehr auf der Strecke ist! Der letzte VP ruft täglich an und meldet, dass der erste Läufer auf dem Weg ins Ziel ist. Es ist für mich eine Selbstverständlichkeit, dass ich ihm einen Schein gebe. Für den restlichen Betrag kann er noch lange telefonieren!



Ingo zur 51. Etappe

Teruel nach Canete / 08.10.2012
77.3 km / 3434.4 km gesamt
48 mi / 2134 mi gesamt
29 Teilnehmer am Start / 29 Teilnehmer gewertet

Tageswertung

1. 18 Henry Wehder Germany 7:03:57
2. 01 Robert Wimmer Germany 7:19:45
3. 07 Jean-Claude Le Gargasson France 7:33:38
 

Gesamtwertung

1. 18 Henry Wehder Germany 313:35:36
2. 01 Robert Wimmer Germany 318:31:00
3. 27 Trond Sjavik Norway 328:00:27

51. Etappe: Teruel nach Canete am Montag, 08.10.02 Tagesstrecke: 77,3 km – Gesamtstrecke: 3.434,4 km


In meinen Berichten ist immer wieder das Essen ein Thema. Man kann beinahe sagen, die Nummer 1? Darauf werde ich sogar von meiner Gattin aufmerksam gemacht. Was heißen soll: „Ingo, es ist eine Laufveranstaltung“! Ja richtig, aber das Thema ESSEN ist nun einmal das wichtigste auf so einer Veranstaltung. Stimmt das Essen, besonders die Menge nicht, dann kann man die ganze Veranstaltung vergessen. Das Thema ESSEN ist bald wichtiger als die Laufstrecke! In einem meiner Tagesberichte erwähnte ich auch einmal meiner Zeit als Seemann. Auch hier: stimmte das Essen nicht, so hatte der Kapitän eine schlechte Mannschaft!

Das Abendessen war gestern beim Chinesen ok. Das Personal war vielleicht etwas überfordert? Dennoch, was soll’s. Wenn da auf einmal 55 Leute die Tische belagern, dann dauert es eben etwas länger. Nach 1 ½ war aber alles rum.

Heute ein anderes Thema. Nämlich Toilettenpapier! Die letzten zwei Tage war auf den WC kaum Papier. Ich kann mir schlecht vorstellen, dass die Leute dann mit heruntergezogener Hose herumlaufen, um das Papier zu suchen. Wenn ich auf Toilette gehe, dann schaue ich danach oder habe ein Tempo oder ähnliches bei mir. Nun gut, es ist auf jeden Fall unangenehm, wenn es an solchen Kleinigkeiten mangelt. Tut es im Grunde aber nicht, denn Helmut schaut, dass auf jedem WC eine Rolle liegt. Auf dem WC gibt es noch ein weiteres Thema. Das Thema Handtücher, die nicht immer vorhanden sind. Trocknen sich drei oder vier Leute die Hände mit Klopapier ab, dann kann man gar nicht so viele Rollen hinstellen, wie benötigt werden. Nun denn: Schließen wir das Thema WC ab. Es ist ohnehin nicht das angenehmste Thema! Aber darüber kann ruhig mal angesprochen werden?



Nach wie vor versuche ich KEINE Schönfärberei zu betreiben. Über was könnte ich jetzt aber meckern? Ich habe im Moment kein Thema, worüber es sich negativ zu schreiben lohnt. Das Thema Disziplin haben wir immer wieder und ist gut! WC haben wir heute! Auf der rechten Straßenseite zu laufen ist ein Unding. Aber ich habe hier Leute, die eigentlich alle einen Führerschein haben. Noch einmal: Der Lagerkoller macht sich nach wie vor nicht breit! Ich möchte diesen Umstand nicht unbedingt auf meine Fahne schreiben und weiß der Henker warum dieser Umstand so ist – seien wir einfach froh darüber! Der Einzige der vielleicht nicht immer zur guten Stimmung beiträgt, bin vielleicht ich selbst? Man sagt mir immer wieder, dass ich mit den Gedanken nicht immer vor Ort bin. Was soll das viele Grübeln, der Selbstzweifel? Es läuft doch alles und man ist insgesamt zufrieden. Etwas mehr Lächeln wird mir also ganz gut stehen –ich arbeite jetzt daran!



Heute lasse ich, aufgrund der längeren Strecke über 77,3 km, um 06:30 Uhr, 07:00 Uhr und 07:30 Uhr starten. Das wird auch morgen der Fall sein, wenn wir 76,0 km Laufen. Wahrscheinlich wiederholt sich diese Startzeit noch mal zur 60 Etappe über 71,3 km? Seit Tagen beobachte ich schon die Landschaft. Sie ist zerklüftet und nicht unbedingt für Ackerbau und Viehzucht geeignet. Oftmals knallroter Boden, dann wieder sehr steinig und Felsig. Dennoch fasziniert die Landschaft. Teilweise könnte man hier auch Wildwestfilme drehen? Immer wieder sieht man großflächig kleine Büsche, die zum Teil sehr stachelig sind. Aber auch Oliven, Pinien oder pinienartige Bäume säumen die Landschaft. Man sieht viele zerfallene Häuser, die aber auch zu ihrer „Blütezeit“ von nicht allzu großem Wohlstand zeugen? Es ist morgens mit 11 bis 14 Grad noch etwas frisch. Jetzt, um 12:00 Uhr wird es schon wieder sehr warm und ich werde versuchen, dass ich die Schreiberei schnell abschließe, denn im Wohnmobil staut sich schon wieder die Wärme. Trotz der anhaltenden Wärme spürt man auch hier, dass der Herbst Einzug hält. Die Bäume bekommen allmählich eine herbstliche Farbe.



Beim Durchfahren der Dörfer und Städte sticht die Elektrik der Häuser förmlich in die Augen. Die Elektrik hat hier vermutlich erste sehr spät Einzug gehalten. Die Vermutung deshalb, weil dicke Stromkabel außerhalb an den Hausmauern angebracht sind. Zum Teil sieht die Elektrik sehr Besorgniserregend aus. Wahrscheinlich denke ich zu viel Deutsch? Wir haben auch heute wieder eine sehr große Halle. Sie ist etwas zugig, weil man an einigen Stellen nach draußen schauen kann, aber wir haben ja schönes Wetter. Im Mai konnte man die Hallentür noch mit einem Vierkant öffnen. Nun ist ein Sicherheitsschloss montiert. Canete ist ein kleiner Ort mit knapp 1.000 Einwohnern. Nur wenige Meter unserer Unterkunft, befindet sich eine dicke gut erhaltene Stadtmauer. Bei herrlichem Sonnenschein und blauem Himmel sitzen wir nahezu alle im Freien und genießen unseren verlängerten Sommer.



Wir beginnen jetzt den letzten Tag des Rennens zu errechnen. Der Eine sagt: „Es sind noch 13 Tage“. Der Andere rechnet in noch zu laufenden Kilometern, nämlich noch 742,8 km. Ein Anderer wieder sagt, dass der Lauf nächste Woche vorbei ist. So sehnt jeder für sich das Ende herbei. 64 Tage auf Tour, dass sollte reichen? Es dauert also nicht mehr lange, dann sind wir wieder bei unseren Familien!



Ingo zur 52. Etappe

Canate nach Motilla Del Palancar / 09.10.2012
76 km / 3510.4 km gesamt
47.2 mi / 2181.3 mi gesamt
29 Teilnehmer am Start / 29 Teilnehmer gewertet

Tageswertung

1. 18 Henry Wehder Germany 6:59:20
2. 01 Robert Wimmer Germany 7:08:00
3. 07 Jean-Claude Le Gargasson France 7:20:02
 

Gesamtwertung

1. 18 Henry Wehder Germany 320:34:56
2. 01 Robert Wimmer Germany 325:39:00
3. 27 Trond Sjavik Norway 336:11:42

52. Etappe: Canete nach Motilla Del Palancar Tag: 76,0 km – Gesamt: 3.510,4 km


Das Essen bei Paco im „Restaurante La Muralla“ war spitze. Wie schon einige Male erwähnt, können wir uns über Verpflegung absolut nicht beklagen. Sollte es jemand doch tun, so frage ich mich, was er zuhause bekommt? Das Thema „Toilettenpapier“ können wir auch ablegen. Jemand muss den Spaniern, aufgrund meines gestrigen Berichtes, etwas gesteckt haben. Denn kurz vor dem Schlafengehen wurden mir noch zwei Pakete, zu je sechs Rollen, Toilettenpapier gebracht. Der Bürgermeister kam noch einmal zu uns in die Halle. So etwas hatte der Ort sicherlich bisher noch nicht erlebt und dieses Erlebnis wollte er mit seiner Kamera festhalten. Auch wollte er schon mit mir den nächsten TE-FR Termin ausmachen und war über meine Ablehnung enttäuscht.

Wieder sternenklarer Himmel. Aber etwas frischer empfinde ich es heute doch oder macht es etwas wirklich aus, ob man 10 oder 13 Grad hat? Egal! Die 1. Gruppe startet heute wieder um 06:30 Uhr, die 2. Gruppe um 07:00 Uhr und die 3. Gruppe um 07:00 Uhr. Es wird täglich später hell und ich werde wohl in der verbleibenden Zeit um 07:00 und 08:00 Uhr starten lassen. Pech hat heute der Gepäckwagen, als er nämlich um 08:00 Uhr aus dem Schulhof fahren will, ist das Tor verschlossen. Nun denn, das kann man nicht ändern. Es muss gewartet werden, bis der Schulbetrieb beginnt. Heute ist es nicht so schlimm, denn es ist mit 76,0 km eine relativ lange Etappe und die Zeit ist da.



Würde uns das morgen passieren, dann wäre es mehr als blöd, denn da stehen nur 39,0 km auf dem Plan. Was dann heißen würde, dass der Läufer im Ziel ist und der Lkw gondelt noch irgendwo herum. Ich bin schon sehr frühzeitig in Motilla Del Palancar und steuere als erstes der Unterkunft „Polideportivo Municipal – Motilla Del Palancar“ zu. Hier bin ich schnell fertig. Miguel Angel weiß Bescheid und weist mich kurz in die Halle ein. Auch Inge und Helmut kommen kurz darauf. Sie fahren aber nach einem sehr kurzen Aufenthalt weiter, um im MERCADONBA einzukaufen. Der Gepäckwagen ist inzwischen da und wir können gleich ausladen. In die Halle kommen wir allerdings erst ab 13:00 Uhr hinein. Wie schon erwähnt – wir haben heute Zeit.



Meine Inge habe ich inzwischen mit meiner blöden Erkältung angesteckt. Nach einem Apothekenbesuch und Schnelleinkauf beim SCHLECKER, lassen wir es uns an einem Straßen Café bei 28 Grad gutgehen. Inge trinkt immer Café con leche und ich Café solo. Wenn Hans Drechsler (Schneggi) diesen Satz liest, dann hat er bestimmt wieder etwas zu berichtigen?

Schneggi ist ein Sprachentalent. Er spricht Italienisch, Englisch, Spanisch und vermutlich auch Französisch. Ach ja Schneggi. Ich wollte eigentlich nicht vorgreifen oder gar petzen, aber Schneggi will den TE-FR 2012 zwei Tage vor Zieleinlauf in Gibraltar besuchen. Nein, laufen will er nicht. Das macht er dann am nächsten Tag beim 100-Meilen-Lauf „Ultima Frontera“ in Andalusien.



Die Halle ist sehr groß und neu. Es ist eigentlich sogar die „Creme de la Creme“! Persönlich meine ich nur, dass es schade ist, dass solche schönen Einrichtungen erstellt, aber dann schlecht gepflegt werden. Würde man mir das entsprechende Putzzeug geben, so könnte ich innerhalb einer Woche einiges bewerkstelligen. In der Nähe gibt es viele Geschäfte und man kann hier wunderbar in der Gegend flanieren. Kurz gesagt: Man kann es aushalten! Jetzt muss ich nur noch ergründen, weshalb die Damenduschen immer noch kalt sind? „Schaun wa ma“!



Ingo zur 54. Etappe

Tarazona de la Mancha nach Lezuza / 11.10.2012
57.4 km / 3606.8 km gesamt
35.7 mi / 2241.2 mi gesamt
29 Teilnehmer am Start / 29 Teilnehmer gewertet

Tageswertung

1. 18 Henry Wehder Germany 4:56:49
2. 07 Jean-Claude Le Gargasson France 5:01:42
3. 01 Robert Wimmer Germany 5:27:43
 

Gesamtwertung

1. 18 Henry Wehder Germany 328:29:42
2. 01 Robert Wimmer Germany 334:06:42
3. 27 Trond Sjavik Norway 345:04:21

54. Etappe: Tarazona de la Mancha nach Lezuza am Donnerstag, 11.10.02 Tagesstrecke: 57,4 km – Gesamt


Das gestrige Abendessen war wohl sehr schmackhaft und das Ambiente stimmte auch, aber ich befürchte, dass nicht alle unbedingt satt geworden sind? Mir hat es gereicht und habe nicht einmal alles aufgegessen. Aber einige Läufer? Ich weiß nicht! Andererseits ist mir auch nichts zu Ohren gekommen. Außer das ein Betreuer leichte Bedenken hatte. Wenn es wirklich so gewesen wäre, so meine ich, hätte man sich bei mir gemeldet und ich hätte für einen Nachschglag gesorgt. Der Wirt war sehr zuvorkommend. Ich denke mal – alles Paletti!?

Über was soll ich noch schreiben? Mir geht allmählich der Stoff aus. In der Mannschaft tut sich nichts und wenn einer morgens mal humpelt, dass lass den Kameraden humpeln. Ich kann nur schreiben, was an mich herangetragen wird oder was ich selbst sehe. Wenn ich später mein Buch schreibe, dann werde ich allerdings auch Passagen von Robert Wimmer mit hineinnehmen. Das erscheint mir das geeigneteste Zusatzmaterial zu sein. Es gibt natürlich auch Zeitungsartikel, wo ich recherchieren kann. Das ist aber alles noch in weiter ferne! Man sprach mich an, ob ich morgens oder zu anderen Zeiten nicht mal eine Besprechung, in Neudeutsch: Meeting, machen möchte?

Nun, was soll ich sagen, was die Leute wirklich interessiert? Wichtig bist doch: Der Läufer will wissen, wann und wo gibt es Abendessen, muss ich mein eigenes Geschirr mitbringen. Gleiche Frage für das Frühstück. In welcher Gruppe starte ich? Ist ein Wechsel möglich? Die Zeitnahme: wo stehe? Viel mehr will er gar nicht wissen. Diese Informationen bringe ich täglich zum Aushang auf einer Tafel, die mitten in der Halle steht. Hier bekommt er alle seine Informationen! Was soll ich den Leuten beim Abendessen oder Frühstück erzählen? "Ja Ingo, erzähle doch etwas über die bevorstehende Strecke. Wo geht es bergauf, wo bergab, ist die Straße kurvenreich usw. Danach hat noch NIEMAND gefragt. Würde er fragen, so müsste ich mich täglich mit Joachim zusammensetzen und unsere Erkundungen recherchieren, damit zwei oder drei Leute ihre Information haben? Ich stehe auf dem Standpunkt: Gebe dem Läufer die Information die er braucht. Gebe sie ihm aber auf bequeme Weise! Muss ich die Leute womöglich von ihren Lagern holen, um zu berichten, dass wir heute zum Restaurand 500 Meter laufen müssen? Dann eine genaue Streckenbeschreibung. Nämlich: An der nächsten Kreuzung rechts, über die Ampel gerade aus, nächste Querstraße ..... Nein, was soll der Kram! Der Name des Restaurants ist bekannt und ich male vorher Kreisepfeile auf die Straße mit dem Zusatz EAT.

Asai Yasuhiro ist heute 66 Jahre geworden. Er bekommt natürlich ein kleines Ständchen! Ab heute, so bereits erwähnt, startet die 1.Gruppe um 7:00 und die 2. Gruppe um 8:00 Uhr. Ein Polizeiauto der "Guardia Civil” wartet auf den 1. Start, um die Läufer ein Stück des Weges abzusichern. Am 2. VP stehen noch einmal zwei Polizeiautos und patrollieren anschliessend entlang der Laufstrecke. Der Bürgermeister fragte gestern nach Absicherungen durch die Polizei. Ich erklärte ihm den Ablauf und finde es furchtbar nett, dass wir in dieser Form Unterstützung bekommen! Man beobachte einmal morgens die Schlafplätze der Läufer. Einige Europäer habe Luftmatratzen, dass sie bald unter der Decke liegen und die Japaner haben Schlafunterlagen, die kaum dicker sind als meine Wolldecke. Überhaupt, die Japaner haben andere Gelenke als wir. Wenn ich sehe, was die morgens bei ihre Gymnastik für Verrenkungen machen, dann bekomme ich schon von Zusehen einen Muskefaserriss!

Heute müssen meine lieben Läufer achtgeben. Von wegen: "Ich kann nicht immer links laufen”! Das zählt heute nicht. Denn mache das mal einem Polizisten klar! Ich habe es heute morgen leider wieder vergessen, die Läufer EINDRINGLICH auf das LINKSLAUFEN hinzuweisen. Es ist eigentlich ein unnötiger Hinweis, aber es ist leider so!

Die Halle ist heute wieder super. Schön groß, genügend Duschen, genügend Toiletten und, ach ja, viiieeelll Klopapier. Es ist das dünne Papier auf den riesigen Rollen. Mal sehen, wie es verbraucht wird. Normal könnte eine ganze Kompanie damit auf Toilette gehen. Bei uns ist das anders. Man braucht es zum Händeabtrocknen, zum Geschirr abtrocknen, zum Fußbodenaufwischen, als Taschentuch und weiß der Henker!

Die Bürgermeisterin ist um 9:15 Uhr persönlich vor Ort. Die Kommunikation ist nicht ganz einfach. Außer mir ist noch Luise und Helmut vor Ort, die ebenfalls ein paar Brocken Spanisch sprechen. Wer es von uns Dreien nun am Besten kann, sei dahingestellt und auch nicht wichtig. Besser als wir kann es mit Sicherheit Klaus, aber der hat oftmals den letzten VP und ist daher nicht vor Ort. Bei unserer Ankunft ist das Tor zum Schulgelände noch verschlossen und ich rufe im Rathaus an. Ich musste mir wieder fürcherlich einen Abquälen, aber irgendwie ging es. Gegessen wird heute im Restaurant "El Hostal Morote Cano”. Das Wetter ist heute nicht ganz so, wie gestern. Am Morgen etwas kühl und bedeckt. Erst ab 14:00 Uhr Sonnenschein, aber windig. Wobei 25 Grad ja auch noch OK ist!? Die Fahrzeuge dürfen erst ab 14:00 Uhr auf das Schulgelände. Ich wundere mich aber, dass bereits um 13:00 Uhr die ersten drei Fahrzeuge auf dem Gelände stehen. Das finde ich gegenüber den Gastgebern nicht gut und schlucke meinen Ärger runter. Man erleichetrt mir eine gute Kommunikation mit dem Gastort nicht unbedingt. Wenn die mal verärgert sind, dann darf man auch keine Wünsche mehr äußern. Vor diesem Problem stehe ich dann allein da!

Ingo zur 55. Etappe

Lezuza nach Villapalacios / 12.10.2012
55.1 km / 3661.9 km gesamt
34.2 mi / 2275.4 mi gesamt
29 Teilnehmer am Start / 29 Teilnehmer gewertet

Tageswertung

1. 18 Henry Wehder Germany 4:42:15
2. 01 Robert Wimmer Germany 4:56:49
3. 07 Jean-Claude Le Gargasson France 5:04:51
 

Gesamtwertung

1. 18 Henry Wehder Germany 333:11:57
2. 01 Robert Wimmer Germany 339:03:31
3. 27 Trond Sjavik Norway 350:22:42

55. Etappe: Lezuza nach Villapalacios Tag: 55,1 km – Gesamt: 3.661,9 km


Durch Lezusa führt der Weg „Ruta de Don Quijote“ durch. Señor Don Quichote, oder Richtigerweise, Quijote ist hier überall gegenwärtig. Muss schon ein toller Kerl gewesen sein, der sich dem Kampf gegen Windmühlen stellte. Der Weg des Don Quijote führt offenbar auch durch Villapalacios. Man sieht überall Hinweise.

Heute haben wir die Unterkunft, wie bereits vor Monaten angekündigt, in einer Lagerhalle. Schon seit Tagen bekomme ich Anfragen, ob ich nicht Zimmer im naheliegenden Hotel reservieren kann. Ich habe das abgelehnt, denn ich meine, dass auch vor Ort ein Zimmer genommen werden kann. Bei meiner Ankunft im Etappenziel bin ich sehr überrascht. Man kann sich kaum vorstellen, dass es eigentlich eine Lagerhalle oder ähnliches ist. Sie ist pikobello sauber und aufgeräumt. Sie hat zwei Toiletten und zwei Duschen, die allerdings kalt sind. Nun ja! Die Zimmer im „Hostal Rodenas“ dürften inzwischen ausgebucht sein. Somit müssten insgesamt etwa 20 oder knapp 20 Personen in der „Garage“ schlafen? Das ist eben „Ingo-Tours“. Wer aber jetzt meckert, der hat selbst Schuld. Die Unterkunft ist seit Monaten bekannt!





Ich habe heute mal etwas Zeit und möchte mal bei einem Thema, welches mit dem derzeitigen Lauf eigentlich nichts zu tun hat, etwas ausholen:

Gibt es die Laufsucht? Ich persönlich zähle mich nicht dazu und lehne dieses Wort auch ab. Es ist für mich ein Lustgefühl, eine schöne Gewohnheit! Vielleicht könnte das Wort „Laufsüchtiger“ durch, Genussläufer“ ersetzt werden? Das Laufen macht mir Spaß und gehört zu meinem Lebensstil, genauso wie andere Dinge, auf die ich nicht, oder nur ungern, verzichten möchte. Vor Monaten las ich mal über den Ausdruck „Laufsucht“ und die gibt es wirklich: Nämlich die Laufsucht. Diese „Sucht“ tritt allerdings nur bei 1 % aller Läufern/innen auf. Alle anderen, die sich als laufsüchtig bezeichnen, wollen ihren Sport wahrscheinlich nur aufwerten, was sie allerdings nicht nötig haben sollten.



Bleiben wir aber mal bei dem 1 % der Süchtigen. Ich versuche mal den Tagesablauf eines Laufsüchtigen zu schildern:

++ Er steht zeitig auf, um die noch nicht erwachte Natur mit seiner Lauferei zu beglücken.

++ Frühstück: Natürlich Müsli, Karottensaft und sonst noch etwas, was nicht dick macht und Kraft für den bevorstehenden Tag liefert. Bevor er aus dem Haus geht, das hätte er beinahe vergessen: Schnell noch eine Magnesiumtablette hinein geschaufelt. Sollte er noch eine Eisentablette zu sich nehmen? Egal, kann nicht schaden! Vielleicht noch eine von den leckeren Vitaminpillen?

++ Während der Arbeit erzählt er seinen Kollegen von seinen gelaufenen Kilometern und Zeiten und stänkert herum, weil die Anderen lieber Schweinshaxe essen, statt Müsli. Ja, haben die denn keine Kultur? Feierabend! Puh, die Kollegen können wieder durchatmen!

++ Jede rote Ampel betrügt ihn um einige hundert Meter, die er heute noch laufen will. Er könnte schon längst zu Hause sein! Er hätte ja auch laufen können!

++ Endlich daheim angekommen. Die Frau will wissen, wie der Tag war. Ist doch egal, wie immer, aber heute werde ich meine Trainingskilometer wieder hochschrauben! Die Frau verdreht die Augen und denkt: „Hau doch ab!“ Nun kommen noch die Kinder und stellen Fragen. Das ist zu viel für unseren Süchtigen. Geht zur Mami!

++ Leider bekommt er beim Laufen von der Natur nichts mit, denn er schaut nur noch auf die Stoppuhr. Überhaupt vergisst er alles um sich herum. In der Regel geht es diesen Menschen nicht mal um Zeiten, sondern einzig und allein über die abgerissenen Kilometer!

++ Daheim schaut er noch die „Tagesschau“ und es geht in die Falle. Schließlich braucht er viel Schlaf. Die Frau schaut sich das weitere Fernsehprogramm an.



Ein Freizeitjogger wird von der Sucht wohl kaum befallen werden. Der hat andere Beweggründe und will etwas für seine Gesundheit tun und ihm reicht es, wenn er an einem Stück 60 Minuten schafft. Hier sei jedem gesagt: Es ist eine sehr gute Leistung, die hohe Anerkennung verdient. Diese Leute sollen sich nicht mit einem Marathonläufer oder einem Ultraläufer vergleichen. Sie sollen lieber mal zum Nachbarn, zur Verwandtschaft, Arbeitskollegen usw. schauen. Laufen die auch? Machen sie sonst einen Sport? Nein, die müssen ja alle sooo viel arbeiten und können nicht, auch noch durch die Gegend rennen. Mit anderen Worten also: Ich bin ein fauler Hund oder bin an meinem Arbeitsplatz nicht ausgelastet? Na, schön! Leute, lasst euch auf nichts ein. Die Abrechnung kommt. Früher oder später, wenn sie euch in den Ohren liegen: „Die Ärzte taugen alle nichts!“ Arzt? Den brauche ich nur, wenn ich die Grippe habe oder wenn ich von meinen eigenen Füßen überholt werde und mich mit dem Gesicht im Ackerboden wiederfinde und sich dann ein Knochen als defekt meldet. Das kann ja mal vorkommen! Das habe ich dann auch spätestens zwei Wochen später vergessen. Aber die zahlreichen Zimperlein meiner Kollegen?



Weiter zum Thema „Sucht“ bei Läufern! Es gibt hier natürlich Parallelen. Nehmen wir die ständige Steigerung unseres Trainingsaufwandes als Ultra. STOPP, ist das Vergleichbar? Wenn ich zum Beispiel für den „Transeuropalauf“ trainiert habe oder mich auf den Deutschlandlauf, Spartathlon oder sonstige Extremläufe vorbereite, dann muss ich mein entsprechend Trainingspensum erhöhen. Von nichts, kommt nichts! Wichtig ist hier die Absprache mit der Familie. Habe ich eine ständig nörgelnde Frau, dann muss ich mich mit ihr arrangieren. Würde ich heute meine Laufschuhe an den Nagel hängen, dann würde meine Familie mit Sicherheit stutzig werden. „Alter, geht dir die Puste aus?“



Nun wissen wir, dass die Anonymisierung unserer Gesellschaft jemand in die Sucht treiben kann. Also, ein einsamer Läufer? Allein? Sind es nicht gerade die Läufer, die Gleichgesinnte suchen und sie reichlich in jeder Region, in jedem Land und Erdteil finden? Hier ist natürlich ein Wiederspruch zu finden: Einmal der „einsame Läufer“ und zum Anderen, den Läufer, der „Gleichgesinnte sucht!“



Ich brauche einfach die Einsamkeit des Langstreckenläufers und lasse hierbei meine Seele baumeln. Ich genieße die Sonne, den Wind, den Sturm und sogar das Schneetreiben. Dann komme ich in mein gemütliches Heim. Mache mich frisch und lasse mich, sofern ich nichts anderes zu tun habe, in meinen Sessel fallen und genieße mit der Familie den restlichen Tag. Ich bin dann aber nicht ausgepowert, sondern immer noch in der Lage, auf die Wünsche der Familie einzugehen! Der Süchtige würde diese Zeit nutzen, um wieder auf die Piste zu gehen!?



Ingo zur 56. Etappe

Villapalacios nach Villanueva Del Arzobispo / 13.10.2012
64 km / 3725.9 km gesamt
39.8 mi / 2315.2 mi gesamt
29 Teilnehmer am Start / 29 Teilnehmer gewertet

Tageswertung

1. 18 Henry Wehder Germany 5:40:39
2. 01 Robert Wimmer Germany 5:51:49
3. 27 Trond Sjavik Norway 6:04:02
 

Gesamtwertung

1. 18 Henry Wehder Germany 338:52:36
2. 01 Robert Wimmer Germany 344:55:20
3. 27 Trond Sjavik Norway 356:26:44

56. Etappe: Villapalacios nach Villanueva Del Arzobispo Tag: 65,6 km – Gesamt: 3.728,8 km


Die Nacht in der Garage haben alle überlebt und können später von ihrem Abenteuer mit “Ingo-Tours” erzählen. Läufer und Betreuer die im Hostal übernachteten, hatten es etwas komfortabler. Mist war gestern, dass es ab 13:00 Uhr stundenlang geregnet hat. Ich hatte es am Morgen wohl schon befürchtet, aber gehofft, dass es trocken bleibt. Nun denn, über das Wetter konnten wir bisher nicht meckern. Nicht glücklich waren wohl die Läufer, die noch auf der Strecke waren. Auch mit dem Draußensitzen war es gestern nichts – schade. Wäre so gemütlich gewesen! Noch einmal zur “gefürchteten Übernachtung” in der Garage. Da knapp zwanzig Leutchen die Nacht im Hostal bevorzugten, war in der Garage genügend Platz, dass noch einmal fünf hätten drin schlafen können. Wenn ich noch an die letzten beiden TE-FR denke, wo der Platz OFTMALS sehr eingeschränkt war, so hätten wir auch auch noch Zehn hineingebracht. Auch mit dem Platz sind wir inzwischen verwöhnt!

Das Abendessen haben wir im “Hostal-Rodenas” eingenommen. Es war allerdings nicht, wie ich es mir vorstellte. Wir sickerten gegen 18:00 Uhr im Restaurant ein. Kuze Zeit später fragte ich, ob man loslegen kann. “Klar, ab 20:00 Uhr”.Mir flog der Draht aus der Mütze! Dann wurde ich stinkig. Man versicherte mir, dass in 20 bis 30 Minuten alles auf dem Tisch steht. Ich fresse einen Besen, samt der Hausfrau, wenn da nicht improvisiert wurde! Schnell eine Maggi-Suppe heißgemacht. Paar Kalamares in die Friteuse und ein paar Pommes und fertig ist das Menü! Ich habe gar nicht erst gefragt, ob es den Leuten geschmeckt hat und ob sie satt wurden! Die Antwort wäre wahrscheinlich vernichtend gewesen. Da mich das Abendessen ärgerte, musste ich nicht noch mehr Ärger haben.



Das Frühstück, nun ja – eben Spanisch. Ich bin aber froh, überhaupt ein Frühstück zu bekommen. Es wäre ein Alptraum gewesen, das Frühstück in der Garage zuzubereiten. Ich musste meine Augen neu justieren, als ich die Rechnung des Wirtes sah. Es war eine Rechnung, als hätten wir First-Class gelebt. Es war eher eine Überlebensration, wie bei einer Durchschlageübung bei der Bundeswehr!



3.725,9 km liegen hinter uns. Die restlichen 516 km werden jetzt auf einer Arschbacke runtergerattert. Jetzt, so zum Schluß, darf ich wieder ARSCH schreiben? Gerade stelle ich fest, dass meine Streckenlängenangaben nicht mehr ganz stimmen. In meinem Buch wird das alles berichtigt! Man merkt, dass es auf den Endspurt zugeht. Die Mannschaft wird ruhiger. Die Luft ist wohl raus. Ich stelle es auch bei mir fest. Ich mache meinen Job und zähle die verbleibenden Tage immer wieder, als ob sich da etwas ändern wird?



Man fragt sich vielleicht schon jetzt, wie der Zieleinlauf sein wird? Die Emotionen werden unterschiedlich sein. Der Eine läuft gröhlend ins Ziel. Der Andere schlapp über die Ziellinie und kann das, was hinter ihm liegt noch gar nicht realisieren. Jubelt er gleich oder erst später oder gar viel später? Es wird an diesem Tag auch das Wetter eine Rolle spielen. Da bist du bald 4.200 km gelaufen und rennst bei Mistwetter ins Ziel. Irgendwie fehlt da der Pepp? Ich würde es uns allen gönnen, wenn wir bei strahlendem Sonnenschein einlaufen! Es ist doch eine ganz andere Atmosphäre!



Ach ja Wetter. Gestern gepieselt und man war froh, dass man trocken zum Essen kam. Heute morgen bewölkt und nicht sehr einladend. Hat uns das schöne Sommerwetter verlassen? Die Hoffnung stirbt zuletzt. Es ist 14:30 Uhr und das Herz lacht. Die Wolken verschwinden, die Sonne wärmt und einige sitzen schon wieder im freien Oberkörper und die Sonnenbrille ist aufgesetzt. Der Ambros, was ist das denn für ein Typ? Am frühen Vormittag hat er schon wieder eine Fahne. Witz von gestern, er trägt seine österreichiche Fahne nach Gibraltar. Witz kam nicht an – nä?



Man möchte es manchmal nicht glauben. Da predigt man immer wieder: “Auf der linken Straßenseite laufen”! Was passiert? Eine ganze Gruppe läuft mal wieder auf der rechten Straßenseite. Erst nach intensivem Hupen bemüht man sich die Straßenseite zu wechseln. Einer allerdings, wahrscheinlich etwas taub, bleibt rechts. Ich fahre ihm schon beinahe das Hinterteil ab. Nun endlich! Man glaube aber nicht, dass er sich davon überzeugt, dass er die Straße gefahrlos überqueren kann. Warum auch? Wenn Ingo hupt, dann soll er auch die Absicherung übernehmen!



Was macht man mit abgelatschten Schuhen? Die Japaner haben eine Lösung. Nicht wenige von ihnen haben ein Stück alten Autoreifen dabei. Da wird etwas passend heruntergeschnitten und auf die Hacke, oder wo auch immer, aufgeklebt. Nun denn, wenn es hält? Mich würde der Kleber interessieren. Gibt es etwas Besseres als PATEX?



Was wird der heutige Tag bringen? In Villanueva Del Arzobispo angekommen, kann ich schnell mit dem Hausmeister der Halle in Kontakt treten. Toll, risiege Halle, Duschen, Toiletten, was will man mehr. Mit dem Duschen muss aber noch gewartet werden. Das Wasser ist etwa 2 cm lang Kalt (wieder geschweinigelt). Dann schlage ich mich durch den Park in “Plaza-Hotel”. Es sind nur wenige Hundert Meter! Auch hier alles Bingo. Na also, warum soll ich es nicht auch einmal guthaben?



Villanueva Del Arzobispo ist ein Ort mit 8.600 Einwohnern und vielen Hunden. Was sage ich, denn es gibt kaum mal eine Zeit, wo nicht irgendwo ein Hund kläfft. Das geht oftmal die ganze Nacht durch und ich frage mich, wie die Spanier dabei schlafen können?



Ingo zur 57. Etappe

Villanueva Del Arzobispo nach Baeza / 14.10.2012
49.7 km / 3775.6 km gesamt
30.9 mi / 2346 mi gesamt
29 Teilnehmer am Start / 29 Teilnehmer gewertet

Tageswertung

1. 18 Henry Wehder Germany 4:04:08
2. 01 Robert Wimmer Germany 4:16:06
3. 07 Jean-Claude Le Gargasson France 4:26:48
 

Gesamtwertung

1. 18 Henry Wehder Germany 342:56:44
2. 01 Robert Wimmer Germany 349:11:26
3. 27 Trond Sjavik Norway 361:02:36

57. Etappe: Villanueva Del Arzobispo nach Baeza Tag: 49,7 km – Gesamt: 3.775,6 km


Essen im “PLAZA-Hotel”. Man möchte bei diesem Namen vor Ehrfucht versinken. Ich muss dabei an den Film “Kevin allein in New York” denken. Da hat er sich doch im PLAZA eingenistet? Wie dem auch sei, dass Essen im PLAZA hat gestimmt und ich durfte wieder in zufriedene Augen blicken. In der Halle wartete noch die Presse auf mich. Es war ein ganzes Aufgebot anwesend. In meinem etwas unbeholfenem Spanisch schlug ich mich recht gut. Ein Foto hier, ein Foto da und ich konnte mich zur Nachtruhe vorbereiten.

Nun ist es nicht mehr lange hin bis zum Endziel. Ich muss schon jetzt vorbauen. Ich denke mit grausen an den TE-FR 2009, als wir am Nordkap den Heimnweg antraten. Einem RIESIGEN Berg von Zelten, Schuhen, Schlafsäcken, Wäsche und sonstige Ausrüstungsgegenständen stand ich gegenüber. Als der Hausmeister das sah, musste er erst einmal die Batterie von seinm Herzschrittmacher aufladen. Ich hatte Glück, dass ih ein Hunderter gerade recht kam. Dennoch habe ich schnell das Weite gesucht. Er war nämlich noch nicht in den Nebenräumen! Das soll mir beim TE-FR 2012 nicht mehr passieren. Der Großteil wird im “AZUR-Hotel” übernachten. Es ist ein VIER-Sterne Hotel. Auch wenn ich da eine große Summe lassen muss, wäre es nicht richtig zu sagen: “Sohn der Sonne, ich habe dir viel gezahlt, nun bestelle mal die Müllabfuhr”! Nicht nur, dass man mir die Müllentsorgung extra berechnen wird, ich werde auch so meine Probleme haben. Ich habe daher zum Aushang gebracht, dass man bereits schon jetzt überlegt: Was benötige ich noch? Was muss ich weiterhin mitschleppen? Was kann schon jetzt in die Mülltonne? Den Text habe ich Louise in Englisch und Französisch schreiben lassen und hänge ihn jetzt täglich erneut aus. Mal sehen, ob ich damit Erfolg habe. Wenn nicht, so wäre das eine Rücksichtslosigkeit. Aber wem juckt es dann noch, wenn er bereits im Flieger sitzt?



Im Ziel der heutigen Etappe, haben die Läufer noch schlappe 400 km vor sich. Man stelle sich vor, dass sich jetzt jemand den Haxen verknackst und er kann nicht weiterlaufen? An so etwas muss man aber nicht denken! Wir denken lieber an etwas schönes. Zum Beispiel heute der herrliche Morgenaufgang. Man musste sich leider umdrehen, um ihn mit vollen Zügen zu genießen. Ich habe ihn weithend im Rückspiegel gesehen. Wie schon die letzten Tage, Olivenbäume und nochmals Olivenbäume. Wer soll die ganzen Dinger herunterpflücken. In Deutschland setzen wir für unangenehme Arbeiten Leute aus Osteuropa ein. Machen die es hier ähnlich oder machen die es wirklich selbst? Ehrlich. Wäre kein Job für mich! Der Morgen war sehr frisch, obwohl wir immerhin 12 Grad hatten. Gegen Mittag wärmt die Sonne schon wieder sehr schön.



Bis Gibraltar werden die Läufer weiterhin um 7 und 8:00 Uhr starten. Am 17.10. nach Puente-Genil vielleicht noch einmal eine Ausnahme, denn da sind 71, 3 km zu laufen. Mit den Startzeiten habe ich persönlich immer wieder zu kämpfen. Es wird zurzeit erst zwischen 7:45 und 8:00 Uhr hell. Was bringt es aber, wenn ich später starten lasse? Die stehen weiterhin morgens ab 5 Uhr oder früher auf der Matte. Lasse ich sie noch einmal um 30 Minuten später starten, dann gammeln sie unzufrieden herum. Ich sollte mich sehr täuschen, wenn es anders wäre. Auf der anderen Seite sind sie aber auch froh, wenn sie etwas vom Tag haben. Nehmen wir doch nur die heutige Etappe über 48,7 km und nehmen den Schlussläufer. Dieser hat, wenn er um 7:00 Uhr gestartet ist, bis 15:00 Uhr Zeit. Diese Zeit kann er zum Ausruhen, Wäschewaschen, kleinen Einkaufsbummel und Sonstigen nutzen. Lasse ich den um 7:30 Uhr starten, so gammelt er, wie schgon erwähnt morgens herum und sein Nachmittag ist eine halbe Stunde kürzer. Heute geht es noch. Aber nehmen wir eine weitere KURZE Etappe über 60 km. Dann hat er 10 Stunden Zeit und ist dann um 17:00 Uhr im Ziel. Hier spielt dann jede halbe Stunde eine Rolle. Vielleicht liege ich falsch?



Es ist Mittag und wir haben gut 20 Grad und die Leute tragen zum Großteil immer noch kurze Hosen. Wie überall gibt es aber auch hier Gegensätze, denn einige führen bereits ihre Winterkleidung spazieren. Man stelle sich vor: Da kommt jemand in einem Wintermantel daher und wird von Ivenhoe, mit nacktem Oberkörper, überholt. Hier treffen doch zwei Welten aufeinander. Ich würde heute allerdings nicht mit freiem Oberkörper laufe. Die Sonne ist zwar warm, aber es weht ein recht kühler Wind.



Das Abendessen ist geregelt und ich schaue, dass ich es mir gutgehen lasse. Zuerst muss noch ein kleines technisches Problem mit der Zeitnahme geregelt werden und wer mich dann noch aufhält, wird notgeschlachtet!



Ingo zur 58. Etappe

Baeza nach Jaen / 15.10.2012
50.6 km / 3826.2 km gesamt
31.4 mi / 2377.5 mi gesamt
29 Teilnehmer am Start / 29 Teilnehmer gewertet

Tageswertung

1. 18 Henry Wehder Germany 4:07:38
2. 01 Robert Wimmer Germany 4:10:41
3. 27 Trond Sjavik Norway 4:31:00
 

Gesamtwertung

1. 18 Henry Wehder Germany 347:04:22
2. 01 Robert Wimmer Germany 353:22:07
3. 27 Trond Sjavik Norway 365:33:36

58. Etappe: Baeza nach Jaen Tag: 50,6 km – Gesamt: 3.826,2 km


Vorweg: ENDE dieser Woche ist das Ziel ERREICHT. Wir sind dann ANGEKOMMEN! Nach Abschluss der heutigen Etappe liegen noch 350, nicht mehr ernst zu nehmenden, Kilometer vor uns. Am Sonntag ist es GESCHAFFT. Dann hat der 3. TE-FR sein Ende gefunden! Was kommt danach? Das Essen war gestern Abend nicht zu verachten und das Bäuchlein war gut gefüllt! Es war eine Adresse die man sich merken darf!

Auf zur 58. Etappe. Jaen macht mir bereits seit Anfang des Jahres einigen Kummer. Als ich dann im Mai vor Ort war, legten sich meine Befürchtungen. Einziges Problem war noch das Abendessen, aber da wollte man nach einer Lösung suchen. Diese blieb allerdings bis vor drei Tagen ungelöst. Erst seit gestern konnte ich wieder hoffen. Heute Morgen hatte ich dann um 9:30 Uhr einen Termin. Puh, das Abendessen ist geregelt und soll in der Cafeteria der Universität stattfinden. Nun sollte alles in Butter sein. Ich suchte dann Señor Moreno auf der auf der anderen Seite in einem Gebäude ist. Hier ist auch die Sporthalle. Riesengroß, Toiletten, Duschen, Steckdosen, alles im Überfluss!



Kurz darauf sind Thierry und Louise vor Ort. Toll, man ist begeistert. Es wird schnell noch geklärt, wo das Gepäck entladen werden kann, wo die Autos stehen oder nicht stehen dürfen und alles ist paletti. Nun, dann dürfen wir anfangen und alles für die ankommenden Läufer vorbereiten? Jetzt – man halte sich fest, denn das Überleben nur die Härtesten. Ob ich immer noch dazu gehöre, bezweifle ich inzwischen. Denn was jetzt kommt, ist nichts für schwache Nerven: „Ja, ihr könnt die Halle belegen, aber erst ab 22:00 Uhr“! Mein, bereits angekratztes Nervenkostüm, schlägt Kapriolen. Nachdem was inzwischen hinter mir liegt, kann mich das aber nicht mehr unbedingt umhauen. Ich stelle die überflüssige Frage, was mit meinen Läufern ist? Tagesablauf etwa so: Nach dem Zieleinlauf etwas spazieren gehen? Etwas auslaufen? Einkaufen gehen? Sich mit den stinkigen Klamotten in ein Bistro setzen? Die Zeit von 18 bis 19:00 Uhr kann man dann mit dem Abendessen überbrücken? Danach ein Verdauungsspaziergang? Man könnte aber irgendwo noch eine Runde Billard spielen? Vielleicht noch ein Nickerchen im Park? Dann endlich: Die Halle ist frei! Duschen, noch eine Seite im Buch lesen und dann ab in die Heia. Ach, was will der Ingo? Das Licht sollte bereits um 21:00 Uhr gelöscht sein? Ingo, wann willst du denn geweckt werden?



Man lese den obigen Absatz schmunzelnd, denn ich habe etwas aufgedreht. Aber ich stehe von 9:30 bis 12:00 Uhr vor der Uni und warte, dass man mir weiterhilft. Señor Moreno ist in seinem Büro nicht anzutreffen. Die ersten Läufer sind in Sicht. Der Lkw noch nicht ausgepackt! Was soll ich tun? Jetzt ist mir alles Scheißegal: Lkw auspacken, Steckdosen suchen und die Leute ins Gebäude schicken. Sie können erst einmal in einem breiten Flur relaxen. Ob sie nun in die Duschen dürfen, wo sie ihre Autos parken können und einiges mehr, dass juckt mich nicht. Ich wusste bisher gar nicht, dass ich so resolut sein kann. Wenn man aber in der Enge getrieben ist, dann MUSS etwas geschehen. Nun habe ich keine Probleme mehr, sondern andere Leute. Wie wird der weitere Ablauf aussehen?



Man schleicht noch um mich herum und macht mir klar, dass wir um 22:00 Uhr wiederkommen dürfen. Ich stelle immer wieder die gleiche Frage und schildere meinen phantasievollen Ablauf. Eine Dame des Sicherheitsdienstes zieht auch ihre Kreise. Um 13:15 Uhr werde ich von der Dame gefragt, ob ich französisch spreche? Nö, aber ich habe genug Franzosen vor Ort. BINGO, wir dürfen die Halle ab 14:00 Uhr nutzen! Es ist heute so herrliches Wetter und es sind kaum Wolken am Himmel. Nach den letzten nervenaufreibenden Stunden sollte man das Wetter jetzt noch einmal so schön genießen. Ich werde mit meiner Inge jetzt einen kleinen Bummel machen und ein Eis essen.



Zu früh gefreut. Ich werde wieder zurückgerufen und soll mich im Büro melden. Es geht wieder darum, dass die Halle gebracht wird und der TE-FR erst um 22:00 Uhr hinein darf. Auf meine Frage, ob ich die Leute in den Park schicken soll, bekomme ich zur Antwort: „Das ist nicht mein Problem“! Mein Problem soll es aber auch nicht sein, die Leute aus der Halle zu bringen. Das soll er mal selbst machen! Nach einiger Zeit schlägt er die einzige Möglichkeit vor, die noch im Raum steht. Ich soll für die Zeit von 14 bis 22:00 Uhr eine Hallenmiete zahlen. Ich frage nach dem Preis und er holt aus seinen Unterlagen eine fertige Rechnung hervor. Das hätte er mir auch eher zeigen sollen, dann hätte man sich einige Aufregung erspart. Der Fisch dürfte nun ENDLICH geputzt sein? Ich gehe noch einmal in die Stadt. Ich brauche ein zweites Eis. Eine Temperaturanzeige an einer Apotheke zeigt 22 Grad und die andere Anzeige 18 Grad. Mein Wohnmobil zeigt auch 22 Grad. Also bleiben wir bei 22 Grad?



Man möge mir wünschen, dass morgige Tag etwas weniger Nervenaufreibend ist!?!?!?



Ingo zur 59. Etappe

Jaen nach Albendin / 16.10.2012
60 km / 3886.2 km gesamt
37.3 mi / 2414.8 mi gesamt
29 Teilnehmer am Start / 29 Teilnehmer gewertet

Tageswertung

1. 18 Henry Wehder Germany 5:04:51
2. 07 Jean-Claude Le Gargasson France 5:15:33
3. 01 Robert Wimmer Germany 5:31:42
 

Gesamtwertung

1. 18 Henry Wehder Germany 352:09:13
2. 01 Robert Wimmer Germany 358:53:49
3. 27 Trond Sjavik Norway 371:12:58

59. Etappe: Jaen nach Albendin Tag: 60,0 km – Gesamt: 3.886,2 km


Das Abendessen fand in der Schul-Cafeteria statt Mit der spanischen Mentalität hat man so manches Mal seine Probleme. Das trifft primär dann zu, wenn es um Zeiten der Verabredung geht. Da muss man sehr großzügig sein, auch wenn es einem sehr schwer fällt. Andererseits, und das sei mal ganz klar gesagt, sind sie überaus hilfsbereit. Ich fragte schon nach irgendwelchen Straßen und man hat mich buchstäblich an die Hand genommen, damit ich auch wirklich auf den rechten Weg komme! Aber auch die Autofahrer, sie halten nicht nur an Zebrastreifen an, sondern auch wenn man sonst über die Straße will. Ich begegne auch kaum den typischen Rasern. Selbst in Frankreich war es diesbezüglich anders. Da habe ich mich einige Male im Straßengraben gesehen. Mit der Hilfsbereitschaft sah es in Jaen allerdings nicht so gut aus und ist eher die Ausnahme. Schmerzhaft war ganz besonders die Aussage: „Das ist nicht mein Problem“!

Jaen ist eine Stadt mit etwa 117.000 Einwohnern und der Verkehr ist hier fürchterlich. Oder sind wir bereits, was das angeht, in Spanien verwöhnt? Nach dem Start will ich möglichst schnell ins nächste Etappenziel, denn ich will dem Berufsverkehr entgehen. Denkste, ganz so einfach macht man mir es nicht. Mir scheint, dass ich mittendrin bin.

Nach einigen Kilometern gehört die Landstraße wieder mir. Heute kommen wir nach Albendin mit schlappen 1.500 Einwohnern. Es ist ein liebenswerter kleiner Ort!



Gegessen wird in der Bar „La Noria“. Sie ist sehr eng, aber da müssen wir halt zusammenrücken! Wir haben dorthin nur 100 Meter zu laufen. Es ist ein Glück, denn heute mussten immerhin 60,0 km heruntergeputzt werden. Morgen dann die LETZTE Große Etappe! Ganz so einfach ist es mit dem Abendessen im „La Noria“ aber nicht, denn das Lokal hat heute RUHETAG! Man ist drinnen am wurschteln und ich machte mich bemerkbar. Man gibt mir zu Verstehen: „Heute geschlossen“! Ich frage aber nach, ob es noch andere Möglichkeiten im Ort gibt? Schlecht, sehr schlecht. Dann erzähle ich von den Correodores die seit dem 17. August durch Europa laufen und hier ihre 59. Etappe beenden. Die Wirtin wird lebhaft und der Wirt zieht nach. Nun muss ich noch ein wenig erzählen, und? BINGO! Wieder einmal gerettet!



Ein netter Herr von den Rathausmitarbeitern führt uns zur Halle. Vorher holt er noch ein Gefährt womit ich nichts anfangen kann. Was macht man damit? Egal, auf der Kiste ist noch ein Platz frei. Diesen biete ich Louise an. Die zögert, aber ich bestehe darauf, dass sie sich auf den Bock setzt. Das Ding fährt kaum schneller, als wir marschieren. Wie heißt es aber so schön? „Lieber schlecht gefahren, als gut gelaufen“!



Die Halle ist groß und gut ausreichend. Sie verfügt über zwei mal zwei Pinkelbecken, zwei Waschbecken, fünf Duschen und eine Schüssel. Wir können allerdings nur einmal das ganze nutzen. Weil es im anderen Teil kein Wasser gibt. Es ist wegen Reparaturarbeiten abgedreht. Anders, als in Jaen, ist man hier um eine Lösung bemüht. Wahrscheinlich wird die zweite Hälfte heute noch durch Reparaturarbeiten wieder nutzbar. Dann stehen immerhin zehn Duschen, vier Waschbecken, vier Pinkelbecken und zwei Schüsseln zur Verfügung. Es wird aber auch geprüft, ob man ins Schwimmbad ausweichen kann, welches in unmittelbarer Nähe liegt.



Die Polizei will allgemeine Informationen und ist, wie es scheint auch in die Problematik mit einbezogen. Rund um die Halle liegen nette kleine stinkende Häufchen. Ob die aber alle von den „Dertutnichts“ stammen, ist nicht ganz sicher. In Anbetracht der derzeit Einzigen Schüssel, ist es möglich …? Inge will den Schweinkram wegräumen, aber sie wird vom Mitarbeiter der Stadt daran gehindert. Das macht er selbst in Nullkommanix selbst weg.



Wir haben Mittagszeit und die Fliegen nerven immer mehr. Bevor ich wieder zum Fliegenmörder werde, gehe ich lieber ein Eis essen. Es ist heute außerdem Markttag. Da werde ich mal um die drei bis fünf Stände herumschleichen. Der Himmel ist beinahe wolkenlos und die Temperaturanzeige bewegt sich um die 22 Grad. Da macht ein kleiner Spaziergang Spaß!



Wieder vom Spaziergang zurück, kommt mir wirklich die Galle hoch. Erst einmal liegt im Hallenbereich frische Hundekacke und dann siehe ich, dass der Scheißer auch noch aus dem Eimer säuft, in dem die Becher ausgespült werden. Als ich einen Brüller loslasse, fangen einige Betreuer an zu lachen. Nun ist es ganz aus mit mir. Das kann doch nicht angehen? Wenn ein Becher mal kalt ausgespült wird, dann ist es unhygienisch und wenn ein Hund aus dem Eimer säuft, dann ist es gar niedlich? Der Hundebesitzer kommt aus dem gegenüberliegenden Haus. Der bekommt von mir erst einmal alles gesagt, was ich spanisch draufhabe. Der kann meine Aufregung nun überhaupt nicht verstehen. Die Hundescheiße räumt er wenigstens weg.



Es ist nun 15:00 Uhr und wie wird der Tag weiterhin verlaufen? Läufer und Betreuer liegen auf dem Rasen, falls sie ein Stück ohne Hundekacke finden. Ich gehe mit Inge noch ein Stückchen spazieren. Warten bis es 18:00 Uhr ist. Futtern und den Tag gemütlich auslaufen lassen. Morgen dann die letzte größere Etappe. Bei dieser Etappe steht schon einmal eine 6 an. Dann 61 – 62 – 63 – 64! Und dann …?



Ingo zur 60. Etappe

Albendin nach Puente Genil / 17.10.2012
71.3 km / 3957.5 km gesamt
44.3 mi / 2459.1 mi gesamt
29 Teilnehmer am Start / 29 Teilnehmer gewertet

Tageswertung

1. 18 Henry Wehder Germany 6:02:01
2. 27 Trond Sjavik Norway 6:10:38
3. 07 Jean-Claude Le Gargasson France 6:23:35
 

Gesamtwertung

1. 18 Henry Wehder Germany 358:11:14
2. 01 Robert Wimmer Germany 365:36:55
3. 27 Trond Sjavik Norway 377:23:36

60. Etappe: Albendin nach Puente Genil Tag: 71,3 km – Gesamt: 3.957,5 km


Nun ist Gibraltar bald in Sicht. Heute startet die 60.ste Etappe. Eine SECHS davor! Es wird Zeit, dass ich mit meinen Berichten zum Schluss komme. Ich muss leider auch sagen, dass meine Phantasie allmählich erschöpft ist. Immer wieder habe ich von der Stimmung in der Mannschaft berichtet und immer wieder habe ich sie positiv bewertet. Dieses Thema kann wohl abgeschlossen werden. „Lagerkoller“ und ähnliches können wir nun endgültig vergessen! Hiermit möchte ich eine persönliche Bilanz ziehen, was die Stimmung angeht: Zu KEINER Zeit drohte etwas zu eskalieren! Es gab hier und da kurze Auseinandersetzungen, die ich auch hatte. Man ging sich dann einige Tage aus dem Weg und fand sich wieder zusammen, wie bei erwachsenen Menschen üblich. Ich kann sagen, dass es mein schönster TE-FR ist und dieser TE-FR es schöner Abschluss und Abschied vom TE-FR ist. Den 3. TE-FR schließe ich ab, mit einem weinenden und einem lachendem Auge. Schön war es!!!

Die Mannschaft war schon im Restaurant, da eile ich noch einmal zurück, um nach dem Rest der Mannschaft zu schauen. Vor der Halle steht jemand mit einer Kamera vom örtlichen Fernsehsender und will mich interviewen. In Deutsch oder Englisch? Nein, er meint meine paar Brocken spanisch reichen aus und stellt mir auch einfache Fragen. Ich möchte wetten, dass ich auf alles geantwortet habe, nur nicht auf seine Fragen.

Auch der MDR aus Deutschland meldet sich heute. Man möchte ein Portrait mit Henry Wehder machen und benötigt einige Angaben im Vorfeld. Das ist schnell gemacht! Problem taucht aber später auf, dass ich dem Sender kein bewegtes Bildmaterial zur Verfügung stellen kann. Um selbst nach Gibraltar zu kommen, reicht das Budget nicht aus – schade!



Heute starten wir zum allerletzten Mal in drei Gruppe. Nämlich um 6:30, 7:00 und 8:00 Uhr. Es ist zwar etwas ungeschickt, gerade für die 6:30 Uhr Gruppe, aber es sollen alle möglichst zu einer akzeptablen Zeit im Ziel sein. Der letzte hat bis etwa 18:30 Uhr Zeit. Aus Erfahrung wissen wir inzwischen, dass er bzw. sie, es bis 18:00 Uhr schaffen wird. Natürlich wurde bereits kritisiert, dass die Leute morgens so lange in der Dunkelheit laufen. Sollen sie aber erst um 19:00, 20:00 Uhr oder gar noch später ins Ziel kommen? Wo bleibt da die Regeneration? Ach morgens länger schlafen? Dann kommt mal zum TE-FR. Dietrich macht zurzeit das Licht um 5:00 Uhr an, aber da ist bereits seit einiger Zeit Leben in der Halle!



Brigitte Barthelmann hat heute Geburtstag und bekommt ihr Ständchen. Es ist der letzte Geburtstag, der bei TE-FR 2012 gefeiert wird. Aus Albendin sind wir schnell heraus und die erste Gruppe läuft noch lange in der Dunkelheit, nämlich bis etwa 7:45 Uhr oder ein paar Minuten später. Sie werden aber froh sein, wenn sie nach dem Zieleinlauf noch ein wenig Zeit für persönliche Dinge haben. Vor Puente-Genil habe ich schon seit meinem persönlichen Besuch, im Mai des Jahres, etwas Sorge. Es sind einmal die engen Gassen, die ich aber heute zum Großteil umfahre. Sagt mein Navi: „Biegen Sie links ab“! Dann schaue ich mir die Straße an. Ist sie zu eng, dann fahre ich weiter, bis ich eine passable Straße gefunden habe. Voller Neid blicke ich oftmals auf die Fahrer der 7,7 Tonner, die hindurch fahren, als wäre es nichts. Der TE-FR hat ebenfalls einen 7,5 Tonner, den Thierry fährt. Der kennt da auch nichts. In der Beziehung bin ich ein Muffengänger. Ich mag gar nicht zugeben, dass ich beim Bund 1973 einen Lkw Führerschein gemacht habe!



In Puente-Genil angekommen, wühle ich mich durch die Stadt und stehe plötzlich vor der Sportanlage. Mein Standort ist etwas ungeschickt. Bleibe ich stehen, dann behindere ich den nachfolgenden Verkehr. Soll ich reinfahren, darf ich das? Egal, etwas muss geschehen und schon bin ich ohne eine Schramme bekommen zu haben, in der Sportanlage. Man hat mich bereits erwartet und möchte dass ich so rum und so rum und dann wieder so rum fahre, um zum gegenüberliegenden Tor zu kommen. Schweißgebadet antworte ich: „Si“! Man hat Mitleid mit mir und jemand steigt in mein Auto, um mich zu führen. Dann kommt meine Kontaktperson, Sandra Martinez Garcia. Die Halle bekomme ich zwar nicht, aber zwei Räume, wobei einer im 1. OG ist. Nicht ganz geschickt, aber akzeptabel.



Dann muss noch das Abendessen geklärt werden. Der Mann vom Catering-Service kommt kurz darauf. Als ich ihm sage, dass ich KEIN Frühstück benötige, wird er leicht sauer. Er hat angeblich bereits alles eingekauft. Das sagte man mir aber auch bereits Anfang August. Hält sich das Brot so lange? Das spanische Frühstück ist ähnlich wie das Französische. Die Mannschaft hat sich an das selbst gemachte Frühstück gewöhnt! Er will für Frühstück und Abendessen einen unmöglichen Preis. Diesen kenne ich wohl, aber ich darf wohl davon ausgehen, dass man vor Ort noch darüber reden kann? Das Abendessen BRAUCHE ich. Das Frühstück NICHT. Es geht aber darum: „Entweder oder“? Helmut wettert: „Mensch Junge, wir haben alles. Wir brauchen kein Frühstück“! Ich nenne eine Maximalpreis, denn ich bereit bin zu zahlen. Was macht der Glockengustav? Setzt sich wutschnaubend ins Auto und haut ab! Was macht er jetzt mit dem Eingekauften? Sandra ist sauer auf mich, denn sie hatte angeblich viel Arbeit mit der Vermittlung.



Ich bitte Sandra darum, dass sie den Kaspar noch einmal beruhigt. Sie scheint aber nun sauer zu sein und trinkt erst einmal einen „Cafe con leche“. Ich verstehe sie, aber man muss auch verstehen, dass ich das Gefühl habe, dass man mich über den Tisch ziehen will. Ich habe das Recht mich dagegen zu wehren. Er sitzt am längeren Hebel und ich muss die Kröte schlucken. Sandra setzt sich mit ihm in Verbindung und sagt mir, dass er nicht bereit ist, auch nur einen Cent herunterzugehen. Ok Junge, du hast mich angeschissen, obwohl ich daneben stehe. „Angeschissene links raus“! Vergessen und abhaken, auch wenn es schmerzt! Im Nachhinein dachten wir auch darüber nach, dass er seinen ganzen Mist hätte behalten können. Wir wären in den nächsten Supermarkt gefahren und hätte für Abendessen wie die bekloppten eingekauft, mit dem Gefühl: „Junge, es geht auch ohne dich“!



Die Polizei und der Hausmeister waren bei mir und warnten davor, dass die Autos offen sind. Sie sollten stets abgeschlossen sein. Persönlich denke ich: „Das sind doch alles liebe Kerle“? Nun sind wir wieder bei den Vorurteilen. Sie kommen nicht immer von uns. Wenn wir von entsprechender Seite ermahnt werden, dann wissen die es besser und wir müssen keine „Vorurteile“ mehr haben! Es ist heute wieder sehr warm und um 14:00 Uhr steht das Thermometer auf 26 Grad. Am Himmel ist nicht eine einzige Wolke zu sehen. Schaun wir mal, ob sich mit dem Tag noch etwas Positives anfangen lässt!

Jetzt ist es 16:00 Uhr. Im Wohnmobil habe ich jetzt 31 Grad und draußen sind es 29 Grad. Es ist also nicht zu kalt! „Wo ist das Sonnenöl für meine Glatze“?



Ingo zur 61. Etappe

Puente Genil nach Campillos / 18.10.2012
54 km / 4011.5 km gesamt
33.6 mi / 2492.6 mi gesamt
29 Teilnehmer am Start / 29 Teilnehmer gewertet

Tageswertung

1. 18 Henry Wehder Germany 4:48:56
2. 01 Robert Wimmer Germany 4:59:27
3. 27 Trond Sjavik Norway 5:06:38
 

Gesamtwertung

1. 18 Henry Wehder Germany 363:00:10
2. 01 Robert Wimmer Germany 370:36:22
3. 27 Trond Sjavik Norway 382:30:14

61. Etappe: Puente Genil nach Campillos Tag: 75,5 km – Gesamt: 4.011,5 km


Puente-Genil wir mir noch lange in unangenehmer Erinnerung bleiben. Man hat mir die Pistole auf die Brust gesetzt, nach dem Motto: "Du zahlst für Frühstück, obwohl du es nicht brauchst, oder du bekommst kein Abendessen - Basta"! Im Nachhinein hätte ich auf die Pfeife pfeifen sollen. Einen Gang in den nächsten Supermarkt, einige Regale leergeräumt, etwas Zeit investiert und wir hätten gelebt, wie Gott in Frankreich! Egal – vergessen! Das Abendessen war soweit ok und jeder ist satt geworden. Wollte jemand eine Coca-Cola, so hätte er 1,50 Euro zahlen müssen. Ich bin ja nicht schadenfroh, aber es hat nicht ein EINZIGER eine Coca-Cola gekauft. Stattdessen hat Helmut, unter seinen Augen, Bier verkauft, wie lange nicht mehr!

Am Nachmittag bekommen wir noch Besuch vom regionalen Fernsehsender COMUNICAT oder so ähnlich. Für das Interview steht mir Kathrin Bernet als Übersetzerin zur Verfügung. Kathrin ist heute mit Ursula Marti angekommen. Kathrin lebt seit vielen Jahren in Spanien und ist die ideale Übersetzerin. Das Interview soll morgen ausgestrahlt werden und ist vielleicht im Internet abrufbar? Es sind an diesem Tag aber auch zwei Zeitungen vor Ort gewesen. Man ist also auf den TE-FR vorbereitet. Auf dem Sportplatz ist allerhand los. Da drehen Leute, die Bewegung brauchen oder auch nicht ihre Runden. Einige so langsam, dass man ihnen beim Gehen die Schuhe binden kann. Wie dem aber auch sei, es soll sich jeder nach seinen Möglichkeiten betätigen. Ich finde es gut, wenn sich die Leute auf dem Sportplatz treffen! In Deutschland ist es eben so, dass man in der Regel in einem Verein sein muss. Hier herrscht reges Treiben auf dem Sportplatz. Es ist wohl auch ein Treffpunkt nach Feierabend? Ist doch prima!

Zusammenfassend war es in Puente-Genil sehr schön. Man war sehr aufmerksam und hilfsbereit. Dieses trifft besonders für Sandra Martinez Garcia zu. Sie war die Vermittlerin und Ansprechperson für mich vor Ort. Sie sprach Englisch und daher war die Kommunikation sehr einfach. Ich habe mich aber für einiges entschuldigen müssen. Das betraf im Besonderen das Zusammentreffen mit dem Catering-Service. Na klar war mir sein Preis im weiten Vorfeld bekannt. Es darf aber doch erlaubt sein, dass man vor Ort noch einmal über alles reden kann? Das Abbestellen des Frühstücks war keine Sparmaßnahme, sondern eine Vorahnung. Die Spanier frühstücken nun einmal anders. Marmelade usw. kann ich auch auf den Tisch stellen und habe das alles zu einem Drittel des Preises. Wir war es heute mit dem Frühstück? Zugegeben, wir haben schon schlechter gefrühstückt. Für den Wucherpreis kann man aber mehr Brot oder Brötchen verlangen. Wir mussten später noch auf eigene Bestände zurückgreifen. Bedanken möchte ich mich beim Hallenwart. Wann immer ich etwas wollte, er war zur Stelle. Vielen Dank Puente-Genil. Der Catering-Service ausgenommen!

In Campillos angekommen, trifft mich erst einmal wieder der Schlag. Der Hallenwart erwartet mich bereits, aber die Halle soll erst ab 19:00 Uhr zur Verfügung stehen, weil Kinder noch Training haben. Es ist eine riesengroße Halle und da könnte man doch die Abtrennung herunterlassen? Das reicht doch dann für beide Einheiten! BINGO – das meint er nun auch. Also, die Halle besetzen. Allerdings: Nun ja, eine Tanzgruppe trainiert bis 22:00 Uhr und die werden nicht gerade Flüstermusik haben – Es wird wohl etwas lauter?

Ich gehe zum AYUNTAMIENTO (Rathaus) und frage nach Señor Lorenzo Escobar Herrera. Dieser stellt mir noch Señora Paqui Venlencia vor. Sollte ich in Campillos Probleme haben, so wird man mir sofort weiterhelfen. Ich werde Schwimmbadrestaurant "La Picina" geschickt. Dort weiß man Bescheid und ich versuche mich wegen des Speiseplanes zu verständigen. Das geht aber alles viel einfacher. Der Wirt geht kurz raus und kommt mit Jòse wieder. Jòse ist in Heidelberg geboren und aufgewachsen. Er spricht ein akzentfreies Deutsch. Das Abendessen ist daher schnell geklärt.

Es ist heute etwas wolkiger und es weht ganz schön. Das Thermometer zeigt aber immer noch 24 Grad an. Es weht ganz schön? Der Wind heult! Für die, noch auf der Strecke befindlichen, Läufer ist es ganz schön herb!

Ingo zur 62. Etappe

Campillos nach Ronda / 19.10.2012
62.3 km / 4073.8 km gesamt
38.7 mi / 2531.3 mi gesamt
29 Teilnehmer am Start / 29 Teilnehmer gewertet

Tageswertung

1. 18 Henry Wehder Germany 5:37:40
2. 01 Robert Wimmer Germany 5:50:57
3. 27 Trond Sjavik Norway 5:59:00
 

Gesamtwertung

1. 18 Henry Wehder Germany 368:37:50
2. 01 Robert Wimmer Germany 376:27:19
3. 27 Trond Sjavik Norway 388:29:14

62. Etappe: Campillos nach Ronda Tag: 62,3 km – Gesamt: 4.073,8 km


Es hat heute Nacht leicht geregnet. Schauen wir einmal, was uns der heutige Tag bringt. Laut Wetterbericht soll es heute nicht besonders sein und das schöne Wetter kommt erst am Sonntag wieder. Das ist schwer zu hoffen, denn der Zieleinlauf in Gibraltar bei Regenwetter? Man würde den Affenfelsen nicht richtig sehen bzw. er würde nicht wirklich zur Geltung kommen – und überhaupt. Hoffen wir einmal!

Das gestrige Abendessen hat das Essen am Vortage wieder ausgeglichen. Ein netter Wirt, gutes Essen, schöne Atmosphäre – was will man mehr? In der Nacht hat es leicht geregnet und auch beim Start tröpfelt es immer mal wieder. Ich habe noch einige Regenumhänge die ich verteilen konnte. Sie wurden dankbar angenommen. Nun haben wir lediglich noch zwei Start. Nämlich morgen in Richtung San Pablo de Buceite und dann nach La Linea / Gibraltar. Ich erwähne es deshalb, weil ich heute erneut über eine Startverschiebung nachdenke. Es wird erst um 8:00 Uhr herum hell. Die erste Gruppe läuft daher in absoluter Dunkelheit und mir wird oft angst und bange!



Helmut sucht jeden Morgen den ganzen Müll zusammen und hat in der Regel kein Problem diesen loszuwerden. In Hallennähe stehen oftmals große Müllcontainer, die wir in Deutschland leider immer wieder vermisst haben. Es kam sogar vor, dass wir unseren Müll mitnehmen mussten und unterwegs nach Containern suchten. Die Müllentsorgung war in Frankreich ähnlich, wie in Spanien. Wenn aber die Müllcontainer ständig entleert werden, warum liegt dann so viel Müll auf den Wegen? Es sind zwei Gegensätze! Es ist zu hoffen, dass die Läufer dem Aufruf folgen werden, dass sie ihre alten Schuhe und sonstigen Kram im Vorfeld entsorgen und es nicht dem Hotelpersonal des AZUR Hotels überlassen. Das wäre mir sehr unangenehm.



Im heutigen Tag ist mal wieder der Wurm drin. Nach Ronda gelangt man schnell, aber ich komme einfach nicht zur Halle Complejo Deportivo „El Fuerte“. Mein Navi will, dass ich unter einer Brücke durchfahre. Die ist aber zu niedrig und würde mir das Dach abrasieren. Egal wie ich fahre, ich komme immer wieder zu dieser blöden Brücke. Schließlich schaffe ich es doch und erreiche ich die Halle. Es ist heute etwas verwirrend und ich bin nicht der Einzige der sich schwer tut. Ich nieselt immer mal wieder etwas und es ist merklich auf schlappe 14 Grad abgekühlt. Die Sonnencreme kann also wieder eingepackt werden.



Sehr erfreut bin ich im Ziel nicht. Thierry schrottet den Stoßfänger des Lkw und dann kommt es noch dicker. Da stehe ich in einer riesengroßen Halle, nicht nur dass, gleich daneben eine zweite Halle der gleichen Größe. Nur abgetrennt durch eine Mauer. Traumhaft! Im Mai sagte man mir noch, dass ich sogar beide Hallen nutzen kann. Heute kann ich KEINE mehr nutzen? Das heißt ja, aber erst ab 22 bzw. 23:00 Uhr! Toll, ich bin hocherfreut. Ich habe keine Ahnung, wie oft ich den Ablauf, nicht nur für Ronda beschrieben habe, aber er sah in der Regel so aus: Die Halle yxz ist die richtige Halle? Ich bitte um Bestätigung! Der Lkw kommt um 9:00 Uhr und wird sofort entladen. Ich werde zu dieser Zeit auch vor Ort sein. Der erste Läufer trifft ein, um ….. Uhr. Der letzte Läufer wird erwartet um ….. Uhr. Um 21:00 Uhr wird das Licht gelöscht und um 5:00 Uhr wieder eingeschaltet. Ist ein Ansprechpartner vor Ort?

Nun bin ich hier und mir wird erklärt, dass mir ab 22 bzw. 23:00 Uhr BEIDE Hallen zur Verfügung stehen. Danke, aber was machen die Läufer bis dahin? Schulterzucken! Mann, jeder vernünftige Mensch muss sich doch Gedanken darüber machen, wenn da Leute kommen, die am Tag 50, 60, 77 oder 80 km gerannt sind, was mit denen passiert? Man kann doch nicht davon ausgehen, dass die erst einmal bis zu 10 Stunden spazieren gehen? Da kann doch das Wetter noch so gut sein! Der Spanier ist sehr hilfsbereit, aber es wird ständig improvisiert. Seit Herbst 2009 stehe ich mit den ersten Etappenzielen in Kontakt. Die letzten Kontakte konnte ich Anfang 2012 abschließen. Nun bin ich vor Ort und man diskutiert!



Ich bin heute ohnehin leicht stinkig und entferne mich. Die sollen sich die Köpfe heiß reden und mir das Ergebnis nennen. Nun kommt der Vorschlag, dass ich eine andere Halle bekommen kann. Diese ist allerdings einige Kilometer weiter weg und mit Abendessen ist es dort schlecht. Die Halle würde aber ABSOFORT zur Verfügung stehen. Ich hätte nun ein Problem weniger, aber einige Probleme mehr. Wo bekomme ich Futter her? Joachim ist mit der Streckenmarkierung fertig. Der freut sich, wenn er unzählige Pfeile wieder abnehmen kann, um dann neue zu kleben. Wie führe ich die Fahrzeuge der Betreuer dorthin? Es hat nicht jeder ein Handy! Nicht jeder versteht Deutsch. Das gäbe ein Durcheinander, wie ich es noch nie hatte. Dann: Na alsooo. Ich bekomme zwei Gymnastikhallen! Es ist schon bescheuert. Da gibt es zwei riesige Hallen und die Läufer liegen Arsch an Arsch in zwei Gymnastikhallen. Ich will nicht undankbar sein. Es ist halt so!



Marie Noelle Gargasson fährt beim Rückwärtsfahren gegen einen Hydranten. Der speit sofort eine große Fontaine. Sie ist zu Tode erschrocken. Anwesende können sich halb schief lachen und machen ihre Witze. Ich lache auch gern, aber hier muss ich meine Lachmuskeln nicht strapazieren. Man sollte jetzt nach einer Lösung suchen, wie man den Schlamassel wieder abstellt. Der Hausmeister sorgt endlich für Abhilfe und das Lachen kann wieder eingestellt werden! Es ist mir noch nie so sehr, wie beim TE-FR aufgefallen, dass manche Leute sich über Missgeschicke halb kringelig Lachen können. Da kann einer hinfalle und es wird erst einmal gelacht, nach dem Motto: „Ich kann immer noch fragen, ob er schmerzen hat“! Ach ja Schmerzen. Kazuko Kaihata ist gestern hingefallen. Es war aber niemand da, der sich erst einmal krank lachen konnte. Kazuko hat sich die Hand verletzt und einige Prellungen. Nichts gebrochen, man hätte also lachen können!



Ich habe es schon einmal, in einem meiner Berichte, erwähnt. Es wird allerhand Alkohol konsumiert. Die vielen Bierdosen und Weinflaschen sind mir immer mal wieder unangenehm. Wenn die Presse vor Ort ist, dann schaue ich immer wieder, dass das Zeug nicht sichtbar ist. In Interviews wird immer mal wieder nach den Gewohnheiten der Läufer gefragt. Rauchen? Es sind zwei Leute beim TE-FR die abends eine Zigarette rauchen. Alkohol? Würde ich sagen: „Um Gotteswillen, nein“! Dann müsste ich im Erdboden versinken. Auch ich trinke abends gern ein Gläschen Wein. Wenn ich aber am nächsten Tag eine lange Strecke laufen will, dass ist EIN Glas das Maximum. Die knallen sich hier die Becher rein, dass es nur so raucht. Es ist schön, wenn im Restaurant Wein inklusive angeboten wird. Kostet also nicht extra. Daher – hinein damit. Muss der Wein extra bezahlt werden, so mag man heute gar nicht so richtig! Komisch? Ich habe auch schon mal Läufer, die mir erklären, dass dieses oder jenes nicht Läufergerecht ist, aber dann einen halben Liter Wein oder mehr schlucken. Dann kommt die blöde Bemerkung: „Das ist doch Medizin“! Ich lache mich krank!



Die Eiswürfelmaschine wird heute wegen „Platzmangel“ nicht aufgestellt. Gestern wurde leider gepennt. Warum? Die 4.000der Grenze wurde gestern überschritten. Was soll der Geiz, denn auch die 3.000der wurde verpennt. Noch schlappe zwei Etappen. Das heißt; noch schlappe 101 km. Um ein paar Meterchen mehr oder weniger kommt es nicht mehr an. Man stelle sich aber vor, wenn die Läufer morgen starten und schon nach zwei km sagen können: „Es ist kein 100ter mehr“!



Ingo zur 63. Etappe

Ronda nach San Pablo de Buceite / 20.10.2012
53.4 km / 4127.2 km gesamt
33.2 mi / 2564.5 mi gesamt
29 Teilnehmer am Start / 29 Teilnehmer gewertet

Tageswertung

1. 18 Henry Wehder Germany 4:21:41
2. 01 Robert Wimmer Germany 4:34:40
3. 27 Trond Sjavik Norway 4:44:15
 

Gesamtwertung

1. 18 Henry Wehder Germany 372:59:31
2. 01 Robert Wimmer Germany 381:01:59
3. 27 Trond Sjavik Norway 393:13:29

63. Etappe: Ronda nach San Pablo de Buceite Tag: 53,4 km – Gesamt: 4.127,2 km


Ronda war für mich eine Enttäuschung. Im Mai des Jahres konnte ich mir sogar eine Halle in ganz Ronda aussuchen. Diese Halle aber, schien mir die Geeignetste. Hier hatte ich alles was man sich wünschen konnte. Das an diesem Tage ein Turnier stattfinden sollte, davon war nie die Rede. Und noch einmal: Wie stellt man sich unseren Tagesablauf vor? 5:00 Uhr aufstehen. 60 und mehr Kilometer laufen. Dann 10 Stunden irgendwo herum gammeln, um dann um 22:00 Uhr schlafen zu gehen? Gewiss, der Spanier geht spät schlafen. Er steht aber auch spät auf und macht zwischendurch seine Siesta! Es tut mir leid, aber Ronda war für mich eine Riesenenttäuschung und organisatorisch die schlechteste aller Etappen. Eigentlich durfte ich mich verarscht fühlen!

Das Turnier sollte am Spätnachmittag beginnen. Bislang hoffte ich immer noch, dass es ein normales Training ist. Bei einem Turnier aber, kommen Emotionen auf und die werden lautstark ausgelebt. Dabei zu schlafen, dürfte nicht ganz leicht sein. Als Alternative bot man mir einen Raum auf der gegenüberliegenden Seite der Halle an. Dort waren keine Duschen, was aber auch nicht mehr nötig war. Denn die Läufer duschten beim Zieleinlauf. Ich riet allen, dass sie NUR ihre Schlafunterlage unter dem Arm klemmen und sich zum Schlafen in die genannten Räumlichkeiten begeben. Das war ein Angebot oder eine Alternative. Mehr war nicht zu machen. Ich bedanke mich bei Kathrin Bernet für die Übersetzungen. Sie lebt, wie schon vorgestern berichtet, seit vielen Jahren in Spanien. Vielen Dank aber auch an die Leute, die sich dann doch noch einschalteten. Meine Kontaktperson mit der ich seit Monaten in Verbindung stand und der alles drei und viermal wissen wollte, hat mich enttäuscht. Lassen wir es jetzt dabei!



Gegessen wurde in der MERCADONA Cafeteria. Gerade die Bedienung war sehr nett und man wollte immer wieder wissen, ob alles in Ordnung ist. Der Clou des Tages: Wenn man zum Essen ins MERCADONA wollte, dann musste man von der Halle aus einen großen Bogen laufen. Diesen konnte man sich aber sparen, wenn man durch einen offenen Zaum kletterte. Für jemanden der vom langen Laufen steife Knochen hatte, war es sicher eine Zumutung. Er hatte aber noch die zweite Option. Man glaube aber nicht, dass nur einer die zweite Option wahr nahm. In meinen Unterlagen hatte ich festgehalten, dass ich am Zaun eine Trittleiter aufstelle. Es ging aber auch so.



Die Nacht war ziemlich Schattig. Der Himmel zeigt sich am Morgen weniger bewölkt und es verspricht ein angenehmer Tag zu werden. Gefrühstückt wird heute im Halbdunkel. Wir haben lediglich das Licht aus den Duschen und Toiletten und irgendwo brenn noch einige Funzeln. Um 7:00 Uhr dann, lauter Applaus. Das Licht geht an! Nun brauchen wir es auch nicht mehr. Der Start erfolgt heute um 7:30 und 8:00 Uhr. Die Strecke ist heute wunderschön und man kann viele interessante Fotos schießen. Wovon gerade die Japaner wohl Gebrauch machen. Die Strecke ist, mal vorsichtig ausgedrückt, sehr wellig. Mal sind es schlappe 400, dann 800, wieder 600 und sogar an die 1000 Meter. Schön, aber auch anspruchsvoll. Nichts für Kurzatmige! Man kann es nicht glauben, aber die Leute mähen hier ihren Rasen! Natürlich, wann soll der Rasen sonst wachsen. Im Sommer ist hier alles verbrannt und es regnet kaum. Wir sind in einer Phase, wo es zu unserem Glück nicht oder nicht soviel regnet. Oktober bis Januar sind, so glaube ich, die Monate wo es immer mal wieder regnet. Dann kann der Rasen endlich wieder wachsen und auch andere Pflanzen sind dafür sicherlich sehr dankbar!



Zur Sporthalle geht es sehr steil hinunter und man weiß heute schon, dass man morgen ordentlich Gas geben muss! Eine Dame wartet bereits auf uns und weist uns in die Halle ein. Es passt heute wieder. Große Halle, Duschen warm bis heiß und Toiletten. Alles da. Im ersten OG haben wir sogar einen Raum, wo das Frühstück vorbereitet werden kann. Nach oben habe ich aber abgeschlossen, sonst habe ich den Raum auch wieder besetzt. Ja, es ist so. Es gibt KEINE halle, die für den TE-FR groß genug ist! Der Alcalde von San Pablo de Buceite ist schon früh bei uns und erkundigt sich, ob alles in Ordnung ist. Er ist ziemlich lange bei uns und erwartet die ersten Läufer. Auch ein Mann von der Presse findet sich ein. Er kommt gerade noch so rechtzeitig, dass er Henry Wehder im Zieleinlauf erwischt. Kurz darauf kommt Robert Wimmer.



Ingo zur 64. Etappe

San Pablo de Buceite nach La Linea zur Grenze Gibra / 21.10.2012
48.7 km / 4175.9 km gesamt
30.3 mi / 2594.8 mi gesamt
29 Teilnehmer am Start / 29 Teilnehmer gewertet

Tageswertung

1. 18 Henry Wehder Germany 3:42:57
2. 01 Robert Wimmer Germany 3:58:36
3. 27 Trond Sjavik Norway 4:11:27
 

Gesamtwertung

1. 18 Henry Wehder Germany 376:42:28
2. 01 Robert Wimmer Germany 385:00:35
3. 27 Trond Sjavik Norway 397:24:56

64. Etappe: San Pablo de Buceite nach La Linea / Gibraltar Tag: 48,0 km – Gesamt: 4.178,5 km


Heute ist der große Tag, nämlich der Tag „X“. Sollten es wirklich NUR noch 48,0 km sein? Haben die Läufer WIRKLICH 4.178,5 Kilometer zu Fuß zurückgelegt? Sind die 64 Tage voller Qual, Freude, Emotionen, Wut, Enttäuschung, Hunger, Durst und sonstige Gebrechen schon vorbei? Was heißt aber SCHON? Vielleicht zu ersetzen mit ERST? Was sind das für Gedanken? Ich bin doch nur der Schreiber und nicht der Läufer des TE-FR! Dennoch, auch ich habe 34 Jahre Lauferfahrung hinter mir. Für mich ist das Thema „Ultralangstreckenlauf“ weitgehend abgeschlossen. Aber auch ich habe Läufe mit vielen Tagen und Kilometer hinter mir. Einen Transkontinentallauf? Nein, den habe ich nicht gemacht. Den gab es zu meiner Zeit nur in Amerika und war mir zu teuer. Ich hätte es niemals finanzieren können.

Schön wäre es gewesen, einen Transkontinentallauf in Europa zu haben. Dass ich aber irgendwann derjenige sein soll, der es den Amerikanern gleichtut, daran hätte ich in meinen kühnsten Träumen nicht geglaubt. Der TE-FR ist in wenigen Stunden Geschichte. Der Blick ist wieder nach vorn gerichtet und man stellt mir schon jetzt die Frage: „Ingo, was kommt jetzt“? Es gibt sogar Leute die sich für den 4. TE-FR angemeldet haben. Das stimmt wirklich! Nein, ich werde es definitiv nicht mehr machen. Ich merke auch, dass ich meine Stammmannschaft allmählich verschleiße. Es ist Verständlich, dass sie mir schon heute sagen: „Ingo, Deutschlandläufe, Spreeläufe, Horb-Berlin-Lauf und TE-FR, wir wollen nicht mehr. Wir haben durch dich zwar viel gesehen und viel erlebt, aber nun reicht es“! Nach sechs Deutschlandläufen, vier Spreeläufen, einen Horb-Berlin-Lauf und drei TE-FR, muss ich sagen, dass es, mir auch reicht“! Hinzu kommen aber noch 14 Silvesterläufe und etwa 15 Stadt,- und Volksläufe.



Das Abendessen fand im Venta „Las Acacias“ statt. Es waren knapp 900 Meter zu laufen. Den meisten kam es länger vor und man wollte mit mir handeln. Einige gingen sogar von 1500 Metern aus. Wenn man meine Inge fragt, dann waren es sogar 2000 Meter. Ich bleibe aber bei 900 Metern. Soll ich am vorletzten Tag noch mit der Entfernung zum Restaurant handeln. Es war auf jeden Fall ein lustiges Handeln. Es gab sogar einige, die behaupteten den Felsen von Gibraltar bereits gesehen zu haben. Jetzt schon? Wer weiß was die gesehen haben! Auf dem Rückweg vom Restaurant hat es leicht getröpfelt. Der Wirt meinte aber, dass wir am Sonntag viel Sonnenschein haben. Na bitte!



Der letzte Start des TE-FR erfolgt wieder in zwei Gruppen. Die absolut hintersten Läufer starten um 7:30 Uhr und alle anderen Läufer um 8:00 Uhr. Da kann heute keiner maulen, dass er lieber in der ersten Gruppe starten würde. Aufgrund der NUR 48 km später starten lasen? Nein, es soll JEDER so früh wie möglich in La Linea sein. Er hat dann noch etwas vom Tag und könnte vom AZUR Hotel die 600 Meter zur Grenze nach Gibraltar marschieren. Dort schaut er sich Gibraltar an, denn dorthin kommt er wahrscheinlich nicht mehr. Bereits am 5. VP hat man einen Blick zum Affenfelsen. Dann sind es nur noch sieben km. Vor dem Start weise ich noch ausdrücklich darauf hin, dass Henry als erster in La Linea einläuft. Dann folgt Robert und dann Trond. Um weitere Plätze kann man sich dann prügeln oder auch nicht.



Der Zieleinlauf ist an der Strandpromenade, gegenüber dem Hotel AZUR. Es ist nun aus und vorbei. Der TE-FR 2012 ist nun Geschichte! Nun geht es morgen oder übermorgen zurück zur Familie. Dann den nächsten Lauf planen!?!?

Weiter geht es heute mit der Siegerehrung und anschließendem Abendessen. Morgen früh werden wahrscheinlich nicht mehr alle vor Ort sein? Einige wollen nur weg und nach 64 Tagen wieder für sich allein sein. Einige haben bereits den Heimweg angetreten. Nun denn, es ist vorbei und jeder geht seiner Wege! Platzierungen der Siegerehrung erspare ich mir hier, denn die ist der Ergebnisliste zu entnehmen.



Schön war es und ich schmeichle nicht, wenn ich weiterhin behaupte, dass der TE-FR 2012 der schönste TE-FR von allen war. Man hat es mir leicht gemacht. Niemand hat mich wirklich geärgert. Natürlich, dass eine oder andere ging mir schon einmal auf den Wecker und ich reagierte dabei vielleicht manchmal etwas harsch, aber ich bin ja auch nur ein Mensch. Wir hatten alle unsere Probleme. Der Läufer mit der Streckenlänge, Wetter, Muskulatur, Müdigkeit, Erschöpfung und vieles mehr. Der Betreuer mit einigen Läufern, dem Wetter, stundenlanges Warten usw. Aber auch ich hatte meine Probleme und leider, ja leider sah man es mir manchmal an oder merkte es. Was waren aber meine Probleme und darf ich sie hier nennen ohne dass man es falsch auffasst? Ich tue es jetzt einfach. Die täglichen Sorgen: Werde ich die Halle uneingeschränkt bekommen? Haut es mit dem Abendessen hin? Werden die Leute satt? Bekommen sie gegebenenfalls einen Nachschlag? Kommen alle Gesund ins Ziel? Unfälle mit Autos und Personen? Beschädigungen an Mietfahrzeugen? Aber letzteres hat sich bereits erledigt. Mein Wohnmobil hat zwei Beschädigungen und der Fahrer des Lkw hat mich um einiges übertroffen! Es kamen dann die Probleme vor Ort hinzu. Die Halle konnte manchen Ortes erst viel später belegt werden. Es wurde dann um alternativen gekämpft. Weitere Probleme aufzuzählen möchte ich nicht. Es reicht wohl auch fürs Erste?



Barb Owen erwartet und mit Mike Mankwald aus Kanada im Ziel. Ich freue mich sie wiederzusehen. Mike kenne ich nur vom Schriftverkehr und freue mich, ihn persönlich kennenzulernen. Ich entschuldigte mich bei Barb, dass ich sie nicht im Krankenhaus besuchte. Es war ja nicht soweit. Gerade aber in dieser Phase war ich voller Probleme und ich konnte mich nicht zerreißen. Man kann es jetzt sehen wie man will, aber ich war wirklich hin- und hergerissen. Ein anderer machte mir sogar bittere Vorwürfe wegen einer anderen Person. „Du hättest doch nur …“! Ja, man hätte. Hier aber noch einmal. Ich bin auch nur ein Mensch mit nerven und die sind so manchen Lam stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Auch dieses Thema möchte ich nun abschließen, denn meine Kritiker werden sich ohnehin in Kürze melden.



Die Zimmerverteilung im AZUR Hotel hatte ich schon 10 Tage vorher geplant und meinen Plan, für jedermann sichtbar, ausgehängt. Es gab keinerlei Beanstandungen und der Plan wurde akzeptiert. Heute Morgen war es nicht nur kühl, sondern richtig kalt. Die Halle lag in einer Senke neben einem kleinen Bach. Zum Zieleinlauf erholt sich das Wetter und es wird, wenn auch bewölkt, richtig schön. Henry läuft als erstes ein, dann kommt Robert. Trond läuft mit Christian Fatton gleichzeitig ein. Das gefällt mir nicht und ich will Christian vor dem Zieleinlauf stoppen. Dieses ignorierte er, was ich nicht in Ordnung finde. Die Abmachung ist jedem bekannt.



Einige Angehörige und Freunde der Läufer haben sich eingefunden. Die Freundin von Patrick Bonnot ist schon sehr lange vor dem Zieleinlauf da. Kurz darauf kommt die Frau von Eiolf. Sie hat ein norwegisches Fähnchen dabei, womit Eiolf einlaufen soll. Eine dreiköpfige Abordnung von unseren Fahnenträger Ambros ist ebenfalls da. Bekannte von Ria und einige andere wollen ihre SIEGER beklatschen. Nett von Louise, dass sie Luftballons besorgt hat. Damit kommt das Ziel noch besser zur Geltung. Das Ziel ist so aufgebaut, dass man die Läufer mit dem Affenfelsen fotografieren kann. Sie müssen daher einige Meter vor dem Ziel eine Schleife laufen.



Zum Teil sind es sehr rührige Zieleinläufe, wobei auch ich nicht um schwitzende Augen herumkomme. Ein französischer Teilnehmer nahm mich beiseite und lobte die Organisation und bedankte sich immer wieder. Dabei bekam er leicht feuchte Augen. Auch ich musste mir den Schweiß von den Augen wischen. Das sind Momente, wo auch ein Indianer weint. Nun habe ich mehr geschrieben, als ich wollte. Nun muss ich wieder raus.

Ich bedanke mich an dieser Stelle:

An alle Läufer, die einen fairen Wettkampf lieferten

An alle Betreuer, die stets ihre Arbeit machten

An alle Etappenläufer, die weiterhin fair kämpften

An alle Berichterstatter für ihre Fairen Berichte

An alle Ordnungskräfte, die den TE-FR mit besten Kräften unterstützten

An alle Bürgermeister und Mitarbeiter des Rathauses, die den TE-FR mit besten Kräften unterstützten

An alle Besucher der Webseite des TE-FR 2012

An alle Angehörigen der Läufer und Teilnehmer, die auf vieles, in dieser Zeit, verzichteten

Sicherlich fallen mir noch mehr Gruppen ein, aber jetzt muss ich wieder raus

Tschüss, euer Ingo Schulze



Ingo zur 1. Etappe

Skagen nach Oster Vra / 19.08.2012
56 km / 56 km gesamt
34.8 mi / 34.8 mi gesamt
49 Teilnehmer am Start / 49 Teilnehmer gewertet

Tageswertung

1. 02 Stéphane Pelissier France 4:41:18
2. 01 Robert Wimmer Germany 5:03:19
3. 17 Christian Fatton Switzerland 5:17:12
 

Gesamtwertung

1. 02 Stéphane Pelissier France 4:41:18
2. 01 Robert Wimmer Germany 5:03:19
3. 17 Christian Fatton Switzerland 5:17:12

01.Etappe: Skagen to Oster Vra on Sunday, 19.08.02


Starting today, it is serious. Today the runners can still sleep until 6:00 clock. From tomorrow, it will already be lively around 4:00 clock in the hall! At 6:00 today clock it is still windy. The sky looks pretty good and it is expected that at the start we have sunshine! Let´s see how it is at 9:00am?

Yesterday all competitors and the coach was on time for the official opening in Skagen. The organizers too, which is very reassuring! Henry Wehder arrived around 15:00 clock. Yes Henry, has already been running since 24 July! He started at the North Cape, and has decided to run from the North Cape in Norway to Gibraltar in 90 days. So he's running a total of 6466 kilometers.



Denmark is very nice but also very expensive. Yesterday, when I paid the bill for two nights, one dinner and one breakfast, I believed that it would be 14.00 Euros per person but actually I had to pay 14.00 Euro, for the people who slept in her own car in the parking lot!





Anyway, now the full concentration is on TE FR 2012! Breakfast at 7 clock, baggage loading, joint walk to the harbor and start at a great backdrop of the harbor by the Mayor of Skagen, Mr. Lars Moller! I wanted to know what Lord is in Danish. I suspected HERRER or something like that. However, I was informed that it is not the formal form of address in Denmark are. I just now it should appeal to Lars, struck me as rather odd. But for now: "Lars, give the go-ahead!"



We started at exactly 9:01 clock. I left the starting gun behind and had to borrow a bike to get it.

The start was saved!



I would like to thank at this point. Ms Dorthe bream She had me for the first two stages very helpful. Thank you Mrs. Bream! Thank you all who have the TE FR 2012 made possible through their participation. Help was of distress: and by the police, mayor, road authorities, the press, ....... Now, nothing will go wrong?



It has to import everything from today yet. The important thing for me today is primarily timing. Sebastian Bentele has a program designed for timing and it has been very successful in the past. It has also been constantly improved so that I actually had to be calmed down. My timekeeper, Ruediger Winter and Frenchman Thierry Poupard are more or less fit on the PC. Reinforcement they get from England but by Louise Scholl. She works in the IT field. She will be leaving us after 5 days. Has nothing to otherwise for 14 days and come back to Gibraltar to be there. She can also massage and is therefore a godsend for the event.





There are 49 runners started today. Sigrid Eichner as a stage racer. They will be about 10 to 15 days it. On the entry list is missing: Carl Sommer, GB Rüdiger Dittmann, Pascal Peron GER, FRA and Julia Fatton, GER. There are therefore 41 men and 8 women on the track.







Be the first Stèphane Pelissier ran to the finish. He needed for the route of 56.0 km 4:39,40, which corresponds to an average speed of just under 5 minutes. From tomorrow, give a little less gas?







At the start on the website of the TE-FR were 2,515,000 million visitors are registered. How many will be in a week, after two weeks in the start? Over the 3 million we get in each case. If not over 3.5 million!







Shortly after the launch, it goes through a magnificent dunes. With the weather, it's not the way I hoped. What the H! It is not raining and it was dry. You can not have everything. Later the sun came through, that would not at start can be so? Well, you can not have everything!







How did the day before yesterday and yesterday worked on and off with the timing and are now fit? Will go wrong. Otherwise we Sebastian is available by phone. Safe side, I will not run with my old Seiko Zeitnahmeuhr. Which was all the rage a few years ago of any promoter. Today we have modern ways of timekeeping.







Oster in Vra us is a huge hall. The premises are in total at its finest. So you have it gladly. Hope later. Only a tolerable settlement than yesterday Since the eyes are otherwise a cash register!

Ingo zur 12. Etappe

Gebhardshagen nach Ebergötzen / 30.08.2012
76 km / 854.4 km gesamt
47.2 mi / 530.9 mi gesamt
38 Teilnehmer am Start / 37 Teilnehmer gewertet

Tageswertung

1. 18 Henry Wehder Germany 6:54:12
2. 02 Stéphane Pelissier France 6:58:26
3. 01 Robert Wimmer Germany 7:25:38
 

Gesamtwertung

1. 02 Stéphane Pelissier France 77:33:51
2. 01 Robert Wimmer Germany 81:02:14
3. 27 Trond Sjavik Norway 82:33:30

12th Stage: Gebhardshagen to Ebergötzen


Daily output: 76.0 km - Total: 854.4 km

When Wilhelm Busch and Max and Moritz in Ebergötzen



Despite the breakdown at the dinner, because this was not enough, the situation remains very relaxed. I mention this because I have experienced that after a week tensions arose. Whether. Among caregivers or participants One wonders then, "If it starts now, as is the situation in a week or two"? As such, you can be very satisfied. Real "stinker" have not yet emerged. It will still be tension, but that can wait - a lot of time! But it can not be otherwise. Because the people running daily for 40, 50, 60, 70 and 80 km and are always happy and euphoric finish the race? You can not! The mind spins ever gotten and I will sooner or later my fat. I'm prepared! Even though I am a little shocked but then every now and again. My coat is probably not thick enough?



You start with a fresh homemade breakfast back at the start. Fresh only because the shower water does not even "Pippi temperature" has. Well, we're not wimps, but hardened ultras. The press is when you start it and you want to send me the article later. The starting field is 38 men strong. Heike is back on the entry list, which hochanrechnet to me again and again. Well then, everyone will have his chance. Like I always say once again? "I do my best!" As stage runners started today: Kyoto, Yasumasa, Bernd, Tamura, and Fusako Sylvia.



Shortly after the start, the runners are running on the K22. All pretty good on the left side. About three runners have almost jump into the ditch, because such a stupid pickup truck drove onto the rotor. Those are the SMALL. Understand wider than they are. Are just whistling! Shortly after, I meet a police patrol. She asks if everything is okay. Of course, everything in the "green zone". Of the ox behind the wheel, I did not say anything. Why should they? Is CHANGING - simply CHANGING!



I drive right by 1 VP and then the 2nd VP, then I go without detours to Ebergötzen. Because, as already mentioned, I have to still take care of dinner. I can calm my worry lines comb from her face. It's all settled. The premises of the TSV Ebergötzen to leave it that we can prepare breakfast for tomorrow itself.



On my way to Ebergötzen I read several times a sign for OSTERODE. Where do I begin to place so familiar? As not "disgust" Alfred had always been on vacation? He did not want to Italy, because there are too many Italians!



Jürgen Kuhlmey continues today with the truck. He wanted to run it today, too, but he runs driven in the foreseeable future with a different purpose. He told the two drivers of its flight adventures. Jürgen has namely a private plane and can report on it much interesting.



Meanwhile, I learn that the starting number 47 is out - too bad. The field is therefore yet to 77.55% on the road. Another message I get from Christine Schroeder. She was with Barb Owen in the hospital. It also has a stress fracture in his lower shin area. They now fly to Hamburg, then to London to Canada. She flies first Class because they will be transported lying down. She was prescribed bed rest and allowed to run a few steps. Her daughter, Marie Devantier will continue to take care of Barb. Even Christian Hottas Barb visited the bedside. I'm sorry, but I could not.



Wilhelm Busch lived here for several years and wrote probably here "Max and Moritz". It all fits together beautifully. The small bridges, the bakery, the mill, and certainly still run around some chickens.



We will eat tonight at the "Bread museum". There is a pastry shop. The site will eventually be a bit tight, but if the weather cooperates, then we have the opportunity to sit outside. It is important today: We saved the dinner!



Whew, I just got a call from Japan. She hardly spoke a word of English and the words that she spoke, listened to Japanese. I had to call back by Masakazu. So I just still do not know what it is about. But the lady will visit us well and I see with pain against the phone bill. Ah, now I'm in the picture! It is the Japanese leg runner, Yoshiko Kosaka. It will be 4 days with us. Your entry fee is devoured by the phone bill?



In the target area every runner will receive due. The members of the TEC Ebergötzen offer hot waffles, sausages and drinks on at reasonable prices. Helmut has a rest day today, for his beer sales would arrive not as good. It can not be prevented at all costs, that some private drinking their beer. I like it though, do not like, but on the other hand I am powerless. In my fridge I have a few cans of beer and could drink undisturbed in my motorhome. But I would like the company and the conversation with the inhabitants and therefore drink my beer with them. The association is here all the effort and has also posted flyers in small playground area, where it is pointed to the arrival of the TE-FR 2012th The population is invited to this event and we hope with lively interest.



I have already mentioned in Gebhardshagen by a reporter: "Why Gebhardshagen Ebergötzen and then"? The answer is simple: "We were here in 2009, be our guest and therefore looks forward to a reunion with familiar faces."

Ingo zur 19. Etappe

Frankenbach nach Malmsheim / 06.09.2012
62.5 km / 1339.3 km gesamt
38.8 mi / 832.2 mi gesamt
36 Teilnehmer am Start / 35 Teilnehmer gewertet

Tageswertung

1. 02 Stéphane Pelissier France 5:14:54
2. 18 Henry Wehder Germany 5:26:48
3. 27 Trond Sjavik Norway 5:37:54
 

Gesamtwertung

1. 02 Stéphane Pelissier France 120:20:58
2. 01 Robert Wimmer Germany 126:36:10
3. 27 Trond Sjavik Norway 126:55:05

19th Stage: Frankenbach to Malmsheim


YESTERDAY: Good outdoor dining and a glass of wine at an Italian TODAY: Everything OK printing I got today from the caretaker, because almost all vehicles were in the hall area. They would, farther away, must be at the school grounds. Bad luck and he was right. On the other hand it would have been stupid for the entire company. I will apologize in a later mail in the city. I'm here but also selfish and my main thing is, it runs everything, everyone's happy, I find peace and spare my nerves. I have to admit that my nerves are always very strained. After some thought, I realize then that I have strained the nerves in vain. But that is my personal problem and I need to be custom finished. Yesterday I had such a day. "Wat the hell had, through" The food was OK and we had plenty of choice. Was agreed with the host: if anyone is hungry, he gets another half portion. That came over not really know why some people ordered a second time at its own expense. But here, too: "Wat the hell, because you will certainly not go down!"

Peter was driven by Said Kahla according to the hospital. His pain was getting worse. Much you could do there either, but he's about better. Let's hope that all this is over and he will reach his goal in Gibraltar. He would be the only one in the world that has played three transcontinental runs with the scooter. Namely the TE FR 2009, the LA-NY 2011, and now the TE FR 2012th They arrived late again, as the food of the TE-FR was completed in 2012. We were in the restaurant, so it was no problem.



I am glad that the Englishwoman Louise Scholl's back. I then support for the timing. The Thierry mastered it very well and can make it alone, but if special problems arise, then I feel very secure when I have them in my area. She was 14 days away, and remains now am Gibraltar. In the meantime, she had an accident and the knee (left or right?) Needed stitches. The threads should be taken morning. As luck would have it, we have Said for three days there. Said doctor is - what more could you want?



Julia Fatton has joined us and will remain for several days. Julia was reported with the number 53 for the TE-FR 2012th For health reasons, she had to cancel the launch. Luckily, she stopped me and has assured himself. For € 6,000 entry fee is indeed not chicken! € 6,000 entry fee is good, if not get the tax office would collect 19% each time!



Milan Milanovic goes home today. He thanked him once more with the coaches and players. Too bad, because it could have under normal circumstances make good. At least he has finished the 1993 Trans America, from Los Angeles to New York. But it may times and run times Sun Now, he should first gather again!



My situation reports continue to find recognition, so today before the start, as some members of the runners coming towards me. Criticism I get, of course, but I have to tell which time and again that he is no descendant. Of Goethe, Schiller, Max Schmeling and NO, that was not a writer, but the former Now it is written and I still do not know how I use Tippex on a laptop!



36 runners still in the race, that is still 73.47%. At the stage, among other runners here today: Juergen Baumann, Lionhardt Bittel, Said Kahla, Bernd Kalinowski and Carmen Hildebrand. Gabi Gruendling is now the first 30 km. Peter does not want today. Normally they always share a stage. Peter has a rest day today. Gabi photographed and wrote a report. Let's see how I can get away there. The images from the 14th Stage are ALL of Gabi!



Philippe Grizard drags himself far from the penultimate runner then. He is a quiet and VERY friendly person. I wish him that he starts again and I can only congratulate him in Gibraltar to its success. He has been doing this! At the finish, the disappointment. Whoever comes to me? Philippe, I have suspected it, but pushed the thought! It was not meant to be? Now, another 35 in the race and therefore 71.43%. It does squeak me in the soul, but it's a fact. Next will drop out of the "keel Brought"! The term is not known? The next program with Captain Bluebear and police guy does not miss. The fur seals are genuine!



We come into MY home. I have lived for 27 years in Horb-Nordstetten and waiting for my naturalization. This is not as easy as Hamburger Jung. It was taken by me but as far as all conditions are met and the Swabians age when one is clever, I crossed in 24 years, but I still need to work on my pronunciation. Instead UNDERSTAND I must say VERSDOSCHT. That's what I have to work on. But I'll Schwabe why? I therefore remain a "Reingeschmeckter"! But I think that the Swabians like me - or not? I want to hear nothing!



Between the second And 3 VP someone has built an additional VP. Thank you - great! On 3 VP at Veronika have members from Ewald Komar installs a banner with the words: "Luck for your way to Gibraltar"! If I mitbekomme such initiatives, I can calm myself down with excitement and can hardly say, "lace, lace, lace, ..."! Now I have to stop TIP, otherwise the report will be too long and the food gets burnt! Once more: TOP!



Werner Sonntag is with us, that to me is a special pleasure. He wrote several books run. His most famous book is probably "Sometime you have to Biel." He was formerly editor of the "Stuttgarter Nachrichten". Klaus Schumacher is just arrived. He takes over tomorrow from the vehicle fender couple who want to run Nordstetten, they drive their vehicles back Malmsheim. Klaus leaves Nordstetten my "Opel Combo", which we then occupy another VP or strengthen.



In Renningen-Malmsheim we are in the gym of the "TSV Malmsheim eV" seen. It is a single-span gymnasium and offers enough space. Some will eventually report a SMALL hall. I would like to prevent, as a rule, only those halls available. Get a two-or even three-field box hall is always a godsend. One sees that one is spoiled very quickly. I have read reports from TransAm or Trans Australia, then to a stand the neck hairs stand on end. My contention therefore irrefutable: We have been always been housed WELL. Even if it was me, that (is aft rear. Port is left and starboard is right. Not so important) with the aft part must move together. Since no case shall the right and the left of the sleeping bag sports camp are. Everything else is unfriendly. Until next time!

Ingo zur 20. Etappe

Malmsheim nach Nordstetten / 07.09.2012
58 km / 1397.3 km gesamt
36 mi / 868.2 mi gesamt
35 Teilnehmer am Start / 35 Teilnehmer gewertet

Tageswertung

1. 02 Stéphane Pelissier France 5:00:24
2. 27 Trond Sjavik Norway 5:04:01
3. 18 Henry Wehder Germany 5:07:40
 

Gesamtwertung

1. 02 Stéphane Pelissier France 125:21:22
2. 27 Trond Sjavik Norway 131:59:06
3. 01 Robert Wimmer Germany 132:00:57

20th Stage: Malmsheim to Nordstetten


Day: 58.0 km - Total: 1397.3 km Ingo's hometown. It's calls Horb-Nordstetten

Dinner was served in the restaurant of the club "TSV Malmsheim eV". There was pasta, stews and vegetarian dishes. As the portions were running low, the host responded quickly and it was “nachgebrutzelt”. It was everyone tired and it was enough for a rich burp! For food tastes a nice cold beer. I keep having to make a few points out that his own beer bottle, even if it is cheaper to Helmut, is not brought into the restaurant. Everyone has understood it to Gibraltar - right? The comrades go to a restaurant or else not have a tolerant host comrades in their favorite pub? Until sunset, we sat before the the club house and let the day end.



Yesterday someone came by the office-or Heilbronn whence! "No, they should not be here!" The reason was not clear, but the VP was remorseful and begged Abräumzeit 10 minutes. This was precisely the time when the last runner passed his VP. All were happy and content - what more could you want. Heilbronn Well, since I have always some problems, but we forget it!



Today we come to Horb-Nordstetten. For me it is a special day that goes much too quickly. I am already on my North Stetter grandchildren Jessica is expected at age 11 the oldest. Then comes Sandra, Anna and Soren. Soren is 1 ½ years, the youngest grandchild. I have two grandchildren in Tiengen. There are 2 ½ with Antonia and Jacob with 1 ¼ years. As such, I have 6 grandchildren. Life without my grandchildren? Not the point!



Today as stage runners here: Carmen Hildebrand, Said Kahla, Juergen Baumann, Birgit Fender, Fender Norbert, Reinhard Schulze (Papas son) and some other runners. Today I am a little stressed out, and hold me so slightly shorter.



My hometown Horb-Nordstetten is at its absolute sunniest side. The sun shines more than is good for runners. At the stage finish it but you can enjoy, for a get-together outdoors has something - or does it? Martin Schneiderhan, one of the most active North Stetter organized on a private basis a booth where he sold hot dogs, drinks, cake and coffee. The proceeds go to the local kindergarten-Nordstetten. The currently have a couple of euros needed. I invited some on a sausage, cake and coffee. Two sausages I have even plastered. I've rounded up my billing. But I will follow up on something for the nursery!



So, now I close, because I have to look if I get together about 10 participants and counselors. At 18:00 clock is the opening of "Horber-Neckar Bloom" and since we are a program point. More about that in tomorrow's report!

Ingo zur 11. Etappe

Stüde nach Gebhardshagen / 29.08.2012
71.4 km / 778.4 km gesamt
44.4 mi / 483.7 mi gesamt
38 Teilnehmer am Start / 38 Teilnehmer gewertet

Tageswertung

1. 02 Stéphane Pelissier France 6:28:20
2. 18 Henry Wehder Germany 6:33:08
3. 01 Robert Wimmer Germany 6:38:18
 

Gesamtwertung

1. 02 Stéphane Pelissier France 70:35:25
2. 01 Robert Wimmer Germany 73:36:36
3. 27 Trond Sjavik Norway 74:51:54

11. Etappe: Stüde nach Gebhardshagen


Tag: 71,4 km – Gesamt: 778,4 km

Helmut le fanfaron. Helmut le Créateur



Qu'est-ce que Helmut n'est pas tout? Il est le «charlatanisme» parce qu'il coupe le pain le matin. Comme mentionné précédemment, j'ai quelques miettes distribuées dans la salle à manger et la certitude que tous ont obtenu leurs deux petits pains! Helmut le «créateur», et que c'est lui. S'il Gularsch. Est non, goulasch, puis il tire sur la plaque du coureur! On vient jeter le discrédit sur un «fanfaron» être. Il n'est vraiment pas, même si ses histoires accusent parfois! Le «Créateur», puis maintenant - est-il ainsi?



Retour vers le sujet, la TE-FR 2012! Heike est venu hier arrivée très tard. Oui, très tard et ils devraient en fait être retiré de la course. Cependant, il faut toujours avoir sa chance! Plus tard, le. Deuxième ou même troisième Heike a eu des problèmes extrêmes hier. Elle est venue avec le gravier, en raison de leur orteil halbabgefrorenen pas claire. Ils sont partis ce matin a démarré normalement et essaie maintenant de se retrousser le domaine de derrière! Tu pourras le faire à nouveau aujourd'hui? J'ai frappé ça de la chance tout de même bon!



Il y avait un délicieux ragoût hier. La direction n'a pas réussi à trouver une dose de Heike est couvert. Je me doutais bien de la partie dans le réfrigérateur. Heike ami, qui est ici depuis 10 jours et Heike accompagnés sur le vélo, reçu aucune nourriture. Je comptais l'ami Heikes qui a également Heike est, a été très en demande à cause de la nourriture et tout le reste du beurre. Mais ce n'était pas le cas. Ne va pas bien et j'étais en fin de compte responsable. Un superviseur d'accord, cependant, pour contrecarrer une telle chose dans le futur. Grande, si vous avez un tel représentant. Un mot sur les aidants naturels: J'ai un nouveau responsable, de sorte que j'ai ce dans le cadre d'un court et le laisser en place l'ajout d'autres superviseurs. Dans le cas contraire, les responsables travaillent aussi loin que leur propre responsabilité. Ils connaissent leur domaine et résoudre les problèmes émergents se farcir j'obtiens alors pas, parce qu'il ya déjà une solution est trouvée. J'ai superviseurs qui sont toujours derrière moi et me demandais: «Que dois-je faire maintenant?" Ou pire: «Regardez, j'ai bien fait?" Oui, vous êtes! Mais tu m'as tellement nerveux? En tant qu'organisateur j'ai bien sûr, encore une fois tous les boss même temps de louange. Je vais le faire mais les certificats de mention élogieuse à ma façon et pas toujours distribués. Une tape sur une bière commune, un chat ...... Dat est encore mieux, comme: Hâte de jemacht saillie. Si vous ne pouvez pas vous ick, ick then'd Aner quelqu'un! Je raison ou ai-je raison?



Pour les critiques qui pensent: c'est dans les termes et conditions - vous devriez - et en général ... La TE-FR est une course de plus de 64 jours. Pas comparable à une marche de 6 jours ou même en cours d'exécution et TranseGaule Allemagne. Ici, j'ai établi des normes différentes. A Robert Wimmer Stéphane Pélissier, Trond Sjavik fois etc peuvent avoir une journée de merde. Vous êtes perdu - souffrent de l'humidité burp - Puppserei sont en train de devenir une des bandes rallye dans mes sous-vêtements, etc je prends ces gens là? Profitez de cette situation et alors je dois les sortir de la course. Également pour les protéger contre eux-mêmes! S'ajoute à cela aussi que je suis doux comme organisateurs peuvent également être indulgent et plus encore. Je sais! Est-ce une mangue? Il est le successeur de la TE-FR, s'il devait être jugée conforme ici? Eh bien peut-être - ou peut-être pas! Assez de pleurnicher!



La question aujourd'hui, peu de temps après le début, à 19 km le long du canal. Comme dit précédemment, il peut être mortel! Sans feux de circulation, les automobilistes pour excès de vitesse, les zones piétonnes et les camions toute vitesse, c'est vraiment ennuyeux. Où est l'action? Question stupide! Heike avec 38 TE-FR coureurs sur la piste. Puis il ya les coureurs scène Jürgen Kuhlmeyer, Hans (Schneggi) Drexler, Fusako Fushimi, Sylvia Frühauf et Tamura Chizuko. Par ailleurs une durée de 6 membres de la "Stude Marathon Club" avec led Friedhelm Weidemann.



Un merci tout spécial à nouveau pour Stude. Ici, même le maire est un bon gars. Il n'a pas manqué de célébrer avec les coureurs. J'ai été heureux. Également sur la visite effectuée par Helga Backhaus Depuis que je suis plus aussi long active, vous pouvez voir les anciens amis et connaissances de la scène ultra de plus en plus rares. Dommage, mais je dois une fois de plus viennent de la croix? Les 6 coureurs "Marathon Club Stude" a augmenté hier sur la piste et a couru une distance du marathon à l'Stude arrivée de l'étape. Aujourd'hui, ils courent jusqu'à la distance du marathon et peut revenir après Stude.



Je suis juste dans un parc de stationnement pour trier mes os et des articulations à nouveau. Une vue du ciel révèle mon œil averti que le temps s'améliore rapidement et vous pouvez creuser ses déjà rancart, lunettes de soleil. Il en est ainsi, comme je l'ai prédit. Le soleil brille, et certains, c'est presque trop chaud encore.



En Gebhardshagen où tout se tient. La prochaine étape sera Ebergötzen. Ici, alors quelque chose ne va pas. Vous ne me demandez pas ce qui s'est passé. Le dîner n'est pas garanti. Mais nous sommes encore hinbekommen. J'ai le numéro de téléphone d'une boucherie et une boulangerie. À mon visage est le grand «P» reconnaissable. C'est la panique! C'est ce que j'ai certainement à juste titre. Imaginez, que je reçois avec toute l'équipe et il n'y a rien à manger là-bas. Si aller en douceur! Il est déjà arrivé. Le restaurant "Pain maison" demain remplir la bouche de coureurs souffrant de la faim. Il est «Wiener Schnitzel» avec des pommes de terre bouillies et des légumes - Sauvée!



Je ne l'ai pas vu encore, mais l'idée aurait pu venir de moi. Le FR TE-2012 dispose d'une machine à glace. Après quelques jours pour courir est une chose bat son plein, que le danger d'un mangeur de piston est donné. Je regarde juste si je peux obtenir des cubes de glace. A voir, parce que mes yeux endoloris? Parce que quelqu'un a jeté une bouteille de bière et s'en va sifflant innocent devant moi. Eh bien, tant qu'il ya de la place pour la glace encore?

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